Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 36 (6.9.1906)
- Date
- 1906-09-06
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2446951-9543451-9890646--0690-7375181- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«r •V. *fit» IS *י. Aeptrmber 1906 Kinderecke. meine Sommerferien. Taqebuchblänrr ,\uli l!«a« fH c! di e ז1 ח a 11! ,>* fauit ^11 mein tauen, une idt midi heue. Aller idi ^ebe um B.'ühe, vuhtfl und fleieut ju ericheineii. Und ivainend nt mir alles singt und klingt und der wunde׳, var eit Bergwell etttgegeiijaudtzt, hefinnmere ich mich um Wepneh Billet usiv., um zu;eigen, das; ich schm, ein grosies Mädchen hin und mitgenommen werden kamt. Wir tiahen uns einige Tage in München ans fleiiaUeit, und nun soll es weiter flehen. Tenllas Haderedt ist gesagl, und am Cnbntmhof steigen wir zur Weuerfaltn ein Freilassing' ^m tio»*»'• halte ich s nicht ans, ich stehe ^»,f der Plattform und schaue, schaue, schatte! Schon hei Pneu war idt äugen. Ta ist ja der wunderhare lihiemtee nnd an» der Herren Znsel eines der Pradindilosser König Ludwigs II. non Bauern, ,Zst's Wahrlieit, ist s Sage, ivas sich an diesen ׳?laute» knüpft v Tie Eltern erzähle» s, und dod! — man glauht st dt in eitle Märchenwelt versetzt, es war einmal. Wie mich der Wind zerzaust, der hitdtc fr ästige Bergwind! Und da sind tie audt. der Stanseil, der Zwiesel, der Uitlersherg, die Neiralp, 1d> fett ne sie nicht alle ^d? »ragte!!ach dein Watzmailtl, weis; aber nicht, oh der Herr nnd König sich gezeigt. H a in in e ra n, Pidi n g , langsamer »ährt der Zug, enger wird das Tal, es!;׳eitet sich ,nieder Neichenhall. Ein sonniger, tvonniger, Herr lidter Tag. Aber glaube nur nicht, das; sie alle so und, die Tage in diesem Eden. Weis;t Tu. wie die Winde heulen oon den Bergen herab, ans den Sdtlünden hervor, wie es stnrntt und tobt, wie die Blitze zucken nnd zünden, der Tonucr rollt, lang hingezogen, im Echo tviderltallend von Berg wand zu Bergwand wie der Negc» in ,Tinten hcrabsturzt' Kennst Tu es'? ,Ta, es ist ein anderes, ein Wetter in den Bergen oder eines in der Ehetre. Hoch zurück zum Bahnhos! Tu mein liebes Budt sollst ja später meinem Gedächtnis nach helfen, selbst eine Art Gedächtnis fein. Ties Sprachgewirr' OJatfuiidt deutsch vor allem, dabei auch die sdtwer veritandltche Mlltrdart der Einheimischen, damr nauzösisch, englisch, rumänisch, serbisch, bulgarisch, russisch, politisch, spanisch, italienisch, auch das jüdisch deutsche fehlt nicht, und id! weis; nicht, was noch. Nctigterig bin ich nicht, aber wenn rings um Tich die au geregteste Unterhaltung ist, und Tu verstehst nichts davon, ist's doch ärgerlich. Else und Paula sind mit ihren Eltern hier, wir wollen viel zusammen fein. Heute, während wir im Kurgarteu der Musik zuhönen, haben wir Pläne gemacht — Pläne' ja, wenn wir die ausnihren dürfen, sind wir jeden Tag auf dem Gipfel eines anderen Berges. Schade, das; es in der Nähe keine gefährlichen Glet'chertotiren gibt. Es mnsi doch einzig fein, später ^u er zählen, wie man angefeill ganz mutig über Lchnee nnd Eisberge gekielten, wie man schon einmal beinahe in eine Spalte gefallen Hu, »nie gruselig! Nautchetlder Bergstrom, liebliches Tai, Behüte Gott Tich, mein Neichenhall' So fteht an einer hübschen Billa angetchneben, in