Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 33 (16.8.1906)
- Date
- 1906-08-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 75% known words query
- IRI
…/2446951-9543451-9889141--0628-7375122- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. SH. 2f1lr 6. hat. Ivo folgt jept 30b 4. Hier muffen wir uitfcvcrfcit* llmvissenheit cmgcftctK’u. Warum folltc ein dazu Befähigter nicht in einer fremden Lynagoge predigen dürfen, wenn der C'mrnbbim'r nichts dagegen bat. Wieso ist dies jedoch ein Be wcrS für d'.e Bebanptnna. das; es keine religiösen ixmdlungen gebe, die nicht von jedem Israeliten vorgenommen werden könnten V Toch 3(!b •*> scheint einen solchen Beweis zu enthalten V 2berden den» aber, so fragen wir. Ttannngen nicht höchstens einmal von einem R'eligionslehrer vorgcnomnien; wen» sie jeder ,^Sraelit voll ziehen könnte, warum geschieht es nicht? Es »ei übrigens bemerkt, das; eilt Lehrer nild ebenso jeder Israelit nur dann Trannngen vor nehmen kann, ivenn ihm entiveder ans l^rnnd seines Wissens gestaltet ist die nnnktion eines Rabbiners ansznühen oder auch wenn nach Prüfung der Berhältnisse ein Rabbiner die Eheschließung als rcligionsgcsetzlich gestattet erklärt hat und mit dem Bollzng nach genügender Belehrung den Lehrer oder sonn einen Israeliten beauftragt har. Bollzicht ein Lehrer eine Trauung, den! die nötigen Kenntnisse mangeln oder der von keinem GesebeSkundigen dazu ermächtigt in, so vergebt er sich gegen das Religionsgeieb und kann unter Umständen auch ans das Religionsleben anderer höchn schädigend lvirken. Uni zum 3d1lns; der Mrnif dieses unbewußt von jüdischen (Gemeinde׳ Vorstehern abgegebenen 3ell׳itzeugnisies über ihre Urteilslosigkeit in religiösen gingen zu kommen, wollen wir nur noch ans den Anfang von 3ap l> Hinweisen: ״X'ie Rabbiner feien lediglich schriftgelehrte, gesevesknndige Männer.- lediglich schriftgelehrte, geseßeskniidige Männer' Tas Höchste, was ein religiöser ,^nde für sich und seine 3öhne ersirebt, in .Kenntnis von 3d1rifl und tiefen J^ie höchsten Ehren, die das Eudentlli» zu vergeben hat, iverden de»! l^efebeskundigen erwiesen, ein Tboragelelirler niedrignen Standes, selbst trübster Herknnft bat den Borrang vor emcin nnivissenden Hohepriester: als ein Hobe- Priester an seinen! höchsten Ehrentag, dein Ber söhnnntzslag» von einer ihm zujanchzenden Balks menge begleitet den Tempel verlies; und diesem festlichen ^nge die 3d1riskgelel>rten 3d1emaja und Adtalion begegneten verlies; das Bolk den Hohepriester!!!!! sich seine» großen Lehrern an z»schliks;en. Tanials Hane der 3la»11n Veui noch »ich! ansgehört zu fein, die Priesier hatten noch ihre heiligen herrlichen Pstichken im Tempel zu er sülien, an ihrer 3v>bk nand der von Bracht und Glanz 1>1»gel׳ene Hohepriester, und doch gab es schon Rabbiner und diese standen als religions-. geseplicher 1יז utovitat und an Ehren über dem Hohepriester. TaS eine Wörtchen ״l e d i g I i dt" zeigt uns das geringe Berständnis der Ratgeber der hessischen Regierung sin ivahrhafk jüdisches Empfinden und jüdifdie Religionssapnng. Tie höchste Ehre erweist der ,;0״- der Thora und den Männern, die ne kennen. Tie 3d>r1ftgelehrten und t^esepesklnidigen find die Geines sürneu der jüdisdren Gemeinden, die in religiösen Tingen allein maßgebend und, das jüdisdretR'seß sagl es in lninderkfacher Wiederholung. Tie jüdisdie Geidiidue beridne! davon auf fast jede»! Blan und ״lediglich" die hessische Regierung, die iitni ge ns bezüglid, der Bedcnlnng des Rabbiners im Indent»»! audi eine andere 3eile angehört bat, kann kein Bvrrvnrs lrcfseir, daß sie sich »old» nngecigneie Männer zur Borbereilnng ihres t^esehes heransgeslidn hat Tie herrfdiende 3ilte oder Unsiilt in zalilreidien Resornigenieinden bei der Wahl ihrer Borneber iinr darauf zn sehen ob dieselben fidi große» Anseliens in bür gerlidien Kreife» ersrenen, es aber