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Der Israelit · 1906-12-06 · 49 (6.12.1906) · p. Seite 7

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
49 (6.12.1906)
Date
1906-12-06
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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6 Tezeinber 1906. Stimmen rzelvinuen will, tev jüdische Ciuflusz trm!t alfo wesentlich zur \>fbmu1 bec• sittlichen Oiiocams der Politik bei. Schade nur, das; die Zudcn cs nicht versieben ihre voütische Macht zur Förderung des Zu den tu ms ctuszunuben. Biele der jüdischen Politiker sind nur dem Namen nach ,^udeu und tun nie etwas für speziüsch ,üdische Interessen Zu einem i?ande, das keine Staatsreliczivu und die absolute Gleichheit aller Bürger zur Devise hat. in kein logischer t^rund vordandcu, warum eine Neiigivu eher ais eine andere die Hegemonie soll beansvrucheu können. Und doch sehen wir inimcr wieder, wie das Christentum bestrebt ist sich zur guau offiziellen Religion zu macheii. Dielen Strebe» äupcrt üch besondere in den östentlichen Schule», und fortgelebt und unsere Glaubeuegenosseii genötigt, da gegen aiizukämpscn, leider gewöhnlich mit nur tcilwcisem Crlolg. Cin solcher >lampt hat sich neulich im Staate Rennwrk elitipoiinen. Dort ist cs üblich, dasz vor dem Beginn der Tageo arbeit in den Schulen ein kurzer Gottesdienst, bei welchem christliche Gcbeic gesprochen und christliche Hmnnen gesungen werden, abgehaltc» wird, liegen dielen Brauch haben bei Beginn der diesjährigen Schulsaisou Herr vV M'. Bril, Borsteher des jüdischen Znnitnts in Hobotcn (derselbe in ei» Sohn von szechiel Bril, dem Redakteur des ד־בגין uird tllabbiner Salomo» Zoner im Rainen des Rabbinerverbandes der Stadt s>kewnork Protest erhoben, indei» sie die gänzliche Beseitigung dieses 'Brauches oder dessen Modifizier»!!!! in einer vom Standpunkte des Judentums eiuwaudssleie» Art verlangte». Sie drangen zwar mit ihrer Zordcrnin! nicht im t^anzen durch, erzielten aber, dag jüdische Binder aus Berlangen der Cltcrn vom Besuche dieses Goitesdienstes dispensiert werden. — Borigen Sonntag, den II. Rovembcr, hat sich hier das neue jüdisch amerikanische >io»1itce nnter Borsih des Richters Sulzberger aus Phil delphia konstituiert. Der Zweck desselben i't eine autoritative Bertretung der amerikanischen Zndeiiheit in öfsentlichen, namentlich politischen Angelegenheiten zu schassen, und es besteht aus einiindsüiiszig Herren ans alle» Gegenden des Landes. Db dasselbe sei» Ziel erreichen wird, ist sehr zweilelhast, da es in absolut nndcino kratischcr Beeise durch Sclbstwahl der beteiligten Herren zu Stande gekommen ist. — Run einige Rachrichten von wissciischastlichei» Interesse. Die russisch jüdische Rabvl-Zizchak Clchanan ישיד־ hat am 4. Rovember die erste Ciitlassungsteier abgehalten. Drei Zöglinge er hielten Rabbinatszcugnisse. Cs ist dies das erste Mal, dasz eine derartige Zeier in einer russisch jüdischen Lehranstalt in Amerika statmiidet und das; in Amerika erzogene Talmudjünger ans den Händen russisch-jüdischer Autoritäten das Rab binatszeugnis erhalten. Die Zeter hat also historische Bedeutung. Rabbi Moses Z. Margolies, der Borstehcr der Anstalt, erteilte die Zeugnisse »nd richetete eine eindrucksvolle Ansprache an die Zöglinge. Auch Rabbiner Dr. Drachiuanii, der als Gast anwesend war, hielt eine Ansprache und zwar in klassische»! Hebräisch. C zeugt tür die tüchtige Ausbildung des russisch-jüdischen Cle mentes in der heiligen Sprache, dasz seine Worte oollkommen verstanden und mit Begeisterung ausgenommen wlirden. Reben dieser ישידק eristieren in der Stadt R'ewlwrk »och drei Zeschiwans, die Rabbenn-Zjikod Zoi'eph ישידד und ישיב־.;[•' דייד. Da diese Anstalten vou einer ansehnlichen Schar Zünglinge besucht iver