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Der Israelit · 1906-10-03 · 40 (3.10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
40 (3.10.1906)
Date
1906-10-03
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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'Herein der jüdischen Velircr der Rabl» nntsbezirke (<niden-^ldenburn-'-Hreinen. E i 1! l a b u 11 g;11 Per 1.,.־Jcmtiifl, Pcn יי. Cftfllwr P. ch. V0n!11ttfld8 11 Uhr•;iiifitiPrn itnttmiPoiiPcn; tu 1׳ i 1111 b \ 11■ >111; i fl ft r 11 M u 1t 11׳ r 1׳ n? a «e 8 0 r P 111! 1! >t: 1.;׳cliunolif: Boriidiiiifli'ii;11111 Utbtr<ftM11(A8uutcrr1,11tc. vm ('> p i P י dun i P t?diitciihflrfl. Bcflrünuiifl. '■Jionduov'uutuufl utiP?Kcdmutifloflblflflf. :י•?er;Kdiflionsuiitcrrulit in beit ,־vififllfltmeuiPrn. wir tl 1 e i 11 ׳.»Jorbrit. I. B>׳׳vr>111111<׳fl ciuiflfr 1101U'v>11nn1n1c1 Budirr für D1־u odion lifl'r. Uiitevritfat. »m V a >11 m >1 n 11 '•!vtttnuiiiP. ."1. ÄtatutfiiaiiPfvuiifl. 1i. Por׳kfl»P81vflkl und ix;abl cinoP Tdfflitrtrn m Peit In'n'taiiP Pcs BimPcs fl. i. 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Jeder .'Jenner der Ge schichte weist, daN unser Bolk von Haus aus, so ton^c es noch im Besitz seines Landes war, dem Ackerbau und der Biehzuchr mit gro׳ em Eifer und mit noch größerem Geschick obgelegen hat, sodaft Palästina noch zur ׳^eit, als die Römer es eroberkeil, in Wirklichkeit ein Land war, 1» dem ״Milch und Honig flosz" »ud viele Benim mungen der Mischnah zeigen, mit welcher Sorgfalt der Anbau des Bodens geschah. Ebenso bekannt ist es, dasz sich unsere bervorfagendsten Geistessürtten intt Borliebe dem Ackerbau sowohl als allch dem Handwerk widmeten, um sich rmd ihre Familie zu ernähren. Und warum denn allch nicht? Wird ja doch schon bei der Erzählung von der B»te1,schvvfung die Arbeit als der Berus des Menschen darge »teilt, ivie es heint .'"יט>^ was k^otr enckiassen, das toll der Meinch durch ieitie Arbeit »ortenkivickeln und einer immer höheren Stufe der Entwicklung entgegenführen Und als Gott dem Pi'ensche» im Paradiese ׳'eine Wohnung angewiesen, da sollte er dort!licht 111»ן!ו;י ver weilen, wie es heiszr;ע:־י. יייטטיר';-y;בג r־r. Unsere Erzväter werden i» her Bibel als Bieh zuchttreibende Männer vorae1!׳l!rk, Mo'es, 30111 und David nnube» von der Herde hinweg zu ,Tühreru ihres Bolkes enväblt, (»üdeou ivurde beim Dreschen zum Richter, Elischah beim Pflügen zum Provhete» ernannt. Die «^ersten und die Weizenernte, das Einsammeln der ,Teld und 'Baumfrüchte und noch mehr die Traubenlese wurden dlirch Israels ,TrendenfeNe verherrlicht und geheiligt. 3ciuo Dv׳er waren Produkte seiner Beschäftigung, und seine Tbora, die ichriit liche wie die mündliche, regelten dlirch eine grosze Aiizahl eingehender und von hohem Berstäiidnis zeugenden Gesehen und Borschriite» den Betrieb von Ackerbau, Bwhz״ä,t und Handwerk. Wahr lich, es in nicht Israels schuld, dasz es in deik spätere» Seiten des Erils i» Babliiomen und Egüpten lagen die Hilden noch dem Acker bau »ud dem Handwerk ob — den Pflug und die Seme bei Seite lebten. 'Jein Stand bedari mehr der Ruhe, des Friedens, des Schubes und der Stabilität als der des Landwirts und diese Borbedinizunizen fehlten den glitten im Mitte! alter und fehlen ihm leider auch heute noch an vielen Drten >vie in Rnsland und Rnmänieii. L'öo aber ,'vnda in Frieden und Freiheit längere;^eit leben konnte, da hat es auch wieder anqefaiiizen, t^ruud und Boden zu erntet heu und ihn landwirtschanlich tu bearbeit»!. Die rationell betriebene Vanotuirtfrltaft bietet izeczenüber dem Handel aber auch so viele Borteile, daN es!zar nicht einzusehen in, warum der ,U>de diese Täliq. feit nicht wählen sollte wenn man ihm nur ^»eit lind Ruhe dazu länt. Dasz sich diese Erke1>»t»is