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Der Israelit · 1906-08-02 · 31 (2.8.1906) · p. Seite 18

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
31 (2.8.1906)
Date
1906-08-02
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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Ao. :0 2fttf t*__ hik', uns trifft kein Ungemach". Sie haben cs! verschuldet, wenn Zion den Völkern nicht das! dochaufragendc Panier bedeutet, z» dem sie wallen! würden, wenn von dort ans noch die kehre des teuren und liechten ginge. Sie habeil dem Volk dafür Rede und Antwort zu stehen, wenn nicht jede jüdische Gemeinschaft als das Jerusalem gepriesen ivird, in dem das Streben nach miig lichffer Vollkommenheit in Unlerordiuliig unter Lottes Gcseh diesen ruhigen Frieden um sich verbreitet, unter dessen Schnv ein reges keben geistiger und wirtschastlicher Blüte pulsiert. Sic einpsangen ihr Ilrteil vor dem höchsten ff! ichterstuhl datür, das, die Welt nicht emporschaut zu jedem jüdischen Heiligtum, als;11 einem Ban, gegründet ans den geistigen Höhen der Wett, jede nnge ahnte Erhabenheit zu überragen und sic alle, alle zu speisen mit den Früchten vom Banmc der Erkenntnis. ״Erst wenn durch die Beseitigung dieser Richter und geivissenloser Beamten die Schlacken vom Bvlk genoinmen sind, und eS zur geläuterten kehre unter Richtern früherer Zeiten und Ratgebern anfänglicher Tage zurückgekehrt ist. ivird cs er ennbar iverden, das; t^olt wieder . in Israels Mitte rnht." Es inus; ja schließlich diese dem Zudem!»» völlig fremdartige krach j ahiuung hierarchischer «^clüffe, geistlicher Seel! sorge l«nd keichenbirtens durch das Erivacheu j des wahreil jüdischen Bewußtseins im Bolk ivie i ein!!uerträglickies Zock, einmai gesprengt iverden. . Vc r 11 cn >lnd lehren sollen »nscre Jsührer, j d a 1111 adelt sic ihr Tun zu ,^Häuptern! der Stämmc." 'Nicht in der Smiagoge, im I kehr ha ns »ins; der Führer, bei Tboia, Pro- | phcle» und Talmud ״amtierend" z» sindcn sein.! Böas die Lunagoge zerstört hat, 111 u s; I das V c li r h a » s a n s b a u e n, was d i e S l> n a gogc entzweit hat, kann nur das kehrhaus wieder vereinen, was die! S nn a goge vom Zn denknin vcrsü hrt hat,! in u ,; d a S k c h r h a n s i h in w 1 c d e r z u s ü h r e n.! Das geistliche Gewand sremden llrsprungs macht keinen Eindruck mehr' Rur Wahrhaftig feit, kk Ilse n 11 n d Bk olle 1! sichern dem Führer die Ehrerbietung, die ihm zukommr.;Nur Thora und wieder Tlwra erkennt das jüdische Bolk dankbar an, und mit ihm!!» Bunde wird die seuszendc Menschheit das kebensgesch ihrer cnd lichei! Erlösung jauchzend feiern. Haben doch alle ,formen ihrer Bolksregieruiig ihnen nicht de» Frieden gebracht, haben doch alle Einrichtungen und Beisuche, die Ansprüche auszugleichen, die Zklink nlcklk nberbrücke» können, d!e zn׳!schen den Bolksklanen gähnt. T.e Menschheit erträgt cs »ich!, als 'Wohltat hinziliiehmcn,!voraus sie rechtlickic!: klnsprach hat. Bur die Tbora vermag die keiden der Menschheit zu heilen. Sie vcr sölnit das Kapital mit der Arbeit, ne verbindet Stadt und kand, sie verbrüdert Arm und Reich, und ne läßt die Staaten sich die Hand zum Tn bau sie ge mor — der". Ein Zammerichrel emriugr sich seiner Brun. Er läs;t! den Brie׳ falle», dann, — entschlossen eilt er zum Schranke und ergiem die ihn von allen > keiden und H.nalen erlösende Pistole er »ühlt, i das; er »ickn mehr leben kann, Schon will er den verhängnisvollen Tcknis; tun, da ergreifts ihn mit Himinelsgewalt und eine innere Stimme rurt ihn! donnernd zu: ..Hanfe nicht Berbrechen aus Berbrechen, Tu inuszt noch leben'"! Bernhard Feinffkin irrt ans dem Friedhoff׳ - seiner Baterffadt umher,;׳ffamig heult der Wind! im herbstlichen Regen. Tie hohen Pappeln, die > uiuvcit des Friedho's ffeiien, beugen sich vor der! alles entivurzelnden Wucht des Sturmes und scheinen den Simder unter sich begraben zu!vollen. Zu raschem Zuge eilen die dunklen schweren Wolken vorüber, als wollten sic den Ellernmörder fliehen. ״Barer, — Mutter" stöhnt eine schwere Sumine. Zn der Stimme wider hallt die Wehklage um ein geknicktes Menschen leben, es iff der lczzie Ansschrei eines dem Tode Brrfallcnen. ״Balcr, - Mutter, ich habe dich getötet, teurer Barer, — ich habe dich ge mordet, geliebte Mutter". Er blickt aus den h<*r א«י«ו י ' ייי* * * י * .