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Der Israelit · 1906-10-25 · 43 (25.10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
43 (25.10.1906)
Date
1906-10-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ein Centralorgan tur das orfhofoxe Judgnfiufl üf(UI /j BMaea Ic!rfl1let m Dr. Lekuii 11 dbiaz Fag=1 47. Jahrgang. Sranhfurf a. M.. 9en 25. Ohrober 1906. 6. Cheicbman 5667. «I 'S זי־* M *a. I er ,'macht tricbciui icbci! £01meniufl. Abonnnnrnts: (Urwäbnlube «usqabk I..V) Ptfriflidhrh*. \vftnu«qobf auf #1mflSnt<!»>at>if1 •H.’f. X— >׳<׳Nsl!Sbr!!!i!.!2;!»!a!-d-v:c!sr für sic acwöbulickc AuSqabc: C'cft€1־vei1i! 2 Kr., 'HunlanS I >!!!>-., Enqiaud 2 i!., Amerika .'>>» »-!,»., -ncocriaiioc i.si n.i -ibouiicuic»»- bei alleu Poüaiislalle», tluchbaubluiiqc», fowie brrck» bei ber ikrpedition, Hcftausqabc nur direkt, Hnscrate: 3«» Pfeuiiiqe für die fechsaeipaltene 2v>r»1cl,׳tciic: Naball nach Tarif, .tlncratciraiiiiabnic mir durch vaafeiisleiii u. Boale^r Ai». in Santo bei der X. kr. Postjparkaffe Toieu Ko. 7i»iii»r». Frankfurt a. M. und deren sUlialen. Vsnta dri dem H. Poitfpnrkanrnam« -ludapef« 'Jla. IHI'ZI Wir bitten um u »ngehende Einsendung ber 1n׳ch rückständigen B b o n n e in c n t * b c t x ä ge iür das III. imb IV. C.uai'tol. Die 0111 1. November noch offen stebeiiden Beträge werden ohne weitere Benadirichtigung unter Anschlag der Kotten durch?! achna l> in e erhoben. Veilsg 9e8 ,.3sra2!!t“, 5. m. b. f). ^iiir Be«n»e»nlichkeit «nscrer Afvnnenten in ^etterreich-ttngarn haben wir bei der K. K. Portsparkassc Wik» iCto. No. und bei dem K Postfparkajsenamt Budapest (Cto -No. 1 גי i> ein Conto errichtet und b ttcn. sich desselben bedienen ,zu wollen. lüerdc zum Segen! Homo homir.i!spus, einer dein lindern ein Wolf, jeder einzelne außer Zusammenhang »nt dein Bll, das ihn ningibt und in nngettörter Einfamfeit auf sich und die Lebensmittel nnd Lebeno inäglichkeiten lingewiefen, die er in der eigenen Prüft verschließt und von seinem Nebeiiinenschen nickt fordcril kann, weil dieser mit seiner eigenen Welt so ausschließlich besaßt ist, daß er schon ans Mangel an Zeit jedem fremden Eindringling barsch die Türe weist, — so stellt sich dem un befangenen Blick das Leben dar, wenn es von einen, über alles Menschentnm erhabenen Gesetz, iuk' es die Menschheit nur von Gotteshand ent gegennimmt, nicht geregelt wird. Der einzelne in feine Privatarche eingesponnen nnd nur dann durch eine schmale Lücke über die Wasser spähend, wenn von außen eine Förderung eigenen Wohls Mid Glücks selbstsüchtig erhofft w rden kann, -^anst aber nur für den engeir Kreis privater Lebensinteressen gesorgt nnd gleirhgiltig vorbei gestreift an allein, >vas des?urchvarn Heil be ttits:, des 'Nachbarn häusliches nnd Lebensglück fii »ördern geeignet iväre. Wer die Natur benachtet, ,vie sie in sich selbst beruhend in stolzer Leldttgenügsamkeit ein Leben der Eigenliebe, des Egoismus lebt, nach festen Gesehen schasst und crbälr und keiner anderen Weisung, nur der, d!r ׳n ihrer inneren Struktur verborgen ist, folgt nnd nachlebt, iver die Gesellschast geht, ivie sie als eine nngreisbare Totalität jedes Einzelne in sich nnisaßt und zum Volk, znr?!ation geworden, jedes individuelle Eigenstreben zerstört oder i» ihren .Knechtdienst zivingt, der fühlt sich einsam inid verlassen und lngt vergebens nach einem scsten Halt, der ihn aus dein iineiitivirrbarcil Labnrinth zusammen und ineiiiander arbeitender Gesamtheitsinteressen, deren Gewalt ihn zivingt und drückt, entitthrte. Zn dieser Einsamkeit, in dieser Verlassenheit Mid in diesem Bnn!ch!e!b»tana?n;!efensein steckt aber zugleich auch ein Motiv, das den! ein;einen stolz den 'Nacken hebt nnd nnt Selbstbeivnßtsein die Brust erfüllt. Bus Zurcht, an der Voll kommcnheit, die jeder in v. -׳׳ engen Gebiete seines Wirkens erreichen kann, etwas zu versehle״ und altruistischen Trieben folgend die Vollendung d«-, eigenen Arbeit z» verianmen, »aßt ein Zeder nur noch fester ans dem Punkte Posto, wohin das Schicksal ihn gestellt, und glaubt sich an seinem Teuersten, an seinem Lebensglück, an Zannlle und seinen spätesten Enkel» zu versündigen, wenn er der schivacheri Gewissensstinnne folgte, die ihn ständig mahnt, daß ans