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Der Israelit · 1906-11-22 · 47 (22.11.1906) · p. Seite 13

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
47 (22.11.1906)
Date
1906-11-22
Page
Seite 13 (sequence 11)
Language
German
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22־. Rovember 1906. Bitten, wird man bodi manchen Mildermigsgrnnd dafür geltend machen können." "?סס iväre ich begierig zu büren,״ unterbrach ibn erregt der Hauptmann. ein 'stibc sich ein derartiges Unrecht zu Schulden kommen läßt, so bandelt er gewiß doppelt schlecht, das will ich nicht in Abrede stelle», '?lber nebmt einmal die Eilige wie sie in 2'öirklichkcit liegen, wie man uns Juden jeden offenen, redlichen Handel erschwert und verbietet, >vie das i^csep »ns de» Beßlz von oirundttülke» untersagt und uns so von der Vantwinichafl aus schließt, wie die Handwerker und ibre Zunft uns zurückweisen, »vie der Staat uns die Beamten kartiere verschließt, wie uns also nichts übrig bleibt als der Schacher und das Geldgeschäft iiii Großen und .kleinen, wie der Z»de alle Sinne anstrengcn, früh und spät, in der fugend und im 'Jlltcv daraus bedacht fei» muß, Geld und ivieder Geld sich;11 schaffen, weil sein Besitz die -einzige Möglichkeit iff, um das Veben einigerinanen erträglich und menschenwürdig zu gestalten, überdenkt das alles, Herr Hauptiiiaun, und noch vielmebr da;»,das ich jetzt nicht alles anszählen kann, wollt ,Tlir Euch daun wundern, wenn auch ein ^nde einmal aus dem schmalen Pfad der Pflicht schivankt und dem Unrecht seinen Tribut;ollr, dem sonn iiiigestrasl die ganze Well bul digt, wollt ,Thr einen Stein — —" ״Mein '■hnut weiter, Hebräer," unterbrach ibn der Miuberbanptmanu, ״,'s!»1 babt Riecht, idi werde fitv die ,Talge das beachtenes ivar mir in!י!_• r Tat entgangen. Sagt das Huren! Herr!!, der End, zu mir gesandt bat und bittet ihn, er möge nicht schlecht desbalb von mir denken, idi werde sein Bertranen;11 cbrc» wissen und mich seiner würdig zeigen, daraus kann er sid, für alle Zeit verlassen." Mit diesen Worten erbob sid! der Hauptman», ein Zeichen, daß er die Unterredung be endigt wünschte. Er rcidiie Goldstider die Hand, dankte ibm, daß er sich der Mühe unterzogen, ib» i» dieser Abgeschiedenheit anszusnchen, um feinen Auftrag anszurichten, und vcrspradi ib»1 sedis berittene Genosse» mit aus de» Weg zu gebe», die ibn zu seinem Schutze bis zu seinem Wohnort begleiten sollten. (Hortseyung folgt. Dämon und Plsintino in der Iudengasse. דזםיג־ Arthur Kahn.!:• Nachdruck verbolkii. Berez, die Vliese,!gestalt, stand die mäd, tigen ׳?Irme an-'geffredt, wie ein Kind, das vor ׳einer Wiege betet. Er rang »ach Worten, er sudne in dem wilden Gedankenchaos midi be wegende» Ansdrüden, dodi nur ein balblaines Stammeln entrang ׳'ich seinen zitternden Rippen. Er war ja dodi nur ein ganz ungebildeter, un wissender Mensdi, der so gut wie nichts gelernt batte, aber das in großem Weh erzitternde Herz legre ihm endlich ein heißes Geber aus die Einige: ״Tn lieber, großer, gewaltiger (^ott, laß dodi mein armes Gebet in Teinen hohe» Himinel kommen und laß doch denZechiel gesund werden und nicht tterben --tu' mir's zu Ge fallen, Tu lieber, guter Gott — laß Tid, bestimmen und gib ihm eine Pesnosdielemo * Tu biß doch ein großer Arzt und kannst besser heilen als alle Toktoren;usammen erhör' mich,-hilf, rette, Vliite», Selah". Heiße, schwere Tränen, ivi? er ße seit seiner BUitter Tod nicht mehr geweint, riefelten dem nächtlichen Beter über das Antlilz. llnd wie er nun unter beftigem Schluchzen erbebte, fuhr ihm blivartig ein Gedanke durch die Seele, der audi sofort;!! einem seffen