den und bereits mehrere Hundert entlassene Zöc! liuge zähle», ist begründete Aussicht vorhanden, dasz das Thora Studium auch in Amerika nicht verloren gehen wird. - Der literarisch winenschattliche Berci» "ארי־ שב hielt vor kurzem seine erste Bersammlung für die Saison .Vit'w ab. Wie der Raine des Bereius besagt, in der Zweck desselben die Pflege semitischer, namentlich hebräischer Studien Die Mitgliedschast umsaszi eine große Anzahl ,üdischer Gelehrter, und unter denjenigen, die in dem Bereiii Borträge gehalten haben, befinden sich Der I-raeUt. Sette 7 Nr. 4» die Herren Professoren S. Schcchter, Richard Gotthcil und l'oitis Ginzburg, ferner Rabbiner Dr. B. Drachmau, Dr D. Davidson, Dr. S. Binion, Dr. B. Talmai und viele andere. Be gründetdes Bereiiis und Präsident desselben seit vierzehn Zähren in Herr Hermann Rosenthal, durch seine Beiträge znr jüdischen Cmv klopädie über die Geschichte der Zitden in den slavischen Länder» vorteilhaft bckaunt. Derselbe lehnte diesmal die Wiederwahl ab und io wurde Herr Rabbiner Dr. B. Drachmau au denen Stelle zum Präsidenten gewählt. Hxcgclische np; llcn. ,\n ׳.־;r. »1 ,Un־f# gesch. v'lnttcvlintu• ich daraus aufmerksam!»111011», da» in unserer heilige» .?!,rache cm ,׳Zeitwort, welches sich aus »iklirrre unchsotgeiide Lud!ekle deziedt, uichl, wie vielfach irrig angeiioiuiuen wird, im männlichen Plural zu slclien bat, sondern vieliuelir in der Regel nach «sirnus und Ruinrrus mit dein zurr sl üeheuden Subirkl iiarinomert. Ausnaltmen kouuneu allerdings, wie bei!rder Regel, verein zell vor. •V>m Raddiner Tr. B Wolf in adln tritt nun dieser nieiuer Ausiührung in einem längeren Artikel entgegen, ivorm er die gedachte Lvrachreael, als der ..׳remden Winenschail ׳ entletmt, verivirsi. damit eine scharfe Apo nroplie gegen die letztere verbindet und dabei auch meinen Rainen nennt. Man »lüge, inrint der Herr Rabbiner, das Tltvrasiuduuu aus eigene Tvüttc siellen und das Bei!'viel der grosrrn ׳aei'icr der intigsien Bergangenlieü. Hirsch. Maldini זצ'ל ufm. nachabmcn. Herr Tr. 4t? bat durchaus keine Beraulanung. die T-די de!׳,;e:׳., welche er ::nt Re!,,. öccü״cpsc, mit meinem Rainen und meinem Artikel in Berbmdung zu bringen. Tie Wissenschaft der jüdischen Sprachlehre tu mit Nichten trrmdartigru Ursprungs und Eltarakters. Sie in von den lüdiichcn t'tclclirtcn aller -zelten gepflegt worden. Spe ziel! die von nur angesübrtr Regel kann unmöglich anders gesunden ivorden sein, als indem man, die Tltora aus der Tliora selb» erklärend, dir einschlägigen Bibelnelleu zusanunrngksuchl und vergliche» und daraus seine Schlüne gezogen bat. Tas beiszt doch nicht ..sreinde sZüüe" oder v,c»trrpreta׳iouskrücken"? Rein, das ist genau dasselbe Stn'tem, auf welchem die als Vorbilder emvioblenen Hirsch rinü Malbim auch vorgegangrn und. Ta» bat mit der ..fremden Wissenschaft״ rbensowriuq zu tun. wie nnt einigen der von dem Herrn Rabbiner angrsülinen Argu mente. Ich denke vier vorzugsweise an die Raschi Er klärung zu Gen. -1-r. 7 יאחר נגש ייב־ ירהל, ferner an Raschi zu Rum. Ich I 2וי־,דב־ דיי, und an Richter l '-!ידי^ יי Tenn an allen diesen Stellen ist die Zorut des Berhs, ob männlich oder weiblich, Einzahl oder Mehr zahl, mit keinem Wörtchen erwähnt. Es wird vielmehr nur allein, warum die Subjekte gerade in dieser Reihen folge stehen, wa-uiu ,Zosrph, Miriam und Trborah vor Ralirl, Aron und Barak genannt werden und zwar in einer Weile welche auch auf!ede andere Horm deS ^jett- Wortes panen wurde Ter Herr Rabbiner bringt deS weiteren einige Argu mente und könnte deren noch viel niebr bringen - wo allerdings die Erklärungen der חבדיב ידד־שיב ז׳י an die i^ornt des ׳Zemvorles geknüpft werden. So z. B dir Raschi zu l. B M.!'. 7. Rasch! beginnt hier wörtlich ■ייקח שד י ד־. א־. ־שדי־ אי; דחש ’•?