♦•** * ' ־ /♦••«* « V - V >«««»• (»««.« ן Ter ,Israel!! Barer der Menschheit ein trautes Band der Einigkeit und Einheit um die Menschensamilie geschlungen. Wollen wir teilhastig werden dieses «Nückes Israels und der «Gesamtheit, wollen wir ichauen, ״ivie die Saat des Friedens ausgeht, der Weinstock seine Frucht spendet und die Erde ihren Ertrag und die Himmel ihren Tau", wollen wir es erleben, ״das; Gort Anteil gewährt dem lieb er reffe seines Bolkes an allem diesem," wollen wir cs gewahren, ״das; wie ivir zum Fluch unter den Völkern gewesen, Haus Zuda und Haus Zsrael, so Gott uns hilft und wir zum Segen werden", wollen wir es erfahren, ״daß Gott der Heerscharen, wie er geplant uns Böses zu tu», da uilscrc Väter ihn erzürnten, so für uns (^utcs sinnt in solchen Tagen, Gutes zu tun Zerusalcm und dem Hause Zuda: dann sind das die Tinge, die ihr tim sollt — redet W ahrheit eine r z u!» ande 1 n; kk ahrhci t, Recht und Frieden richtet an euren T o re»." 5abbat. ״So sollen Zsraels Binder den Sabbat hüten, den Sabat für ihre Rachkoniincii als ewigen Bund zu verwirklichen. Zwischen mir und ZsraelS .Bindern iff er für ewig ein Zeichen, das; in sechs Tagen «'tott den Himmel nnd die Erde geschaffen und mit dem siebe»tcn Tag zu schaffen aufhörte und ruhte." Zeder Zude, der am Sabbath nbffeht von jeglicher Arbeit, iff begnadet, den ewigen Bund zu veiwirtlichen, den t^ott mit seinem Bolke geschlossen, das; cs aller Welt verkünde: Alles, was iff, iff das Werk des Allmächtigen. Alles, ivas unse!cn Sinnen und iinsercin Tenken sich darbictet, iff eine Offenbarung des Unendlichen; jeder Hauch des kebens iff ei» Zeugnis Gottes. Rur ivir, Zsrael, sind begnadet, in jedem Augen blick ullseres Seins, seiner beseligenden Altgegeu wait uns bewußt zu werden und unser keben;um Ausdruck dic»es Bewußtseins zu machen. Und könne» wir nunt nur durch Wort und Tat diesen beglückenden «Gedanken der Menschheit küu den: am Sabbat iff alles, ivas wir sind, was ivir tun und lassen, .kundgebung dieser heilspcn dendcu Botschaft' . Was wir am Sabbat bewußt aiiders tun als am Wochentage, was wir bewußt unterlassen, es künde! in gleicher Weise, das; all uuser.ffouueu von i^ott ilamml und zu Olort hinffrebl. Und wenn das spielende >lind au! «N'heis; der Mutter die Hand;1m"uf;id)t, mit die ZNingel nicht zu be rühre», — ״denn es iff heute Schabbos" —, dann hat es den ersten Schritt getan, sich cinzu reihen in die Scharen der Zahrtausende, das Erbe der Borsabren zu erwerben, um es einst weiter zu geben an Ziinder und Enkel, einige ,vortdauer verheißend dem Bolke von Prieffern, lieft: ״Es weint die ganze Gemeinde, — denn gefallen iff die Zirone unseres Hauptes". Za, die Fremden, — die Tir Fernstehenden, sie weinten. Tein eigener Sohn, — er hatte keine Träne für Tick,. Wild verzweifelnd reißt er nch den Busen aut, rauste sich in den Haaren und gebärdet sich ivie ivahnsinnig. Rachdem er längere Zeit stöhnend am Boden gelegen, — wird cs ffille. Plößlich erhebt er nch und ruft die Worte: ״Höre Zsrael . . . Bönig aller Bönige. Blit zer knirichlei» und gebeugtem Gcmüle betrat ich diesen heiligen!Tr! der sronimen Eiitschlascncu und rufe Tick, nun, Allgnädiger, ui» Vergebung meiner ׳chiveren Sünde an. - Meine Tage und gezählt krank an Geist und siech am «örpcr kehre ich zu Tir zurück, nimm Teinen Sohn wieder in Trinen Bund aus. Za, wolltest Tu nach strengen, Recht verfahren, ich könnte nicht vor Tir bcffcben, ins Nichts hinab müßte ich versinken, — dock, grenzenlos iff Tein Erbarmen Amen." Ruhig liegt jetzt die Stätte der ins Zenscils Hinübergeschluinu,crlen da, ruhig ffehn auch die Pappeln; nur leite bewegt nch dös Gras aus den Grabcsliügcl», auch leise zitternd bewegt cs nch aus der Grabesffätte des Bernhard Feinstem. »Mim v»uiiuu?