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Der Israelit · 1906-09-19 · 38 (19.9.1906) · p. Seite 18

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
38 (19.9.1906)
Date
1906-09-19
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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9h :1*. 2fit? 1 SabbatUtcn in der Schweiz. lieber den Sabbat beobachtende Christen am (Wenter See berlchtet das ״Israelitische Wochen blatt für die Echiveiz": ״Was? t^ibt es am Genfer See solche fromme, die den Schabbos io heilig halten^ Ja, lieber Vcfci־, es gibt hier fromme, von echt religiöser Gesinnung durch drungene Menschen, die den Labbat heiligen und als strengen Ruhetag beobachten, nur sind es leider keine Hilden. Christen und es, die hier den Sabbat heiligen und sich jeder Arbeit an demselben enthalten. Streng gläubige Christen hoben n׳ann, wissen wir incht genau herausgesunden, daß die Sonntagsrnhe biblisch nicht begründet iverden kann, dag der Tag, den >^o>t für die Menschen als Ruhetag eingesetzt hat, nicht der So»» tag, ׳ondern der Samstag in, sodas; dieser als solcher geheiligt und beobachtet iverden ״!»im׳, Anfangs waren es ihre׳ nur We nige, die sich;nr Rückkehr;um altbiblichen (besetze ireilich nur in diesem Punkt entstk,liegen ivollten: henke bilden sie schon eine stattliche Zahl und sind »an ::1 allen;'ändern anzntresten In Ainerika allein sollen sie über hhhm» Anhänger haben Sie nennen sich bes adventistes du septibme jour, ״die Adventisten vom siebenten Tage", oder ״Sabbatisten". In der Sdnveiz sind sie ebenialls;iemlich stark vertreten; am stärksten in der frmijöfit'dien. fynit an jedew größeren »C1 tc in eine Labbatisten Genieinde an;״- tressen. Im Soininer veranstalten sie, alljähr litk, in eiueni anderen Srte, ein Zeltlager, zu iveldiem nicht nur die in der Sdnveiz Wohnenden umUfabvcu, sondern auch Abord nnngen aus allen;'ändern und Weltteilen er sdieinen. Cs in interessant und lehrreich, dieses Sdiausptel mit anzlisehen. Ilngesähr hundert sehr hübsdi ansgestattete und prak lisch eingcnditctc leinene Zelte sind aut'ge stellt, in welchen die Walliabrer ttnterknn»t siiiden. Zivisdien bei» Familienzelten in ein großes, zirkilsartlges Zelt errichtet, ivelches als Bet nnd Bersammlnngslokal dient. Wie der religiöse Jude, nerrichren and! »ie drei mal tagiidi, morgens, mittags und abends ihre Gcbclc. Zn der Zwischenzeit iverden.>io>>sere»;en nnd Bersanimlunge'.i abgehalten. Sie entsalten eine außerordentliche Regsamkeit nnd gewinnen immer mehr Boden. Bis nach Afrika hinein sind »ie gedrungen, haben dort ihren Glanben nnd ihre;'ehre zu verbreiten ge sudil und mehrere Sabbatisten Ge nieinden gegründet. Sie legen einen Ciier nnd eine Sptenvillu; keil an den Tag, nm die »vir ne beneiden dlirsen. Predigen und Boriräge iverden in allen Lprachen gehalten. Wie in alter Zeit der ״Melnrgenion", nein hier an der Seite des Bortragenden ein llber׳~e;<e1, der jeden Sag ins Iran zöniche überträgt. Freilag;'lbend herr'dite aus dem Lagerplatz de sonders bewegtes;׳eben, da sich alle ans den Ladbar vorbereiteten. Um * Uhr gingen alle seitlich ge kleidet;1111! Gottesdienst. Radideni die aus ea. .'».'ui Perionen de stehende Bersainmlung im Chor inlk Harlnoniliuibeglelkung ein Sabbarlied gesungen nnd ein sehr schönes, dem Moment entspredien des Cinleirungsgebet geiprodien, folgte die Predigt, welche deii Höhepunkt des > Abends bildete. ״Die Worte, die wir heiite unserer Betrachtung zu Gr unde legen", io begann der Predi ger, ״itehen ausgezeichnet im Iei'ajaS .Cap. ."י*, 1.'»—14, ilnd lauten folgendermaßen. ״Wenn Du deinen Fuß von de», Sabbat kehren, daß Du nidit tust, ivas Dir gestillt, an »leinem heiligen Tage, so ivird es ein lustiger Sabbat heißen, den Ferrit .;n heilige« und zu preisen, denn so ivirst Du denselben preisen, wenn Du nidit tun Deine Der ,;siaelit. lv. Lepremver Wege, nvdi dann erfuuden werde, was D!r ge fällt, oder was Du redest. Alsdann ivirst Du Lust haben am Herrn, und ich will Dich über die Höhen aut Crden schiveben lassen und Dich speisen mit dem Crbe Deiires Bakers Jakob; denn des Herrn Mund sagt eS".;'ln diese Mahniiiig des Propheten Jesajas, weldje er an Israel richtete, anlehnend, sprach der Redner über dringlich, ermahnend und autmunternd, das! ich wirklich in einem russischen Bech Hamidrasch zu sein geglaubt hätte, wenn mich nicht der Anblick der unbedeckten Hauptes sitzenden Zuhörer belehr» haben würde, das» ich mich in einer nichtjüdischk״ Bersammlung befinde". I Aüdifche Hausierer in Bewvork. eine Stunde lang mir einer hinreißenden Be geistcrung von der He iigung des Sabbats, sodaß id, niomentiveise glauben konnte, ich sei im Betb Hamidrasch zn Wolkoivizk und höre den berühmten ״Melnicv Magtgid" mit seinen zündenden, »an »eiierspeienden Ltrasreden gegen die Cntweihung des Sabbats. ״Sehr viele spotten unser und meinen, mir wären Ignoranten. Lasset sie spotten! Issier-Ltrre» in Menmart. 