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Der Israelit · 1906-08-09 · 32 (9.8.1906) · p. Seite 7

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
32 (9.8.1906)
Date
1906-08-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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1*. Auqm'i 1906. m; Betrage von trci '.IV!!!i0r״ P?<1 rk zu gunsten wohltätiger Anstalten ohne llnter'chied der Manfeifion t>ic lcutf'c^bcwlirltc (^enrhinignng erteilt worden fei. Bemerkenswert m etre Be ftimmnng, lueldie die Stifter getroffen haben, wonach stets ein;stadikonnne oder verwandter derselben die Sti'tnng zu verwalten habe, doch nur, men n e r 11 och de »1 Z » dem!1 in miflebürt. B res 1 au, im Z»l>. Bor um lic1;t der Bericht des Berwaltungs Ansfdiuffes des Beirksgeineindcverbände Breol 11;׳iegiutz für 190■'» 1900.;Hu elfter Stelle werde» die den kleineren Berbandsgemeinden iieu'ährtcu 2nb• uentioncii aufi'ieiübrt, die fidi auf 1 .1 <:«.:<־;'.Vf. für 11׳ (Gemeinde» belaufen. ן;» üfaufdi Hafchonol; und ^ouifipiuir wurde»' in (Nmieinden Prediger entfendet. Ein gleichem war auch für Sdmmiotb vorgesehen. Tod! hat fidi hier die bemerkenswerte Tatsache ergeben, dag von א angesragteu (Gemeinden ״in i t :)>' ü d > i di t a u ז die wegen der Nahe des diriftlichen P fing st fettes in;,l n f p r 11 ch g e!1 o in in e tt e gefdiästli che Tätigkeit der'»le in ei n d e Mitglieder nicht eine einzige" von dem;'1 11 crb i et e 11 des Berba,1 des hat ('יe - b r a 1t di in a d) e 11 ״k ö n n e n". Mehrere (äe meinde erhielten zur Beftellung van Borbetern für die Domini naiironn eine 'Beihilfe von je .',0 Mk. Terfelbe Zufdiuff ivurde in mehreren ,välleu zur Berfidieriiiigsvrämje von (Rineindebeamten für den ,'voll des Todes oder der Tienst Unfähigkeit gewährt. ׳_'! Religioiis-Ldmlen des Bezirkes ist im;'luftrage des Berbandes Zuspektiou abgehalten worden, Zür die vom Bereu! israelitifdier s'ehrer in Lddefien und Posen eingerichteten Ferienkurse hat der Berband eine Subvention bewilligt, Zn Lachen des Bolksschulgesetzes vertritt der Bericht natürlich den Ltandpnniit des Berbandes der dentfchen Hilden. Nus diesem Zusammeiihang vermerken ivir noch den Latz: ״Eine durchgreifende Besserung der Berhältniffe der jüdischen We iiieiiiden insbesondere auf dem Wcbicte des Ne iigivns Unterrichts, wird erst Platz greifen, wenn die vom Per bau de der beut f che 11 Zuden angeftrebte gesetzliche euorga nifati011 der jüdischen El ein ein den erfolgt fein ivird." Hier liegt offenbar ein lapsus calam! vor, durch den allerdings die Berfaffer uiisreimilligerweife die wirklidie Lachlage zum Nusdruck bringe». Bu uzlau, den 1. August. Wie in der vorigen Nr. des ״Israelit" berichtet wurde, hatte der hiesige Magistrat befchloffen, das Lchladiten auf dem städtischen Lchladithvfe nach jüdischem Ritus zu untersagen, und der Ltadtverord»eten-Ber famnlluiig eine entsprechende Borlage zugeheu lassen. Inzwischen ift aber die jüÖ׳fd)e iGemeinde sowohl mündlich als fdiriftlid, beim Magistrat vorstellig geworden, die