Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 31 (2.8.1906)
- Date
- 1906-08-02
- Page
- Seite 20 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Zxi« 2V Nr. 31. Der 2. «ugust 19«! *<011, »velches *einen noch so bescheidenen Bei trag hierzu liefert, sieht in (Lottes Dienste»! I^nre;על ב. Die »veibiiche Horm יזורק erinnert an die im Abläufe der Jahrtausende sich nur langsam vollziehende Vorbereitung des Göttlichen. — *ct# 4. ^iebe mich, Dir nach, mögen wir gemeinsam laufen; hat mich doch der König in!eine Kammern gebracht. Mögen wir jubeln und uns freuen durch Dich! mögen wir Deine tKeliebten in ihreni Vorzug vor dem Wein er wahnen, sie, die in Geradheit sich Dir hingcgedcn. Hm 3. Bene feierte Israel den Anteil, den die anfterjüdische eivilisirte Menschheit an der Lösung der hehren Ausgabe nimmt, das Gottesreich aut Erden zu begründe». Ihr Anteil war bereichncnd durch den Vergleich mit dem ״Geruch der tele" vergegenn'ürtigt worden. Demgegenüber spricht Israel in unserm Verse: tKoll möge eS wieder an »ich ziehen, sich!nieder eng mit ihin verbinden; Gon möge ihm lenchtciid voranwandelli, so das; es leichten Schrittes nachzufolgen vermag, um »n Vnndc mit (vSott den Gang durch die »Ke schichte zurückzulegen. Dieser Gang in dann ein ״Ni»»", er gelangt schnell zum ’^ide; denn vor dem Gotrcsverbündcten schwinden Hiudcr nissc in nichts zusainmen. Dieser,Wunsch Israels in daraus begründet, dass '"*ד.:'א:־ רזדלך וזר Israel feit Vangem »Kones Geiep besiht, dem es nur zeitweilig nicht d!c er forderlickie Veachlung geschenkt Iczn, da es sich N'ieder mit Gatt verbinden möchte, stellt es nch wieder auf den Standpunkt des Judentums, sinder änftere uiid innere Freude nur durch t^ott gegründet, will aber vornehmlich nicht diese We )chickesseile, sondern den Adel der Gott dienenden Menschen, ihren Werl in Gottes Welt verkünden; denn diese geben nch in gerader Gesinnung ziel benniftl der Enüllung der göttlichen Pflichten hin. על*—׳ Tür unsere Kinder. .׳ Sr־'׳ Die beschichte von der Vrinzeslin ükora l. Wie die Prinzessin Tkora zu dcnIsralitcn kam. Vor langen, langen Jahren lebte ein mächtiger König namens Namies in Egupten. Er war 0׳ stark, daft alle .Könige, die in der Nähe wohnten, 1H1» gehorchen muhten. Dadurch ivurde er sehr nolz und sagte: ״Weil ich so stark bin, will ich eine große, schöne T:ad: bauen, die soll auch Nauves heißen, damit die teilte, ivenn ich viele tausend Inkre schon kor bin, noch ivissen, ivas ich für ein starker König war." Nun ,,iiiftle er doch aber ern Maurer habeit, die ihm die Stadt bauen sollten. Da fiel ilnn ein, daft irgcndivo in seinem l'andc starke Männer dazu wohnten; die waren nämlich nicht eigentlich seine Unter tauen, und er konnte ne deshalb garmchl leiden, obgleich ne sehr brav und fleißig tvaren. Tic kiesren die Israeliten, iveil ihr Ahnherr Israel geheinen batte. Vun mnftlen dien׳ Männer die Stadl baurn. Sie ivollten es auch ganz gern tun, aber der böie König analle ne so. das; ne ian daran zu »Kruude gegangen ivären, Volm gab er ihnen rrichr, und die Steine sollten ne iilühiain zusammen suchen, und ivenn sie dadurch nicht genügend vorwärts in der Arbeit kamen, lien er ne mit einer Peitsche schlagen. Tic konnten es kaum ausbalten. Nun gab es aber einen noch viel 1nächrige:en König als N'aimes, der nun־ König von der ganzen Welt. Das wußte aber Naim'es nicht, denn 0׳ klug er sich auch hielt, er wußte nicht einmal, da׳> es einen allmächtigeii König im Humnel gibt' Und das weis; doch jedes Kind. D>e׳er König von der ganzen Welt batte ein gar lieb lichcs Tochtcrlcin, das wurde Prinzessin!Hora ge uannt. Tie war so 'ckion und klug, das; jeder ne lieb haben mußte, der ne ansab, »iid iver öfters mn ihr zu ׳annnen kam.ivurde gleich viel klüger und bc״er. Tie trug e!u hiuuudblaues Kleid und Hane ein goldenes Kronlein in, Haar Als Prinzessin!bora iah, n»e fchlech! es die armen Israeliten Hallen, bat ne gleich ihren Vater, er mochte ne zu ihnen schicken. Aber der König der Welt antwortete ״',i11 זס, Prinzeückien, in >,1-> hnir 'ץ!;י.