nnberüdndi tigt zu lanen, irne iveu die.Kandidaten nod> mit dein Religionsleben in Berbindnng stehen, läßt für ein Religionsaiiit nngeelgnele Biänner an die 3pißen der Gemeinde» koniinen. Tie Regierung kann diese inneren Berhälinissc nicht kennen und glaubt in jüdifdien Genieindevor siehern berufene Bertreter der jüdifdien Religirn zu sehen. Wir aber!vollen von der idilrdu unter richteten Regierung an die besser zn unter׳ richtende appellieren, und ,vir honen, daß eine Der Israelit. klare Erkenntnis der Sachlage bei den maß gebenden Faktoren vor dem Dberrat und das hessische Judentum seiner präsumtive» reform jüdischen Heilung bewahren werde. unserer Korrespondenz-mappe. I. Ter ״ Teutsd! sraelitisdice »1 eindeb u n d" an den ״ Israelit": Berlin WLleglibernr ■Br x'> den in ,'sult 2l» dir Bebuktion des ״Esrnelli", Frankfurt a. M. Unter der llcbcrfdirtft ״Tn<f Ecko des Bosin scken Ennvurses״ niilcrziebkn Lie 1» 2kr. 27 Ebres Blaues vom .'>. x\uh i:״-! unsere 111 der,rranknirkrr Zeiiiiug »bgrbrnckle Beriituigung einer xirilik. Der Artikel ,.bezivrisell siark" dir Walnlieii nnierer Beliaupliing, daß der Ausscknß des Denlsck ,isracliliidren <>ir111rn1dcl>u11des bis jrvt völlig neutral sei. Wir briircilrii Ebnen und ledrrinann das Bockt, »userr riicklialllvsk?reiiiielluug, daß der Ansi'ckus! sick nur als allsitilirrndes i^rgan des VIII. lßrincindkiagrs brlracktet und verbailen babe, einem :',weisel;11 inner;irlirn, der »ickis anderes isl, als eine UiNcrslellnn,; der Unwaln »aiiigtrn. Wir ivrisrn diese E>o»n»nwn ans s enisckiedensie zu rück und koniialieren nockinals, daß der Aussckns! die Eni Ickcidnng über den Bosin sckr» Entwurf unter Betonung seiner eigenen Nenlrniiläi den vrensnicken nteineindrn und ibren Berbanden als den Backsibeieiligten übertragen bat. Was die Walil des Herrn «^rbeiinrals Bonn belrißt, so in ne aus nirnnd der anerkannte» iackinännisckcn An torüüi d!e«es (ßelelirten. absolut nickt ans Bücknckl aus seinen »ellgiösen 2!a!!dr>nn!t erfolgt Mit dieser Een stellung fallen Ebrc 2cklußsolgrrnngk11. die auf einer salfcken Bvrausskßung brruben, dabin. Ani i'irnnd des » II des Breßgeseßes ersticke» wir Lie nin Ansnabine dieser Bericktigung. -Hockackinngsvoll Der Ansscknp des Dentfck Esrarliliscken i׳ie!11r!nde!׳!:״.des Pros. Dr. M. Plniippson. weickastssübrender Bornvender. II. Ter ״I sra cl 1 r״ an den ״Teuksd! ^s va e litisd, en <6 e in e i il d e b »!1 b" : E rank»nr 1 a. Bk., 12. E»t>!!"*י- 21:■ de!: 2111 s s ck n ß des Dculfdi Esraeliin'cken t^eineindebnndes, B e r l 1 n Der uns »nt Ebrein 2ckrr1ben vom N>. er. eiiigesandien Brrickiiaung. deren Brrönenllicknng 21e ans Wuinb v o n II des P r r >! g c s e v r s fordern, nnißlen wir die 2Insnab1ne versagen, weil diese ,.Bericktigung״ weder tat facklickr 2?kil1e1lnngcn berickugl, nock nck ans iaifacklickr Angaben besckrankl. den Borausseßungen des eriväbnten Baragravben also in iriner Weise rnispricki. Ein übrigen bepeben wir uns ans das initsolgendr Lckrribcn an Ebren -Herrn ■Borüßenden und;eicknrn livckacktnngsvoll Die B c d a k l 1 o n des E s r a e l! t. III. Ter ״Israelit׳ an Herrn Proscssor Tr. B l, i l i p p f o 11: -Herrn Bros- Dr. 2.'k. Bbiliovion. i^e'ckaiisilibrendeii Bornvende» des Deulfck Estaelillicken i^enieindrbnndes, Berlin Wir inünen von vornbrrrin genebendas! es uns un begreiüick in. aus welckrn l^ründen der Denisch Esraelinfcke t^einrnidrbnnd fo bobrn ■Wert daraus legt, sick dem Bonn ickrn Entwurf gegenüber für ..nrntral" zu erklären. Erder Elnncktige wird zugeben. das! cs nck bei dieser Beutralnär Irdiglick nni Eornialien bandelt, die mit der Dacke selbst dock nickt das Mindeste;1 tun liabcii. 2owobl der t^emrindelag als der von diesem mit der 2i.