Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 36 (6.9.1906)
- Date
- 1906-09-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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«r 3H. Cette 4. die modernden Vorhänge, den vorqeneigten הקויייש und die attsqettapelten alten l^cnioro» beobachtete, während das L'T'L.i וזירז:: au sein Cbv klang, der fühlt den ganze» Jammer, der bei dem unwillkürlichett Vergleich des Einst mit dem ,־Vb! »nserc 2-cclc erfüllt.! rotzdcm iväre tattttt zu hosse», das; der weitere Niedergang unserer Dorfgemeinden ver hindert lverden könnt׳׳, ivenu in sozialer Be ziehung die Stadt heule noch so viel ׳ Vorteile bieten ivürde ivie ehedem. Dies itt aber bei tvcitem nicht mehr der Hall. Der gervaltige Wettbcwerb der Kansleute in den Großstädten hat die Rentabilität der (Geschäfte sehr verringert Gleich zeitig sind die Lotten der gesamten Lebensführung so gestiegen, daß der Kaufmann mit äußerster enittrenguiig aller seiner Kräfte arbetten!׳״״!, um sie bestreite» zu können. '?imt kommt noch der Umstand hinzu, daß der Geschäftsbetrieb in der Stadt in der Regel ein großes Kapital er fordert. Max viele!,eilte mit kleine!» Vermögen ,nackten daher die Ersahrung, daß ihr sauer Erspartes eiitgczchrt in, bevor ihr Geschäft ertragssähig ge ivorden, und sie iverdcn so mit der Zeit in die Neiden des sich stetig ausbreitenden Proletariats gedrängt, tvährend sie aus dem Lande von ihrem geringen, aber gesicherten Einkonnneit ruhig, sorg, los und in geachteter Stellung leben konnten. ׳?licht beneidenswerter ist die Lage des uv selbständigen Kaufmannes. Er verdient so viel; als er braucht, oder braucht so ule! als er verdient. Nur iit den seltensten ,Fällen ist er imstande, eine Familie zli gründen. Was sind aber die folgen > davon? Ein langes Iunggesellenleben, die Bil dlliig einer stachelt, blasierten Weltanschatiung und schließlich di»- Rettung durch eine Geld hrirnt. Daß unter solchen llmttänden dem An gehörigen des Mittelttandes die anständige Ver. ׳ sorgung senier Töchker fast zur Unmöglichkeit gemacht ivird, läßt sich ivohl unschwer einsehe». heutzutage rechtfertigt die Rücksicht aus die '?lusbildung der Kinder auch kaum mehr die lieber ' siedklung in die Stadl. Wohl bietet die Großstadt durch ihre Schulen Gelegenheit zum ״Studium". . ,Vt dieses aber so erstrebenswert > Jur den gesetzes ' treuen x\110r» iß die Auswahl der gelehrten , Berufe, lei denen, er den Sabbat halte» kann, eine ׳oh, kleine, und der Andrang zu ihnen ist io ßark, daß eine große Aussicht für ein gutes ,Zorrkammen nicht betteln. Und wird nicht der Vorzug, der in dem Vorhandenseiii höherer Schulen liegt, reichlich ausgeivogen durch die großen Hindernisse, die sich einer gliten reit giösen und moralischen Erziehiiiig, einer wirkungs vollen Ucberivachung der .Kinder entgegenstellen? Sind doch, im Gegensätze zu den Städtern, die mciüen Landbetvohner in der glücklichen Lage, saß den ganzen Tag in der Umgebnug ihrer Kleinen Der JSraellt. '׳. Teptember IS« sein zu können, sie selbst zu belehren und zu er i ziehen, vor allen! aber, sie vor Verführung zu bewahren und ihr Tun unb lassen zu übenvachen! lind auch