Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 39 (27.9.1906)
- Date
- 1906-09-27
- Page
- Seite 6 (sequence 7)
- Language
- German
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•Sr. i<». Leite «! deutschen Lehrer» an der 3ct»11le der deutsch israelitischen (Gemeinde in Philipopel — den erneu hat der Hilssverein gleichfalls gestellt — werden die ersorderlichen Mittel zur jtcrsügllilg gestellt. Die Subvention von M. .'!000 für die Handelsschule Eultura, an der ein gleichfalls vom Hilssverein gestellter Lehrer als Direktor tätig ist, ivurd. erneuert. Aus Antrag des Herrn Sieannind Mergel würde beschlossen, die galizische Subkommisuon des HilssvcreinS durch Eooptation von Wiener und galizische» Delegierten zu ver groszcrn, die sich in ninsassender Weise mit der Aktion für «Salizicn beschäftigen sollen. Hamburg,!7. September. Der diesige ¬דסיי?:בי -^cvriit erhielt dieser Tage folgendes Schrei beii : ״(Line bockersrenlicke Acickrictn kann ich ,»men brutr inachrn. ,Ich würbe gestern von bei ,>lrma R. in P. aus ,^bre Ber<1nl-i!«r!ng engagiert. Lvsvri begab ich mich zu intmtin «ibcf, uni »ikinr Ifntlammß;u erbitte». Dieser jrdoch. um nnch nicht zu vrrlirrrn. Iiai mir drii 3abbath bebingungslos ireigegeben. riefen aimerorbeiiilicken Ih'folß aunrr mir bat 1» ganz lf. nur noch ei» -uriger Mann ben Labbat irrt,, verdankt ich vor allem ,»,rer tatkränige »Unlernnbiliig, wrnn Lie mir nicht in solch bervvrragenber!Weite ,»>rc Hu ist gelieben hätten, mitte ich mnnl ״och lange am 2abbut mbenen miinen. Deswegen bitte ick 2■״, meine» »usrickttgiien Dank ent gegen umebme». itJfim ick jemals snr unserr Lacke wirken kann, ivtrde ick alle» lun. um ,»״in! meinen Dank auch mit der 4a1 zu t>en׳tisk». Um nun nie wieder »1 dir (Krsabr zu komnirn. den Labbat zu tiiiwribtn, erkläre ich biermil meinen tHcitriu zur Bersickernngskane und bitte ich 31c, das weitere veranlassen zu!vollen." Dieser Brief ist ein Beweis für die segenöreiche Wirksamkeit derSchomre Schabbos Bei eine. Der Schreiber, der ursprünglich Schabbos gehalten harre, nakin, als sin, ihm am i. Znli keine passende Stelle mit Dispensation am Sabbat bot, eine solche an, in der er am Sabbat arbeite״ mnszte. Der israelitische Stellen vcrinittlniigsvetei» zu Hnmvutg veranlaszte ihn, ungeachtet dasz er in nngetundigicr Stelliing war, ieitte Beiverbtliigspavicre einznreichen, und vermittelte ihm, >vte in dein Schreiben angegeben iit, das Anerbieten der szirina in P. Dasz der Beiverber daranshin von feinem bisherigen Üher von der Arbeit am ׳טו״׳ט dispensiert wurde, zeigt, dasz bei eitrigem Bemühen ans dem «Gebier der Sabbatbeilignng viel zu erreichen iit ü.׳< ar 1 e 11 >v erder, 1'«». Sept. 2l 1» 2. d. Mts. hielt der W e tt p r c n sz i s ch c Sk a b b i» e r >,r - band ,eine Zahrcsversanimliittg ab. Dieselbe beriet auch über den Rosjnschen Gesetze״!