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Der Israelit · 1906-12-06 · 49 (6.12.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
49 (6.12.1906)
Date
1906-12-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Dezember 190f>. ttenteil? fatboltfdjc, batten, lind;war ocvbältni« möfüfl spät, im Vaute de? 1*. ^ahrbimbcrt? wenigen jiibifcbnt ,yamilien die Erlaubnis gegeben, in einen! oder zwei der ihrer Hernchast unter stehenden Dörfern sich anzusiedeln. Diele (V ineindcn kamen dann zivischen 1 st N; 1 <4 «» unter Württeinbergische Herrschaft, die sofort in l'ebr wobl wollender Absicht daran ging, aus Mitglieder der (Gemeinden einzutvirken, das; sie deutsche Elenientar bildung sich aneigneten, vom Schacher und Trödel bandel ablieffen und zu Handwerk. Vandwirtschast , und anderen geordneten Gewerben griffen. Die! Bcgicrung regelte voll 1S27 — 11<“.יז die religiöse j (Gemeinde , Bezirks- und Vandesversassung. leitete j die sEründung von jüdischen Montcffioitofdnilctt , in die Wege und sorgte in wabrbast anerkennen? ivertem LZohltvollen für die schulen und alle anderen jüdischen Angelegenheiten. beider jedoch fiel sie dabei, da sie sich doch der ^uden selbst! zur Einsührung dieser Dittge bedienen wollte und muffte, solchen Leuten in die Hättde, welcheivic t'aff alle besser Tituierten in der erste» Hälfte de? vorigen Jahrhunderts von dett Anschauungen der Besorm ergriffen waren und da-? Heil für Hilden und Zudentliiii darin erblickten, da-? alte Gesey d.irch Abstriche und i-lleucrungen der Emanzipationszeit anzupassen, llebrigen-? war selbst bi-? zuin ^abrc 1 von einer eigentlichen teil Hiösen ״Besormtätigkeit״ ntcht? zu merken und togar die im ,Zahre durch die Württem bergischc Gottesdienffordnuiig inaugurierte ll.'esorm war im Ganzen srlir inäszig und konservativ gegenüber dem, was man seit -lit fahren ״Besorm" zu nennen pflegt. Hvrtt'eyuiig folgt. Morrespondenzen ltnd DcutsctIes Neici7. Gieszen, »׳. Dezember. Aus Anregung de? Herrn Provinzialrabbiner-? Dr. Hirschseld bat sich liier eilt Perein zur rituellen Per Drr ZSruettt. k ö st i g u n g bedürftiger israelitische r Lol baten der Provinz D der Hessen ge bildet. Ter Perent bat sich geffern konstituiert inid gleichzeitig seine Ltatuten teffgelegt Der Pot stand bestellt an? acht Herren au? ver schiedenen Gemeinden. Zum Borsitzenden ivurde Herr Dr. Hirschseld gewählt, Lchrittt'ühter ist Herr Leopold Mepger in "Butzbach Beckmer Herr Maier Pohl ii׳. Gedern. Die Gründung de? Perein? wurde in iveiten >i reiten der jüdischen Pevölkerung der Provinz freudig begrünt, und er darf aus einen vollen Erfolg hoffen, wenn er sich in atteriiachiter Zeit an s a m t l 1 ch e Zsraeliten Dberbesse»? »nt der Bitte um Beitritt zu wenden gedenkt. Der jährliche Miniliialbeitrag beträgt I Mark. Der Perein rechnet auch aus eine zahl reiche Mitgliedschaft auszerbnlb Dberbessen?, und c? ist sehr ztt wünschen, daff man ihn in der Er süllung seiner ivabrbast bedeutenden Ausgabe all seitig kräftig unterstübe. E? wurde iviederbolt in diesen! Blatte daraus bingeiviesen, das; e? heilige Pflicht jede? Zude» iit, dazu beitragen, das; allen Glanbtn-vzcnoffen während ihrer Militär zeit die Beschaffung ritueller >loff nach Möglichkeit erleichtert werde. Die jüdische Gesamtheit trägt die Perantwortlliig dafür, das; nicht? versäumt wird, uni die junge» Leute von dem Genus; ver botener Lpeiscn zurückzubalten und sie vor der nur zu leichten Gcivöbuung an die א״סוי־י נב־י־' zu bewahren. Herr Dr. Hirschseld und die Männer, die ihm zur Leite ttelte», haben sich mit ihrem llntcrnebinen um die jüdische Lache eilt hohe? Perdientt erworben. Eöln, Dezember. Heute ׳and die lang ersehnte Generalveitamiiiluiig der Beligionsge sellschat't statt, deren Tagesordnung folgende An träge des Porffaiide? unisafftc:!. llinwandluitg der bisherigen Pereinigiurg: ״Israelitische Beligionsgetellschast Adas; Ze schurun" in eine Liinagogen Gcincinde und Ileberweisung des Perinögensbeffande? an dieselbe -. Eonstituiruiig der neuen Geineinde seiten? der ans der Tmtagogeii t^emeinde Eöln »»?getretenen Mitglieder der bisherigen Beligioiisgetellschast Adas; Zetchurun und Benrnnnng der!lenen Gcnicinde. :4. Uebernahme der bisherigen Beamten seiten? der neneii lffemeinde. 