Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 44 (1.11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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1. Avvciiibcr 190K. Spei'Mt'eve geboren doch wobl sicherlich;1, den grimdlegendcn Gesehen in, ,Tudenti»»' Unter der ^ortteberschaft des sei. Herrn G1״np;׳;p hätte ivvhl kein 1(י ahbiitev es gewagt, sich als ״Priester" z» gerieren und hätte mahl mich fein Mitglied der Gemeinde geglaubt, dos; seine Seligkeit davon abhinge, ob ein Cnmt bei seiner Beerdigling ,;innere oder nicht. Bicht ,veil die Umgebung ri-tgsnin eine Hierarchie in t «Geistlichen an de; 2PU?«־ besipt, darnin müsse» auch 1v,r an den ״geistigen Erzeugnissen dersTreniden unser »;;״־ üge haben." Menu die ,Tordernng rückschrittlich zu ,'ein der ganze ,';»halt der von den Anhängern einer ^n׳an^sorqani,0tion gesorderten ״Kavität in, dann freilich fehlen »ns die Morte znin Ansdrnck nnscres Erstaunens. Menn man »;au; eigentlich riiv Trennung von Staat und .<r,,che iväre, da man selbst sich im Vebeit von der Beligion nicht behelligen lägt, aber nur desbalb dir von, Staat getrennte Snnagoge an ihn wieder fetten will, weil auch die anderen Monfefiiotien diele ,Tenel trage», dann gebt das Paritätsget'ühl ai!s lanie; Vie'be znin 'Uittlcibeii doch etwas sein weit. Tas grenzt schon lnehr an die indische Sitte, nach der die ,Tranen sich verbrennen lauen, uh־»» der Mann geitmben in. könnte die ,T>>dengeseb gebnng nicht gerade in, «Gegenteil Muner sein aus dein Mege zur Trennnng von Staat und flirche, die doch and, Mendeissvl»! besü;׳wertet haty Men» etwas a» der ^udengesevgebnng zu andern iväre, nnn wobl, so soll man statt ,Tanatisinns des tliadifalismns zu üben, in Mirk lidikeit den T'iberalismiis an den Tag legen, als denen Vertreter inai, snh so gern anispielt. Aber "iberalisnins fordert Gerechtigkeit und Billigkeit, Viberalisniiis toleriert, Vibexali: mitever'dnnäht «s'cwalt und Madmn1s;bra11d1, will feinen T;nck ansnben und höhnt nidit. Dann!eil ruan an Stelle des Treiklassen Mahlslistems in A'eligions (>kn1einden das allgemeine ־Mahlrecht einsnbren. Sa könnte man von den ״abgeiplitterte»" Gemeinden noch viel Viberalisinns lernen. Tie ״abgesplitterten" Genieinden teven die General vrrsaniinlnngen an Stelle der Oligarchie und Plntokratie. Sie besteuern nidit die Beligion, ne verlangen nur freiwillige Beiträge. ,T» ihnen waltet keilte ־Millkür. Meder den! Borna»d noch dein Babbiner in eine nngemessene Mad>t ac׳ geben. Hie Benignis beider nnrd vom Gn-iep begrenzt, beberrscht. Menn sid! jeniand über die ,Tndkiiget'krgebnng ans der;^eit vor dem L׳s. nli 1<S7«> zu beklagen hätte, bann wäre es höchstens die Srtbodorie. Allerdings weniger über das Gesev von I *17 als über seine Handbabnng. Tenn iväre and, nur eininal der leine Sap des 5:‘> angewendet worden, dann hätte die Besorm t'i;ch ivobl über׳ legt i» immer mebr (Gemeinden die Saat der Zwietracht z,i itreilen. Aber leider blieb die