die Möglichkeit der Gewährung einer! besseren Ausbildung ist jetzt in vielen Crtett ge ׳ boten. Die Anzahl der höheren Schulen in Land siädtcheu Hut sich sehr vermehrt, und eine reichliche und billigeEisenbahlivcrbinduugverbreitet noch ihre 'Wohltaten aus einen größeren Bezirk. Die Leinungen der jüdischen Elementarschulen kornmen häufig denen von Mttelschulen gleich, den» sie besitzen nur eine kleine Zahl von Schülern, und manche Lehrer haben noch besondere Kurse eingerichtet, in denen die.Kinder gegen mäßige Ver- . gütung alles erlernen können, was Realschulen an praktischen .Kenntnissen vermitteln. Der Relig!onsv.nt>׳rricht ist in solchen Schulen ei» viel besserer als in den meisten Stadtschuleii, in denei« er iuinier mehr zu einem flache!« GeschichtS und Moralniiterricht wird, so daß viele Kinder bei ihrem Schiilaustritte kaum he bräisch lesen können. Leider erkennen manche Landgemeinden nicht, ivelch großen Schatz sie an ihren Schiilen habe», und sie stimmen deren Auslösung zu, um die Steuerlasten zu verringern, ivährend es geiviß nicht aUznschiver fallen dürste, von Großgemeinden lind Wohltätiglettsstiftungen ausreichende Beihilfe zur Bestreitung der Schul- Unterhaltungskosten zil erlangen. Hart ist es für einen großen Te!l der Israeliten ans den: Lande, daß ei! er ihrer Hanprnohrungszweige insol e einer ungünstigen Gesetzgebung ן und feindlicher Bestrebungen sehr dariiiederliegt: das Viehgeschäst und der damit znsaniinenhängende Zwischenhandel. Aber in anderer Richtung wiederum , liegen die Verhältnisse beute günstiger als früher, i Dank der verbesserteil Verfehrseiltrichrnngen ist es! dem Kaufmann möglich, wette!»egenven nno auch j große Städte zu bereisen unb j'o sein Absatzgc . biet bedeuteiid zu vergrößern. Der Allsschwung der Industrie, die aus dem Laiide durch das Vorhandensein natürlicher Betriebs- und billiger Arbeitskräfte einen besonders günstigen Boden findet, bietet den Vermögenderen reiche Gelegenheit zu geiviniibringeiiden Unternehmungen. Vor allem aber ersrent sich gegenlvärtig die Land lvirtschait einer recht vorteilhaften Lage, und dies sollte unsre Glaubensgenossen veranlasse!!, sich ihr wieder mit dem Eifer und der Freudtgteir zu lvidmen, die unfre Vater in so reichem Mage auszeichneten. Iß doch niemand freier als der Landlvirt und kein Jude angesehener als der, der auch seine Kürperkräste in der gleichen Weise >vie sein christlicher Mitbürger nutzt. Und das ist unser Wunsch und unsre Hofs!1111!», daß sich unsre Brüder aus dem Lande in Zukunft hauptsächlich diesen Erwerbszlveigen zuwenden möchten: der Industrie und der Land Wirtschaft! Davon envarten wir eine soziale Erstarkung, davon aber auch eine gesunde religie׳e Entwicklung der kommenden Generation. orrespondenzen achrichten Deutsches Deich. Frankfurt a. M.» den 3. September. An, Sonntag fand im Hörsaale der ״Israelitische» Religionsgesellschaft" die alle drei Jahre wieder kehrende ordentliche Generalversammlung der ״Ircien Vereinignng für die Inte ressen des or hodoren Judentums" statt. Herr Rabbiner Dr. Breuer, der Vor sitzende, erössnete die Versammlung und erteilte deni Schriftführer, Herr» Provinzialrabbiner