סיr, okcuoi. ־-’ Aiigun 190•;. das der Menschheit Segen spendend vorangebl, so lang Tonne und Mond uns erstrahlen. Vielgestaltig wie die kebensregungen der Menschen iff die Art, ivie der Zude durch Unter laffung jeglicher Werktätigkeit Zeugnis ablcgk rür den Schöpfer aller Welten, der ihm gebot, an diesem Tage freiwillig Verzicht zu leisten au! die den Menschen verliehene Zähigkeit mit Bewußt sein zu schaffe». So vielgestaltig die Tat, die ״Botin" des Willens iff, die in jeder einzelnen Verwirklichung Gottes kob und Gottes Tienff bilden soll, so mannigfaches Zeugnis legt die Unterlassung jedes Strebenuach der Erreichung eines materiellen Zieles am Sabbat für das Ta sein Gottes ab. Alle Tätigkeit, die ihm sanff dazu dient, sich die Rahrung, Bleiduiig oder Wohnung zu bereiten, hält der Zude am heiligen Tage von sich fern. Wie das keben sich ans Tauseuden von einzelnen Zügen zusammenseiz!, so zeigt sich auch die Sabbatheiligung in tausend sachcr Weise. Nur zagend gehen!vir an d e schwere Au! gäbe, über dieses geivaltige nnd erhabene Gebiet einen nur ffücknigen Ueberblick zu geben, je nach den uns scheinenden Bedürsnissen des praktischen kebens hier länger verweilend, dort schneller weitcrschreitend. Anlegung wollen wir nur geben zu lerne» und die Ziuudigen zu tragen; erschöpfende Behandlung köuiicn flüchtige Bläuet nicht bieten. Ein «Gedanke aber sei hervorgehoben, der uns bei der Betrachtung der 'Werkverbote am Sabbat leiten muß, und der so recht geeignet iff, uns ans den Beffilnmu!gen über die Sabbatruhe den Geist des Sabbatgesetzes zu lehren, lieber die Pforte des kehrgebäudes der sabbat lichen Satzungen schrieben die Weisen den gol denen Satz: ״Nur vernünftige Arbeit verbiete! die Thora." Und sosor: erkennen wir ans der Bcrneinung die Bejahung. An den Geiff, den denkenden, wendet sich das -Labbatgesetz. Tic Bernnnst, nicht das Gemüt, den Geiff und nicht den Körper rurt es aus. Tie Vernuint, eben sie gerade soll bezeugen, das; ein Gon tut Himmel ist, der noch heule ״die Himmel spannt und die Erde gründet" Ei» vernünftiges Werk iff aber nur ein solches, das Selbstzweck, nicht Mittel zum Zweck ist. Wer eine Grube gräbt, um nicht die Grube, sondern nur ihre Staubfüllung zu aewinucn, har das Sabbatgesetz der Thora nicht übertreten. Ein vcrnüiistiges Werk ist ferner nur ein solches, das mit Absicht geschah. Schleift jemand z. B. eine» leichten Stuhl über dni 'Boden des Gar tens und zieht eine Furche, so iff, sofern als diese Zolge zu vermeideu gewesen wäre, kein Thoragcsetz übertreten. Schließlich verlangt ein vernünftiges Werk auch vernünftige ׳.Wirtel. Und so lange eine Arbeit mit nngewöhnlichcn Mitteln ans ungewöhnliche Weise ausgesübrr wurde, so lange iff die Beffimmung der Thora nicht übertreten. Natürlich dürfen nach den Anordnungen der Weisen von vorneherein keinerlei Werke verrichtet werden, zn welchen Zwecken, mit welchen Absichten nnd mit welchen Mitteln auch immer. Folgen wir nun im Einzelnen der Einteilung, ivie sie die Mischnal, hat! Bom mütterlichen Boden der nahrungspen denden -Erde komme nns die erste Belehrung. Unterlasse es am heiligen Tage, den Pflug über das Zeld zu führen, aber auch sonst enntcbc nicht durch dich im Erdboden irgend eine Furche oder eine — noch so kleine — Grube. Ziehe deshalb nicht den schweren Stuhl im «Zarten, sondern trage ihn an seinen Vcffimmungsort, wenn du in einem Garten biff, in welchem dir am Sabbat das Tragen gestattet ist; sonst bitte einen Nichtjuden, daß er es für dich lue. Auch ihr Binder seid behutsam im Spiel, das; ihr nicht irgend welche Bcrtiesung im Erdboden bildet. Auch im Spiel herrscht das «besetz, auch hier könnt ihr den ^iamen des Schöpfers heiligen. — Verboten ist am Sabbat das Säen und jegliche Förderung der Pflanzen im Wachstum. Mau begieße deshalb keine Blumen und stelle die abgeschnittenen nicht in frisches Wasser. Ter Bor׳ ichrift unserer Weisen folgend berühre man nicht ׳ einmul wachsenöe Pflanzen. — Alles was zu׳׳> ewigen Friedensbunde reichen; ne lehr! den Go!! .4» .4 4 4»•*«• V i

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