Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 34 (23.8.1906)
- Date
- 1906-08-23
- Page
- Seite 94 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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I *:11:1 sti nensisclier Hilfsverein למען ציון .Achtzehnter Bericht. Unser Verein hat im Jahre 1905 aas Mangel an Mitteln seine Tätigkeit bedeutend einschränken müssen. Wir haben indes nur solche Zweige unserer Arbeiten eingestellt, deren Ausführung entweder als nicht unbedingt notwendig sich erwiesen hatte, oder inzwischen von anderen wohltätigen Institutionen übernommen worden ist Für die Kranken wurde weiter gesorgt. In den unausgesetzt abgehaltenen Sprechstunden sind 2k063 Patienten behandelt worden (1904: 30096, 1903 : 24698). Dagegen konnten wir die Krankenbesuche nur im ersten Semester honorieren, wir gaben dafür fast 3000 Francs aus. Die Apotheke fertigte 4313 Recepte, darunter 811 gratis an. Nach kurzer Unterbrechung ist sie wieder in Tätigkeit getreten, und zwar zeichnet sie sich vor allen anderen dortigen Apotheken dadurch vorteilhalt aus, dass sie jederzeit, auch an Sabbathen und Festtagen, bei Tag und bei Nacht, den Hilfesuchenden ihre Dienste leiht. Die. Eismaschine ist in fortwährendem Betrieb und gewährt ca. 30 Personen lohnende Beschäftigung. Zur Deckung der vom Verein dafür gemachten Ausgaben sind, ausser den schon im vorjährigen Bericht erwähnten frcs. 500 von den Pekidim und Amarkelim in Amster* dam, keine weiteren Gaben eingegangen. Für Lehrgelder verwendeten wir Fcs. 1072, für Darlehen Fcs. 960 (denen Fcs. 1673 Rück* Zahlungen gegenüberstehen), für die Ansiedelung in Kam leb Fcs. 870, für Arbeitsförderung, Armen• und Krankenuntei Stützungen Pres- 732, für Beiträge an 4 Petenten aus Jerusalem zur Erlernung eines Berufes in Europa Fcs. 1100‘ für Unterricht Frcs. 1755. In Hebron sorgt für die Zukunft der Hilfsverein der Deutsehen Juden für Unterricht, dessen Zahlung unserem Verein also nicht mehr obliegt. Von den beiden jungen Leuten, denen wir eine Beihilfe zum Besuch des Lehrerseminars in Hannover gewährten, hat der eine nach glänzend bestandenem Examen bereits eine An- Stellung in der Lämelschule 7.u Jerusalem gefunden; der andere verlässt die Anstalt gleichfalls mit einem guten Zeugnis, um nach Jerusalem zurückzukehren. Um den Gewerbefleiss in Jerusalem zu heben, hat Herr Adelmann bei seinem Aufenthalt in Europa verschiedene Musterstücke angekauft, die den dortigen Handwerkern als Modelle dienen sollen. Es sind dies namentlich Gegenstände für den Büreaubedarf. Hoffentlich trägt dieser Versuch, der nur einige hundert Francs kostete, gute Früchte. Bei unserem Vorgehen hatten wir uns des Beirats des neu zusammengesetzten Lokalkomite^s in Jerusalem zu erfreuen. Es besteht aus den Herren Jecheskel Blum, David Feinstein, Mal kiel Mani, David Salomon und unserem Agenten Adelmann und hat uns wertvolle Dienste geleistet, für die wir ihm öffentlich unseren Dank aussprechen. Ueber unsere finanzielle Lage mussten wir im vorigen Berichte recht ungünstige Mitteilungen machen. Wir sahen uns in die Notwendigkeit versetzt, unsere Freunde um pekuniäre Beihilfe anzugehen. Mit innigem Danke können wir berichten, dass unsere Gesuche von gutem Erfolge begleitet waren. Insbesondere fühlen wir uns verpflichtet, Herrn Jacob H. Schiff in New- York unsere Erkenntlichkeit für den gewährten Jahresbeitrag von Mk. 1000. auch an dieser Stelle auszusprechen. Von den einmaligen Spenden, die infolge unserer Bitten dem Verein zuteil wurden, seien die Gaben von je Mk- 500 von Frau Baron Edmund von Rothschild in Paris, dem Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin und Herrn Charles L. Hallgarten hier, sowie Mk. 300 von Herrn Ed. Cohen hier besonders erwähnt. Duss unser verehrtes Ausschussmitglied Herr Bezirksrabbiner Dr. Salven di wie immer reichliche Summen gesendet, ist bei diesem Wohltäter des heiligen Landes selbstverständlich. Leider haben wir im verflossenen Jahre einige schwere Verluste zu beklagen. In erster Reihe wollen wir unseres verdienstvollen Verwaltungsrats, des Grand-Rabbin Zadoc-Kahn in Paris gedenken, der allzufrüh seinem segensreichen Wirken entrissen worden ist. An seinem Grabe trauern alle Anstalten, die der jüdischen Wohltätigkeit gewidmet sind. Sein Andenken wird zum Segen bleiben. — Ein anderer warmer Freund Palästinas und Gönner unseres Vereins ist in der Person des Justizrats Dr. Heinrich Meyer Cohn zu Berlin aus