Bestinlinnng nur ans dem Papier: ״^"ilieidi haben dieielben «.die Miniiter »nt Aiisschlnt; des Pednsweges zu bestinimen, weldier Teil int Benv der vorhandenen >;nltnsei>1richli1ngen und des Bernivgens der Smtagogengeineinde verbleibt." Mie wäre es, weiiit die ״abgesplittertcn" Ge nieinden eininal ihre ,Tordernngen geltend niaditen »nd ausier ihren; Bermögcn die Ltistnngen forderten» die in dem guten Glaube», dieselben einer orthvdoren Berivaltiing übergeben zu haben, von den einstigen Erblassern vermacht wurden y Tas hkien von 1*47 hat seine Mängel, aber gegenüber einer Zwangsorganisation verdient es tausendsadieit Borzug.' Eine Einheit existiert nicht, darnm kann and> keine Einigkeit herrschen — lind geivis; keine erzwungene. Mag man »nmerhin organisieren — aber sreiwi l l i g. Tie Besorin für sich und wir fftr uns. Möchte dte ״srreie Bereinigung für die ,Tuteresien des orthvdoren ^ttdentitms" dei; rechten Zeitpunkt ertasseu und mit den bereits bestehenden Bereinen nt den einzelnen Provinzen gemeinsam eine ' leiwillige orthodoxe Organisation anbahnen. לנדרי £י*\ ולודזזי־ר עטיה ל־הני Tn;Urartit. Sainots di i n , "4. Oktober. Ein hiesiger jüdischer >;ans»1ann wurde als selige zu einer S di öffen geridi t sve r han dl it n g in M., 7 Kilometer von hier entsernt, geladen, die am Sdimini azerctl> anberaunit war. ־.'Ins eine ntündlidie Borstellnng des Mengen, den Termin;;׳egen des ,Tentages verlegen zu wollen, er hielt derselbe seitens des Amtsrichters einen ab lehnenden Besdieid unter dem Hiiilvet'e, das; wir in kineni christlichen Staate leben Her 'Tenge riditete hiergegen eine ־Besdnverde an das >igl Vandgericht in Sdi. Hieraus ging solgender ־Be sdiliu; ein: , ־Be»»hln>;: ,Tu der Strafsache gegen den Arbeiter ־.;?־?;. wegen >iörperverle1«ut:g. ivird die ־Besdnveide des >ia»s»1a»ns M. in S. gegen den niündlichen Bescheid des Amtsrichters in M., das; er die Aiif'hebnng des Termins ablehne, ui; b e gr ü » det eradftet. Tas >tgl. Aintsgeiidit in M. hat die erforderlichen Masmahinen zu tressen. E-ründe: Tas ok'ndi des >ra!!s!nanns M, von der Berpfliditung;tut« Ersdr.inen als ־ienge a!n!1. Tttobcr 1'.««i entbnnden zu werden, ersdieint begründet, da ans die religiösen Anschauungen des einzelnen »adi Möglidikeit di'iickt'nht zu nehmen ist. Eine ־Berüdsiditigiing des «׳iesinhes ersdieint nni-.mgängig. zumal haung Teinniie mit Bückndit ans persönliche Berhältnine einzelner Zeugen, and, im Hinblick a»s rein pekuniäre Sdiädignngen ans gehoben und verlegt werden." >iarlsr1the, .">«>. Cftobe;. Tnrd, das von den l'aiibüäiibni angenoininei.e bis jetzt »od> nicht verkündete neue Get'ep über die >ind!en steuern er'äbrt der Austritt ans einer der an erkannten Beligionsgktellsd1a»'ten iitfofet 1t eine Er leiditernng, als danadi die Xirdienstenern nidit wehr wie bisher zn׳״i To ine loiideni nur ein ,Tahr nad! erfolgtem ־.'lnstritt weiter bezahlt werden müssen. Ta zu den hier in ־Bet;ack;k koininenden dieligionsgenieinsdiasten