4. Beauftragung der au? der Liinagogen We meinde Eöln ausgetretcuen Porstandsmit glieder der bisherigen Beligionsgesellschast mit der Zoitsühruiig der Geschäfte bi? zur behördlichen Bestätigung der neu gegründeten Gemeinde. Die Persamiiilung war von vornbelein be schlnffsältig. Um .4 '׳, Uhr crvffnete der Bor E r aber weigerte sich. Auf dir sziammen srinrr Zugrnd batik Pvtiphars siiartm gerechnet. Lie wußte nicht, daß es dir ZZiamnien ׳cinrr Zugend warrn, in wrtchen Zosess Lckweri;u!rnrr Härte und Lcharte gedielt, wir sic dem Lieger zirinl Zoses war kein bleicher Bnzarrner. drr »n Entsagen, wie der Grieche in der Lüudc, schwelgt. Auch die Lliuune semcS Blutes iorderie laut und batte rin Reckt. gebart zu werden. E r aber weigerte üch. (Gerade weil ieme fugend in ihre? Lenzes Maien blüic stand — weil er jung war und Jüngling bleiben wollle. Andere an Zotess Stelle ballen das Recht der Per ivniichkeil über den siitlichan Zweck alles Lmnlichen iriumpbieren lasien. Andere an Zoseis Ltelle tiättrn an Angesichte einer brgclcklichen Herrin taufend otründe gehabt, ebrrnvoll zu unterließen und mit der Lckmmncht willenloser Lklaven wären iie der ügbptischen Schlange zum Cptnr gefallen. zs r aber weigerte sich. Weil er!ung war und Jüngling bleiben ivollie. Leicht iit auch ibm die ,»uckt auf die Gaue mch! ge ׳allen, 1ניאיה יו דנ"י־« דיולגו ׳׳יי איי z5rst rin schreckender Warnerus aus der Heiniat das auftauchende Bild des geliebten BaterS machrr den zagenden ,ziiiigling zum standbanrn Mann. Wie mui; ,Zaakauw es veriianden baden, seinem Lieblingsiobnc abrabamiiiichcs P«llchibcwusn׳e>n in das Herz zu vilauzen ' Welch ein frltrncr Erzieher mun er gewesen sein ' L chadr, das; uns die ibel die pädagogische Mrtbode unicrrs Liamnivaters nicht verrät' Welch rin treffltcwcr Lriliaden wäre das für lüdischr Eltrrnraare' /Zur Lehrer und Erzieher, die es den; an geborenen!akir ibrrr reisgewordenrn Zöglinge übrrlanrn, mit dem tückischsten Agenten fertig zu ivrldrn. den das Böse zu versenden bat. Heilige Yinsalt. die nicht siebt, dag dirsrt ,Zrind schon aanz andere Wälle geschleift bat, als dir problcniatischeu Berpflichlungen eines spinnrwebrnrn Taktgrsübls. Wenn die sorgende Muttcrband nur den Lüugling in der Wanne hält, damit er nicht sinke jedoch allein — tn späteren Zabren beim srrüblin^srrwachen — mutter seelenallein der Rrisgewoidenr, ohne Ltüve eines Urkunde? arm», über Abgründe taumelt : wollen wir uns da wundern, wenn" unsere Zosrss wobl alle eine i^iaitin Potivbars, aber nicht >edr Potipbarsgattl» ihren Zoses findet 'i "נ.א. Welch unermenlichr ,';lut drr wrbiniitigsicn (Gedanken und Empnndungen erweckt nicht diese wir unter Hänipsrn wie unter emem ewigen Hin und Her unter Hangen und Bangen aui'ieigkndr ,״;־ii >n so mancher Brust' Wie das vorwurfsvolle Winimern eiurr Arniriiindrr glockr über verscherzte Unschuld und verlorenen Xlndrsglauben wir fallender Reis in der szrübl>ngsnnch1 £b r» zue musikalischen Brrdeutlichung des Reinsten, ivas eine Menschenbrust bewegt, wirklich eines Banreutber Xunsitempels bedarf'^ L?b Wagners koniplizierter tttenius das keusche Wider streben einer reinen Zünglingssrrlr einfacher und ein drucksvollrr batte vertonen können, als es die /,ickzack »etr des hebräischen Bibeltertrs vermag'^ Heil den Eltern, dir sagen können Uns gilt ihre Anklage nickt. K. H. Br 4!