Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 40 (3.10.1906)
- Date
- 1906-10-03
- Page
- Seite 5 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Odesa 1× ep/1000834
- Safed 1× ep/1046078
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Die jüdische Kolonisation Palästinas. Von ProffMor Dr. 0. Warburg. Die jüdische Kolonisation in Palästina hat. trotzdem sie erst!882, U Jahre nach der Einwanderung der Templer beganndoch schon recht bedeutende Dimensionen angenommen. und es ist zweitellos, dass sie dem Lande im Laufe der Jahre ein völlig anderes Aussehen ״eben wird. Wenngleich vorläufig noch die über wie gende Mehrheit der in Palästina lebenden Juden die wenigen grösseren Städte bewohnt• indem von den dort wohnenden 60—80 000 Juden je nach den verschiedenen Schätzungen in Jerusa* lern 28— 41 000. in Safed 7—13000־. in Jaffa 3 —10 000, in Tiherias 6600 — 7000 Juden wohnen, über 1000 noch in Hebron und Haifa, so ist doch die landwiithsehaftliche Bevölkerung in stetigem Steigen begriffen und wird in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach in beschleunigtem .Masse zunehmen, sowohl durch Lin Wanderung voa Osteuropa aus, als auch besonders durch Abwanderung aus den ül erfüllten Städten. Momentan giebt es ca 27 jüdische Dörfei in Palästina mit über 5200 Einwohnern, ausserdem sind aber acht grössere Landkomplexe voi banden, die zur Gründung neuer Kolonien verwendet werden sollen, sowie sechs kleinere Besitzungen, grössten!!!?!!!- Orange״• gärten. Mehr ahdie Hälfte der Kolonisten lebt vom Weinbau, der Rest vom Getreidebau, während die bedeutenden Haumptlanzungen der verschiedensten Art erst jetzt allmählich in die Periode der Produktion treten. Man berechuete im Jahre 1902 das Getreideland auf ca. 13000 ha, das Weinland auf 2500 ha die Baumptlanz ungen incl. der < »rrangengärte» auf 1400 ha; dazu kommen noch ca. 20 000 ha Weide- und Brachland, das zum grössten Theil au» verschiedenen Gründen erst für später anzulegende Dörfer in Betracht kommen kann. Durch neue Käufe hat sich der Besitz wieder um einige Tausend Hektar — meist Ackerboden — vergrösser!, so dass man jetzt den jüdischen Gesammtbesitz auf 40 000 ha Land schätzen kann. Die Kolonisten verfügten 1902 über 1260 Gebäude, 5000 Stück Vieh, darunter 1545 Ochsen, 1141 Kühe. Doch sind die Aufstellungen durchaus unvollständig, und auch hier ist in der letzten Zeit eine bedeutende Vermehrung zu verzeichnen. Nach den neueren Berichten entwickeln sich fast alle Kolonien in günstiger Weise, nur wenige derselben bedürfen noch *ח öderer i '!!»er Stützungen, viele Kolonisten zahlen auch schon regelmässig ihre Zinsen und Amortisations1|U0ten. Die Auswanderung von Juden aus Palästina, die infolge von Arbeitslosigkeit statttand, berührte die Kolonien nur in geringem Masse und diente zugleich mit der Vertheilung der überschüssigen Arbeitskräfte auf neue Ansiedelungen zur Sanierung der alten Kolonien Nach dem Berichte des Agronomen > »ettiuger. der von der י how־t w e-Zi on-G e>e 11schuft in Odessa zur Lntersurhung der I.-g- Je!• jüdischen Kolonien im Jahre 1992 ausgcsandt war. erwerben die genügend installierten Baueriifamilien in Palästina mehr als die schon seit vielen Jahren nicht weiter nute!stutzten jüdischen Kolonisten in Südni-slan-l und auch die Gesanimtsumine der Abgaben soll in Palästina geringer sein als in Russland. i »as Hauptprodukt der jüdischen Kolonien ist, wie oben erwähnt, der Wein, der in mehr als der Hälfte sämmtlicher Kolonien gebaut wird. Die Produktion betrug 1901 32 000 hl, 1902 46 000 111 unJ 19"3 ca 60 000 hl theils sind cs Süssweiiic. 1 ״«! Portwein und .Maiaga. theils herbe Weine, ihrem Charakter nach entweder bordeauartig oder dem rotlien und weisen Bingunder entsprechend. Auch Kognac wild jetzt vielfach in den Kolonien hergestellt, namentlich in solchen, die fernab von den Kellern liegen. Die beiden Hauptkeller. früher Baron Ldmund von Rothschild, jetzt der von ihm eiligesetzten Palästinakommission der Jewish Coloniziation Association gehörend befinden sich in Rischon T Zion und Sichron-Jaakob und können zusammen etwa 60 000 >,I Wein fassen; in dem Keller von Rischon 1' Zion sind ca. 43 Arbeiter beschäftigt, zur Zeit der Weinlese sogar 75 — 80. Der Wein geht grösstentheils nach Hamburg, wo die Weingesellschaft Eliadali in» Freihafen ein grosses [>ager hat. Von hier wird der Wein hauptsächlich nach England verkauft, vielfach aber auch nach Frankfurt und anderen deutschen Plätzen, sowie nach Nordeuropa. Da der Wein schwer ist — enthält er doch 11 —13•/, Alkohol —, viel Extraktivstoff besitzt, dagegen wenig Säure und Aroma, so eignet er sich vorzüglich zur Mischung mit dem leichten aromatischen, sauren Weine des Weinbaugrenzgebietes in Deutschland. Man bezeichnet ihn demnach als sog.