Boriay rcifre. Er erhob träneuerstidr ׳eine Stimme! ״^ch will ja gerne Montags und Tvnnerstags saffen , wenn Tu, * Bollkomnirnr Mrnrsung. '*1 Montan und Tonnerünn di-nnr,,,״.» Xaftc zur Abbaltung von ,Tosttagrn, weil an ibnrn Krim Mvrgrngoltrsdirn't dir Tbora ausgrbot'rn und dr'vndkrr Biktftrdrle grsproctirn werden. Der Israrlit Nr 47. Leite 1,1. lieber, großer Gott, den ,V'diirl ivieder gesund »׳erden läßt er ist dodi ein so guter Meu'di und mein bester ,Trennd!" Er sudite seine »׳irren Gedanken vergebens in Worte z» saßen, er preßte fest die Rippen;usammen, als erwarte er eine Antwort ans sein Gebet. Gleidi einer vom Södel gebobciien Statue ׳tand der ßi'iese beivegungslos da und bl dte narr hinaus i» die sunkelnde Steruenwelt. Tas bleiche Mondlicht strahlte geisterhaft aus ibn herab und glänzte über ׳'ein kränenübentroinkes Antlitz, auf dem ,Tlirdn. Berziidung und kindlidie Ergebiing lagerten. Und immer näher, in inrdit barer Erbabenheir, zog die ichivarze 'Wolke lang sam Hera» und zog allmäblidi einen 'duvarzen Sdileier ivie ein unermeßlidi großes Veicheinndi über das Sternenbeer. Ein heiliges (ifranen überfiel d n nnbeiveglid, Einporichauenden, ,Tnrcht und Hoffnung durdiwogte» feine wie unter einer sdiweren Van keuchende Brun. Standen die Sterne in Berbindung mit den Sdiidsale» der MenschenSollte in dieser ׳?׳acht seines ,Treundes Stern erlösdien in Grabesiiacht, ivie jept die Sterne dort oben? llnd wieder dnrdisdiürkelte ein heftiges EUanen den Veil׳ des -ffieien. ,T!» Gässchen stand im Schatten gehüllt eine dunkle Oiestalt und sab mit ersraunken Bilden den nodi immer regungslos dastehenden Ber> z an. Hahnemann war auf seinem Bund^ang in die ^»denga'se gekommen und batte 1'dion von weitem an dem massigen llnisang seinen Hausgeiw'sen >׳!ka!׳.nr. Ta mußte eiious gar Mcrkivürviges vorgekommen >'ein, ivenn der Sdiniter, der sonst pünktlidi zr> Bett zu geben pflegte, noch nach ׳??׳itternacht auf der Straße stand. ,Te(zt ivar dodi nidit die Zeit, ivo Berez mit anderen ,Tube» oft noch zu später ׳Nachtstunde, ,vie Hahnemann glaubte, den Mond anbetete. Veisen Schrittes, um von Berez nicht wahrge uommen zu werden, ivar der '?«achtwächter ins Gäßchen gesdilichen. ״Ei, ei." mnnnelte er, ״der Bere^ ffennt ja! soll das wegen des Streites mit der Schwiegertochter fein? Ad» ivas! dann slnchr er wie ein Mfm1me(tiu'ff uiid sdireit, dag die Wände beben - nein, weinen bar den Berez »och keiner gesehen." Und schärfer hinsehend nahm Hahnemann jcyt wahr, daß Berez die Vippen bewegte und langsaiii däminerle es dem Musikus und Hilfsnachtiväditer aus, daß Berez imgewohnte Haltung in dieser späten '?׳achtstunde mit ZkchielS Krankheit im Zusuiinnenhang stehen müßte. Ta mußte es um den Schneider herzlidi schlecht stellen. Ta vadte et,aas »vie inniges Mitgefühl den '?Nachtwächter, der dem Schulter herzlidi zugetan war, lroizdeni ihn dieser hausig allerdings in beffer '?lbücht durdigeplügelt batte. Unwillkürlidi zog er die Mü(ze ab und faltete die Hände und betete leiie. Habnemann haue das Gefühl, als stehe er vor Zechiels Sterbebett, der dod, am Ende and! ein Menidi ivar. Ebe sid» Berez uniwaildte, zog ׳'ich Hahnemann leite in den dunkelsten Winkel zurüd. Berez aber ging lang sameit Sdirittes und emporgericht ten Hauptes die Gasse hinaus bis vor ,'sechiels Wo nung wo er in das iveit offene ,Fenster hinansstarne. Tas kleine ,TlÜmmchen an der Tabbatluinpe blidte jeyr traulich, wie trostverheißeud in stiller Heilig feit in die nachtruhende Gaffe, wie ein Ste, »lei,׳, vom Himmel herabgei'andt, Hinei leuditend in die nmwölkleii Gemüter hoffnungsverlorener Erden kinder. Berez