der Bahnhofstrafte nahe beim Bismark Tenkmal. Tas Bismarl-Tenkmal, nein, ich will mckt Kritik üben, tonn hetftt's, ich »ei ungevilfel, ver stehe nichts von der Bildhauerkunst, aber ich kann es nicht schon sindrn. Der Israelit. Tabet fällt mir unsere ktteraturfninde etn. Wir hatten »Prinz ,Friedrich von Homburgvott Heinrich von Klein gele»'en. nnd der Herr Pro scssor fragte, wie er uns gefalle Er batte uns nicht gefallen, doch wollten wir's nickt lagen Ta rief eine von uns ,Es »»eh» io oft .aleickviel' britt׳'. Ter Hen Professor tat uns etwas deutlich seine Meinung ktind. und zwischen den kippen zerdrückte er ein Wort, es war keine Schmeichele;. eS war etwas Zoologisches, eit; Bogeluame im Plural, wi; verstanden ihn wohl, »ud unser Telbstbetvnftttein siel, siel unter den tKesrierplinkt Tenn der Herr Professor. ent zückend sind feine Stunden, man wird ״Fräulein" nnd ״Sie" angeredet nnd um feine Meinung gefragt. Um zwölf Udr t;׳arteten wir auch, ob er uns nodt grüfte, oder ob tot; zu lehr in feiner Achtung gesunken Aber e, zog den Hu; und lachte sogar. — Wir waren in der Saline, nuendlich belehrend nnd interessant ist es dord. Tank» doch Neichen ball seine Bedeutung den reiche» Salzauelleu der Tiefe. Und hier tief im Tutikel der Erde, wie aus freien BergeSböh». int rausdtenden Ükald. am |äb absprutgenden s^els drängt sich es uns übe; »;«ältigend auf ״ .׳Wie grvsi sind Teilte Werke, o Herr, alle hast Tu sie mit Weisheit auSgefnltrt, voll isi die Erde Teiner Mute;׳''' Nett sahen wir a;1S. als wir in grobe, weite weifte Mäntel gehüllt, ein iTilzbütchen auf dem Kopf, ein Grubenltcht in der Hand, binabstiegen. Zweiundsiel'.zig .;iemlid! hohe Stnfen gings hinunter inS Erdinnere» dann durdt ׳tockdiinkle Schadite, spärlich beleuchtet von!!!!׳'erni »'׳!!che״ lickt, zum T.uellenban. einer natürliche» grosie» nasikalten srelsenhödle. Hier ettUprtngen die meisten T.uellen, ich glaube vterzebn, teils 'vrudelti sie von »elbsi herleilS werden sie Hera ״»gepumpt. Selbstverftändlidt habe idt vott allen gekostet. Grone Maschinen treibe» diese Soleguellen nach oben, doch nur die ץ*ויייי״יו wertigen tverden zum Kurgehraudt, am Gradier- Haus, zii Bädern, zttm Inhalieren usw. verwendet. Wjr kehrten zurück. leg»en nufere schöne Maskerade ab. — Schon fertig? — Nock, hatten wir nicht ein Körnchen Salz gesehen. Ta ans den! Hiiitergrtiud eine Stimme! »Wollen die Herrschaften uiii inS SudbauS folge״?" TaS wollten wir ge;ue. Aber war'» da beift' Ein hübsches Psännchen von einigen Metern Turchntesier sieht mit dem Wasser der Salz anellen gefüllt auf einer Höllenglut. Tas Walter siedet, es verdampft im kaufe dreier Stiindeil, daS reine Salz bleibt z»׳ück. tvird mit grosie» Krücken in Uolzkiftett aeschoben nnd dann auf den Trockenherd gebracht. Was liegen da Berae von Salz' '?loch lange keine No» beim iTleifch koscher machen! Ein Teil des Salzes tvird ge. mahlen und kommt als Tischfalz in den Haitdel, daS grobe, das Kockfal». wird tu Zenmer-fäcke verpackt, plombiert ni»t>. — Etwas Sole bleibt sietS beim Berdunsien zurück und wird als Mutter lauge zu Bädern vertvendet. Wir waren entlassen, nahmen noch jede ein Stückchen Ptannettsiein mit, ihn den ^reuubinneu bei Gelegenheit als Zucker zu reichen, und gingen frohgemut. Die 3i?is. Glutrot taucht der grosie Sonnendall m! Wetten unter Wie ein schuldbewusites Kind ver birgt er sein Angesicht, denn zu entsetzlichen Greueltaten bat er heute sein kicht leihen tnütten. 