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Der Israelit · 1906-08-16 · 33 (16.8.1906) · p. Seite 8

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
33 (16.8.1906)
Date
1906-08-16
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Leite Nr. .,tt. England. London, 12. August. Die parlametitarische Eiupiete-Koininlssion, die zur Prüfung der ,ffrage einer erweiterten Sonntagöruhe eingesetzt war, Kat jetzt, nachdem 12 Sitzungen abgehoiten und Mengen vernommen worden sind, ikre Per- Handlungen abgeschlossen. Der die jüdische Be völkernng besondere interessierende Passus des offiziellen Berichtes laut solgendermaffcn: ״Sckjliefflich lenkt die Kommission ihre Ans merksamkeit aus die ^nrercffen der ffuden, denen sie sehr slnnpathilck, gegenüber steht. Es ivärc ihr angenehm, tvcnn ein .Koniprmniff zu stände käme, das die jüdische (^emcim'chast zri trieben stellte. Die Kommission hat sich davon überzeugt, dag jedes Gesetz bei ihr aus Wider spruch stoffen tverde, das den am Samstag feiernden ffndcn nicht am Sonntag ihre Ge schäste zu öffnen erlaube. Andererseits würde eine solche Erlaubnis wahrscheinlich die Gegnerschaff der übrigen Ladenbesitzer envccken, und die Kommission kann sie daher nicht empfehlen, ^ic Kominisson bedenkt jedoch, daff cs in den groffen Städten Bezirke gibt, die satt nur von ffudcit brlvoknt sind, ffn diesen Bezirken haben sich Märkte entwickelt, aus denen am Sonntag ein lebhaftes Geschäft betrieben wird. Die Kommission isi der Meinung, daff man diese Bezirke gesetzlich s e tt I e g e n u n d den ff » den , die am S a mttag ihre Läden geschlossen halten und kein Geschäft besorgen, erlauben möge d a s e l b tt a m Sonntag bis z u in )?« i t t a g zu ver kaufen. Die .Kommission empfiehlt es, ivenn die jüdische Gemeinschaft es wünscht, de» Berkans von Koscher fflench und jüdischem Brot am Sonntag bis zuin Mittag zligettalten." L iese Beschlüsie konnnen de!! Wunsche!! d>׳r englischen Hilden, ivenn sie sie auch nicht ganz befriedigen, doch unmerhin ein gutes Stück enr gegen. Die ursprüngliche ffamlirg des Kon, iiilffionsberichtes macht der jüdischen Bevölkerung abgesehen von der Erlaubnis des .Koscherffeisch- und Brotverkauses bis Sonntagmiltag gar keine ffngettändnisse Es gelang jedoch schliefflich den jüdischen Mitgliedern der Konnnission, einer An reguiig des -Herzogs von Llorthumberland folgend, die erwähnten r'lenderungeii;11 erlangen. Die endgültigen Beschlüsse haben allerdings noch den Racktteil, daff dabei die aufferhalb der abzugrenzenden Biertcl ivohnenden ffnde» nicht berücknchtigt sind. Ziveisellos ivird dadurch die Ansaninilnng der ,'luden in den schon allzu dicht bevölkerten jüdischen Stadtteilen in einer diirch aus liicktt ivünschensiverlen Weise begünstigt werden. Aufferdem setzt auch die Beschränkung des Geichäslsbetriebes am Sonntag aus den Bor mittag eine zu enge «Grenze, da er'alirluigSgemäff der Berkans am Soiuilaginorgen ei Tt gegen l<> Uhr beginnt. Man gibt 'ich jedoch der Hoffnung hin, daff bei der Eiiibringung eines (siefetzes int Parlament iveuere Zugeständnisse für die ,ffnden erkäinpst iverden können. London, >2. r'lugust. Sir Saninel Monlagn bat iii ׳'einer jüngst veröffentlichten Kundgebung zu dein /lall Montesiore und Israel ׳.'Ibrabanis den fette» E»1'ck1 llff ausgelvrockien, daff er in teurein /lall das Berbleiben die'er beiden erlrein radikal