'Wir nnssen, das; es einen Gott gibt, der in seiner :;Allmacht die Welt ins Dasein nef, der alles erj schassen und alles erhält, nnd das genügt nnS.! Uns ist wohl dabei, und ivir fühlen uns tit j diesem Bewußtsein glücklich. Wir wissen, an wen j wir uns zu halten haben und kenne» die Be! deutung unseres Lebens. Das wissen diejenigen,! die uns mit einem mitleidigen, geringschätzigen! Lädieln ansehen, nicht". In' dieser Weise sprach! der Redner über eine Stunde lang derart ein I Salonicbi. Bon der jüdischen Stadt Salonidü schreibt die ״Sesterreichische Rnndschaii" in einem Artikel ״Heber unsere künstige Cricntpolitif״ folgen'es: ״ . . . Wir müßten, ivenn die Landkarte der Balkanhalbinsel geändert ivird, Saloiiichj und die allernächste llmgcbnng für nus rekla mieren und sie als eine Küsleneiiklave nur C eftev reid! vereiiligen. Welchen Werl der Bes,;- der großen Hafenstadt für unseren Crpon nadi der europäisdien und asiatisdien Levame hätte, »velchen Wert sie in Zukuiift ״och erlangeit »vürde, iveiur die alten vvrderas! arischen Kulturländer wieder ansblüben, braucht nicht besonders hervorgehoven z», werden. Dass ihr Besitz uns auch nid,t über Gebühr mitSpfern belasten ivürde, da ivedei Griechenland nodi Bulgarien stark genug lväre, ihit uns zu entreißen und Italien mit uns nidit um diesen Preis einen Criea beginnen ivürde, ist wohl als sidier anzunehmen. Bor allem aber ist anziltühren, daß weder Bulgarien nodi Griedienland das ägäische Cmporium national für sich in;'lnspriich nehmen können und daß sid» in ihm iveder eine gesährlid>e bnlgarisd)e, 1u»d) eine gefähr- Iid)c griediische Ir reden ta elitwickeln kann. Cin Franzose, also ein Freund der Griedien, Viktor B׳'rard, hat Salonidii seinen Lands leuten mit den Worten charakterisiert: Cs ist weder eine griechisdie, noch eine bulgarische, noch eine serbische Stadt, es ist eine jüdische Stadt. Und in der Tat, knapp ei» Viertel der Bevölkerung ist griechisch, ein Viertel türkisch, bulgarisch, kutzowalachisch, serbisch; mehr als die Hälfte besteht aiis spanischen Juden. Tic srebzigtausend Juden von Salonichi würden unter der schwarz gelben Fahne ganz andern Schutz finden als unter der Fahne des hellenischeii Königreiches und sie würden treue österreichnche Staatsbürger sein nnd bleiben. Wenn man ein Plebiszit unter ihnen veranstalten nnd sie fragen »vürde, welchem Staatswesen sie sich nadi dem Rückzuge der Türken anschließe» möchten, so lvürden sie insgesamt für Hefter reich stimmen. Griedienland könnle sich dabei getrost bis über den Berg AthoS ausdehnen, Bulga ne» könnte fid! getrost »einen Hasen in Cavalla einriditen, wir lvürden deil Lebensnerv keiner Ration verletzen; nur würden nur einem Bölkeriplitter, der durch;'lbstammung, Spradie, Religion und Sitte von den Balkandiriitcn versdiieden ist, eine soldie Zuslnchr gewähren." כ^ס iDie jüdUcheivevölkernraGrow britanniens). Im August Lepremver׳ Heft der Zeitschrift für Demograpmc ilnd Statistik der Juden liefert 2■ Aoun bäum in London einen Beitrag zur -w listik der englischen Juden, dem wir m>.׳ Hauptergebnisse der eingebenden liniersuckung folgende Angaben entnehmen t. Die Lterbeziner aus allen Ursachen und in jederAftersstufe mit Ausnahme derjenigen zwischen 0- •י InbrenNl in London bei den Juden geringer als bei den Nichtiuaen- 2. Die Geburtsziffer ist bedeutend höher. 3. Die Kindersterblichkeitszisser ist im Verhältnis zu oer Anzahl der Oteburicn sehr niedrig. 4. Die mutmaßliche Lebensdauer ift in allen Afters stufen für beide Geschlechter günstiger. '»• Die Heiratszisfer ist höher. c>. D ie Ziffer für Die natürliche BevölkerungSzuimhme a> höher. ׳. Die gegenwärtige!1905») jüdische Bevölkerung Großbritannien beläuft sich auf 2.r>0,000.

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