Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 32 (9.8.1906)
- Date
- 1906-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 75% known words query
- IRI
…/2446951-9543451-9889139--0598-7375093- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ein Centralorgan für das orthodoxe Judenfn liirliitl m Dr. lelmm 11 ntaiiz 47. 3ahrgang. Sranhfurt a. m, 8en .32 י1. i n ,H'iaelit etiriicim iebfii?oimrrftafl. Abonnement«': (rteuiölnilnl)« '.tue!10l>e dWf. > -a> mrvli'litiinliili. \vft1111«>t)0b« an» M1111׳lbrmf1<avtrr :1 mevtelialnlKti. -l>1*la11e?p1eve tue bie ,ineolmlidif A11#anbe. i. enei reich 1' Kr., :Himlaub l l!11l>., ik11,,1>1111> •_* O!., Linienka .״ר <•!-., ■Tiif&erlaiii'f 1,1*1,!!. Abo»11e!n«!!!S bei allen i'oiiauualte;(,?,iiibbanMiinnru. •oitne reft bei »et '?,,l'fPitipii, veüuuenabe 11111־ »troft. ^niernte:;111 Pteiini,,« na »>e if11"jt,e׳1׳fllie1!e 'iolouci :teile: Rabatt nach Jart׳. ^irrrateiiannahiiir nur &11nl> vaa'en'lein 11. Poqlet ^i. <U. in _ ,vvaiifiiivt a. i'f. un» »even Filiale״. ^«——————————————————.——. vielseitigen Wünschen nachksmmend, habe« wir hübsch ««»gestattete IIIIHI Sammelmappen —. »um Anfbnttftifrrn der )»raelit Kümmern anfertige« lalfen und steUen dieselben gegen Einsendung van MN. I.—,;«»«glich Porto, ««seren Lesern »nr Verfügung. va; Hu$tritt$«csctz und der Ro$iu’$c!>e fcmu’urf. (i. B. Beriui, •2*. vu1lt. )um dreispgslen Male ja fort sich heule die nk'burrssnmde des Prennlschen Gesetzes vom )nli 1*7»;, betreffend den Austritt aus de» jüdische»: Spiiagogengeineindeil. Nie zuvor ist »001)1 der Erlasz eines Staatsgesktzcs, das ).idcn und ihre Verhältnisse betraf, mit so erregten und gesteigerten Gefühlen »nd Skiiinnnngen begrün! »nd begleitet rvorden, »vie das im Ganze» nur elf Paragraphen zählende, kurze Anstrittsgesetz. ,>» Predigten und Persammlnngen, in )lug ichriften und )eirniigsartikcln, in Petitionen und Druckschriften wurde das )ür und Wider auf das?kidenschaitlichste envogen *mb erörtert und >e nach dem Parteistandpnkle, ob freund oder »Gegner, alle Phasen feines Werdeganges von der Ginbringung des Entwurfs vis z» seiner Perab 'chiedling diirch das Herrenhaus mit Hellem )übel oder knirschendem Grimm verfolgt. Was haben »eine Gegner nicht alles ansgebvren, weiches Mittel nnvenncht gelassen, um die Einbringung des Entwnrss zu verhindern, die Annahme noch in» letzten Augenblicke zu hinterrreibe»! Alle Negiiter wurden gezogen, alle Mittel der llebe! »ednng, Buren und schliefrlich Trahmigen augeivandt, die Negierung und die Parlamentsmajontät doch noch wankend zu machen! Tnrch den Austritt stener kräftiger, bisheriger Mitglieder sollten die Ge »leinden in ihrem 'Beitande ericknitlen und die Gnülinng ihrer Ausgaben, wie ihrer übernom menen Berpflichtungen ihnen erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht fein; den unedeliten Pt'orivcn sollte derAustrittsgedanke eiitivrungen »ein, den niedrigsten Neigungen erBorichub leisten, nicht Gewissensbcdenken, nicht religiöser Eifer tollt«* hip Tvpmnmn fordern, soiidcni eigensinnige Nechthaberei Triumphe feier!», nirduldsamstcr, verderblichster )anarisinus feine Anerkennuilg »inden! Mm׳j; Höne man diese Kreiir reden, »o mnstte inan zu der Meinuirg kominen. nicht die orthodoren Minoritäten, sondern die ״liberalen" Neiormbeürebnngen bedurfte!! zur Wahrung ihres Besitzstandes des Schutzes der staatlichen »«»eietz gebnng! der auch dir )rennde des »N'setzes liegen es an »ich nicht reble», Tie grof!e )eit!and ein gros,es Geschlecht. da , Männer!nie S a in i o 11 N' a p h a e l, H irsch ל"^', ) s r a e l H i l d e s hei mer צ׳ ל:, Nt 1 chacl fehin a n n ל"^» und mit ihnen viele anderer, »׳ackere Mitstreiter und Helr'er den >iampr aufnahnieu und führten für die Wahrheit der Thora gegen ihre :1!!greiser, für Gewissenssrciheil und!vadrcn Frieden gegen Ge- «u. ♦ » .. *..«•> י• M K «II« ) Im K IVtltUtPUtUMUllllj iiltv v’U^IVmu^llllllVVMdlU. 