Tr. Bainberger ans Hanan, das Wort zur Verlesung des Rechenschaftsberichts. Der grüßte Teil der Tätigkeit des Vorstandes wurde von der Abivehr der dem gesetzestrenen Iudentlini drohenden schweren Gr-fahrr,,, die ::: der letzten ״Kennne besonders dringend lvar, in Anspruch genomnien. Aber auch die innere Arbeit ist nicht vernachlässigt ivorden. Es ivnrden im ganzen 22x suche beivilligt. Hiervon betrasen 73 Gesuche Subventionen an Gemeinden zum Zwecke der Anstellung bezw. Erhaltung geeigneter Lehrer und Schächter (3ו.4א Mk. j 38 Gesuche Sudventionen an Gemeinden zur Errichtung bezw. Reparatilr von R i t u a l b ä d e r n Ml.; 13 Gesuche Subventionen an Gemeinden zum Ban bezw. zur Reparatur von Shnagogen 30ß Mk.); 34 Gesuche Stipendien als Beihilfe zur Ausbildung zum Rabbiner und Lehrer beruf (135,0 Mt.; x (besuche Subventione» zur Erhaltung r ituel l er R estanra tione» UißO Mk. 13 ,׳ Gesuche Subventionen zur Ve schaffung ritueller Militärverköttigungl 2b Gesuche diverse andere llnterstützungen 1l׳-'.'r Mk.> Die Gesamtsumme der Auswe!düngen für statutenmäßige Zwecke beträgt 18173 Mk. ,Im Wartungen citr!!!k2eb!׳et>^״י■'! ״ her Weher iol»or das!Ho dürinis fühlte. ihn dcirch einige Worte der Emchuldignng \u bcßlettrn. ״Sae sehe» hemerttc 01. .wie man von ollen •Jenen »1 Anipruch genommen wird, und io glanzend gehen dio!׳»oicb.rile liculo auch mchi, cnn, wie!»an io flovn machtr. mit voilen van&cn »oben »1 tonnen. Hei der »ebuirften gegenwarngen Wcichaitalape״ j'Um twiter an»1höven reichte mein Weduldiade» mdn. x\ct1 lröilelo midi mit unietem Velncv i'Joidiob, der audi aus Liemen tbaiier, aber ko», Wölb Kbla»cn kviuno und erlangte dadurdi don Mul ihm wemgüens den Llandpunki klar zcc »rache». ..,cd, Santo ,Arno» verhmdlidm ׳ür?Vice» Henrag wenn ich auch genehe» muß. dasc ich Um bodoulond »rasier orwarre! trabe denn!d» bin tm Wrunde »enammen ietber ichuid. trls ich dieie itzodio mit v'\hnon wegen XZirres ieUenrn Heiudioa de» ^nnagoge ivrach. damals ging xZbr c»e!d!äii noch gu! damals traue ich bei ,ebne!!!aUefneven. ioüen. Damals biitto auch der arme iiuigo Mensdr bei?Irnon voribrochon iollen, als i>e ieititeUten. dasr dio Menidro» non heute ichwach und hiniaUig seien, ihn l»inen »e da!»als sicher inch! nur einem bcnweis aus ׳eine loroerliche arail abgeioieien. Mein gmer Mann gab nck gar keine '-btiihe. leine norvaie Ungeduld cu uiuordriidon. Er ergrin seine svoder, iah aui die llhr. war׳ einen Hlid aus emo» vor ihm liegenden, der Erledigung harrende» Hriei. :.Iber es halt ntn Indus. Er muine mein?vruchloin »t Ende baren. ־Heiiimieren wir fmr. um ihre fo'tbare len mchi all ׳,!!«ohr ׳.n Ani>>r>.!d> ״״!ס״!!׳-» Hcoun »ch s um .?»na aa»enbe׳ud1 banhell, gehen die Wcichaue gm. bei «olloften gehen ne idiledu. xz», innblid aut die j\e»ta1K und die Menschen 1ch>vt,chec geworden wenn ne ndr aber bittend an uns ioenden. nnd i>e », ihrer allen ^iarko bcrtlicdon. E-^ >n m«r gar kein ,tweitoi. daß diese ktziderivrüche durch ,Arron bowunkon Dcharmnn eine beirlodigendo tzdsung tinden!verden. Aber bis ftr üch gesunde» bat, mache ich obnen tolgondon Horichlag;nr Cilike." Hier logio idi!»01110 Hoiiragslisio zuiaiiunen und orgrin 3tad und Hin. ui» und! bald nadr ersolgiom Ldilus; rück wärks konceiurieron »1 könne». ..