betreffende Porürge zurück zuziehen und das Ldiäditen wie bisher zu ge Natten. Um in der;Hngelegeuheit Zeit zur weiteren Prüfung zu erlangen, hot der MagiNrat die Borlage für eine der nächsten Sitzungen vor läiiffg zurückgezogen. Sctpveir. Bafel, :5.;,luaiift. Leitdem durch die für die Zuden unhaltbaren Zustände in Ruffland die Auswanderung noch me gesehene Timeiisivnen erreidit hat, bilden die hier durchziehenden NuswanderungSgruppen kein wöchentliches Ereig nis mehr, sondern fast jeder von Wien ein treffende Zug bringt eine kleinere oder grvffere Anzahl dieser unglücklichen Flüchtlinge. Turch dies»» Massenandrang sind, wie das Zsr . Wochenbl. für die Lchweiz berichtet, die Pvrräte an .>tleidern und Lchuhwaren, sowie die Barmittel des hiesigen Hilfskomitees für jüdische Auswanderer vollständig dezimiert worden. Aber auch die Unterstüsuing und Beratung, die Zursorge und Beaufsichtigung seitens oes xomiteer.׳ hat in fcldjcnr Hn*r״״ä zu genommen, daff der längst erwogene Plan, em ständiges Auskuntts und Lchutzbureau in Bäte, zu errichten, nunmehr unumgänglich notivendig wurde. Turch die hochherzige Mithilfe eines Tat ^»tnelit. edlen Basler:hJobltater>> und durch einen gröfferen Beitrag des Hilfsveieins deutscher Zuden iff das nunmehr durdi Kooptation vergröfferte Hilts komitee in der Nr ge dieses Bureau zu errichten. Ein ständiger Beamter soll da allen ,üdiidien Auswanderern über ihre 'WiinfdieAnskniifi geben, ne über ihr Reiseziel aufklären. ne durdi Aus tausch ihres (Geldes vor Uebervorteduug fdmtzen, die fehl liinfaiigreiche >torre׳ponde»z erledigen, überhauvt diejenigenZunktioneu erfüllen, die die Mitglieder des >iom>tees nunmehr als für Privatperfonen uninoglidi ausziifiihlende Aufgabe» der Hilfe für notig eiadnet haben. Turd, eine Rund reife des unermüdlidien Präsidenten. Herrn Bollag Zenditwanger, nadi Paris, Havre. Berlin, Ham bürg ufw., wo er mit den niaffgebenden Personen der Hülfs n»d Answaiidereigefellfdiaften die;» ergreifenden;Naffregeln befvrodie» und durdi eine verfönlidie Benditigniig der Answanderer hallen der .Hamburg Ninerika Viutc feine rcidten Erfahr ungeu für Auswandcr er angelegen beiten nodi erweitert hat. konnte das Hiilsskomitee niandierlei Material fannneln, sodaff die Tätigkeit des Bureaus jedenfalls eine redit er fprie׳!!die sein ivird. Man kann nur wüiifdien, daff diefes »uninehr feit vier ,Iah re» für das Wohl der ürniite» unserer armen Ltainmes brüder arbeitende Komitee diejenige Unterstützung der jüdisdien Einwohner der Schweiz und L>>d deutidilands findet, die es durdi feine bewunde rungswürdige Tätigkeit verdient. Es sollte die Pflicht jedes Haushaltes fein durdi periodische Leiidungen von Wä'die, >tleidnngsstüden, Ldmh werk »fw. und durdi reidilidie oieldfpenden die׳es wirklid, humane Werk zu »nterstutzen. Nu8 dem heiligen Lande. in!» unfern« Morrcipunpnuen. ג e r 11 i >11 e III, A b. Am vorigen?