gesiiuiien Herren un Bellglons'chnlrale ruhig hinnebineii werde. Er deutete an, daff. rvenii inan dem Berlaiigen der Fed* ahon of Syna״o^ues nicht nachgeben tverde, eine Trenilling derselben von der!Gemeinde notwendig iverden konnte. Der erste Schritt hierzu scheint n»n mehr geschehen zu ׳ein. Der .1,'abbiiier der ffe deranoii, -Herr Ehaikin, isi un Einv.rttändnis mit dem Borsitzeildcn derselben. Sir Sanutel Montagu, aus dem Heth L)1n, das gegen die iveuere Tätig, feit der Herren Montesiore n. AbraHains keine Bedenken hat, ausgetreten. — Der »nrnnndliche Elser, mit der die Leitung der /l-ederatioir die ffnlrresien des gesetzestreucn Judentums ivalir nlninit, verdient alle '?inerkenmlng. Der ZSrarln Amerika. Jahreshonferen? des orthodoxen Rabbineroerbandes. Baltimore, '1. August l'.klXi.!Dbne die sonst üblichen vorherigen Aukündlgungen tagte am Dienstag, Mittwoch unb Donnerstag voriger Woche die Jahreskonseren; der orthodoxen Rabbiner, Amerikas in Trenton in Beiv Jersey unter dem Borsitze des Rabbiners Levinthal aus Philadelphia. Den Gegenstand der Beratungen bildeten hauptsächlich Angelegenheiten sozialeil Eharakrers, so die Errichtung eines Stellenvermittlungsbureaus sür einwandernde /luden in Rew Pork, das Filialen im Lande errichten soll, die Einrichtung von Unterkunsts- Häusern in ben gröfferen Städten, die Bersorgung von Witiven oder von ihren Mätliiern verlassenen ffralien. Besondere Aufmerksamkeit glauben die orthodoxen Rabbiner der Unterbringung von Eimvanderern a» solchen Plätzen zuiveiiden zu sollen, die noch nicht allzusehr überfüllt sind. Man war ailch in dieser .Konferenz der Ansicht, daff viel zll viele Einwanderer in Rcw-Bork, Philadelphia und andern groffen Städten sich ansässig machen. Ein .Konnte tvilrde ernannt, um ein Lehrbuch für den hebräischen Unterricht zu schaffen, da nach Ansicht der .Konferenz sowohl hinsichtlich des D.uantiiins des Gebotenen, als auch in Bezug aus den religiöseil Ebarakter der Lehrer an den Schnlen nicht genügend Allffneik samkeit angewandt wird. Eine andere Resolution forderte zur Begründung von Gewerkschaften aus, die li. a. solche jüdische Arbeiter, die am Samstag vom Dienste siei sind, daran verhindern sollen, de» Dag zur Tätigkeit für andere Arbeitgeber auszilritltzen. ^111» Borsitzenden wurde Rabbiner Levinthal von Philadelphia geivählt. Dem Ber bande gehören übrigens bei weitem nicht alle orthodoxe» Rabbiner des Landes an und man verniifftc namentlich eine Reihe hervorragender Führer der orthodoxen fflldenheit Amerikas. Die in der Rahe von Baltimore begründete jüdische .Kolo1iisatio»sgesellscha׳t hat, wie jetzt bekannt wird, recht gute Erfolge gezeitigt. Dle Kolonie liegt 4 Meilen von Baltimore cimcnit und »infafft insgesamt 4««>aere8. Das Land kostete die (Gesellschaft 1 M K) Dollars. ' « hiervon wurde bar bezahlt lind der Reff ivird durch ivöchentliche Abzahlung von je l Dollar pro Kops getilgt. Die dort ivohnenden /vaimlic», es sind jetzt in! ganzen 2'.', haben recht hübsche, behagliche-Häuschen und ihre Felder'sind gut bebaut, sodaff eine gute Ernte in Aussicht sieht. Die Gesellschaft beab sichligk, eine Tuchfabrik zu begründen, lim aus diese Wei'e einen gröfferen ,Zuzug ans dem Balttiiiorer (Ghetto herbeizusühren. Die Bemühungen der amerikanischen Zionisten, für die praktische Palästina 'Arbeit Mittel zu gelvinne». scheinen guten Erfolg zu