Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 38 (19.9.1906)
- Date
- 1906-09-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ein Centralorgan tör das orthodoxe Judentum IIfUI Ji JJJ sg^aItgrlaief hi Br.Ldun» 11 Rhin Fgg=81 r.n 7^u__ »10 ,־ י.SPDfpmberl9O6. . . . _ ___ 47. Jahrgang, sss Sranhfurt a. M.. den 1^g6^luT 5^66°6 ti 38 Xcr ,lÄtüflit fn'djftnt icbctt Xomierftao. Abonnements: (Hemöbithrbf Ausgabr Mk. I..'>0 vierleliüdvlick. venau«,1abe aut iimistdruitpapur Ät.;1. vierteliLdrlub dluslaiidsvrei'e >ur die qewölmliche Ausgabe: Ocftevrciili 2 Kr., Nunlaub I »»>>., England 2 Amerika .ייו ct»., Niederlande 1,it H.׳ AdoiinenieniS bei alle» Poiiaiiüalreil, ^uchbandlunae». iowie bireri bei der (ktt'kdition, HettauSaabc nur direkk. Ankerate; 3<1 Psennige für die ikLSge'paliene Lolonel steile: Naball »ach!ar>f. ^nieraleiiaiiiiabnik mir durch Paafknflrin u. Aoaler A. Of. in ,^rankfurl a. M. und deren Hilialku. Unser» verehrt. Poftadonnrnlen bitten wir «m rechtzeitige k׳rne«erung de« Abonnement»!nm I. ttktobrr. WMOWMOMOMOMD Uom Moria zum Sinai. Ter Crh11)d)0fav ist verstummt. Aus dem tuukel der A'acht ringen sich durch deu dämmernden Morgen in Israels Gorreshäusern die von den Tränen der Jahrhundettc gemeilnen «Redete tu Oiott empor, und was an eigenstem, Personlichstem Wünschen und Hosie» die Herzen der Beter erfüllt, cs rankt sich um die alten ״Worte und strömt daliin in lvllndersamen Melodeien, da droben den ״.Hiner des Menscheiigebekes" zu suchen .Hörer des (Debets Zn Dir bin ivird einst beimkonnuen Alles was Fleisch ist! Das ist das Leitmotiv, das vom ersten Dämmcrstrahl der Selichoth-Tage bis zum Abend des grosicn Tages des Wiedersindens, immer wieder und wieder die universelle, alles mensch lichc Sehnen umspanricude Bedeutung der >üdischen Ausgabe zum Bewußtsein bringen kvill, und das noch in jüdischen Gotteshäusern tönen ivird, ivann drüben in! Zarenreiche Bersolgte und Ber solger, Märtvrer und Mörder längst im stillen Grabe ruhen stärker aber und mächtiger als diese Zu verficht in die Zukunst des Menschengeschlechts wirken in der betenden jüdischen Seele die großeil geistigen Stützpunkte aus der rcmeii V e r gan gen heit unseres Volkes, die wie lvegweiseude Leuchtfeuer von BergcShöben in das Geivoge der Gefühle bincinleuchten, unb die nicht als tote kistorischc tfleminiszknzen, sondern als lebendige willenbestimmende Mächte den Juden in sein neues Jahr hinübergelciten. Moria und Sinai, •גקיי־ד־? und *•די עשיר. ד-וה, Mittelpunkte sind's der uneri'chöpsiich reichen (Gedanken und Gefühlswelt, die in den gewalrigcrr Elul-Tischri Tagen des Juden 3inu umfangt. Bon Schofartönen getragen, in zahllosen ״Akedas" verherrlicht, steigt Abrahams, unseres Vaters, Lichtgcstalt, aus dem Grabe der Ber gangenheit empor, und Mosche Nabbenu, Moses unser Lehrer, grüßt die ״im Hause Gottes stehenden in den Mächten", wenn int innigen "Vereine, dort flüstenid, dort lvir der Sturmwind dahinbrauscnd die שלש עשיר, דרוה, die große Botschaft von Gottes weltgeichichtlichcr Liebes lvaltung, sich von den Lippen ringt. Zur Gotlesahuung, zur ahnenden Gottes erkenntnis hatte Abraham, gan; aus det?traft eines reinen, redlich suchenden Meiischengcmütes sich emporgcschivungen, hatte die Liebesnähe dieses «flottes empfunden, hatte, zum Mann gereift, Sein ^sicilbarungsivort empsangen, um nun, aus der Höbe dieses aiinvärts führenden Lebens Pfades, am J-uße des Motla den kategorischen Imperativ der Pflicht in seiner ganzen surchtbaren Größe zu erleben. Unsere Zeit!nag nichts mehr hören von dem ihr hart, streng, einseitig düiikenden imperativen Psiichtdegrin der jüdischen Ethik. Sie gehl nicht nur an dem דלהי und אכיר vor der jüdischen Wahrheit, sie geht auch an den Mucius Seävola der «beschichte, sie geht auch an dem kein Wenn und Aber kennenden Pflicht begriff des Königsberger Welrweisen achselzuckend vorüber und zimmert sich — die Ehrlichen resignicrt, die ästhetischen Schwärmer mit vielem Geschrei — ei»! ethisches tllachtaivl zurecht, in dem Egoismus ukid Sinncnlust bis zun» Aus tauchen einer nerien Weltanschailuitg in einer Art Jestliitgshast gesangen gehalten tverden sollen. Uns aber, den ״Trägern göttlichen "Werkzeugs", in diesem Wirrivar der Zeiten, ruft umso lauter von Morias Höhen der *?