* Leite <. titetibo didiklbk und erteilte Herrii Dr. Cch? das Wort zu ׳‘einem Peterate. Die nackt /vorm itnd Inhalt gleich vortreffliche Bede verbreitete nch über die Porarbeiten de? Porffaiide? zur Eon ffitulrung der neuen oiemeinde lind die Be giü1!dun>z der Tagesoldniiiig. Mit gtos;er Ge liugtiluntz horten wir von dieser Ltelle dte nur der Warme der Uet׳erzeu>zun>1 und mit dein Ernff der Erfahrung vorgetragenen (^edanketi. das; .,Taktik und Dpportniiität wohl Begriffe sind, die aut politischem Ge Mete!hie Bere cki t l g u,, g haben, aber aus ethische in und religiösen Webtet sind m e n i ck> t a n z u n> ende n ". ^11 unterer ,rreude konnten nur den Laz; hören, ״das; die E n t nt 1 cklu n g e i n e r o r 11> o d o r e n G e nt einde Leib1׳ änd 1 gke 11 erheische, das; sie nicht vom Woblivollen und dem Entgegen ko m nie n der!ewetligen Per walk ung a » d e r? geartete r G e in e 1 n w e t e tt a b lt ä n g 1 g sein dürfe" Und als der ch'edner seine mit dreiviertelffündigen Anstübriiiigen mit dem dem Lay schloff, das; er ״ j e 11 e 11 ,T r 1 ed e n tv ü n s ch e, d e 1 s e i 11 e r e ck, t e W e 1 b e n u r d a » n e r h ä l t, wenn er Wahrheit und Becht zu seiner Ltüye bat", da lohnte reicher Bei'all seine ffeiffige Arbeit. ,Zu Ehren de? ffieder? erhob tickt die Persannnlung von ihren Liyen. Pon den Bichtausgetretenen waren ivenige eitchieneii. '.ffnr Herr Ztidor Dülken gab seiner louaien t^׳e sinnung beredten und anerkennenswerten Au? druck. Wenn er auch nicht aus dem Ltandpunkt der Botivendigkeit de? Austritt? stehe, so fühle er sich als rr doch denen ungleich nähet, mit denen gemeinsame Vebte und Veite» ,1,,, verbände, aus deren Prinzipien auch diese nicht Austreten den Hau? und Erziehung ansbanten, als jenen, die da? Weieb verleugnen. Es wäre ein Un recht, den Ausgetretenku, deren Getviffen sie dazu dränge, Lchwierigkeiten zu niachen. Perlöten auch die zll'ichtaustretenden viele üsechte infolge der Beffimmung des Hieseyes und der Macht der Tatsache», die Dpter seien Nein nn "Pergleich zu jenen, die die Ausgetreten zn bringen hätten, und zum Porteil für die Eiffarknng der nn? allen heiligen Lackte. Mögen der unter so günttigen Porzelchen gemeiusainen Wiikeu? und sriedseuigen Ziitaiiime״. gehen? einseyenden jungen Austrittsgemeittde reiche E!folge betckneden sein. Möge sie nie ihre Gründiiiigsvrliizlpien nn? dem Auge verlieren. ,Zeilld allem Unjüdischen und Unehrlichen, möge .-!:":1111 א«י. יא Veitffern teilt. B er11 tt, :5. Dezember. Da??torretpon denzblatt de? Zentralbilreau? für jüdische An?, tvanderungsangelegenheiten schreibt Durch die Tageszeitungen ging die Bachricht, daff in Preuffen neue Erschivernngen für den Durchzug russischer Emigranten durch minifferielle Perordnungen ein geführt tvorden seien. Diese ׳Nachricht entspricht nicht den Tatsachen. Andere Dnrchzugserschtve rungen als in den srüheren A »?gaben unsere? .fforretpondenzblntte? vergleiche ,Jahrgang l Br. ll, 4, '» enthalten sind, sind nicht erlassen worden. Dagegen sche11׳e>t die Grenzbehörden daraus hingewiesen tvorden zu sein, mehr als bisher daraus zu achten, daff nicht mittel und pafflote Buffen sich in Preuffen seffhatt machen. Berlin, B». Boventber. Da? vom Perband? für Lta tiffik der Zuden benrünoete Bureau in Berlin Halentee wirb demnächst mit Unterstützung der tffet'ellschast zur ,Förderung der Wissenschaft de? Zudentntn? eine nmsaffende Arbeit über die jüdischen ein ein den in Deutschland herausgegeben. E? tverden darin aut Olriind de? Materials, ivelches da? Butean von den Ge meindevoiffanden erhalten hat, znin erffen Male zahlenmäffige Angaben für ganz Deutschland über -Httungkeit des Gottesdienstes, Benutzung von Drgel und Ehorgesang, tiber die .ffultusbeamten, die Beffeuernngsverhältnitte, sowie über die Ägglomeration der ,Zuden gegeben werden. Man darf dem Erscheinen der Lchrin mit Zntereffe ent gegentehen.

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