3» einer russischen Stadt sind räuberische Horden über die schon oft gepeinigten Kulten hergefallen und habet; geplündert, gesengt uttd gemordet Still breitet die hereinbrechende Nacht ihre Schattet; über die tveite Ebene. Ta irrt noch ein armeS Knäbchen an der Seite der kandstrafte. Es sucht seine Eltern, die vor Stunden im We tümtnel der wilden Flucht von ihm getretmt worden sind. Schon Hunderte, die an ihm vor beigeeilt, bat es um Hilfe angerufen, aber keiner hat bei der eigenen Not auf es geachtet. Ze mehr dir Tunkelheir zunimmr, desto Höker »teiae feine Angsi. Es fühlt sich hilflos nnd verlassen Da erinnert sich der Kleine, daft ihm einmal t'etu gutes '.Viuttvidteu beim Morgenqel'ete getagt hatte ,Ment liebes Kind' Wenn Tn die Ztzts anfchausi, da mufn Tu d׳ran denken, daft der liebe Gott imiiter tmd überall bet Ttr tsi. und Ti» vornehmen,' stets brav und fromm zu iettt Tann tvtrd der liebe i^ott auch an Tich deiiken und Tich detctzutzeit - So inmitir den» l>e, «,me Knabe 'eine ZiztS hen׳or, künt sie, und feine Träneit rinnen darüber her. Warum aber schaut dort der grosie Mann von »einem BNtgen ans >a a»g.!ege»tlich zu dem Kinde bin*J Wie kommt es, das; er. der es dodt vorlter to eilig zu haben tdne», jetzt liebevoll mit dem Kitabcheu tprtdtt und es to forgltd! m de» Wagen ltebt, um es zu feine» Elter» zu bnuge» - Hat r׳i!leicht der liebe Gott des fromme» Kttttes gedacht׳^ Heiur. Einsiadkei M5el. Tie Wanertlut fidn׳r tind heil d»rd> fchtvoiniiie». Hat er sich daun beim Wei» übernommen Nate, mein Kiiidleiii »e>», Wer es gewesen mag fein' wer reimk? El, hör nur, hör', der kluge Hab», Er kündigt uns den Morgen — Heraus nun flattern, fliegen freier T>e Hühiierdteii nnd legen Z», Hof, am Zensier pfeifen, schwatzen Tie Schn'älbleiir kie!!! und audt die Und sieh, »nt thneu um die W'lte Tas Büblein springet aus dem Zieht .Hemd uttd Höslem au ,tu Nu T;e Strtrinpse dann >md ,,««»« dir Wäscht rasch sich Hände und;Zeucht Hals, Hhrru, dte vergift; er rrnoachrig 1t׳m> ei um »«>>> >>»»»», Um zu dem lieben Gott zu — Tas Zrüdttüd flehet schon bereit, Zu ivarte» hat er keine Zlink geht s zur Schul, jetzt isi's genug, Tas Bübchen ivird mir sonst z» ^ubbar-^lttfang n. Ausgang. nzr OHT. ״״״,״״ latMRt ÄUSgi'Ng Udr Mii,^ Itto«;!MH tldr Mi». Frankfurt a M '׳ lt« ». 2ut. 1״. v^Url 7 Mainz . . " 2■׳ m 7 1 . tverlin » 7 München u >'׳ ״ i •M rtuttzart '׳ u» -M " t Hl Ztraftbura '׳ 7 ״I Pose« ׳ 12 rtettin 7 <'•׳־ Breslau 1 (X Nürnberg - . 7 £\ »ür de» Reklamenteil »fr die R.daktion »icht verantwortlich: insbesondere ist evanoschtteklrch Lache der Veser. die « Neklameteil enthaltenen Ewvfehlunarn ritneller Tvaren oder sonftrge fl«■ gaben religsonsttzesetzlichen EharakterS ans ihre Z«v«rl-°sstakeit zn prüfen. r» סר n M »Ickfj!! 1 NS כשר Hot?l und Restaurant Marx. Etarftf« Hotel a. Hntaarnt 1a Platie, welch, amt Aahkkt dar« »tiaülfcn דשניח Herrn H. «Urea* Krakaasteht — Diner t p»rt Mk. 2.50. — Table d'hftte 2.25 —— Rain• WwiN•. — Besitzer: WUhelm Harz, EUsabetbentt׳ asse Nr. 50 vb-1 vi5 dem Knrsarlen. Tilaploa Rr. )M. Paitlaa 1■ Saasa lala,das Nr. m.