441tv es ist ein civiger, nnvergänglicher NnhmkStitel, der alles, was er sonst an parlamkntan'chen Ar beiten und Erfolgen zu verzeichnen hatte, über ragt, für Eduard faSker, das: er, unzuqänglich für alle entgegemvirkenden Einflüsse deiner näheren Umgebung, der Stimme der Wahrheit, die »'ein Herz berührte, Gehör und )olge gab, die ^ache der in ihrem Nechte gekränkten rtliodorie, trotzdein er ihren religiösen Anfchannngcn 0׳ fremd wie nur einer gegenüberstand, dennoch zu der seinigen »!achte und mit dem ganzen Ans gebot seines weitreichenden Einflnffes, der »der!vältigenden, ül׳e> zeugenden >lrart »'einer Nhetorik und, nicht zum wenigsten, »einer unvergleichlichen parlamentarischen Geickncklichkeit für das Aus trittsgesctz unerinüdlich eintrat, bis es alle )ähr lichkeiten der Parlanicnlsberatnngen übel-wunden hatte. Tas: diese Anfgabe keine allzu leichte!var, leuditet wohl ohne weiteres ein, ,veiin inan mli vergegenwärtigt, das: der Wortführer der Gegner im Parlament kein »Geringerer >var als H»'»» von Sübel, der Generaldirektor der Preuszikche» Staatsarchive nnd Preufpiche Hofhistoriograph. L0 »var nach langer, schivrbender Pen! end lich die Erlösuilgsstnnde gekommen, die um einem Schlage den geguälren »Gemütern die heis: ersehnte )rcibeit des Gervissens brachte, den zur nner. träglichen )essel geivordenen Parochialzivaiig in Trünnner schlug und ivertvolle geistige röste, die bis dahin brach gelegen oder in einem aus fichtsloseii, trosilofen.Lampte nuvlos »ich verzehrten, zu segensreicher, fruchtbringender Tätigkeit für die Emnnah eiltband. )ortan galt es nicht mehr ooer nicht mehr alle,»! — die Angriffe der )einde zurückznfchlagen, sondern positive Arbeit durch Ausbau echtjüdisck»er »Gemeinden, die doch auch allen berechtigten, modernen Empfindungen und Anforderungen genügten, zu leisten; und das! dies geschah nnd »vre es gelang, dafür zeugt nichts so eindringlich und überzeugend »vie der glühende Ha^, mit dein dir otsenen oder versteckten ,reinde der Austrittsqemernden noch heute jeden Schritt, de» sic vonvärrs tun, berzleiteii, die Steine, die »!e unablässig in ihre» Nteg zu wällen »ich angelegen sein lassen. Tas Sü»denreg»ter dieser nanrigen Heldentaten in io unendlich gros», das, eine Auszählung derrelbrii sich von ielbst verbietet. an der lepten eine iei darnm hier mir erinnert, an die verächtliche Behandlung der ״abgeiplikterte»" Sektenkonvemikel vor wemgeii Wochen erst in der Tenkichrin des ״Perdandrs der deutsche!׳, )!rden" ' Manmnfi sie «mterlebt haben die ^eu vor Erlag des Alistrillsgeikkcs, »vas sie an L ׳.׳mürigungen nnd »N'ivissensaualen iür die Bekenner des glanbenstrenen )ndenruws brochte, u!» den warmen, frohen Enthuslasimis, das Autianchzen ans beireiter Briii't, das damals aus allen orthodoren Kreisen — von ,venige» Eigenbrüdleni abgesehe!» — erklang, nachsschlen und degrrlten zu können' Schutz- und wehrlos war bis zu leneni ‘1*. )nli die gianbenstrrne )ndenheit Prennens dazu verni-teilt, mit zerivühlendeni Sch!nerz!!n )!!nersten es anznsehen, rvie rin? ani ihre Macht und Nücknchtslosigkeit pochende Mehrheit iht-er ^erstörimgsivuk freien Van» lieft; wie die traungen Helden der ״Netorm" aus Sunoden und in den ttic!nk!ndett das gros;e, gotteslästerliche Wort sühi-ten und der Allgemein heit ihre» Willen diktierten; mnülen es erleben, das, die Gotteshäuser durch Einführung un jüdischer Cäebränchc und »«iebkte ihres EdarakrerS als .-'>5? '.^2 beraubt, die altererbten, durch die )ahrtauiende geheiligten »tiebete verstüminelt oder uuv dein ׳»״'»eveiviuh-׳ geiilichen, die Tüolu ihres »Glanzes und Ansehens entkleidet, die Stimme der in ihren besten, heillgsren Empfindungen vrr letzten ״)ronuneu" mit mif,tönrttdem Hohn und Spott Übertom und mit alle» Mitteln der rohen rs-eivalt endlich zum Schiveige» gebracht wurde Hatten die («llanbensstreiter der Nerorn! dock, foaar vor de»! Aenger-sten, fetzten nicht zurück gcbcbr, hatte» sie es mrr ihrer ״liberalen" Ge iinnung doch wohlvereinbarlich gesunden, dieienlgen Männer und )rauen, welche für ^ion und die Wlederaufrichtung des Tuvidsthrons i«^ ihren »«lebcten flehten, der Paterlandslofigkeit öffentlich zu zeihen nnd ihre ,vir ihre Gesinnung und ihr Tun als staatsgesährlich zu denunuer-en! Man hat gut!-eden, da», es Pflicht des )ehudi sei, erlittenes Uilrechk zu vergessen, nicht nachzu tragen und die Toten nicht zu befchworen! Aber haiidelt es sich denn uni eu«e Kränkung unfrrer Pnvan»erhältnisfe, verleumdete und besudelte inan oemr nur unsere vüraerliche Eh»r, ״»nrb« «,»» unsere matenellen Güter und Besitztümei 011!׳ Cb«t hat man nicht Stellte erhoben u«!d ge schleudert gegen die Heiligtümer unseres Herzen»,