haben. Eine ganze Anzahl von Einzahlungen in Höhe von >e 2->" Dollar sür das in '?lussicht genommene industrielle Palästina Svndikat sind bereits ge ivonnen ivorden. Zur krklätung des Kapitels vom fiaderwasser. iv. mos., xx. 1-u. Bon Rabbiner Dr. Daniel ffink, Wien. Man kann, ohne nch einer Urbellrribung schuldig zu machen tagen, das! der eigniiiichr Sinn des »avuets vom Haderwasier bis au! den heurigen Tag nocii nicht ermittelt wurde Bon Rabbenu Ebananel den Ramban zitiert, von!Ttaicln. Zbn Esra und vielen anderen bis hinaus zu den neue ne» Erkiarern. ivir Mendeisolin. S. R. Hirsch. Maldini von de» unzähligen mchtiüdischen Kommemaren ganz zu schweigen haden ne zivar alle an der Erklärung dieser (׳'rschickne sich versucht, olinc!rdoch drsivegen dir ot> schwrdrndc ff rage zu rinrin Abschiusie zu bringen. Dir ffrage, die letzten Endes m Br,Handlung siebt, ist: worin Heiland die Beriündigung Moies V Es werden hieraus dir vetsck'.rden'ten An'worten gegeben, denen aber allesamt dir gegründetsten Ennvendungen gegenüber stellen. Dieser Sachvrriratr soll liier zunächil kurz skizziert werden: Es wurde behauplel I Moies lrahe nicht den richtigen ffclscn geschlagen, ___ iö. August 1!KW. wäre den, so, so hätte der tatsche ffetsen einfach ver sagen müssen, Moses bade den ffeisen geschlagen, anstatt ,bn anzu reden, oder, 3. Moses habe den ffetsen zwei mal geschlagen; — neben dem ersten Einwand tritt lnei als ein weiterer noch hinzu, dass Moses die Herdeiholung des Stabes ausdrücklich anbriohlen wurde;5K. 8, und anderwärts II. Mos. XVII., א.) daS *Jafftr auf die gleiche Weise hervorgebracht worden ist; I. Moses habe sich vom Zorn überwältigen lauen (Maimonldes שדינה םדיים — was übrigens weder liier noch auch in der Motivierung aesagl jsi; — &cm sieht ,rdoch entgegen, dag IV. Mo,. XXXI., 14 des Zornes ausdrücklich Erwähnung geschieht, ohne das! Moses deswegen bestraft worden wäre! Moses habe das Bott mit dem Worte "•"»י ן לדיים gekränkt, indes gebraucht er V. Mos.'l.v,V> viel härtere Worte ganz ungesirasl. Davon abgesehen, erhebt sich gegen alle die angc führten Erklärungen der viel schwieriger Eimvand, das! an Drt und 2leite in dem Worte! יע־ יא האדנתם יי להדדישני '1עיני בגי "ג־ראי sür die Strafe Moses an Motiv angeführt wird, das in seinem Vergehen gar nicht nachweisbar lü. Wo hat Moies sich gegen den (Glauben vergangene Zn wiefern Hai er sich an der Heiligkeit (Lottes vergriffen V Als gälte es, in unserer Verlegenheit uns vollends ratlos zu machen führt V. Mos., XXXII., '.I als Motiv gar an עי א בי דעלתם יי; — der Begriff trrdeutet doch : etwas der eigentlichen Bestimmung entziehen und einer ihr fremden zutübren. Dafür bietet unsere Er zäbiung nun gar keinen AnballSpuntt. Roch beiremdlicher, weil gänzlich unmotiviert, erscheint die Einbeziehung Abrons in dieselbe Strafe. Run hak Herr Vektor Vieler ffriedmann i udwi neuerdings ביה הידיד נזחבלת א דשנת יהל״ד di.,er ffrage üue eingehendeIlmersuchung geivldmeö Rackidenl er mtt wa!