tzeizenwürtjiz überall Bahn czebrochen hat und besonders in den iiiantzebendeii jüdischen 'kreisen warme Gönner benbt, das bewein z. B. die Erinenz der rlnftalt in 'Ahlem, die sich vorzuqs weii'e dem (Gartenbau widmet, und die der land ivirtschaftlichen 'Jolonie Neuho» bei Posen, die für den Betrieb von 'Ackerbau und Biehzucht einge richtet in. Es musz nun die Aufczabe des jüdischen Lehrers fein, diese Bestrebungen, unser Bolk wieder mehr seiner Beschäftigung zuzuführen, aus allen Kräften zu uiiternüberr und zrvar das soll der 'kern und Angelpunkt meiner Ausführungen ׳ei» durch fein eigenes Beispiel. Weutt >vir nicht blosz St1i1»J>enhalker, sondern wirkliche Bolks erzieher sein wollen, dann münen wir für das Leben erziehen und das geschieht bekanntlich am denen und wirksamsten durch das Beispiel- Der Lehrer kaitu und soll als solcher natürlich nicht Landwirt im volle» Sinne des Wortes werde», dazu fehle» >a io ziemlich alle Borbedlugi.ngen und das wurde ihn >a auch feinem Hauptberuf entfreinben. Aber ,^nterefie mun er auch nir de׳» gewöhulicheu Feldbau habe», er mus; »11t den ,freude» und Leiden des Bauernnaudes bekannt sei», denn mau kann uicmaud sur eine Sache l׳e geinern, der in.» innerlich fern nehk und fut die man kein Bernändiiis defibk. Wenn es olfo auch so gut wie aiisgefchlosseil in, dasz der luditche Lehrer »'ich »o iu eine» Bauer» veuvandeln wird, einen;i>vk>g der L!n1dw1rt»chast kann er kultivieren, ich meine de» täarlen und Dbn bau und ich behaupte, dasz es für ihn die ge »lindeste, passendste und angenehmste '?»eben beschänigung ist; betreibt er ne aber »in L»»t und Liebe uiid ein bischen Bernändius, >'o >«» i»e, wie ick, später zeigen iverde, auch recht lohnend. Hat er aber dafiir eiiimal den Beiveis erbracht, hat er seiner Gemeinde und besonders der jüngeren Geiieralloii gezeigt, das; es mehr als ein bloszer -zeilverneib, das; der Garleubail eine sehr enüragliche <ke!chaktig>iiig ifi, daun (,ut e! mehr ge!eiltet als der bene x111־HrvU>>>iiv,,;׳ei unjeie ttllnubensgeiiosse» durch glänzende Borträge für die laiidivirtschastluhen Berli'-tarleii zu geivinnen sucht, denn blxt-mpl» tr«hunt und ״laug und müh sam i»'l der 'B'eg durch 'Belehrung, kurz und ivirksam durch das ׳Beispiel", ,'zreilich nnd das darf auch hier nicht verfchwiegen iverde» — wird dem!üdische» Lehrer auch diefe Rebeubeichattigling durch seine prekäre Lage erschiverk. Beugt er sich nicht tief geling vor dem allgeivalkige» Bor stand, >'o i»'r feine Ltelluug sehr häung erschüttert lind ein geringfügiger Borfall genügt, um die Kündigung herbeizmühren. Dan» musz der Lehrer zum Wauderftab greifen, ׳'einen tvrhlgepflegte» itfarren ausgebeii, die 'Bäume, die er gepflanzt, im Slickie lanen und anderswo von vorn a» fangen. Das ist bitter und ich begreife die Slnitmuiig der Kollegen, die von die׳em «*׳'efcbirf be troffen wordeir nnd. 'Aber erstens ift bei uns in Helfen G. ׳. D ja schon eine bedeutende Besserung erfolgt und auch unsere Kollegeii in Preuszen werden in. M. H. »och bessere Tage sehen. Dan» aber dürfen wir bei unserer Tätigkeit nicht immer erft die mifzlichei» Berhältms'e in unserer 'Anstellung in Erwägung ziehen, denn fonft münten wir grundsähliche Pessimisten »verden und uns de» Weg zu zedem Erfolg »elb't versperren. Rein, ei» mächtiges lüor!verrraue»,ern froher,Idealismus und ein wenig Optimismus müssen uns über derartige Bedenken hinweghelfen. ׳Aber nicht nur wegen der Wirkung nach ausien, um des anregenden Beispiels Kälber soll der Lehrer Garten- und Db׳'tbau betreiben, so»- der» auch in», »einer »elb»'t willen. Es ift >a eine traurige Tatsache, dan die meisten Kollegen irgend einen Rebenverdieufr suchen müssen, du der

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