- ivnrs. Bon einer direkten Stellnngnahme dazu wurde abgesehen. Dagegen ׳oll dem Vorsitzenden des Rabbinervcrbaiidcs in Denischland zur »cnntnis gegeben werden, das; die Stimmnilg des Wettpreusziicheil Rabbinervcrbandes dahingebe, die Erklärung des Zentralausichnsses des deul'chen Rabbiiierverbandes n i ckit zu der seinigen zu machen. Karlsruhe, Bi. September. Milieu in die erlitte ^nt der ,Vmnm nauroim erloin in nnsereni badischen .Heimatland die laute Zrcnde über das Zilbilä n m nnseres geliebten sz ür st e n - paarcs. lltid trotz allen Ernstes der Zeit stinilnk and) Israel mit cm in die allgemeine Zettesfrende. Handelte es sich doch nicht nin euies!ener Zürne,ijiibiläen, >vie sie alljährlich zu Dutzenden gefeiert werden. Einzig in seiner Art nebt un'er «^roszherzog Z.iedrich als eine Vicht ge'talt aui Zürtteiilhroue vor aller Welt. Innige Dankbarkeii er»ülli uns gegen Go!t, der uns dieses Zurtteuvaar erhalten har. Was (Siosz Herzog Z-r edrich und seine edle Gam» em langes Men'chenleben hindurch gewirkt, das bedarf hier keiner nähere» Aussübrillig. Die Prene aller Parieirichlnngc» feierte die Verdienste dieser Edelmenschen m langen Artikeln, ein jeder kennt ibr Streben und ihre Ziele: laszk andere in chronologischer Rkihcnsolge all das <>!nlc melden, das unter Großherzog Friedrichs Regierung dem badischen Bolke zuteil wnrde und das, wie ein Stein, der ms Wasser fällt, jmmer ivenerc »reise zieh! — ,vir wollen dem Allgütigen als Zildell danken, das; Er u>is diesen .Herrscher gab. Zh>, Der Zsraelit in diesen Tagen mit doppelter Inbrunst bitten, das; Er den Großherzog lind seine «Gemahlin lins noch lange in Gesundheit und G0״k erhalten möge. 3i!1 einem von erfolgreiche: Wirk amkeit ״rfülltcn Leben hat sich Großketzog Friedrich als ein gerechter, milder ntid ivci'er Zn. ,4 be ,nährt, und seine glückhafte Negieru::.-^latigkeit h.1׳׳ a.ch für die Zudeii des badischen Landes so viel des Guten gezeitigt, dasz deren innigste Liebe lind Treue zu seinein Hanse nur als ein geringes Zeichen der Dailkbarkeit gelten fimne». Und wie unser Herrscher durch seine Güte 1mb Milde den Weg zum Herzen des Bolkes fand, so hat cs auch unsere Landesmntter immer verstanden, echtes Gemilns-Ehesed zu üben, zum Segen des engeren Vaterlandes, zur Nacheiferung für alle, die verehreiid zu ihr ansblicken. Das teure Zürstenpaar hat die Hoffnuilgen erfüllt, die es vor '»0 Zähren ans seinen Lebensweg begleiteten. Sein Wirken ist in Wahrheit ein Segen geworden. Und darlim sei gerade in diese» Tageil iinserer ernenten Stückkehr zu Gott, iil diesen Tagen, da wir blntenben Herzens Rückschau halten über die snrchtbaren Schicksalsschlage, die int Ssten unsere Reihen gelichtet, mit herzlichster Dankbarkeit der beide!, hochgefnrsteten Gestalteii gedacht, zu denen in Liebe und Bcrehrnng mit ihrem Volk ganz Zsrael ausblickt. »arlsrnhe, 26. Sept. Am Samstag eiiipstilg der Groszherzog die ans deil Herreil Geh. Sberregierungsrat Dr. SR'ancr, Konferenzrabbincr Dr. Appel von Karlsruhe und Stadtrat Stockheini von Mannhciin bestehende A bor d nn»g des gros;he rzogl ichcn Sberra l s de r Z s ra e l i te!1. Sie überreichte in kunstvoller Kapsel eine ans Pergainent gemalte Widmnngsnrkunde, in der es heißt: Bon dem innigen Wnmcke beieeli, zu dem bebten Doppelieiie, das in dieien L agen die Herze» aller guten Badener höher schlagen mackl, Eueren kvmglicken Hvbeiten eine besondere ,g-reude zu bereiten, haben namens der isiaelilihlien .