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Der Israelit · 1906-10-03 · 40 (3.10.1906) · p. Seite 13

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
40 (3.10.1906)
Date
1906-10-03
Page
Seite 13 (sequence 14)
Language
German
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3. Cfto&n J906. Ttx ZSraeltk «r »5 ייftlf kt. ץ\\ ן yy!. ־>-! ei a Mindcrecke. Dos buloro. (50 war sehr traurig, das arme l'ulotu, denn daS Lchlimintte ivar ihm passiert, was einem Lülm» ükiei H1,,,pt passieren kann, cs >nar pan ul geivoröen! -Lriue Gesayrtiu, das Esrog, das nnl »hm ^י;י ic!i!nhr!! pt־f!)!!!!*!?!! hum' br!*?!to 1'!!! freundliches Miab als Sukkohfchmuck begehr! und erhalten, das durfte nach ein Mizwoh erfüllen, die Menschen erfreuen helfen! — Biele Menschen betraten den Laden, der eine wünschte ein TalliS, der andere ein Lulow, ein Esrog, der brauchte eine neue Tenlloh das ansrangierte Lulow lag vergessen in seinem Winkel, keiner begehrte cs! Und cs hatte sich doch so gefreut auf die herrliche Syuagoge, die fröhlichen Gesichter der Menschen in s)estesstimmung und vor allem daraus, seinem künftigen Herrn zu einer Mizwoh zu verhelfen ' Der Geschänsfchlusr nabte, da betrat ein Mann mit seinem Knaben den Laden, froh spähte der Kleine umher. ,.Lieh nur, Barer", jauchzte er plötzlich, ״das schöne Lulow, cs ist possul, die Mittelspitze fehlt,׳ nicht wahr", wandte er sich bittend an den Berkäuser, ״ich darf es mir niitnehmen, als Schuch für unsere Tukkoli!" Gern ivard der Wunsch gewährt, glücklich plauderte der Knabe unterwegs mit seinem Schatz, und malte sich aus, wie ichön das frische grüne Lulow stch in dem dunklen Laub ausnehmen tvürde! Herrlich war der Iomtow-Abend, die Snkkoh so prächtig geschmückt, auch das Esrog, seine Leidens- und syrendcn^csährlin, fand das Luloiv ivieder, Helle Zomtowtreude lag auf allen Gesichtern, der Batcr erzählte den andächtig lauschenden Kinder« von den Erlebnissen der Borelteni in der Wune, frohltch klangen die Sennraus, als freuten sie sich, nach einem halben Satire wieder zu ihrem Nechte z» kommen— ,,Schöner Höne es auch i» der Synagoge nicht sein können", flüsterte das Esrog.?"äs Lulow nickte glücklich' — Und so hatte das arme possule Lulow den Mcnschen doch noch zu einer Mizivoh vcrholfen und durfte sich freuen, das! es andere glücklich gemacht. Dllöe. Vnrtflc schon ist s her' Doch wenn ich ihren Namen höre, so wird die Erinnerung an ne in mir lebendig, und ich glaube sie vor mir zu selten, wie damals m dem Helten, kurzen Kleidchen, mit dem blonden .Köpfchen und den frohen blauen Augen! To strahlend bell ist alles an der kleinen Gestalt, als sollte mir damit schon äuherlich ange deutet werden, dag ne ein frohes Bild i!» schätze »lenicr Erinnerungen ist, säst daS einzige frohe unter vielen trau rigcn, peinlichen' Manchmal sehe ich Hüde vor nur mir Tränen in den Augen. daS blonde Köpfchen leidvoll ge senkt, so w!e ich ne nur einmal, zum letzten Male sah Armes kleines Ding, was mußt du nieinetwegen ertragen liaben, und du fmi't cs leicht ertragen, denn du batten mich so gerne! — Elf Zabre war ick all, alS ich mit meinem Bat« nach Berlin zog und gegen die mir ins tieffte Herz gewachscne!