׳c1lrrversolgnng der Lacke beaustragte Anssckns! des i^rnielndebniidrs fiand nnd netn ja aus dem Ltandpunkt, das! eine rrcktlicke t^tcianit organ 1 sation der Drntsckrn Enden wünsckrnswert und für die Eniwickrlnng des Enden lums iördcrlick sei. ^b diese rrcktlicke iBsaiiitvrganisation gerade in der Eorin vrrwirklickt wird, wir ne Bosin vor siebt, oder m einer anderendas mag;war vrakinck eiiien großen Unierickied bedeuten, in aber!»! Brinziv nack un irrer Aunannng völlig glcickgültig. Wir cracktrn es gegenüber den in der Eudcnbcit bksietiendrn religiösen iirgeinäßrii unter allen Um _Iß. August 1906. ständrn für einen A kt der Wewall, und nickt des Becktrs im moraliscken nnt, wenn überbaupt der Brr snck gemacht ivird, die 1 gt vorlxrndenr religiöse Einbeit in einer i^esamtorizanisation zu erzwingen. Daß dieser Standpunkt, wenn Lie ibn auck für irrig balten niögen. seine relative Berecktiguna bat, werden selb» Tie zugeben 2lus l^rund dieser Borausseßung nun bebauptrn wir, daß drni Deutsch E^taelinscken Geuicindcbund das ■Prinzip de^ Bann fcken Entwurfes überaus sbmparbisck sein mu׳! sonst würde der t^rincindctag eine solche 2tu»arve1lung gar nickt verlangt und der Ausschuß nc nickt ausgrsübn baben. Eine Divergenz zwischen dem t>Ie»1eindrtag und den, ■Ausschuß zu koiislruirren, ist uns nicht in den 2im, gf kvtninen - ebeilsowenig kann von einer Unterstellung der Unwabrbastigkeit die Bede sein. ■Wir baben in unserer Mitteilung ja aus ausdrücklick betont, daß der Ausschuß formell seine 2>'eulralität be bauvtrn könne. Da aber dieser Ausschuß dock nickt ein toter Mcckilisiiius ist, sondern aus Menschen mit ganz beslinnnien Ansichten und Empsindungen bestellt, so in diese Bebauptung der Neutralität faktisch von gar keine». Belang- ■Wir wären unsererseits glücklich, ivenn die Heiter des kssrmcindebtnidrs und die übrigen ihm nabestebendrn Ber bände endlich einmal daraus verzichten ivollten, durch ihre unablässigen Eentralisations Bestrebungen immer neue -Nämvsc in der Iiidrnbrit brrauszubeschwören.!0. it vorzüglicher.Hochachtung ergebenst B c d a k t i o n des E r a e l i t. Wie äiuzstlid! nnd nervös der Deutsch raelikisd>e Cäemelndebniid infolge der starken Proteste izeßen seinen Eiitwnrs ßelvorden ist, zeigt midi ein in der ״Hmibhütte" verössentlichies 3d,reiben ueneren Dattims, in dem Herr Prof. Philippson es ablehnr sich über den Rosin'schen Eiitwnrs, ״diese ebenso widirigc wie kontro vcrse" ■Angelegenheit öffentlidi zn äußern! Optimisten mögen in dieser 3telln11g1,ah11,e ein gutes Zeidien erblicken wir haben unsrerseits Wrimb z n der Annahme, das; die Zwangs Politiker eifrig an der Arbeit find, den Ros in's dien Entwurf d n r d> allerlei A m ende!!! e n t S s di 1״ a ck Hafter z 11 in a d! e n , nadidem ihnen die pre1lßj׳d>e Trthodo.rie dnrdi ihr gesdilossenes Borgehcn und der ״Israelit" durch die vorzeitige Beröfseut lichniig des Entivurfes das Xkonzcpt ein wenig verdorben haben. Rnr eine zähe, von aller Dppe-rtnniräispolitik freie, von ei n h ei tli dien Prin zipien geliügenc Opposition kann die geseßes treue ,Eudenheir Preußens vor dein l^efdiickc be wahren, statt geköpft oder gevierteilt etwas linmaner — lebendig begraben zu iverden. Korrespondenzen tlnd ^Mnchri'cbten. I»cutr4jc6 lU'ictj. E ra nff״ rt a. M-, 1.'>. August. Herr Rabbiner Tr. Breuer riditet durch össent lidien Ansdilag an der Ttinagogentasel folgende Anssordernng an die Mitglieder seiner t^cmeinde^ ״Angendits der großen Gefahren, die der jüdifdien Bevölkerung Rußlands drohen, baben die dortigen hervorragenden Rabbiner *'׳: ein niiitig beschlossen,am nächsten Montag עי־״ח אליור einen העניה צברי, an dem die ganze jüdische Gesamtheit sich beteiligen soll, abznhaltcn. Wir bringen dies hierdurch den vcrehrlid>cn Mitgliedern der Gemeinde zur össentlichen .Vlcnntnis nnd erwarten zuversichtlich, daß alle Männer, Junten und crwachicnc:: Kinder, — Kranke sowie ־עיבייה ו2:\קיה: sind ausgeschlossen — in reger Teilnahme an Srsצייה ״ sich diesem העניה צביר anschließen werden, ^n הע־״הינזהריה