>iei>g10i1sgemei»sckasle!1 des ««iroftberzoglums Überral und 2imadolaussckusz unter lebhafter;!unnnmung der israeliliscken Gemeinden des tzandes den Entscklun geiaftt. in dem Lolbade Dürrbe>m ein Hospiz für israelitische Kinder und minder׳ bemittelte Erwachsene zu errichte», das mit Euerer tdniglicken Hoheiten gnädigner Erlaubnis Höchstibre Aamen tragen und so für alle ,geilen ein Denkmal der alle Steile und Lckickn1& ״v bubiiajen Boiies mit gleicher Vicbe umtaneiiden Wohlfahrtspflege sein soll, durch die ״liier hochherziger tzandesvater und unsere lreu sorgende Vandesmntter nun schon ein halbes aabrbinideu^aiig »1 glücklichem und beglückendem Berein io mibe» Legen nenntet haben. Geh. Sbeilegiernngstat Dr. Mauer, der die Urlniidc verlas, fügte solgeiidc 2Lorte hinzn: ״«Gepriesen sei der Wellenköing, der einen Abglanz seiner ^.Hoheit sterblichen Mensche» verleiht!" Diese» allen Lege» beiei! mir »» Angesichte Eurer kon'.giichen Hobelten mit besonderer ErgriNenbeil. Möge der all gütige (Hott die innige» «"ebete und treuen Wünsche aus den Herzen aller «Kiieder der Vandesshnagoge für Eure lönigliche Hoheiten und das ganze groszberzogliche Haus erböten und in Ersüllnng geben lasse»' Der Oiroszherzog dankte für die Gefühle der Anhänglichkeit und Trelie lind den Ausdruck, den sie in der Ansprache gesunde», besonders aber auch für die ivobltätige Stistimg, der er seine beüen Wnnsche widme. Auch die Groszherzogin drückte ivicderholt ihre herzliche Zrende über die geplante Anttalt aus - sie werde sich nicht nehmen lassen, auch selbtt zu der geivisz segensreichen Slisiung beizntragen, und frone sich, dasz die reichen Erfahrnngc». die man bei dem nennt »indersolbade gemacht habe, hier gute Dicntte leisten könnten. Äctirvei;. Basel, Id>. Septeinber. Das hiesige jüdische Hilsskomilke hat vor kurzem cm Auskllnsrs bnreall für jüdische Ansivanderer errichtet. Hiiiter dein Basler Zennalbahnhos zeigt den Passainen ein givszes Emailschild in deutscher und hebräischer Sprache den Sitz des Burealis an, iit dem ständig zivci Beamte den um Nat vor sprechenden Alisivandercrii iliieiitgeltlich die ge wünschte Ausknntt erteilen ^,l der ersten Woche keines Beitel,cns hatte das Bureau bereits cnva _ 27. Lepiember lbO•; 40 Ailskünste zu erteilen. Sieben dent Erteilen von Ratschlägen nub AuSküllsteil befapt sich das Bureau auch mit dem Umtausch fremder Weib sorten zum vollen Tageskiltö für die armen Aus Wanderer. Bon den Mitgliedern des Hilfskomitee versieht abwechselnd für 14 Tage ein Mitglied deil Diellst im Bureau. Neben den Nännilich feiten des Bureaus befindet sich das in den ^abrikhallen der frühere,1 Basler Maschiilenbali gesellschaft eillgerichtele Einigranten Aichl, in dein lnnmehr alle Ausivanderer untergebracht werden. Wecke Speisehalle, Badeeinrichtlmg, Schlassäle sind hier zur grötzteil Beguemlichkeit der Wan derndetl