Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 32 (9.8.1906)
- Date
- 1906-08-09
- Page
- Seite 88 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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88 unser Ziel, den Unterricht immer rationeller zu gestalten, aus dem Auge zu verlieren. Unsere Schüler übersetzen die Bibel und den Raschi- Gommentar; die erste und die zweite Klasse lernt »*ine Stunde täglich Talmud. Dieser Lehrstotf geht* über unser eigentliches Programm hinaus, thut ihm jedoch keinen Abbruch Unsere Schule ist nicht mehr der Gegen• stand allgemeinen Uebelwollens oder Argwohns. Die Atmosphäre des Hasses und der Schmähungen, die sie umfing und die ihr ihre Gegner zu erhalten bemüht sind, zerstreut sich langsam. Es wird uns zugestanden, dass wir rasche und gute Fortschritte erzielen; die beste Propaganda bilden für uns unsere Schüler. Das im Juli 1903 begründete Kinder-Asyl hat sich zu einer der nützlichsten Institutionen der Gemeinde entwickelt. Es wird die Vorschule für unsere Religionskurse an dem Tage werden, an demG 0 n s t a n t i n e keine Winkelschulen mehr haben wird. Denn der grösste Theil der Clientei dieser Ghedarim setzt sich aus Kindern unter 6 Jahren zusammen, die zu den Elementarschulen noch keinen Zutritt haben. Das Asyl gewährt gegenwärtig 80 Kindern Aufnahme.“ Die Alliance hat im Jahre 1904 27 Lehrlinge in ihrem Schutze gehabt, von denen 13 Tischler, 11 Schmiede, 1 Sattler, 1 Photograph und 1 Marmorarbeiter. Das Werk ist noch zu jung, als dass wir bemerkenswerthere Resultate verzeichnen könnten. In <’onstantine war in der Tliat noch alles zu thun, noch alles zu orgauisic: cn; dieselben Schwierigkeiten wie im Orient stellten sich auch hier dem Lehrlingswerk entgegen. Durch die Kraft der Beharrlichkeit hat das Werk sie überwunden, und heute finden bereits mehrere ehemalig״ Lehrlinge ihr Br״d in der Ausübung des Handwerks, dem wir sie zugeführt "haben. Die Alliance hat auch für die Mädchen 2 Werkstätten begründet, ti'u Schneiderei und für Wäschenähen. In dem folgenden Kapitel ist der statistische und finanzielle Nachweis über die Schulen und Lehrlingswerke in Algier und in Constantine zu finden. Hier sei nur daran erinnert, dass die Ausgaben aus einem besonderen, in Frankreich gesammelten Fonds bestritten werden. III. Landwirthschaftswerk. I. Die Landwirthschafts-Schule bei Jaffa. Herr Loupo, der Ende 1903 in ״Mikweh- Iisrael‘ au die Stelle des Herrn Niego getreten ist, erstattete dem Central-Gomite seinen ersten Jahresbericht; dieser lautet in der Hauptsache wie folgt: ״Das Wirthschaftsjahr 1903/04 war ebenso schlecht wie das Jahr 1902/03. Im Dezember 1903 raffte die Rinderpest fast alle unsere Ochsen und Kühe hinweg, und beraubte uns dadurch für das ganze Jahr unserer kostbarsten Arbeits- und Ertragsmittel. Im Jahre 1904 litten unsere Kulturen unter der Trockenheit, den Siroccos und den Feldmäusen, und trotz aller umsichtigen Thätigkeit unserer Inspektoren schliesst die Bilanz mit einem ziemlich grossen Defizit ab. Schüler. Am 31. Oktober 1903 verblieben in ״Mikweh-Iisrael“ 45 Schüler, 52 wurden im November 1903 aufgenommen, ergiebt 97. 22 schieden im Laufe des Jahres aus, die letzte Aufnahme 1901 05 umfasste 30 Schüler; also werden im Jahre 1905 105 Interne vorhanden sein, davon 13 vom fünften.!ahrgange, 9 vom vierten, 21 vom dritten, 32 vom zweiten und 30 vom ersten. Abgehende Schüler. Von den 22 Schülern, die während des letzten Jahres das Institut ver- Hessen, standen 11 im fünften Jahrgange, einer im dritten, 4 im zweiten und 6 im e r s t e n. Von den 11 Schülern des fünften Jahrgangs wurde eine Gruppe von 8 Mann auf der Domäne Sedjera in Palästina, als Arbeiter aufgenommen, ein neunter ging als landwirthschaftlicher Arbeiter nach Argentinien, ein zehnter arbeitet in der gleichen Eigenschaft in Egypten. Der elfte endlich bearbeitet die Ackerparzelle, die ihm seine Eltern in der Kolonie Gliedere hinterlassen haben. Von den 11 anderen sind 6 nach zweijährigem Aufenthalte in M ik weh-Iisrael zu ihren Eltern, die Kolonisten sind, zurückgekehrt. Zwei haben ihre Lehrzeit aus Gesundheitsrücksichten unterbrechen müssen, 2 sind zu ihrer Familie zurückgekehrt und einer wurde wegen schlechter Führung fortgeschickt. Insgesammt sind also von den 22 ausgescliiedenen Schülern 17 für die Landwirtschaft gewonnen; das ist ein ziemlich gutes Ergebniss. Die Dauer der Lehr- und Uebungszeit, die im allgemeinen fünf Jahre beträgt, ist für Kolonistensöhne auf zwei Jahre herabgesetzt worden. Wir haben deren in diesem Jahre 20 aufgenommen; es sind Zöglinge der kleinen Kolonieschulen, in denen man nur Hebräisch lehrt. Wir wählten uns nicht die gebildetsten, sondern die stärksten und für landwirtschaftliche Arbeit geeignetsten. (Fortsetzung folgt). Druck der Joh. W i r t h ,sehen Hofbuchdrnckerei Actien-Gesellschaft, Mainz.