dieser Welt nicht gut sei, allein zu stehen nnd in die Liebe des eigenen Selbst restlos anszugehen. Sein Bernnnftbesih und seine Berstandeskrast sind die Verführer des Menschen, die ihn, wenn er in die Welt, die Gesellschaft als soziales Zn dividunm untcrtauchen möchte, sachte au» sich selbst, in den stillen, angeborenen Kreis seiner egoistisch natürlichen Betätigung zurückführen. Sv zerfällt dem Zchmenschen die Welt nach dem theoretischen Bilde der Leibni,;scheu Monaden lehre — in eine Bielheir von Welten, die nicht in ihrem natürlichen Berhältnis zu einander, sondern nur durch strammes Zusanlmeusassen ab seiten künstlicher Schließkelten eine — ach so oft erzwungene Einheit bilden. Nicht »veil er ein in kindlichem Pflichtgehorsam bereits ihm ancrzogenes Sol lei» in sich verspürt, schließt sich ohne Gott und göttliches Gesetz — der Mensch an den andern, sondern »veil ein Befriedigung heischendes Wollen, eine altrnistisch überzuckerte Zchdegierde ihn dazu stachelt, entsteht die polizeilich reglementierte Gesellsckatt, der gesetzlich geregelte Staat. Die Willkür zer stört ihn, »veil ihn ein menschliches Zürguthalten baut. Dbivohl er als lupus sich geboren wähnt, stirbt der Mensch, weil nilr so »ein Leben kein vergebliches, als den-. Homo homiri deus ist eine menschliche Satzung, entstanden au» dem Wege oppottunistischer Korrektur aus Homo horoini!apuö, wclchcs einer icifrmi Menschheit aus einer höheren Stute sozialen Berständnisses so fürchter lich, io unerträglich in die Dhren gellte, daß die schleunigste Reniednr ein unumgängliches Gebot der Klugheit, de! Eigenliebe erschien. Zedock! Reineduren geht es zuweilen une dem Mohr, der seine Schuldigkeit getan, und »venu man ohne ihn auskoinint, »einer Wege gehen muß. Sie »verden beseitigt, der StaatSverschlnß gelockert, die Bande gestreift, ivenn der große, starke Mensch erivachl und »nit inächligeni Dröhnen über die Erde schreitend, die territorialen Grenze!» ver schiebt nnd die Bölker seiner >1ne,-sät»lichen Herrsch und Ruhmbegierde in den iveirgröstneten Rachen schiebt. Was wird be! einer solchen Wendung ans dem Staatsverband, den» Bölkerfrieden, dem Menschenglück, den schönen Worlen von lupu» »nid du» und dein ganzen Brei von .Humanität und'Moral, von Sittlichkeit nnd Menschenwürde L Wae» daraus »vird > Ke.ilünensutter und Blut lachen, i'uiü Earsar lach» sich nrs Zanstchen. Eines sremden Zndividilliins zur Erlangung einer sichere» Po»it!o!r in! Bll bedarf der Einzelne nicht. Dafür strebt er aber mit Umgehung seiner Konkurrenten zu einem uninittelbaren Bnschluß air die große?!ährerin und Erhalterin seines Daseins, die?!atnr, zu kommen. Zhrer völlig oder auch nur halb»vegs zu entraten, ist »»icht »nöglich irnd nudcnkbar. Ans ihr ihuiimt das gropc Wollen, die große Besriedigniig, das ihn treibt nnd nach der er jagt. Sie selbst »vanet spröde, daß in angestrengtem Liebesdienst der Einzelne sich ihres Besitzes »vürdig mache nnd mit vollkonnnener Busbilbun^ aller »einer ttüaben fähig »verde, als »vürdiger ^ohn der alles be lebenden nnd erhaltenden?!atur sich über das Gemeine, den vernnn»tlosen Dienerkreis zu er heben. Und um dieses beglückende B^-Hältilis herziistellen, dazu wählen die Menschen »ehr ver schiedene Wege, die nicht immer parallel, oft in recht erheblich gegensätzlicher Distanz verlauseil. Da in in erster Reihe der Weg des spekul a t i v en V c r st ä n d n i ss es von Welt und Leben, au»' welchem die Eineil zum Ziel gelangen »vollen. Und dieser L6eg beginnt gar »ruh, schon im ersten Morgendätnmern der erlvachenden, noch traumhaft im?!edel versdnvommenen Bernunst, über dereir Busgiebigkeit und 'Benvendbarkeit erst sehr spät die ersten kritischen Ztveisel rege »verden. Großes, imvoilierendes, beglückendes uild — verkehrtes, absurdes wird hier geleistet. Bus uilscheinbarcm Stoff, aus einem zuckenden l^edankenblitz, und erhellte er auch nur notdürftig die dunkle .Herzenskammer eines einsainen Denkers, ein Univcrsuin, eine tRisellschaft, ein Staat erbaut und von diesein Universum, dieser Gesellschaft, diesen, Staat vrr langt, daß sie lebensfähig seien und alles in sich bergen was nötig sei, das Verständnis der ein-

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