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Der Israelit · 1906-11-08 · 45 (8.11.1906) · p. Seite 13

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
45 (8.11.1906)
Date
1906-11-08
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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א. November 1906. Der ISrarlN Nr 4.'! Seite IS. eigentümlichen Aufträge? Dabei war sein ganzes Bcrmögen bereits in den Händen der Räuber und er mußte sich glücklich schätzen, wenn er nur dieses und nicht auch das Vebeii verliere, tiefes Bennögen belief sich auf etwa 0» «)א Gulden, eine Lumme, die damals einen Wert revräientierte n׳ie beute etwa der zebufachr Betrag. ׳?rm׳tsetzung folgt. Dämon rmd Phintins in der Iude«s«sse. Bvn Arthur Kahn. " Nachdruck verbokkn. "Rach einer Weile trat Selig aus die Straße. Er machte gegen die aus ihn zukoininenden Leute eine abwehrende Bewegunger Hane es eilig. Er ivollte nochmals den Polizdikommissar sprechen und dann sofort mit dein Labbat »ahm er es mcht genau — i» die Nachbarstadt, dem Sitz deS Staatsanwaltes, fahren. Inzwischen sollte der Kommissar nichts gegen Limbacher unteriiehmen, ivas dieser uinso lieber versprach, als es ihm ohnehin sehr schwer ivurde, den Mann, dessen Gastfreundschaft er so häufig genossen, nunmehr ivie einen persönlichen ,Und, Namens des (Gesetzes behandeln zu müssen. Nach dem Labbatnachliiittage Gottesdienst standen die Leute vor der Lpuagoge. Kalme Hirschnickel, der Gesühlsanwalt bei allen Gelegenheiten, hatte soeben geschworen, er werde Maier Korn, den, herzlosen ״Geldschlucker״, der die ganze Kille aus ewige Seiten mit Schimpf und Schulde bedeckt habe, Köcher in den Leib reden. Korn war aber nirgends zu sehen, er blieb wohlweislich zu Hause. Spät Nachts, es war bald zwölf Uhr, eritstieg Selig dem Bahnzug. Er sah sich nach allen Leiten lim. Außer dem Blessen, der ihn erwartete, dem Bahnpersonal imb den welligen Passagieren, lvar niemand mehr zu sehen. Er schien befriedigt. Eiiüge Stunden vorder war an der Hinter feite des Limbacherschen Hauses ein Einspänner vorgesahreb. Leise öffnete sich das Einfahrtstor, ".'Rosche Brück ließ das Pferd zurückhusen und fuhr bald daraus wieder davon. Der iveichc Lehm bodcn gab feinen Laut der cinsiiikenden Räder und Pserdchllseti zurück. An der Brücke vermochte Mosches scharf umherspähendes Auge niemand zu entdecken. Er lenkte das (befährt im scharfen Bogen ans dieselbe zu, und ivenige Minuten daraus, befand sich Limbacher aus preußischem Boden. Mit einer kleinen Summe versehen, in einen blaucit Kittel gekleidet, wie ihn die Biehhändler und Landlente zu tragen pflegen, gelangte beim nächsten Morgeiigranen Gustav mit einigen Biehhändlerti, ohne Aufsehen zu erregen über die (Grenze. Sichtlich erleichtert atmete der Polizei Kom. inissar auf, als er in der nrühc des nächsten Morgeris mit einem Berhastbeschl, nach langer fruchtloser "Rachtorschung, außer dem scheu einher gehenden und verstört aussehenden Dienstpersonal, iveder Limbacher Bater noch Lohn antreffen konnte. Bor Abend verließen die Dienstboten, Eommis und Lehrknabeu das Haus, das nun ganz abgeschloffen wie ausgestorben dalag. syast hundert Jahre lana hatte nur die Familie Limbacher, vom Urahn bis zum Enkel, drei Ge schlechter, darin geivohnt. L"er Urenkel niußte es als ein vom (besetze verfolgter s^lüchtliitg ver lasten) die letzte Lprostin der Limbacher sollte in