ivaudte sid, dem c^äßd>en zu. ׳Aus den weit offenstebenden ,TenNern von Golddiens ehemaliger 'Wohnung glaubte er einen kalten Vustzug zu verspüren, ivie ans Gräbern herauses sröitelie ihn und er ivagte »licht zu den ,'Fenstern hinauszubliden, aus denen eine iüidneilidie Tnnkeiheit Herauszuströmen sdiien. ,Thm ivar, als stehe (Koldchen in dieser schrecklichen Tunkelheit in ihren weißen Sterbcgewändern, und blicke aus dem Todenschleicr hindurch ihm ״ach, wie sie zn tun pflegte, ivenn er durchs Gaßdien ging. Unwillkürlich beschleunigte er.feine Schritte und schlug hastig die Türe hinter sid, zu, als fürchte er, die Tote folge ihm nach. Angekleidet wie er war, warf er ßch aufs Sota Es braiiste ih» in den Chreu und fein Herz schlug hörbar. Er konnte nicht ein'dilase״. Kaum ivar er in einen Halbschlaf verfallen, da war es ihm, als uife man ihn, öfter glaubte er, daß Zemand ani ,Tenster klopfte. Tas bebentete dann, daß eS mit Zedßel zu Ende gehe ilnd er an betten Sterbelager gerufen werde. Als es endlidi tagte, ging er in die Werkstatt, öffnete das Sammetsäckchen mit dem Gebetinautkl. hüllte sich nach kurzem liebet in deiiselben, legte die Gebetriemen über den linken Ar»« und Stirn und sagte, inniger und länger, ivie form sein Morgengebet Tann holte er audadnsvvll ei» großes Bndi vom Brett und blätterte durch die abgegriffenen Seiten, ans denen große, gelbe Wachstropfen, wie erstarrte Tränen hafteten. Wenn er dieses Budi ergriff, ans dein feine srommen Eltern ein Vebcn lang gebetet hakten, dann war es (hin, als sei er, ivie im Veben einst, mit ihnen vereint, und er vermeinte de» Tdcm der Mutter zu verspüren. So tat er inimer, wenn ein großes Herzleid ihn bedrückteand, an den Todestagen der Eltern, denn dieses 'Budi enthielt einen besondcri« Ab sdinitt mit ernsten religiösen Betrachtungen für Krankbeils und Todesfälle sonne für den Besudi des guten Trtes."' '?loch lagen die Gaffen int Täniniersdiein des anbrecheiiden Tages, als Berez in die Schar» gaffe ging. Aus dem niedrigen ,Tenster eines kleinen >׳auses sah Veibche» Eis heraus. Tas Asthma ließ ihn nicht sd,lasen. Erstailiit sah er Berez uäherkomuie», het!!ad, kurzem Gruß die 'Sdilliiiel suin guten Cvt ׳.׳erlangte, die Vcibchc» in Berwaßrnng hatte. n־orisev»ng folgt. >-Sorl^l1״n« iiSchlic cfito.׳ ,vricbhof. ’ dasseldr! wönlich. Haus Sr» (Livigkcn. ^ür den :tickla»1c»tcil ist die Nedaktion nicht verantwortlich: insbesondere ist rsausschliefflich Lache der Vescr, die im Neklameteil enthaltenen Empsehlunaen ritueller 4Varen oder sonstige Angaben religionsgrsetzlichen Eharakters aus ihre 2tuvcrlässi>tkeit zu prüfen. Kaiser Friedrich Quelle •>H׳r, - 0nVnl>a«׳h «t. t|. —-— .<»« »1 1<lrh( 11. Ittii 111111»tl»11111>« 1»«•»»tthpt.*• Oümtr schaler Hallt( Kurin* un׳l Wohl •Ittitnck ״!!irrh /׳זי־־וו von־ 'tt///////■ inj)0sen u. Paket em Ith kann dich!har wirklich nichi begreifea. fril2! Tn 11.11 -.ft du dich »un ichou len Lsvcher» 1uu d im׳»! Matnnh t!eru»1, Inf,! £111 die Vamt• verderbe׳, und ■uirft deines vebeus nicht froh — »uh h״d! g!l׳;'r ein verbuchend nur sachrs ־I'iiiH’l, dich vvn allen felchwerden z» b freie» «> d dir die v.benssreude ivieder zuruck z» erobern: »auf dir eine Lchachiel ,;aus ächi Lodener Mineral PafnUen: ich ftaranüere dir, da» ,Tays cichie Lodener m1׳ nllin Beschiverden schnell und gründlich aufraumen. Tie?chachirl testet X» Psg. und ist liberal! erlinlilich. tzesMllrdier ii.delim1mlMtvrüquM־ Trofna/mocher Ortgvriai, tmal^0^Tv1u>qr1Mteltru(hn^b\j&devru11q1u.alk1*\1 allt 5 W«m־u/ QtMjka^emho/niAl 60w1e IfM/la, IW^Ui/nwniB «tr. ועזי

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