׳ schicke ich Dich nicht, lch hole erst die brarien Leute heraus, und dann magst Du zu ihnen gehen." Nun schickte er einen Boren zu König Namses und lieft ihm sagen: ״Laß dir Israeliten heratis, die gehören mir." Aber Ramses am» wor-tete: ״Ich kenne Dich nicht, und ich lasse sie nicht heraus." Und er gnälre sie noch mehr. Da schickte der König der Welt einen Boten, und dieser erschlug alle erstgeborenen Löhne des König Namses! da bekam dieser furchtbare Angst und sagte zu den Israeliten : ״Macht, daß Ihr fortkommt!" Nun waren diese froh, sie liefen gleich, ivas sie konnten ans dem Lande heraus. Aber als König Namses nun sab, daft sie ihre Arbeit nicht mehr taten, >var es ihm leid, daft er sie entlassen hatte, und er holte sein ganzes Heer zusammen, das; es die Israeliten zurück bringen sollte. Diese waren schon bis ans Meer gekommen imb saften ganz vergnügt ,zusammen. A»f einmal blickt einer hoch, und da sieht er ganz hinten König Naimes mit feinem ganzen Heer a»rücken. Da ergriff alle ein grofter schrecken. Aber der Bote vom König der Welt war bei ihnen, und der beruhigte sie. ״Leid nicht äugstlich, tretet ruhig in das Meer hinein, dann wird das am einmal festes Land werden." Die Is raeliren sahen den Voten erschrocken an, aber einer der Angesehensten von ihnen namens Nach schon lvuftre schon, da»; der Herr der Welt ihnen helfen konnte und ging deshalb ruhig mir seiner ganzen Familie ins Meer. Und richtig, als ׳'ein Ins; das Wasser berührte, ging cs nach beiden Leiten auseinander, und es blieb ein!rockner Weg in der Mitte. Als die Israeliten das sahen, jubelten sie nnd zogen rasch hinterdrein. Und siehe' »׳ährend sie durch das Meer gingen, standen auf ihrem Wege herrliche Vännic nnd Blumen. Alsfie am jenseitigen Userqngclangrwaren kam auch König Naimes ans Meer. Der wollte cs nun mir seinem ganzcn Heer den Israeliten nachmachen, und er ging auch ans den trockenen Weg. Aber als sie mittendri» waien, kam das Wasser »׳jeder, nnd der bö׳'e König ertrank dort jäinmerlich mit seinem ganzen Heere. '?in» waren die Israeliten ihren bösen Ieind los und freuten sich darüber. Als Prinzessin Thora sab, da'; fie ans dem Lande ivarcn, ging ׳'ic »׳jeder zu ihrem Vater nnd bat, er möchte sie zu den Israeliten lassen. ״Geh hin zu ihnen," sagte der König der Welt, ״und hilf ihnen gut n!!d klug werden, denn das müssen fie sein, wenn sie Dich behalten wollen. Also geh irnd sag ihnen das. Ich schenke ihnen dann auch ein herrliches Land, in denen die schönsten Früchte wachsen. Doch verkünde ihnen, daft D» mein einziges Kind bii't, und ich mich nicht von Dir nennen mag. Wer Dich bei »'ich au»'nimn!t, 111111; auch stets freudig bereit sein, mich zu empfangen und zu beherbergen. Wir »vollen aber auch andere Völker herbei rufen nnd fie fragen, ob fie »ich Dir nnschlieften »vollen, danrit ne nch nachher nicht beklagen können, wenn Deine Anwesenheit den Israeliten alles Glück bringt." Die Prinzessin war damit ein verstanden. In ihrer groften Güte war fie gern bereit, allen Bewohnern der Erde zu Helsen und dazu ihre hiinmlischc Heimat zu verlassen. Als »ie nun das irdische Land betrat, bebte die Erde ihr janchzend entgegen. Der Berg Linai, an»' den sie zueri't den Ins; ieizte. hüllte sich in Nebel, mächtiger Donnenchlag ertönte, lenchtende Blitze wurden sichtbar, und starker Posaunen׳'chall vcr kündete die Ankunft der Prinzessin. Die Völker der Erde eilten zitternd herbei, um zu hören, was ׳'ich ereignet habe. Da töne sich der Giebel, der Donner schwieg, die Blipe hönen auf, nnd sichtbar ivurde allen die herrliche Prinzessin tut leuchtend blauen Gewände und dem goldenen Krönlein. Tie wollte mit ihrer lieblichen Lkinime zu den Völkern reden: dock, bevor sie noch an sangen konnte, drängten »ich mächtige, starke Männer in vornehmer :h'ü׳'tung an fie heran. ״Komm mit uns, Du schöne Prinzessin, wir haben ein prächtiges Vaud, dort »oll»! Du ein herrliches "eben führen!" Prinzessin Thora schüttelte den Kopf, ״Nicht um ein herrliches Leben zu führen, habe ick» den Himmel verlassen, sondern um den Menschen zu helfen besser und klüger zu werden. ^, ז. « חוזיו י.