^1e sind nid» der Erslo und mchi der Einzige, der angohlidi oder iaisachlidr durd! geichastlidro!äugkeil am Limagogoiiboiudi vorhuidorl wird. Atancho glanbon das ganz ehrlich, andere lauidien ׳idi selber darüber, ohne sid! dieser?elb>ttauid1m!» benuiiu -u fein ,'Zur denjenigen, der »1 diosei» ׳tzunkl über fiel) selber klar werden möchte, giebl es kein beneres Mittel als die?elichostage. An ihnen füllt das gemeinsame Webet »> eine :',eil, die mit der geschanlichen rangkei! mchi kollidieri Wen also wirklich! »ich! tzeichksiiiii, Heauemlichkeir und tzebensbemach licheu vom Woiieshauie an Wochentagen iernhali,!anher» nur sein Weichait. der wird mit dovvelier und dreifacher ׳tzüntrudiieii!indineivittenhaiiigkeil sich redii ie>Ug zu Lelidios eiiisiirden. Alto aut Wiedersehen in ^dt»l, am ersten Tage?elichos Die chassidische Zage. UeK. c-ii .!)ainhiichcn Lagen und den riesen i"ehali. der ihnen innewohni. ivrichi 3aeob Ehill in einem (teuilleton der Wiener Aationalzeirung de!» wir folgendes Heiiviel aus dem L.have jener werrvollei! Legenden em nehmen 3n Almianow einem kleinen Liadche» a» der Heri vherie des >iarvalhenbogens gelegen wohnte ein Habt׳,, namens Mendel Hiele lautend Ariden waren seine An hünger die lrl'euüige L-ueile 1׳uu DUittlgeu u»u v»eiiiedrige kleine Häuschen des hochverehrten ftels I von ihnen rimschwärmi. Was Wunder, wenn sie ihn ver ' ehrten, ihn vergoltene» und wenn ihre »usichivciiendc Hbantatie ihn als ihren Lchnbengel nnd Aürwredier »> den Himmel verievte, hatte er tie dodi stets in ihrem größten Elend väterlich getröstet' An einem Nerijahrstage so erzählen seine Her 1 ehret ihren Kindern und Kindeskindern nand der I Nabbi beim Morgengebei, das Haupt aus die Hunt ge senkt, wie entseelt an die Lehne des Thoraschrankes hm gelehnt. Lein Weiit hatte sich in den Himmel emvor geschivungen.!»» seine gute» Kinder, wie er alle Audc» nannte, vor dem höchsten Gerichte zu verteidigen. Ldton war Latan als .Kläger, mit sieben, unter der Lan der auigepackten Lünden krachende» Wagen in d!e geräumige Horhalle eingetahre» und harrte des eiregcn iäerichies. Wäre» die siebe» Wagen 1» siebenmal sieben ver derbenbringeiide Dolche verwandelt, und in des Nablunerö warmtühlendes Herz gesiosien worden, sie würden ihn nicht mehr alS die Fehler seiner ״guten Kinder״ geidalicrzt haben Trauria betrachtete der Rabbi die Lünden! hier hatte einer den Bramwein »nr Wasier gemengt, don c!ner seinen Eltern widersprochen, ein ariderer hatte schon >c!t vier Aahren die Wage nicht eichen laßen und Wieke! ein anderer hatte nnbewusit mit seinem Ausi ein ainies Würmchen aus dem Haben zertreten. Mit einer Ltimme, aus der das Lelbstbewuniiem sprach, ne» der Rabbi seinem schadenfrohen iKegner zu ״Lag an. d» Engel des Bösen, wo sind die ftrcv•:' w V Kt* *««ס•«*« > hi’.’ t'fT ruchten Mordes anklagen? Haben sie sich so schändliches Raubes schuldig bemacht? Kannst du meine Kinder de» süiidlrarten Ehebruchs zeihen? (behe hm aut Erden und suche »lüüeii 2״nhen ’ nur worern du solche bring", du siegen '1 •I & Ü!1 ג I I