untergebracht, die dieselben kostenlos be nützeil köiineil. Gel^evreict). Wieil, 20׳. Sept. Zm Änschhnsz an eine Mit teilniig in t>ir. 37 d. BI . über die von dem zionistischen Zetltralverein Wieil veranstaltete Ges el ls cha sts׳ Neise nach Palästiila nillß dein Pilblikiim driilgend empfohlen werdeil, sich vor der Anmeldung zur Teililahme erst zti vergewissern, dasz die Ver pfiegung der Reiselideil sich in der Tat unter öer z u v e r l ä s f i g e n Aussicht eitles gesetzestrenen Nabbiirers vollziehen wird. Zur die im vorigen syebrilar von denl kgl. uligarischell Fahrkarten׳ bilreall in Bildapest veranftaltete Gesellschasts reise war s. Z. in den Blätterit angekündigt lvordeil, datz ein lingarischer Nabbiner sich zur Leitllilg der rituelleil Verköstigung bereit erklärt habe. Schiieszlich übernahm jedoch das Bureau selbst diese Ausgabe und löste üe in einer Weise, dasz die religiöscil Teil1lehn׳ec iilsolge Mangels aller notivendigeil Borkehrnngeli der gröszten Verlegenheit preisgegebeil ivarell. Wir erivarren, dasz im Gegensatz hierzu der Wieller Zentral vereill eine öcfricdigcndc Erledigung dieser sz-rage herbeifükrt, ilild versehlei,!licht, wiederholt zu betonen, daß eine volle Gcivähr iit Hinsicht des Kaschrns nur dann gegeben ist, wenn ein gcsetzes treuer Nabbiner, der die Reise selbst niitmacht, die Allssicht führt. W i e il, 27. September. Der Zionistische Zen tralverein in Wieil teilt uns telegraphisch mit, dasz Rabbiner Salant in Zerusalein die Sberaui sicht über die rituelle Verpflegung der Palä st i n a - reise a'.rgcnommcn habe. Rabbiner Jvütfi in Wieil werde vorallssichtlich an der Reise teilnehlnen. Wien, 1H. Teptr. Der Wiener jüdische 9kati0l1alverein ״Einheit" hat hier für die der ärmereil Mittelklasie ailgehvrigcil Glanbensge ilossen eine bil lige, streng rituell geführte Volksküche ins Leben gcruten. Diese verdienstliche Gründling ist nicht nur für den weniger be mittelten Teil der jüdischen Bevölkerung Wiens, soildern allch für die fremdcil Inden, die sich hier aufhalten, voil großer Bedeutnilg. Die Volks küche steht unter der Aussicht des Herrn Rabbiners sfurst. Am I«',. ds. Rts. fand die scicr iche Er öffilnng der Anstalt statt. Ungarn. B n d a p e tt, 2.">. September. Die israelitische »iiltnsgemcinde itl'Pest beschloß, einen LLelr k o n g re ß aller jüdischen G c m c i nd e n!lach Pest cinznbcrnsen behilss Beratlliig von Schritten, damit die Mächte zugunstell der uissischeil Zndcn interveiliereil. Arnerika Viewpork, 1. Septeiliber. Dem vor zn׳ei Jahren begründcreii Verband der ga l izi « ckien lind bllkowinischcn Zn den in Amerika ge hören jetzt bereits 7* Vereine mit 10000 Mit gliedertl an. Der Verbaild beschloß kürzlich einem großen Bedürfnis entsprechend in Ncwnork ein großes jüdisches Hospital zu erbauen. Et hat ferner Schritte eingelcitet, um ans den ofteuropäischen Eingewandcrtcn selbst eine Hilss körperschaft ztl bilden. Zur Durchführung dreies Planes ist er mit dem Srden ״Brith Abraham Zndependent" und mit den ,,Bnei Britb" >» Ilnterhandlungeu getreten.