audi die jüdi sck,e gehört, 0׳ gilt die־;׳ Erleid,terniig and, tür diejenigen Personen, die etwa nad, dem Bei spiel der >;arlsrul,er dieligionsgesell'diast ihren z'lnstritt aus dem badisd, n ,Tndeiituni erklären. Breslau, Tktob. Tie diepräsentanten Versammlung er hiesigen israelitisdie» «׳«־eineinde hatte bekanntlid, vor einiger ,׳zeit deit Beidilns; geiasn, die ־z iiftten von '."t» I<':><> Mk. von der «4emeindeste>v r zu besreien. T;;mit hätten über -i«»«> Mitglieder, die faft iämtlid, konservativ wählen, ihr Mahlrecht eingebiint und die ״liberale" päeincindeleitung wäre einen ansehnlidien Teil ihrer Opposition ans billige Mei e losgeworden. Ter Beschlus; der :>>ep, äsen tauten begegnete aber vielseitigem hestigem Midernand 11nd der ״Bercin zur ,Tördernng der ,Tiiterenen der Siniagogcn gemeinde Breslau" iorderte den Bornand ans den Beidilns; in der Meiie abznändern, das; die von der Steuer Beirciten dod, in irgend einer B eise ihr Mahlrecht beibehaltrn könnten. ,Tw andereit ,Toll!;־;׳;de inan sid, bcsd,werd;׳s>"1h;׳end an den ch'cgicrnngsprändentcn ivenden. Biininel,;׳ ver sendet der betr. Borstand an die t^eineindeinit glirder solgendes Sd,reiben: ״Mir benadniditigeit Sie hierdnrdi, das; wir in Uebereiustiinninng mit der.Pepräsentanten Brrsamnilung beschlossen haben, diejenigen «>ien1eindemitglieder, ivelche nad, einem Elnkoninien von mehr als,.mm»—► Mark zur Sraatscinkoiiiinenstcner veranlagt sind, von der Zahlung der «^emetndebeinäge vom l.Äpril 11•*»»; ab zu befreien. Bach $ 1 **,;,Ibiafc •J unterer Statuten sind die von Zahlung von Beiträgen zur Shnagogen Gemeinde befvetten «;kineindemit glieder zur M,^1 0^1 Bepräsentanteti berechtigt, soseru sie aus ihre Stenersreiheit verzichten und >־i ,Tahre hindurch zu ־Abgaben herangezogen ivorden sind. Mit Rücksicht hieraus stellen wir ,Thnen salls Sie durch Zahlung der i^emetndebciträge ,Th;׳ Mahlrecht erhalten wollen — anheim, unS eine entsprechende schriftliche Erklärung bis zum 15. Bovember er. zilgehen zu lassen." Mejierreicti. Brünn, B». Oktober. Eine interessante Episode spielte sich jüngst vor dem Bezirksaericht ab. Ter B chker ordnete in einem Nechtttreite, Seite 7 It. in welchen, die jüdisdien ־?ldvokaten Tr. tCtto ch'eismian.i und Tr. Heinrid, Ehtmann die P«;r teienvertrete; ivaren, eine Streitverhandlnng an. Beim Tnichblätter» des .Kalendariums bemerkt.־ er, das; der September ein geeigneter Tag iväre, er erklärte jedodi, da»'; er mit Rücksicht an» den Bertohnnngstag die Berhaiidlung mck,t aus diesen Tag anordnen iverde. Tie beiden Par teienvertrete; sdiänite» nd, >edod, de» Ansdein zu envecken, das; ne ,;uden »ind. »nd ein ,;־der von ihnen erlläite, bl;׳»'; liödi'teiis an»' Mnindi des Herrn ״.Kollegen" von der ־Berhandliiiig am ־Bert'öhnnngslage abznsehen. Als hieran» der Berhaudlungsriditcr hervorhol׳, das; es feiner Meinnng nad, die grösne ־Blasphemie iväre am Bertölinnngstage zn verhandeln, replizierte Tr. Ehrinann, der Bertrete; der >!»ltnsg;־m;־inden ־Brün», Eibent'dnh und Mnttib im Beziikssdinl rate des politl'dien ־Bezirkes ־Brünn : ־״Bor Geridit stehen, in and, etne heilige Sache." ' ' .