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Der Israelit · 1906-11-15 · 46 (15.11.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
46 (15.11.1906)
Date
1906-11-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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fll Ein Centraiorqan lur das orthodoxe Jadgntimi fnd ijl CS88B lifrfiaief m Dr. Idnmii Ib Ifaiiz \\\ 47. Johmang. BM Sranhfurt a. M.. San ggS?! JK *» S5S3 Ter Israelit erscheint jeden Tonneritag. Abonnements: Gewöhnliche Ausgabe Mk. 1.5» vierteljährlich. HeitauSgade aus Üiinstsruckpapier Mk. 3-— vierteljährlich. Auslandspreise für di« gewöhnliche Ausgabe: Oesterreich 2 Kr., Rußland > Itnl»., England 2!->>., Amerika ü» 'Riederlande 1.2» ä.- Abonnementbei allen Postanstalte». Buchhandlungen. sowie direkt bei der Expedition, HeflanSgabe niir direkt. Inserate: 3» Pfennige für die iechSgefpaltene Eolonel-Beile: Rabatt nach Tarif. Jiiseratenannabnie 1n!r durch Haalen stein >1. Bogle.r AG. 1» tkonto bei der M. tt. Poftsparkasfe 'Wien Ho. 79005. Frankfurt a. M. und deren ,Filialen. Vonio bei dem M. Postsparkassenamt Budapest Ao. IMts£l VSiNSSSSSVVTVSVSiSV Wir bitten nnsere ungarischen Abonnenten, sich zur Erledigung der noch offenen Beträge für das IM. und IV. C.uartal littst» der bequemen Ein.zablungsweise aus unser Von»o bei dem H. Postsvarkanenamt Budape»» ')io. IM15JI su bedienen. Am 2t». er. erheben wir ois oabin nicht gedcikte Beträge ohne wettere Benachrichtigung durch Aach, nähme unter Zuschlag! der 2pesru. SSSSiSSSSSSSSlSSSiSS Der Staatsstreich der Alliance 3$raelite in Jerusalem. Bon geschätzter Seite wird 11110 flefdivicben: Die WalU des Ehacham nicht in v'\auinle111 Inu diesmal durch das Eingreifen der AllianceJsraelitc eine?form angenommen, die es nötig iiiachl, dieselbe vfsentlicti mit warnenden Worten zu besprechen. Wir schicken voraus, daß wir von der Prrsonrnsrage absehen, und unsere Worte gelten selbst für den ,'s,111. das: die 2111. vVn. durch ihr ausrcrgcwvlmliches Borgelien dein denkbar besten und gceignc sten Piann zu dem verain ivorningsvvUen Posten eines Ebachain Baschi verbolfen batte. Die indische Gemeinde in Jerusalem zähl!!!!rgesabr »chh> Serien, und es werden sowohl insolge der bcrrächtlichen Grüße der iilcinriiide. zu der eine stattliche Anzahl hervorragender Gelehrter und angesehenster Jsiinilienvnrcr gehört, als auch infolge der komplizierten inneren Berbältiiisse an das geistige, von der Regierung anerkannte Oberhaupt die grössten Ansprüche gestellt. Um diesen Ansprüchen zu genüaen. muß der ErwäbUe über leben Zweifel rrlabcne Jröninngkeit und arisgedelmtc, anerkannte talniudischc Kenntnisse bcsizren. Um dies aber beurteilen zu können, dazu fehlen den Leitern und Per tretern der 2Ü1. Jsr. alle Boraussrhungen. schon aus diesem lffrundc hätte eine solche Wahl einzig und allein der! üd >schcn Gemeinde in Jerusalem überlassen bleiben müssen. Wir glauben aber auch kaum, das? sich die;üdische ^emcindr in Pa iS. deren Verhältnisse und deren geisligr An der Alliance ssraelitc;rdensalls bekannter und -rrwandter sind als die der heiligen Stadt, es sich bieten lauen würde, daß in solcher Weise in ihre Autonom!« emgegrisien und sie eines unantastbaren Rechtes beraubt würde, wir dies die All. Jsr durch ihren Brrlreler Hern! Ante bi in Jerusalem hat tun lasien. DaS 2elbsldest>mn»1ngsrechi ,üblicher Gemeinden ist rin geheiligteS und seit Jahnausrnbcn bewährtes Prinzip, und das Einschreiten der AU. Jsr. ein unerhörter Uebergrifl, gegen den sich alle jüdischen Beinrinden der Erbe empören müßten. Und ihre» Einfluß in dieser Sache hat die AU. Jsr. nicht etwa nur zur Geivinnung hervorragender Gemeinde Mitglieder in Jerusalem nngbraucht. um durch sie ihren Kandidaten durchzudrücken, sondern sic bat das Ung'aub liche veguiigen, die Reoierungsgewalt des Pascha für ihre .sweckr in Anspruch zu nehmen, und bat die :'!