יצב W. Tamus ist der neun- »ndaditzigjährige ehrwürdige Ehadiam 'Bafdii Zaeob Paul Eliaschar, Cberrabbiner der Lesardim und vom türkischen Liuute vssizieil anerkauules Haupt der palästinensifdien Znden, verschieden. Tie Be ffattung fand Lonntag unter Begleitung von 1 ."> CM י א Mensdieu ftatt. Ldion in den frühesten Morgeiistuiiden hatte Zerufalem ein ungewohntes Ausfehen. Mariner m den Traditen aller Länder eilten durdi die Ltraffrn, um an dem Zuge teilzunehuieu. Ta fab man den Aschkenazi in ZjiibetS und Ltröniel int eifrigen hebräifdieii lüefprädie mit dem Lohne Maroeeos, denen langer, weiffer siciitau unt! fduvarz drapierter Mantel die eriiffeu, fast melancholischen Züge hervorhobe»; der (Rau bensbruder aus Bokharra in runder Pelzkappe nnd hohen Ltieteln fncht gestikulierend dem weniger iveit gereiften Nenieniten, dessen blaue baumwollene Pluderhosen »nd Bluse eher zu der heiff glühenden Lonue pafften, sich verständlich zu machen. Um 9 Uhr vormittags war die Zaffa straffe, worin fidi die 'Wohnung des Perstorbenen befand, infolge des Menfdienaiidranges dem Per kehr entzogen. Um 1>> Uhr hifften alle Amtsge bäude im >ionfulate ihre Zlaggen auf .Halbmast. Um 10'■» Uhr lebte sich der Zug, nachdem vor dem Lterbehaufe ein gehalten worden, in Beivegung. Boran gingen, laut Bibelverfe rezi tierend, die >tnaben der fephardifdien und der asdikenasifche» Ehadarim mit ihren Melamdim: dann kamen die >tinder der fefardischen und aschkenasischen Waifenhäuser, die Ldiüler der .Handiverkssduile der Alliance Zsraelite und die Leminaristeu der Hämelfdmle, auch von ihren Lehrern begleitet. Zhre Ltäbe taktmäffig aus die Erde schlagend, schritten mehr als 'סי Mamaffett der verichiedenen fremden Regierungen in reich gestickter Tienstkleiduiig dem Toten voran, der, mit seiner schivarzen, nlberbestickten Amtstracht zugedeckt, nach Zerufalemer Braudi ohne Larq und, was eine besondere Ehrung ist, fast unten aus dem Boden den ganzen Weg entlang von ivür digen Männern, die miteinander avwechfeiten, getragen wurde. Ein Bataillon Toldaten, vom Pascha als Ehrengeleit geschickt, folgte, ihre letzte Reibe -Hand in Hand geschlungen, einen Halb HS Seite 7 kr eis >m Mar »ch bildend, uni die vor drangenden Taufenden vom iveggehalte». Eine lange Reihe von Wagen mit dem Offuiverneur der Ttadt, de» Konsuln der fremden Mädne und deren of'izielleu Pertretern bildete den Ldiluff des Zuges Tie Ni'enge reziiiene laut das 3״,־• :יע. Zu der »inner heisrer glül.enden Lonne marfduenen Taufende Zerwalemer, die wenige» Reidie» nnd die vielen Arnien. der Orientale und der Euro päer, ^"27" "7יד Leite an Leite »nt gnedi ifdien, armenifdren. abeffiui'dien Priestern, Zrai.- ziskaueiund Eopten. jede Nation, jede Religion ivar vertreten, einein ivahrha't groffen Manne das letzte Geleit;!1 geben. Ter Zug. der ndi durdi die Ltaot zum Z,>ons tore hinaus bewegte, stand wiederholt still, »׳ahrend abivedifelnd fetardiidie »nd aidikenafiidie stfabbiner Reden hielte» »nd erreichte »in Uhr nachnnt tags den indifdien Zriedliof am Telberge. Am Eingänge des -ביי־. --יי am Zuffe des ::*'אביצי-'■" Länle Abfalons f. Lam. -. 