üdische Tchule Frankfurts rin Znsülut ein. lauschen muhte' Unendlich schwer wurde eS mir, mich an all bas neue, die Unterrichtsmethode, die fremden Lrbr« und die neuen Kameradinnen zu gewöhnen' Der Kancir grist, der hier herrschte, war mir fremd. SAuhih benand rin Unterschied zwischen einer Lucia von tzindler und einer Lotte Strauchs Dah auch cm Unterschied zwischen einer Lotte T krauch und einer Else Klein beitand, wußte ick damals noch Nickt. Die Zurückhaltung meiner Kameradinnen gegen mich siel mir wohl aus, doch ick dachte nicht daran, bah tir der Jüdin galt' — Zch 'ühlte mich recht allein, da lernte ich Hilde kennen Auch ne war gleich mir erst jetzt in diese schule emgeireten und rannte niemandenrunurgruiüh schloffen w.r beide uns aneinander Bon ihr ging auch die Annadeiung aus׳ ich hatte dem schönen, ieingrkleideten Kinde gegenüber wohl kaum den Mui dazu gefunden dock üe kam au» mich zu, bol mir die Hand und meinte zutraulich, wir mühten als dir beiden Neudmzugrkommenrn guteZreuffd«cha«t dalren. Bon da ab waren wir Zreundr wieso sie «ich gerade zu mir hinarzogen fühlte, weih ich nichi Biellrichi zog ihren ^robnnn mein Ernst an. vielleicht war es Anfangs blvfies Mitleid m>» mie weil ich in!״»חי »wr ל Z,#> w»>» es nicht •׳ Zedensalls ging Hilde an, lirdile» mit nur, obgleich ne »ck auch an die anderen »chnell angeschloffen l»Nte und mit irdrrmann lackte und scheine 2>e «zahlte mir von ibrcni Heim, von ibrri» kleinen Bruder und als ich ihr sagte, dah ick oft allein fei. bat üe mich doch >a recht oft zu tbi »» den gtohrn!ffarirn zu kominen. Und ick war so glücklich in dieser Zrrundsch>r»l' Eines Tages sagte mir Hilde, wie sehr ne sich au« Weihnachten treue' Lrohasi schilderte ne mir dir Lichlerprachk. die schonen Ge schenke, dann fragte sie mich nach meinem Weidnackts dciuni' ,Du bail keinen '-״ fragte ne rr'launt. ein erschrockenes Not stieg 1» das ,ungr Gciichl. , Du bin doch nichi -Zck lnn eine Ziidin, wühlen T» d,1s ״ich, ׳ -׳ ..Nein, eine Züdm'׳' wie jchade'" Zck verstand dieses - Tchade"!!!ckt. und weh genug lnn mit'# geia», als ich Cv v?111Crnil Uiiiii; 2>0 bäum wir uns zusammengeiundcii in einer Ai inosphare, »> der ivir uns beide so wenig wohl fühlten, und suchten uns gcgriisritig etwas zu sein. Zn der Tchule waren wir ungefähr gleich gut ick ailnnicte bmerr Aus sätzr. auch lernte ich gerne <üe«ct«1chte, Hildes Hauptfach war Zranzöffsch iinh m tbiei läuie lieh ne »nck gerne eiwas vc» ihrer Weisheit pronurrcn. All unsere kleinen Erlebnisse lauschte» wir aus. auch Nrligionsphilvsophie lrieben wir öfters' Zch setzte Hilde, so gut ich es ver stand, unsere sozialen «ffeseve auseiiiander. die üe. ihrer Ziirsorge für Ariiiuk wegen, prachtvoll «and. Auch die Ein richtung des Tunbedrions imponierte ihr sehr allerdings begriff ne nickl. dah dirie Richter keine Universität besucht liallcii. Nur einnial Üriuen wir uns. es war Erev Rösch Hnschanoh, und schieden unversöhnt, als ich ihr rin paar Minuten kpater nn1f1״ltf,!and ich זיי au« dem Wege zu mir. Auch ihr batte linier .',!um te.ue R׳.!,1״ gr!a׳׳»>!!Getreulich teilten wir unser Zrühsiück.!'owe!! es nur erlaubt war- Hilde wunderte sich, dag ich nocki uie Milch »nt Zlcisch genossen, ja noch me von der Butkrtirniiiirl einet anderen grgrsi'en Hane' ״Das raus eine gute Rrli gion sein, die so jede alltägliche imndlung vvrschreibi ״ tagte «ie, ..dabei fallt mit eine Müller ei», die «"ich um jede kleine Angelegenheit ihrer Kinder kilmmcrt " ..Bei uns lümmrri sich auch die Ntuuer um alles, was ihre Kinder betrtfft", aniivorietc!ch. ״Bei uns nichi!