׳i 1 e >v, J't. Cktobe>. Bor einigen Tagen be »'ndne ein ־Bevollinädnigter des Hauses 011, td!ii d, »rx־;; August;־ ־Bangard, unter anderen Städten and, >!!;׳!;!. Ter ׳!!'edaktenr der ״>'ie!v. Torg. «־־iazetta" hatte bei die»';־; Gelegenheit eine llnterrediing mit Herrn ־Bangard. Ter ^iveck »'einer t>,';־;'««־ i»'t, d 1 e ,dage d־er ,Tuben in B n s;Inn b; 11 ׳t nd 1 e;־e 11. ״Sie werden hier t'idierlid, keine sehr einladenden Bilder zu sehen befominen," 1»od!n־ der ,Tonrnalist Herrn Baugard ״tchoneud״ ailsiNtikiain. ״,Tcki bin daraus vor bereitet!" antivorteie Bangaid. ״Es nt n»!nöglidi, die Augen zu vers;i,lies;;׳» und die bittere Malnheit betresss der künt'tigen ־»״>lleid,bered, tigui'g" nidit zu sehen . . . .Tck, nun; ,;«>»>־» tagen, id, sehe keine Hossn> 1 ngsberedit>gnng »'»;׳ die ,;nden, sogar täi de!׳! ,Tal!׳ dag man »,!!;־>! er lanben wird, i ganz Biis-land zu wohnen. ־Blid, interenieien haupnädilid, die Arbeiten der .Xolonisationskoinitees der nordive lidien P4onverneinents, und id, habe den Anstrag, diese Arbeiten eingehend zu studieren. Tie süd we>'tlid,en «,»;niveliiemnits iverden zu demselben zTweck ,in nädisten Monate von einem anderen Svezialbevollmäd'tigten herein werden. Tos ganze gesammelte Matertal ivird dann dem Hante Botht'diild übermittelt!verdenk das Haupt des Hant'es diotlnduld betagt nd, jrpt ei gehend mit der ,Trage einer grogangelegte», sr,srei11at!sd>n>,!üditd,;־» Moloni’atton." ^vanl1x־1־idj. Aus flem pariier öemeinöeleben. Ä'o» inner;»» Nvrrr׳p;׳nden>rn. Paris >^t. Skt. «Lettern Abend »and in der Snnagoge der ru<; C«d1-t eine Generalversammlung statt, welche die «'iründiing einer den Barnen ״Adas; ,Teremi" t'ührenden Beligionsget'ellt'chast zum ׳',wecke haben tollte. Ein vom Babbiner nnd Bort'tand ausgear beitete; Statntenentivnrs wurde nad, hektiger Tebattc von der Majorität der Anwesenden angenoinnieu. beider madne der Berlanf der Sivnng dem ־Barnen ״Adas; ,Tereiin" keine Ehre. Mohl it't in den Statuten die Bede vom .Eultus und von den such an ihn anreiheitden ,Tnttitutionen, aber zu einer genaueren Tennition, ivelches die Anstalten »ein seilen, deren Erhaltung Pflicht der Beligionsgesellt'chast ist, dazu konnte man nd; nicht verstehen. Ein Antrag, das; die niesellschast die lleberwachnng oder Unter haltung von 2ד־טה-und.ט^רד »'tatiitengemäg übernehmen müsse, wurde abgelehnt. Ebenso wurde der beantragte AuSschlns; solcher Mitglieder aus dem Borstand, die öft'entlid, ,טיי־^ד et'fcn, am הבה Geschäfte öffentlich betreiben oder öffentlich die sTundameiualprinzipien des überlieferten ,T"dentums verleugnen, unter dein Hohngelächter der Majorität der ״^ereun" abgelechnt. ״Wir sind hier nicht in Urankfurl", meinte der Bize Präsident der Talmud-Thora-Ehewra. fTerner wurde der Antrag abgelechnt, dasi der-