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Der Israelit · 1906-09-19 · 38 (19.9.1906) · p. Seite 7

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
38 (19.9.1906)
Date
1906-09-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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1 •*- Srptrmbft li*06. JDOr׳ die in der **miniflunfl reichliche Wc leflnilKit zur Aussprache über Zragcn der jüdischen '/miqtoii, der jüdischen Wissensdiaft und des qe ׳amten jüdischen Gebens fanden.!"er Borstand deo 'Wintersemesters 1‘.m >»; 07 setzt s,ch;usammen 1>1K\ ^rtיי י , י ■*« «י ' J * .... , .. k 1 . .1 II I t I 11 l*M I III . I III I I L llfcillll .«mn ■1*1• MIU. (Jllll. .. _ <v rvohlgemiilh, 1. '4׳or״tze»drr; Tr. '.V. Moses, 2. Borsitzender - chucI. jur ,V Möller, Mai,'icrcv; cand. phil. 2)1 Zricdigcr, 1. Schrifn,ihrer! cand. matk M. 2. Schriftführer. Herr Wohigemuth, Berlin, AnguMtrafte in zu jeder '.'hisfnim gern bereit. Stuttgart, I-t. September. x*tm vierte» Tiidiri in ein Zäh, verflossen, daft unser i>se111ei»dcpräscs, Herr Hermann ,Muthmai n die A,1ge>, für immer schloss. לני צ־־יק לבי־כה. Tic itcti' Erini erling an seine beispielgebende Zröminigkeit in imo ivahrhosl zum Segen qe worden. Haft ivir aus allen Mänipfeil und Prüfungen, die unsere kleine (Gemeinde seit seinem Hinscheide» zu bestehen hatte, siegreich, ja gestärkt und gekrätligt hervorgegangen und, haben!vir in erner Vinie dem Umstand zu verdanken, daft uns bei alle» Schritten das hehre Bild unserks Herrn Gulhmann vorschivebte und mir in seinem Sinne und seinen Prinzipien folgend handelten. — Es drängt uns in diesen Tagen, da sich sein Heimgang jährt, in kurzen Zügen i»1s sein Ve•. enebilb zu vergegenmärligen, >!>n uns an seinem Beispiel zu erheben, und auch für alle Zukunft zu geloben, in seinen Wegen!veiler zu ivandeln. 'Was er für unsere Neligionsgcsellschaft getan, ivie er sich ,vahrhast FE: ־ci!2 für sie war, das zn schildern ist unsere Jycbcr zu schwach. Wir möchten säst sagen, daft er sich zil viel aus geladen, indem er die Geschäfte und Anliegen unserer Gemeinde ganz allein aus seine Schultern nahm. ')lux einige wenige Beispiele ,einer Wirk samkeit seien hier angeführt. Seine stete unermüdlichc Fürsorge galt in erster Linie nnserer Lmiagoge. Nid» nur daft er selbst ein regelmäftigcr und frühzeitiger Besucher des Morgen und Abendgottesdienstes war, er lieft auch nicht nach, die anderen Mitglieder immer ,nieder zu er mahnen, daft sie seinem Beispiele folgten, damit ivenigstens ein gesetzestreucs Minja» in Stuttgart zu finden sei: ,דדy zf;אולי *דצאו. Bei Wind und Wetter war er immer einer der ersten in Schul. Selbst wenn er sich nicht wohl fühlte, lieft er sich nicht znrückhalten לעבידי; הכייא sich in aller Tvriihc zu erheben. 'Jiidit weniger galt ׳eine Sorge unserer NF-NF, die er trotz aller ״geschlichen" Zumutungen unabhängig zu er halten wufttc. >Lein höchstes Streben war über- Haupt, die unbedingte A u t o n o m i e unserer Gemeinde zu wahren, trotz Israel. .Kirchenbchördc und trotz der häufigeil Beriuche, unsere Zni'tilu lionen zu ״legalisieren". Wenn diese nur vor t^ott die Probe bestanden, was irdische Behörden daran zu mäkeln ober zu lobe» hatten, danach fragte er niemals. Hie Errichtung unseres Nitualbades ii't einzig und allein sein Berdienst. Trotz mancher inneren und äufteren Hemmnisse und Schwierigkeiten uhre er nicht, bis er d,ese wichtigste aller Zn׳ stiuitionen, von der der Zorlbeitand unseres ,einen jüdischen Familienlebens abhängt, ins Lebe» gerufen hatte. Bis dabin war man ge zwungcn, zur Benutzung einer •דקור eine mehrnündige Neisc zu machen. 