אי Sr טי£י* das Hohelied von der alles betvälk'gendeii Macht der Pflicht in s?hr und Herz, aut daß wir nicht, was im Menschen in »er 11 stürmt und drängt, uns nach dem "Vorbild der Zeit zur Gottheit ge sialten und erheben. Weck: auch Thckiah un sonst aus allem Träumen, schmettert Teruah auch nieder,!voran Herz und Wille ve»langend hange» mögen seien ivir lvürdige A bra Hains Söhne, >v e r o e n iv i r g l e 1 ch i h m B i r t n o s e n der Sittlichkeit, zeigen ivir einer verziveiselnden Welt, daß, aus den Nateln des Gesetzes, das Abraham, unser Bater, am Moria seinen spaten Enkeln erkämpfte, noch immer die s i t t - llche Freiheit wohin! Und M o s e s »vard, als die Zeireit sich erfüllt, der Bringer d:e>es «Gesetzes. An ihn, den schon Betagte»,!var die Gottes stimme wie ein gewaltiges Schicksal heraugetrctrn, Hane ihn heratlsgerisien aus demutsvollem, bescheidencm Sein und zum Führer eines Volkes erkoren. Ganz dem Werke hingegebeil, kaum Persönlichkeit mehr, hatte er das große Werk des Gottesboten vollbracht, dem sittlichen Willen seines Volkes den scharf umgrenzten Inhalt gegeben Da regt sich in seinen! ,znn<״-n -in brennendes Verlangen nach dem Höchsten, nach voller, re! ne rGon eserken n k n is. Et kennttvobl seine Pflicht, kennt die große Lebenspfticht des Volkes, das er seinem Ziele entgegensührt. und doch Lehre mich doch die Einheit in der Mannigsaltiqkrit Deiner Wege kennen- Das ist der große Preis, den der treue Gottes diencr als Blüte seines irdischen Lebensdieustes erfleht und der uns noch heute als seligster Ltebeslohn winkt, ivenn wir ihn auf den von Mosche gelehrten Wegen erstrebe,». Auch unsre Zeit, die matelialistnch gescholtene, dürüet nach Gotteserkenntnis, und Verrat an der Menschheit isi's, wenn >v»r uns weigern, mn den Tafeln des (י*!•!?^ im Arme Geist und Gemüt det kochnen >>idischen Lebensaufgabe, der Erringung der G o r r e s n ä h c zu lveihen. ".'licht hinter .^loüetmauern und nicht allein in der Studierst׳«״» wird d!e׳e Ausgabe geloste wache,helläugigeMenschenkiiidervetlangt sie,die 2דיל ׳יי: הבא עי*:• לד״בה:: c־": זר■ ע״ ״i: det Schosarklänge nicht vergessen und von ihnen ge tragen, welche Spanne Zeit ihnen hienieden auch gegönnt »ei, i h res Lebens Sinalgiptel erklinnnen, des Gnadenwortes ihres (Lottes gewärtig -S לבי" :r flu; (km machsor für die ידיד הנוי אי ם. האדי־־ה והאני!:ה" Unter allem Ergreifenden und.Herrliche»», das unser Muchsvt IN so reicher JnUe bietet, ragt die Eigenart dieses Pi>ut ganz besonders hervor. Schon an der Stirne trägt er die Mahnung, durch Vortragsweise und Haltung der tiefen Hetzeils andacht, die er erfordert, auch äußerlich Ausdruck zu geben, denn eisi ein Lied der Engelscharen, das in jedem einzelnen Worte die Heiligkeit des G0tteSnamens zum Ausdruck bringt. יאדי״ בנגל; לבנעידה לבבייעה, ייבול; דאי־ בבל r ,.לבבי, ב* ר״א.״דיי ר.די*אב״ד בד באדי בדפי לזד־נבר שי קרלהר.. er ודבל הבה ״רבר. ״צא Jorm und Inhalt Innen die »uigewöhnliche Höhr des t>>rda1»kenflugs und die Tiere der An schauung ahnen, dir aus dem gedrungenen, geheininisvoUen Lapldarstil zu uns spricht, .?kein Oledicht, kein Rythmus, kein Reim und keil, Liers» maß kann als geeignete Jorm für da»>enige genügen, was hier zum Ausdrucke gebracht iverdeu soll. Während wir in alle׳!! Pijutim die von keinem Dichter sonst erreichte oder gar übertrofsrnr Bieisterfchatl in der Handhabung der