חי א״א י'?.-׳ Hier konnte ein veier allerdings aus den ersien Blick den Eindruck haben, als sei Raschi» Erklärung uns lediglich zu dem ,Zwecke gegeben um den Singular ,יי־־ zu recht fertigen, ohne dieie Rccht>eri1gu»g Imite nach der Metnung Raschi», oder vielmehr seiner rabbinischen r7.uelle. dieser Singular auüallend. unreaelmäsng und besrenidlich erscheinen inüne». Eine!ede Aunanung. 1t c’ttic diesen Singular 01.- an und >»r üch berechtigt anerkennt, sei somit z,ד־.נגד ,1ד;,' ־ Tav alles »I aber vollständig irrig. Unsere kiuivsen ,brr Erlaulerungen und Bemerkungen überall an de» lat der Schrmwone, so ivie er re zi viert in an lediglich aus dem Ilinsiande, das! hier laiiachlich יי^־ >»> singulär, nichi im Plural ueht. gleichviel ob au.׳ irgend einem iw achlich oder Inhaltlich zwingenden i^runde. gleichviel ob »n iüegeiiiatz zu einem solchen, wird hier die von Raschi gegebene Er> klärung gefolgert, das! nämlich Zchem zueist das .»leid allein cigrifsen und ,lapliet »ch ihm er» iväter ange schloisen habe. Aelniltcki verhalt es sich bei e.ner groszrn Anzahl von .־־שי<־ insbesondere bei agadlschen Tinge». Man »nur eben zwischen דדי־׳ und ^דש, zwischen דייגי״ גדיד־ und אדדבהא zwischen wirklicher Folgerung und loser Anleimung zu unterscheiden ivinen und bei .אגד־ >ü eben zumeisl alleא־־־ד.א -׳ Wer die Worte unserer Weisen logisch 2— ־״.־־־Z~ '€ ז־ייי עי sieben will, mus! gugebe». d -I! die Meiiiung, als müsse jrdivede von den Rabbiiien erklärte Stelle, wenn die Er klärung nicht iväre, irgend eine ׳vrachliche oder 1nl»rlillchr Tchwierigkr» bieten, dnrckiaus ׳'alsch ,st Tie Sucht, der artige Lchwierigkenen durchaus uverall erspähen zu!vollen, hat schon viele minderwertige P-chätil ׳ gezeitigt, dem wahren Lhoraiiudiuin aber viel geschadet. Aus den Ansichten unterer ידדייג״ד Z'״“ kann somit bei richtigem Beritändnis derielbe» ent Beweis >ü r dir Autsassung des Herr» W nicht erbracht werden Ta gegen ist richtig, das! sich Autoritäten iväterer ,׳zelten stnden, ivelche zu «'Limiten dieser Anstauung sprechen. Tas dort mchi Wunder nelnnen. Tie Svrachlrlire bildet nur einen Teil der >üd>׳ck>en >ürsa»uw>ssenschait und zwar den »linder nächtige»; ihre Erlernung erfordert aber ein spezielles Studiuin und besonder» Ausmerksamkett. c^erade diejenigen welche im übrigen vollständig בקי דאר דד־' ,־־.יד־ snid, kennen ganz leicht dazu kommen, mitunter eine gramatikalische Regel zu übersehen oder zu unterschätzen. Tas würde weder ihrer sürlehrsamkeit und ihrem :ikubnie, noch der :ikichtigkeit der Regel Enttrag tun. Uebrigens steht fest, uud Herr Tr. W. erkennt es selbst »», das! dir trag! Regel längst anfgestelit und all gemein augkitominen ivorden ist. Man inacht mich von befreundeter, kundiger Seite daraus «usmrrkiant, das! fie schon in einem der ivemger bekannten Werke des Radbt Tavid Uimcht ׳'־^t erwähnt ist.' Er weih auch, dah diese Regel an vielen Stellen der heiligen Schrill tatsachlich befolgt ivtrd. >a, er selbst könnte noch gar viele Beispiele hinzufügen. Glaubt er nach alleni bisher Ge sagten noch immer, dies seien alles Ausnahmen und dir wenigen überlmupt vorkommenden abiveich »den Stellen entsprächen allem der richtigen Regel? Ein solcher ^rrtum des Herrn Tr. W. wäre >a ketn Unglück, denn in י! ,ln ׳einem U-Uizu Prenburg enchieiienen »ionimentar zu <gen., lagt er zu ü<u>. öt, .V»; VC” "C'C ־VN ו־ל, 'vn״ v־'V ׳rix i rtrדי! •אד־;. ׳ Vד ־* — — p» א' ־. Was nur wie iolnt >,benetzt nerfen fnntt: Ter Ratner!!- »er Handlung. d. b. de« .zeitivorie«, iiitnnit!11 dein ück limmtlelbar an- ׳äclieneiiden Wart. Biicherbe»tell1ettel (jcefl. im Couvert einzusenden). A11 den 7fer/ajf des srae/ü“ G. in. b //. *Tranfifurt a. 9/1. Hansafiaua.

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