1«, 1•** wurde iviedernm ein -L7A gehalten, ,wobei man die Berfe sprach: ri'Z'בי ביי־. ״ציאל *בבי אי־. ־ ״ אשי •ד־־יז>Nrn; Zsrael beweint den 'Brand, den ostut angezündet hat" bis zu dem Lahe: י־־ייייייצ ״ והביי־.': י*ד,י־*יי־,Tie gebende» findbestinnnt, zu sterbe», und die Toten wieder auf;»erstehe!! " Während der Reziptienuig dieser Worte fetzte sich die ganze Berfainmlnng auf die Erde. Beim Berfenken der Vetdie in s oirab wurden die I st (^nadeneigenfdiafteu offntes ׳׳_'. 'B»d! Mofes stst» '׳ ausgefprochen. Tie Reden am türabe dauerten bis Uhr »ad,mittags, und die vom Kelberg;urüdkehrenden '.straffen füllten die Ltraffe» b!s abends. Ter verstorbene Ehadiam Bafd» machte durch fein würdevolles Auftreten auf die mit ihm Zu fanimentreffeiideii einen tiefen, nnponierende» Eindruck und gen׳at!n alle Herzen durch feine liebevolle veuijeligkeit. Leine Majestät »artier Wilhelm II iprach sich bei!einem Hiersein de sonders bewundernd über die stattlich hochgeivachsene und ehrwürdig edle Erscheinung aus. Zacob Laul Eliafchar wurde am Nst. Liivan .',.'>77 in Lat'ed al-S Lohn oes dortigen יאש '־שיחטיס Eliezer Zerod>am Eliafdiar ans Wilna geboren. Tie Familie zog nach Zerufalem, ivo, als der stnabe t; Zähre alt war, der Pater starb. T>e juiii^e Wittme, eine Levhardin, hatte von ihrem in >Lased vermieteten Hause ein Einkonnuen von io Piastern im Rionat in heutigem beeide I..'«o Mk., damals freilich den dreifadn׳» Wert ausmachend Tiefes teilte sie folgendennaffen ein. -t Piaster per Monat Ldmlgeld für ihren Lohn, 2׳ Piaster per Monat Miete, st Piaster per Monat für Lebensunterhalt. Zni Zähre ü.'»** heiratete die Wittwe den reickieu und angesehenen Levhardi Benjainin Mordediai Radon, der den Ltiessohn innig liebte und ihn zu einem 27r! י<2י!י erzog. Zm 15». Lebensjahre vermählte sich der Züngling, wobei ihm fein Ltiefvater tür 'do Zähre feinen Lebensunterhalt sidierte, damit er üd> ohne Lorgen dem Studium der Tdora widmen konnte. Er zeichnete sich in der rc'C•' aus und ivurde 5,01:1 zum Ta ja 11 der fefardischen «flemeinde gewählt. Er ward in verfchiedeneu ErbfchastSirngelegen heiten für die stesillah nach ausivärts gesandt. Besondere Erwähnung verdient die Mission, die den stkachlaff des Eaid Moshe Lhemame von Vii'oruo zum (Gegenstand hatte. Es handelte sich hier um die Lumme von ׳d<jon00 Zimtes für Errichtung einer ־:,r in Zerusnlem Tie Erben machten Lchwierigkeiten, als jedoch Rabbi Eliafchar nach Vivorno kam, gelang es ihm. die Erbschaft für Zerusalem zu erhalten, :toooo Zrancs fielen der aschkenasischen (Hemeiuöe zu. Mit dem übrigen kleide wurde die ׳?׳:ה "טי,!ש<7 :טיב״ errichtet, und R. Z. L- Eliaschar ward zum .יאש ישי12י ernannt. Zm Zahre ivurde er אב יי״. דין• Lein edler Sinn offenbane sich in glänzendster Weise, als er im Zahre .'»040 zum Ehacham Pascht ge Ivähll Iverdei, svlltr, über zu Buusicu des gelehrten. R. Rafael Rkeir Panijel zurückrrat, iveil dieser älter war. sttach dem Ableben des letzteren wurde er im Zahre 50.mst einstimmig zum Ehacham

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