״»»um» zu einer Einmisckiung i» eine rem!udischr '?lngclegenhcit veranlaßt, rin Verfahren, das dir i'.idisckie tHc >'cdichtr hundrrtsach gebraudmar kt hat. Wir sind üb-'lseugt, daß der weitaus grösste Teil der Mitglieder des 2״i. Jsr. den Leitern zu einem solchen Schritte nicht das Mandat erteilt hat, wie ivir übrigens auch glauben, daß die ganze Art und Weise, wir dir All. Jsr. ihrer Äulturausgabe int Crirnt nachkonunt, nicht den Tendenzen der Mitglieder entspricht. Allgemeine Bildung zu verbreiten und zu Ackerbau und Gewerbe zu erziehen, sind nicht Gegensühe wahrhaft ,üdischer istesinnung lind inüsien nicht durch Organe geschehen, denen solche Gesinnung voUkommen abgcht. Wenn auch den Lehrern der ׳All. Jsr, denen die srommrn Juden Palästinas berechtigteS 2 ißirauen entgegenbringen, von der ,zentrale möglichertvcisc zur Pflicht gemacht wird, in Palästina ״religiös" zu lrbeii und nicht berauszusordrrn, so versteht!eder Denkende von selbst, waS von einer solchen Jröinmigkcii zu halten ist und daß dieselbe besonders von dem kritischen Auge der Kinder bald durchschaut wird tmd nur verderbliche Holge» habe» kann. Da die AU. Jsr. nur Interesse diiran haben kann׳ daß die Juden Palästinas Juden bleiben, so dürsten auch ihre £ rganr dort nur solche Juden sein, die aus ll c b e r z e u g u n g, auch ohne Kontrakt, g e s e n e s treue Juden find. Wir haben dir Schulsrage grslrcist, weil es der Direktor der Handwerkrrschule der AU. JSr. in Jerusalem war, der auch bei der Rcubrschung der Stelle des Ehacham Baschi sicherlich nach der Direktive aus Paris") in die Wahl eingrisi und den Kandidaten der Alk. Jsr. aus den Thron hob. Wir haben da das trm!r!ge Schauspiel erlebt, daß rin Lehrer, der seinem!üdischen Minen nach vielleicht für eine jüdische Tchule in Paris, aber nickst für eine solche m Jerusalem passend wäre, von seiner Brrwaltung dazu gebraucht wurde, eineSderwlchtigsten Rechte der! üdische» Gemeindeautonomie mit Hülse der Rrgirrungsgrwalt zu beseitigen und sich dabei selbst dauernden Einfluß au»' die sesardische Gemeinde eroberte." Dieie Zuschrift bestätigt, was »vir schon vor Wochen -siehe Wochenrundschau in No. 40 und 41 dieses Jahrgangs - auf Grund unserer direkten Nachrichten aus Jerusalem gemeldet und n.it der gebotenen Reserve auch gekennzeichnet haben, ^nzwischen geben aus Jerusalem Alarmnachrichten ein, die uns zwingen, aus der Reserve heranszu treten. Was da von den verschiedensten Teilen übereinstimmend gemeldet wird, zeigt immer deut- *) Wir bezweifeln stark, daß bi: Leitung der Alliance J-raslite Herrn Anröb, zu seiner Aktion berollmöchtigt batte. D. Red. lidier, dasz Herr yiiitebi auf W 11111b feine1' Bez i e b u n gen zum (Gouverneur ein 2 di r c cf e 11 s r e g i >11 e 1! t i 1! I e r:! s a l e!1! eta bIie 11 bat, das dic Wegner ei 11 sd>üchte rn nil d die u» ilm sd>rankte Mach t in den eigeIIenHanden desAllianee Bertreters festigen soll. Ein Mann von dem unbestrittenen Ansehen des Bankiers Ba lero wird, iveil er sidi dem (Gebote seines Nad>folgers in der Ozemeindeleitung, eben dieses Herrn Ant.'-bi, nid)t fügen will, unter einem nichtigen Borwande v erhaste t und erst nad! vielen 'Bemühungen einflußreicher sz-reunde wieder sreigegeben. Oie Leitung der fephardüchen (Gemeinde wird nach einem Tvstem eingerichtet, das faktisch A»t׳'-bi zum Alleinherrscher macht, und dieser Mann fühlt sich, weil die Armen und Oledrückten nicht zu protestieren wagen, fo sehr als Herr der •Situation, dasz er sogar Bereinen gegenüber, auf die ihm i.icht der mindeste Einflusz zusteht, unter Hrohuliaen den Eensot zu spielen sidi unterfangt. Es ift die hüchfle ,^eit, dasz die Europäisch e Veit u ngde r Alliance und wir denkeu. (v,»ei vor allem a» die durch keine assimilatorische Ber gangenheit belastete deutsche onserenzge meinschaft den famosen Herrn Aut.'-bi zur Ordnung ruft, ihn vor allem zwingt, von seinem gegen Ned,t und Billigkeit eroberten Amte a l s B o r ft e h e r der s e p h a r d i s dj e 1t Weinet nbe zurüdzutreten und in -.louslan. tinovel beantragt, daß eine freie uuparteiisdie ^ieuwahl sowohl des Ehacham Bafchi nne der fepl ardifchen (s)emeindeleitung angeordnet wird. Habet möchten wir lebhaft wünsdien, dasz der Wouverneur von Jerusalem, dessen Werechkeits liebe und dessen wohlwollende (Besinnung von alle» Teilen gerühmt wird, in seiner freundichoft zu Herrn Antsbi nicht ssrveit gehe, sich weiter mit ihm zu identifizieren. Has allgemeine Bertrauen, das man von seiten der jüdiidien Bevölkerung dem Wouverneur entgegenbrlngt, bürgt eigentlich schon dafür, dasz es nur einer gründliche» Ausklärnng der Sach läge von uninteressierter Seite bedarf, um den (Gouverneur selbst zu einer Aendernng seines Ttaiidpnnttes zu veranlassen. Hie Bestätigung des Antsbt'schen Ehacham Baschi.(tandidaten soll übrigens nach Blätter- Meldungen in .(ronftantinope! versagt worden Hoffentlich bestätigt sich diese Nachricht, sodasi der BJeg zu einer Wiedereinlenkung der Berbältiiisse in geordnete Bahnen offensteht.

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