*.«* •ewiwi kir, u’ilut in uuIm. V»V»l‘CA‘ halten!" ״Wie lauten denn Deine Gesepe-״ fragten die starken Männer, die gar prächtig ge kleidet waren. Es waren die Fürsten von Edom, die ein großes Land im (Gebirge besahen. ״Du sollst nicht morden", fing die Prinzessin an nm ihrer sanften Stimme zu sprechen. ״Nick׳: morden?" riesen die edomirischen Fürsten er. schrocken. ״Nein, Prinzessin, dann komm nicht mir uns, wir »vollen unser Land vergrößern, dg müssen »vir Krieg führen, und dabei müssen n׳:r morden!" Traurig wandte sich Prizessin Thor!» von den blutdürstigen Männern ab, und die׳c zogen »vieder in ihr Land. "Nun kam ei t anderes Volk zur Prinzessin, es warben bärnce ^eme, in weite Mäntel gehüllt. ״Lo komnie mit uns, Prinzeftchen, das schönste unserer Zel:e ist das Deinige. Wir vermeiden den Mord, ivenn Du es verlangst", »agten sie. ״Doch nock, mehr Gesetze habe ich", sagte Prinzeisin Thora. ״Sprich sie aus", anlworlelen die Männer! s:e wurden Ismadiren genannt nnd lebten in Zelten in der Wüste. ״Du soll׳'! nicht stehlen", sprach die Prinzessin weiter. ״Nick» stehlen'?!", riesen die Ismaeliten erschrocken. ״"Nein, Prinzessin, dann komm nicht mit uns, wir leben ja von dem Naube, den wir den Wanderern durch die Wüftc ab» bitte».״ Traurig wandte »ich die Prinzess:!! auch von diesen rb, und sie zogen wieder fort. Auch die anderen Völker waren fortgeeilt, als fte diese Gesetze der Prinzessin vernahmen! nur die Israeliten blieben bei ihr. Nun war die Prinzemn froh, denn sie hatte die Israeliten »ehr lieb. Der Bore vom Könige der Welt tagte nun zu ihnen: ״Wollt Ihr Prim ze׳'»'in Thora bei Euch habendann müßt Ihr alles tun, was sie verlangt! dann werdet Ihr gut und klug werden." ״Ja", riefen die Isracliten freudig, ״wir wollen alles tun und zuhören, was sie wünscht!" So blieb also die Prinzessin Thora bei den Israeliten. Da sie noch aut der Wanderschaft nach der neuen Heimat ivareu, bauten »ie ihr ein gar herrliches Zelt. Männer, Frauen und Kinder brachten ihre besten Sachen, nm die Wohnung der Prinzessin möglichst schön zu gestalten. Es war nun ein lebhaftes Treiben im vager, alle wetteiferten in der Arbeit Da wurden Bretter gesägt, dorr geschmiedet in Gold, Silber und Kupfer. Geschickte Frauen versaniinelten sich und webten Vorhänge, Teppiche und köstliche Decken, die sie mit Edeli'teinen bcflickten. Eine prächtige l'nbe machten die Tischlir aus feinftetn, duftendem Holze, die ivurde ga!; und gar mit purem Golde überzogen, 1!!td da hinein legte man die Gesetze der Prinzessin Thora. Auf den Deckel der Lade kamen zivei herrliche goldene Engel, mit ausgebreircren Flügeln, sie beschuhten die Gesetze. Der Bore vom Könige der ״Welt, der Moses hieft, suchte die besten Männer unter den Israeliten aus, ernannte ne zu Prietteri׳, und sie sollten nun den Dienst bei der Prinzessin übernehmen und darauf achten, daft die (vebore streng gehalten »vürden. Den ganzen Tag sollten »ich die Priester damit be »chästigen, der Prinzessin zu lauschen und sie zu erfreuen, um dann dem übrigen Volke alles zu erklären, ivas fie gesagt Harle. Zum obersten Priener Hane der König der Welt den Bruder des Boten, den Aron, ernannt! der hatte alles zu beanssickitigen, ivas die Priester laten, lli d die Tckiwenei des Moi'cs, Mirja!:!, sollte dm Frauen und den kleinen Mädchen die Wünscke der Prinzessin erklären. Auch für die Priester wurden besonders köstliche Gewänder angcsertigr, in denen sie ihren Dieiv't bei der Prinzessin Tbora verrichten sollten. AIS all' diese Arbeiten beendet ivaren, veranstalteten die Israeliten e:n großes Fett, und Jubeln und Jauchzen war im ganzen Niger. Sie dankten dem Könige der Welt aus srobein Herzen, das; er ihnen »eine geliebte Tochter gesandt habe und veri'prachen von ganzem Herzen ihr immer zu gehorchen llebcrall wurden Dankeslieder gesungen, und Feit mählcr in allen Familien gefeiert.