'Wie in der tzöemeinde all sein Tun der Thora l«nd ihrem Hienst galt, so auch in seinem Hause. Zcde sreie Minute benutzie er zum Lernen,und zur Uebung der Mizwans. Sein z'^Zt, ננזיייוה ist zu bekannt, als daft wir darüber ein Wort zu verlieren hätten. Sem Wohlstand gestattete ihm mit vollen Händen ausmstreuen, unb er war jederzeit bereit dazu. Habci »var er die Be scheidenheil selbst, empfing jedermann, ob reich ob arm, stets mit freundlichem Gesicht l«nd stellte leben, seine reichen Erfahrungen zur Berfügung. Z' so rnsen wir aus, möge sein Berdienst uns aur Gcrichrsrage beiitchen, möge er ein ',F'* \**דל vor Gones Thron für uns ,ein, ,venu unsere schivachen Kräne nicht ausge» Irr Israciit reicht haben, ׳eine Stelle voll und ganz ausz» füllen. Wie bisher »ein Berdienn uns beige standen und wir dadurch gestützt auf ein arbeits ,eiches aber auch gesegnetes Zahl zurlickbliden könne», so möge es uns ,y'ZF־* .sryzz »ürder hin gelingen, sein Erbe, unsere.-"דדי!: zu erhalten und zu vergroftern. '.Vlannhe 1 in. den 17 September Her »ad, Mannheim einbrru'eiie süddeutsche Zionistrntag trat gestern zur Beratung zusammen. die An Wesenheit ansn'ärtiger Zioni'te» e,1nögl1d,te es, am Borabend eine stark be'iidnc. nnrfsanie Pro paganda Bernininilung abznliallen. Her Soniitagniorgcn n׳ar für eine Ans'piache über die innere Lage des Zionismus in Heut'd,!and beskimint. Ha Herr Hr. Bodenhciiner ans Eölnam E, sdieinen verhindert war, eronneke in ׳einem A'ainen Herr Hr. Hanlke 'Berlin die Sitzung. An ein einge heiides di'eierat des Herrn Hr. Mo׳es Mannheim schloß sich die Hiskussion! jedem einzelnen 7>,'ed»e, merkte mau an,!vie er bes!,ebr war, dem anderen möglichst!,adizugeben. nin nd, mit ihm an» dem einen 'Boden znsaniineii zusinde»: Poliriidie Arbeit »ad, ivie vor, Gegen» artsarbeit in Palästina, nur insoweit es die nun011 fd>0111ז rl,c Erforschung des Landes und die E»Haltung des jetzigen 'Bevölkerungs »nd Besitzstandes ersordcrt, aber keine Mleinkolonisation' Hie Nachiniltagssitzung, die durch Beierate der Herren Hr. .Mausinann Zccibu,g und <,. Straus München eingeleitet ivurde, hatte noch mehr fast als die vorhergehende den Eharakle, einer Ausspradie an sich. Zeder trug aus dem Schatz seiner Erfahrungen aus dem »Gebiete der Propaganda vor, ivas der Allgemeinheit mehr oder weniger von Znteresse ,'ein mochte. Und ׳'o gab man der Hoffnung Ansdrud. daft »ad, dem Rückschritt. den der Zionisnius in Snddcutsdüand in, letten Winker zu vcrzeidmen hatte, dnrd, eifriges Arbeiten mit aili's Lieiie vereinten Kräften ein neues Aufblühen, neue Erfolge herbeigeliolk würden. ״Her Entwurf eines Reformgebetbndies für die badi'chen Zuden" war das Thema, das Herr Zulius S im on - Mannheim in einem ausge zeichneten Referat in der öfienr!id;cn Abendfitznng behandelte! Zn fürditerlichen Zeilen, n»e wir ne jetzt er leben, benrelt sid, ein Zeder, die trennenden Bl o in eilte zu überbrüden, die z,visd,en den Zuden iii den einzelnen Lände, 11 etwa bestehen. Nid» io d e r B a d i s d, e C b cv v « t der Z s raeliten. Er schasst ein ireues t^ebetbndi, neuen Hader unter den Bedrüdken. Has alte, ehrwürdige Buch genügt seiner Anschauung nach den Anforderiingen, die ein moderner Mensch an ein Gkbclbud, stellt, nicht mehr. Man envanet, daft ein ,olcher Sd,ritl eine ,tarke Bewegung zur Unache hätten nichts dergleidien! ein Mann mit seinen Helfershelfern repräsentiert die Zuden, die nidit zufrieden sind mit I den zu langen Ge beten, 2'! de» Anknüpfungen an den alten Hpt'er dienst, den kabbalistische» Uebenefieil und 4 dem Hoffen auf einen lebenden Messias. ein Zion, ans eine Bolkszukunst. BNire es eine bloft religiöse Zrage, um die es ״d> hier dreht, so niüftte der Zionist als solcher schiveigen. Aber nein, alles was das Bolkstum, die Nation für ״ns bedelitet, sucht man ausziimerzen, den Mcsfiasglauben, diesen ״rührenden Zug des religiösen Optimismus" nimmt man uns so. Za, den Hedniantel des modernen (Geistes, denen der H'ber-rat ״d, rühmt, muß man ihn, herunter, reiften: dlordau hat einmal gesagt ״Bkendelssobll lehrte uns die ^rachtung jüdischer Werte". Hank dem Zeitalter der besonnen, das er einleitete, wären wir zu Grunde gegangen, wenn ,vir nicht von H^sre» Zuzug bekommen hätten. 