״ Hilde baue Neck! Erst nach und nach lernte ich verstehen, wie viel gliicklichcr unser Zainüirn leben gegen das der vornehmen Kinder nar' Bor allein — viele dieser Kinder bauen Bonnen, vorzügliche staatlich geprüfte Erzieherinnen mit crsiklassigrn Zeugmffen. Die Mutier i'ab die Kinder nur. wenn üe sein gekleidet von der Bonne zu ibr gebracht wurden' Hilde haue es m dieser Beziehung bester, doch welch erttauntes!«iencht machte üe über melne Zragr, ob ihre Mutter mit ihr lerne und spicie ..Nein, wo de»!,'! Du hin, dazu ist das Zräulein da ׳ ..Errädli't D» ibr aucki n׳ch» nw>« Di! für Na»»n >»1i» dah Du mit mir verleim! ..Meine Henc zeige ich meinen«. ob sie weih, dah wir besreuildcl und — ich denke »1" Hilde wurde das Tl»r1»a sichtlich unbeliaglich. üe begann schnell etwas anderes. Mir aber ging biete Unterredung inchl aus dem Kops, war es doch das rrüe Mal, da!, Hilde mir nickt offm geaniwortet haue' Warum nicht '■׳ Hildes offene, originell offene Anlwonen waren in der Klaffe berühmt und brriicktigt. Einmal nannte sie eine Kameradin, die mich ״veiklatscht" lmtlr, e,»e ״Kaue ' Bon der Borslrherin zur Nrdc gestellt, erklärte sie, das Wort nickt zurücknebmen zu können, da Lucir tatsächlich eine sei! Hildes Mut war umio bewunterungswerter. als Lindners nilt Lucirs Eltern eng desreundel waren. Mutig war nieine Hilde iiberbauvt, 1m Turnen und Kleuern gewandt, wir eine echte Hauptmannstochter. Aus Körprrkratt und viewandtdeit wurde in! Kreise dieser Kinder, meiner Annckl nach zu viel Wen gelegt, ick. d>«s Zudrnniädchen. konnte mich bei meinen Kameradiniien weder durch mein gute« Wüten noch durch ateundlichkrit in Nesprkt setzen, rri: als ich einmal vor aller Augen eine tolle Ktetirtpartie »n Turnsaal untcriiabi», die mit später eine Areiislundr ein trug, stieg ick brdrulcnd in der allgemeinen Achtung. Aber ich wollte >a mcht von mir. iondrrn von Hüde erzählen! Kaum vier Wochen dauerte unsere Zreuiidschast, dann kam das Ende kein heftiger TtrrU. rin allmähliches Tichzurückzirben nach offener Aussprache' Nach uild nach Hel »ui aui, d>1h Hilde meinen Aufforderungen, mich zu betuchen, immer Ausffücklr rnlgrgrnsrtzle, auch hatte ne mich abarseben von einer am ersten Tage ausgesproche nen Aufforderung, nie zu «"ich gebeten. Einnmi argwöhnisch gemachtbegriff ich bald Hildes Berivirrung, als «üe einige Wochen vorher die Jüdin m mit entdeckt batte. Es begann mir zu dämmern, Hildes Eltern wünschten keinen Berkrhr ikrer Tochter mit einem Zudrnmädchen. Hilde teilte ich meinen Argwohn muür war mir zu lieb, uni mich aui einen biohrn Berdacht hm von ihr zurückzieden ^Tch weih, ivesbalb Tu nuch nickt besuchen willin, sagte ich eines Tage« unverntittelt, ״weil ich Züdin bin " ,Else!" ^Ztt S fev Za *V י**ן*ן K«r .Za '׳ Viiqen konnte Hilde mcht, aber b«1S ״Za" kam wir ein Ha»>ch von!drei« Vipven. .ich Dich will nicht kranken״, sagte der Ton ihrer Tumme ,Also nie wnst Tu zu mir kommen/" «ragir ich noch ei» mal ..Nein, aber >n den Banim wollen wir zusamnirn ׳ein, nichi wahrv ׳ ^Hinter dem Nückm Deiner Eltern״״ -Die bilden 1,1 Nicki barnacki " Ader Du weiht, das« Du gegen ihre» Willen bandelii, das «ft heimliche Unwad,de״ und noch viel schlimmer,'als offener llngehoriain Lah dock dir Bdilosopdie", bat Hüde äiigüllch. ,w>r baden uns lieb, geben zusanimen und damit fertigTie wollie nch an nuck d«>״gen aber ick, dielt ״e zuruck. ..Nein, Hilde, daS gebt nichi heb einmal wohin Dick mu« Zleilndschau gebracht bat. zur briml'chen llnw,«h« beit gegen Deine Eltern Und das wird nach und nach noch viel «chliimner werdcii, sodah Di, garnick, ״,ebr recht iroh «rin kann«!, ׳ Elte. Else. Du tun nur!a io tveb'׳ -.Das iviii ick nicht, ׳ck will Dir nur sagen, dah ivir a>,.v,n.,,,b»s ,,״ .״5<״״,,, lailts!>) ,ruck schiver, aber Du Sarfft Deu!c E!-«n :::chi bnUlgtii und ich.!!!ein Ttolz veriräg! s mcht, heimlich, ohne das Wliien Deiner Eitern mu r tr zu geben Und nach »>!»׳ iimii wird au« vielleichi selhii zur Vati' ,Zur Last/״ ..Za. Hilde letzl no»l1 nicht, vielleicht aber spcilrr, in rin paar Zadren ״ ״Das kann Dem Ernti mcht sein", riet Hilde, uitb weiiil es kein Eriisi tfi so ivetüt Tu selb«!, dah kur n>u bitter Unrecht ,׳ «״ Es >st nie»! Etiiü ׳ Hüde wollie gebe», doch ,ch dielt fte zurück ״Hilde", dal ich rmend. ..so ,vollen wir nicht »chrideii '״ - Nein״ Hilde sah mich feit an Wir sind verlülnil". sagte ,ic nnd gab iinr dir Hand. ..,ich sei, s e,n. wir inilffen a״se,,,a!ider. ׳ Wir ivandlen uns heibe ab und eilir» iveg, hinter uns lag ein Uinderglück z,ibiv»l,rn Und dcnnocki ivaren :r nickt ganz uiigiucruch, tnitte nur doch das Bewuhtskin, reckt getan tu h>rl>rt>, Hilde hom hrr Piiich» ht* Eltern, ick! der p!I!ch! g>׳gc!! ineiii Telbübewuhttein geniigt. Ein h>rll׳es Zalir ipaicr zogen Hildes Ellern m einen anderen Tladucil, und Hilde nrch,elte dir Tckule. Auch ich zog «>ald daraus weg von Berlin. Wir salxi, lins nie wirdri. Mit vielen, die man möchte!neiden, Hält Zabrr lang man gleichen Tckrilt Und iilmml am Ende dockt denn Tcheiden Kauin ein Erinnern mit' Und wieder braucht 's 1>»r wring Ttunden. Dan Mentchei» tick so ganz vertlrhn. Da» Hab ich dann erst reckt rmpsunden. Als D» mir kämest, um zu gebe» Hälse! üebräiich dreibiichüakia Veft vi'Nvärts oder rücktvätts tttidi, E!n (vvi\uuu' bleive luuiicr ׳.ch. Sie Lös,!!!.; des ch'ättelo i» ׳?,'o. lautet:?loaß Sie Lösung des;Hand» in Bo .*׳» lautet Per Wid-et. Sic Lötung des Soppdräti'els 6lAea Aelo. Sie Lösung des Houioiiyms liii«a■״־aBMBB»— u i ' am1 ,7״ ״! ,>«r de« Sieklamenteil 1 ft die Rcdaktiott nicht verantwortlich: insbesondere ist es ausschlieftlich Lache der Leser, die im :fieklamrteil enthalteaen Empfehlungen ritueller Ware» oder sonftige Augaben religionsgrsrhlicheu Eharakter» ans ihre ^tnverlassigkeit zu prüfen. vki- Spätherbst hat noch Sonnentage, allein die lind gesährllch, namentlich kür em» pffndüche Leutesie oer'ühren dazu, dah man sich zu irichr Neid« und nur zu oft wird ein Tpozirrgang mu einer starken Erkaltung bezahlt. Äerad in diesen Tagen sollie man datum nie ohne Zay« achte 20dener Mineral-PalUllen sein, die sich als Botbrugut gsmiurl ebenso glänz״ ׳d bewahrt hoben, mir sie gegen alle Reizungen »er Tchleimhaule, der Luüwege re. bewähr« sind. Kay« ächte Lodener tosten nur *•*> Psg. dir Tchachtri, und sind übernU zr: haben. z'-?7! o o 8

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