eine fremde Welt ziehen, um von nun an ihr Brod mit Thränen zu essen. — Eine Woche daraus verlobte sich Adolf Eber stadt mit Fräulein Wächter Lpäl in der Nacht, als er einmal mit seiner Braut an Limbachers Haus vorüberkam, blieben beide, wie aus gleichem Impuls davor stehen. ״Das HauS sollten wir steigern", sagte Adolf, indem er das t^lebäude mit prüfenden Blicken de trachtete, ״gerade ivie für dich und »!ich gebaut." ״Zch will darüber mit Mama sprechen", be itüligre Fräulein Wächter, die Adolf einmal als personiflzicrte Reizlosigkeit bezeichnet hatte, nun dennoch seine Braut geworden tvar. Sie hatte seit dem Tode ihres Baters bedeutende svortschritt? in der Bildung gemacht, und kannte eine erkleckliche Anzahl Fremdwörter, die sie unrichtig aus sprach und noch unrichtiger anivandtc. Adolf sprach noch schwülstiger wie srühei, u!n tu seiner hohen Bildung 10׳» der inzivi'chen i'icht hübscher noch jünger gervordenen Braut nicht überstrahlt zu werden. Leit der Berlobung mit Adol» und dem Tode Mendels war die ,vamilie Wächter in der ungeschriebenen Rangliste der städtischen Honoratioren ivesentlich avanciert; sogar in den Eäeilienverein waren die beiden Töchter auf genommen worden. Dem Fortschritt der Menschheir aus dem endlose!« Piade der Kultur, erblühten neue Hoffnungen und der Beredlnng der ge samten Welt eröffneten sich neue Perspektiven. Manche Leute behaupteten, die ausregenden Ereigniste der letzten Zeit seien schuld daran, daß der Schneider Zechiel sich so ״sckuver gelegt" habe. Er >var gleichfalls von! Nervensieber gepackt ivorden und schien bereits nach zwei Wochen die Krankheit übersianden zu haben, als plötzlich ein Rückfall eintrat und die bislserigcn Genesungshoffnungcn rasch zu schwinden bcgönnen. Bercz hatte alle freien Stunden, deren es jetzt viele gab,!veil!vcnig Arbeit einging, dem kranken n-reund gewidniet. Ganze Nächte hatte er an seinem Bette gcivacht, den Kranken ivie ein Kind gehoben und gebettet, ohne von dem Gedanken erschreckt zu werden, daß die Krankheit tätlich enden könne. Berez, allmählig im Lause der Zähre von Zechiel zum Traum glauben übcrgesührt, halte bis zur "Stunde keine ernste Erscheinung im Schlafe gehabt, welche ein großes Ereigitis voransgesagt hätte. Ueberzeugt, daß ohne solches Traumgebilde seinem n-rennde nichts widerfahren werdet!var er, wenn auch nicht ganz sorgenfrei, nach Mitternacht von Zechiel fort und morgens in der Zrühe!vieder zu ihm gegangen. Am Nachmittag war der Arzt, gegen seine bisherige Besnchsordnung, nochmals zu Zechiel gckominen. Das »vurde von jeher bei Doktor Halbersheim für ein böses!Lmen ausgesaßt, denn bei normal verlausenden Krankheiten pflegte er die Patienten nur einmal täglich zu besuchen. Koppel, der seit er verheiratet war, öfter größere Arbeitspausen als früher machte, teilte dies seinem Bater mit, der erschrocken die Ahle niederlegte und sorteilte. Am Ansgang des Gaßchens degegncte er Mordche Woog, der ein sehr religiöser Mann!var und zu dessen Hauptliebeswerken das Besuchen der Kranken gehörte. Berez erschrack noch mehr, als Mordche nach kurzer Unterredung mit den! Arzt in Zcchiels Hans trat. Mordche Woog gehörte zu der Brudervereinignng, die hauptsächlich sich Kranken, Sterbenden und Loten widmete. An sich hätte das Erscheinen Mordches den Schuster nicht beunruhigt, wenn nicht schon seit Stunden ein andrer Ehewremann Bereins brnder) an Zcchiels Bett