7>tesorm in der Name, Äsfimilation der Erfolg. Und wem soll dieses Produkt des ״modernen Geistes" nützen, wem Gutes bringen? Hie L?rt h o d o e zt f denen dir ia I ilii Kiiltui feindschast vorwini, b danken nch für die 7kkeform. ׳','r. Zen» 7 Wer »veder religiös noch überhaupt jüdisch fühlt, der nnrd gerade vom Hberrar überbaiipk nidit mehr als Zude betrachtet »»erden können, da er das Bolk de, Zuden mit einem svederstridl g^rin»» b,1» Wer »i ch t r e l 1 g 1 o s. jedoch jüdisch e!!! psi» det. dem hak de, Zionismus 'd>on geholfen aber keu, Hberrat ׳?l!! r denen, die religiös, aber n 1 ch k allgcniein jüdisd, einpf 1 nde!1. denen gibt man eigentlich das neue <׳»ebelb»ch. Hie Lauen unter ihnen nehmen es hin. 1» religiöser Hinsicht u»,d es ihnen '0 viel 1111b io wenig diene» ivie das alte. Tie >!,>!>,die» aber »׳erden sagen: ,,Was in daran jüdndi י' Was konnte von dem, ivas übrig in, nidit and, in den, i^ebetbudi eines El» ne» oder Moslem nehendas in all geniklne Ethik' Warum nvd, bebräud, mit liebe, ׳'etzung?' Hie einzelnen Ltellen tut «N'bekbndi, die 0׳ rrdn an'dianlidi >as Wirken des Hberrats. das Wüten im alten Terre vor Augen sühre». brnnche ich n׳v i nidn zu nennen! der Neserent führte nur ivenlges es ivaren ,edoch eklatante Bei spiele an. 20 übersetzt die Teiilloh die Worte ״An, Zisroel" mit die ״Zudeii" oder! die ״«^la» bensgemkinde Zisrael'" A' e,-^, i'o idilos, der .׳fi'eskrenl, ״das Zudenluin ivird enkivede» zioniitisd, »ein, oder es wird nidit ,ein." Hie Hcbane iva, ivriug ergebnisreich im Bergleich zn, Wilkiurg der Nede selbst. Ein Herr Aronviv sprach im Zargon ,eine EntruNung aus über Leute, die dem ׳Böerke von Männert!,!veldie vor -M-i» Zähre» dieses in Not und Guahr ׳'»>, das eigene Leben gcschassen haben, die ״Neichomc" nehmen ,vollen und sagen: ״Her ,oll leben Herr Hr. Kausman» »,ireibnrg und die Herren Hr. Zriedeinann uiid Hr. Zonas Simon Heidelberg erklärten einem Poale Zion gegenüber, der einem Zio»,stenlag die Berechiigung zur Be, Handlung des vorliegenden Thenias ab,prichk,w1e ,'0 man sich hierzu legitimiert ׳ühle. Nachdeni ^,err Hr. Simon nochmals auf die Bedeutung hingewiesen hatte, die der in riditiger Weise erteilte Neligionsnnternch: auch in Bezug aus die nationale <sses1nnung der Zilgeud besitzen kann, wurde solgendc, von dem .׳tteferenlen vorgeschlagene?kiesolution von der etwa Zudorer zählenden Beriaiilitilutig mit alle» gegen eine Stimnie angenommen! ״Wir erblicken in dem Bertuch des badiilben Hberrates der Zsrael'.ten, dir Hoffnungen des jüdischen Bolkes in Bezug auf Palästina und den nationalen Gehalt aus nnseu, alt überliefertet, (lederen auszumerzrii, einen ge waltsamen Eingrin itt den Gent des Zuden tums. Hieser Eingriff kann nur die allerbe denklichnen Zolgen für die Entwicklung des Zudentums nach fick, ziehen. Er entwertet die idealsten Antriebe aus unserer Bergangenheit und für unsere Zukuilsr." Kattowitz, 1-'. Sepleniber. Sostiowitzer jüdische Zamilien mieten ,'ich in großer Zahl^ in Kattowitz zur Berbringung des Neujahrsfestes Wohnungen. Es werden zu dem Nr1l,uhrs»'rstr am B>. September — in Sosnowitz große Krawalle befürchtet. Zn st er bürg, l:i. September. Wir der ״Hsrdeulschen Bolksztg." aus Eudtkuhnen ge meldet wird, herrscht n, dem an der Grenze^ge legenen Städtchen Kalivarja, Gouvernenietir Lu walk!, das etwa *<*0י jübuche Einwohner bat. eine gewaltige Zeuersblunst, die bereits einen groftkii Teil der Stadt in Asche gelegt hat. Einige Mensd»en ׳ollen in den Zlammen »nngekommru ,'ein. Unftlirnd. Her Pogrom in Sieölce. (Bon unserem Sorrespondenlen Warschau, September. Hierbei sende ich Zhnen zwei Privatbriefe, die ziir Eharakteristik der Lage in Siedler dienen

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