>c״m Biencnffcisz alle möglichen Er klärnngen aus den M.'raschim und den .Kommentatoren zuia: ,.licngrtragen, gegen welche er jedesmal die eni ivreedenden Emweridungc-t geltend macht, gelangt er zu einem ״euen Lüsungsvcr'uch. ffriedmann meint nämlich. Moses t,. ׳!e sich dod» ch vergangen, dasi er das Volk nach l'siildüncen in p.aoesch längere Zeit, ivährend welcher er sich der Besiuttung Miriams widmete, hätte weilen lassen, trotzdem ihm die Wasiernvl der Oerliichkcik be Futmt luav. Darm fiitbct er gleichzeitig -•£,חיןל;־; daher יא ידשהד אה *דדי - Bon der Witlküriichkeit dieser Annahme abgeset,en, widerspricht sie den dürren Worten des Teiles, der besagt,יישב העם בקדש יהדר« שם דיים das! der Tod Miriams citttrat, nachdem das Bott tangere Zen zu .Kadesch bereits verweilt Hane. Der Ausdruck!והדה שם והקבי שב Inst alles andere eher denn die Aunadme einer Hinzögeruug ihrer Bestallung zu. Wobt aber folgt aus der Tatsache, das! das Bott bereits vor dem Hinschciden Mirjams längere Zeit zu Kadesch sieb aufbirlt» mit znungender Rotweiidigke», daff don Wasser vorhanden gewesen fein niuszlc. Wie vermochlr denn an ders ein Volk von :i—4 Millionen dort auch nur das nackte Leben zu tristen'? — Wer jedoch ein Bei fruel der völligen, verzweifelten Ratlosigkeit diesem Teere gegenüber seben will, der schlage die modernen ״wissenschastlichen" Kommeinarr zur Steile nach. Rackdcm man die Stelle aut die ff alter gespannt, zwischen Schrauben und Hebet gepreftr, mit dem Sezier melier in ffetzen gerff'en bat. kommt man zu einem Er gebnisie, das überhaupt gar keinen Sinn mehr bar. An grsichts denen sagen wir uns vergeblich! wozu dieic königliche Berschwendung des fforschersieiszes an eine!» R1ck1ts> Bon dem zur Ainvendung grlaugeudrn Ber fahren lsl aber auch »u vorhinein nichts anderes zu erwarten. Dasselbe isi rlwa in demselben Sinne zur Er torschung biblischer Teric grelgurt, wie ein in Stücke ge schiiilteuer Leichnam und das Sezirrmefser >e zur Lösung der tiet'ien pstichologltchen Probleme. Wenn hier nun ein neuer Beriuch zur Lösung der autgewortenen Probleme geivagl wird, io geschieht dies nicht, weil ich mir einrede, aus dem vorliegende» Tcne etwas beraustesrn zu können, was dem Dcharssiun der bisherigen Beobachter sich rm zogen halte. Birlmehr sollen dem Borbaven zwei neue Momente dienstbar gemacht iverden! l. Dem vtrundsave soll Rechming getragen. 1לבי״ הייה עגיים בדקים אה ׳יעשייים בדיים אהי oder mit anderen Wollen, die Er schrinungrn sollen in ihrem inneren Zusammenhänge be obachirt iverden. woraus sich gleichzeitig das Bersländius mehrerer anderer gleich dunkler ffragcn ergeben wird •2. soll sich hieraus des weileren ergeben, das; in den ver schiedensirn ffragen ein Berskändnis der schrittlicüeii Tbora nur aus den m der mündlichen niedergeiegien Traditionen zu erlange» isi. Es isi ein allgemein vcrbrcricler ffrrrum, der hier 1« Rede siebende Stab märe ursprünglich der gewöbnlichrHirtcn stecken Moies gemrsen. iKrdachk wird des liier er scheinenden Stabes zurrst II. Mos.!X'., 17. Bon dem Hirtennabr kann so unmöglich die Rede geben. Es müftlr alsdann beiffen יאה דדך הקח בידיך und wäre alsdann aufferdem das Eianze übersiüsiig. Bielmrbr bairdrtt es sich um einen Stab himmtlscher Herkunft von der Art der rrsicn לוהיה- Diese Ansickk wird auch in Aboth V,!> vertreten Denen wrinderwirkendr.Kraft bat Moses zuerst in der Bildung eines Rritlirres für seine ffamilie erprobt, (das. B. 2" Berat, einaebrnd Rasch! z. Si. u. Sund. »)•‘>b ״בא בלא נביא Unter dieser Boraussrtzung ergiebi t>a1 soiorr d»c Sinn des ionsi ganz vätfelhaftcn daraus folgenden B. 21 Er besagt! obwohl durch Berleibung des himmlischen Stabes mit Wunderkrast ausgerüsie!. dar׳ er dieselbe!rdoch nur

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