gesessen. Die lückenlose Ablösung der Besucher bedeutet aber etwas sehr ernstes, war für die Umgebung zugleich eine stumme Andeutung, daß der Kranke in Gefahr und nach religiöser Borschrift nicht mehr aslein gelaffen iverden durste. Zür die übrigen Brüder, deren Zahl nach einer kabbalistischen Deutung stets achtzehn betrug, war das Ablösen im Krankenbesuch ,zugleich ein Signal sich bereirzuhalten, den Kranken mit Gebeten bis an die Morte der Ewigkeit zu geleiten. Auch ohne diese Anzeichen erkannte Berez, daß Zechiels Lebenskraft zu sinken begann. Er niachte nicht wie sonst, wenn Berez eintrat, ein schwaches Zeichen mit der Hand, er wandte nicht!nchr die Augen zu ihm, sondern lag regltngSlos im Bett. Die Züge!varen verfallen, die Stirne kantig, die Nase und das Kinn spitz geworden. Entsetzt, fassungslos, starrte Berez aus das so unheimlich veränderte (Besicht; er kannte das, denn er war ja selber ein altes Mitglied der ״heiligen Bereinigung" und hatte vielmals scholl am Lager Berfcheidender gestanden. Wie e!n grell auszckckender Blitz durchfuhr Berez der Gedanke, daß Zcchiel sterben werde und er glaubte, daß ihm plötzlich das Herz stille stehe. Leine Angen glitten vom Kranken zu Woog, der mit prüfenden Blicken den Schwer kranken betrachtete. Leise flüsterte dieser dann dem neben ihm stehenden Schuster zu; ״es ist noch nicht so weit, es kann noch bis morgen dauern״, und setzte sich nieder, n!!e Zemand, der sagen null, ich kann's abivarten Nicht häusig iah man Berez an Wochentage» zuin Abcndgottesdienst gehen- Heute Nachnmtag, als er des ZrenndeS Krankenstube verlaffen und er plan׳ und ruhelos nmhergegan^'n, trieb es ihn mit unsichtbaren Gewalten der ^unagoge zu. Leiie. fast scheu, ,״«terhielten »ch die Leute über Zecknels Zustand ".Knu! Gräber hatten sich inner halb sechs Wockren auf den! uralten Zriedho» ge י ,vorttftMiii(! fiiehr nditiflo «fito.׳ Sabbat-Anfang u. Ausgang. ״n O K T: Ansanft Latum AuSgang 11 br Mm. II br Min. Frankfurt a M <׳.׳.- 1 1 w.Nov,2--' Mariti. .» t" Berlin — . 1 ״ n!1 München 1 :«» n h ,־. Ltraftburg I ■*.־> h! tu Posen f*; ft 4 .V» Breslau ״ .1 Nürnberg i I \ *־' ■ 1 1 JViir de« Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich: insbesondere ist eS ausschließlich Lache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Empfehlungen ritueller 4Varen oder sonstige An« gaben religionsgesetzlichen EharakterS ans ihre ^Zuverlässigkeit.1« prüfen. Lrand Warmer öe-imMor üqiißii/r Tramrtfnb&w Origvrvil rrserNü trialim Qxruiuiqrande fapfhnmpbietetei/njugMaurin aliP Sturähr fw wnhul iiTmhtiL Xrn^Luh 1/naiUm/tntm '.V.׳m w Ö 1־itkoi«/»c'nfv<mdL mum Kotelö, fleäitaLWwUÄ & «r!2> 1 M €kre, gnädige fm — «r impiniRiiltmUtt's r l׳»rwr»d<! um1)10) ״ der bitter 1>t1!»tltt11dt1l uuboiif nur nocki v\ א\ 1.1 ich habe jetzt keinen Tag, an dem ich nicht wenigilen» mein » Tob. Schacht. Aar«» ächte Lodcnrr Mt eral-Pastille» v.rkauj«. Die sind eben so-vieisoch erprobt, kah die Leute immer auch des Erfolge» aewih sind. Ich >׳ lbst nehme, obgleich ich al» Apotheker doch die Wahl unter den Mitteln habe, ft t# nur Aon« ächte Lodener, wenn ich miv ׳ rkäl e: habe und darum id n weih ich seldsi, wie au»ge;eichnet die k.> inen Tinger wirken. Hier eine Lchachtel! 86 Psg.- danke sehr. (MW SiQHiid Silier, fraiktirt a. M.. —■ Statt• itr An «8g« ■■4 Palatots billigst. ■■■״״ —

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