Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 29 (19.7.1906)
- Date
- 1906-07-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum BcgrBodet sn Dr. Leknino in Iflaiiu bs 47. Jahrgang, b» Sranhtu״ a. M.. 3en 20.־ Tämlls 5666. ESÖÖI . V* 29.?01 Israelit 0vNt>ei11l ifhfii roittiov'tai, 4tdo,1nrn1rntS! i'loipöhnlidn■ ׳.iiuSgabo .,.,ff. l..'1<1 oiovtolifibvltdi. vvrtauonabf an» »Iiiitidiudpapio, *.(Vf. 4. pmtoltiltniidi. ^11#lan»#1ur1ff וווי Ho .gripohnlidir '.,Iumgäbe: Cottevvcidi 2 Kr., ^imlaitb I!>'»>>., 1i1־h,lunb 2 -11״ '.Inioiika .'a! >4-.., ׳•firNTlnnbf 1,2!* ri. *bommnom« t>01 allon Pi'Naivialioii, 7<11d>ha11bl11t1flf11, lon'io Hirft boi »01!rrprbitioii, W'itaiiSflabo mir birrft. ^iiferntcs du P>0»11>ac uiv »10 irdiaao'i’altriu' holend;{0110; Rabatt nadi Iav1>. ,;»׳oidtonamidlmto um 6md) v a a 11 111 0 וי 011 י. i' a a 101 '.,ווו •ייי .ז ,vranfüivt a. i'!. 1111b beim Atlialni. Ein Oberrat in firnen? I Eiine bonqe 20ן11ט laftet 'dmni aut den dem it)0vagc)cb neuen Hilden im bctimiibavten t'hoft Herzogtum. -Seit ein und ritt halb Hezeiniieu geht das (üeipenn der drehenden liiim’iMimt einer jüdischen Zentralbehörde i» Hessen um. '»1111 teil' nicht irre», sind es 14 ,^ahrc, des; die b>iros; herzogliche Negieruug einen dah!!!;!ele!1de!! «N1־ö-!r enrwnn einer jüdiii^eti tHetableiivenaiiiiilluug vor leaie. ^n den Beenniiigeu dieser Beiiaimiiluiig zeigte sich »»zweideutig der uiiuberbruckbare liegen ׳ah zwischen. den beiden jüdischen Xiensessienei!, euch linkssteheiide t^eiiieindevertteber bekannte» damals, den es widersinnig sei, selch ivcit aus eiiiniiderNrebende Neligieusparteien wie Neologe urid £rthedore unter einen Hut bringen zu ivellen. Hie Negierung selbst kennte sich dem nicht ver schlieneit, gab das geplante Geieh damale an» und;eg im Gegenteil nicht lange daraus in ancr keiineiisrvener Weise die .Eioiisegiieiizeii ans ihrer neu gewonnenen Eriahriing, indem sie sür die B.ajorität der Vandgeineinden in den beiden alten Provinze» Ltarkeuburg und Hberhesseu z!ve! erthedere Hand resp. Proviiizialrabbiner ernannte. Ha bene »in» denn ,nieder t!or einige׳ ,׳P?it nachdem das Xenui» prenmtur in »in,um den alten im Archiv liegenden (sleichcniivurf wehl annrhinbarer erscheinen lies;, das; von der Ne gicrung eine gchciinuisvolle, geheinitnende Bier in ä n 11 c r k e in nt issien , aus drei Borstehern der Hanptaeineinden der drei Provinzen und einem an gesehenen Juristen nnd Parlamentarier bestehend, bernten werden sei, in» beliililich zu sein den einmal minglückten Benuch, Hessen einen isrnelinschen £betrat zu bescheeren, zu ernencrn. 'Hie־ die Ef t zählnngen ven diesem Bchnigericht. das über die ׳^nkniift des ^ndentnms im Hessenlande entscheide» sollte, innner häutiger ivurden nnd immer glaubwürdiger erschienen, ivnrden ven der orthederen Leite aus, die bei der ^nsamniensc tzung der si 0 in in issien völlig ü Hergänge n n>erden war, iviederhelt angstersüllte ׳Anträgen an die Negiernilg gerichtet über die Absichten der Negierung nnd über die Beschaffenheit des geplanten (^csebentrvurfcs. Hie befragte» Organe der Ne giernng suchten ,;» beschivichtigcn nnd;11 bc ruhigen und inan lies; sich auch bis;u einem getvissen 1m,»ft beruhigen, da man ja schon iviederhelt die Loyalität der Negierung kennen gelernt lxrtte — — ׳ Ha berichteten ver zwei Wechen die Tageblätter, das; der Entwurf eines (»lesv^cs über Verfassung und Berwaltung der israelitischen Neligionsgeineinten den hessischen Ha״dstäudeu;uaeaaugen sei. Man las den be deutnngsvellen Entwurf, las ihn wieder nnd Angst und Lchreck ivegen der so nah nnd n» Versehens nnttanchenden gres;en t^esabr nahm mit jeder etneute» Hektüre «Gleich an dieser Hteile sei es gesagt, dan dieie unsereAnssührnngen nicht etwa in einem Bor wnrf tür die hessische Negierung gipseln sollen. Hie Negiernng meint es gut, ne glaubt uns ein <N׳scheiik damit;n machen, wt׳nn sie die t^leichitellniig der Hilden auch nach der Leite hin verwirklicht, das; ne ihnen eine der evangelischen ähnliche Eiensisterialvertassniig gibt. Auch ipielt bekanntlich bei den! Bergehei! d!׳, Negierung die ,».sorge inr die;ahlreichen iviiizige» jüdischen Handgeiiieiiide» mit, denen man durch eine unt.'i Berivaltung einer Zentralbehörde stehende >tasse die Möglichkeit ausreichenden Neligionsnnterrichts schaffen will. Uns freilich null es bedanken, das; den vielen ^werggemeinden Hessens gegenüber selbst eine n»verl>alt»1su1äs;ch hoch dotierte ^en tralkane hier wenig Helsen kann. Wie dem auch sei, die Beweggründe der hessischen Negierung verdienen Hank nnd Aiierkeiinnng. Ti ob unseres lebhasten Hankgefnhls!edoch ׳ur die gntcn Ab sichten iin Hurnlstädter Ministerium können wir indessen denAnsdrnck der Bcrwuiideruug nicht unter drücken, das; man;»r Borbereituug des Ent Willis nur den Nat von Männern emgeheii in>l, die in Hehre und Heben der radikalen '.'iee!ogie angehören,Männern, die ivehl auch lvir wegen utancher vorzüglichen Eigenschaften,ivegen ihres lineigeiiiiübigen Wirkens für Ltnat und E^e meinde zu ichäven wissen, mit denen wir aber a u » d e in e b i e t e d e r N e l i g i o n kanm Bcrührungs Punkt haben. Und wenn wir selbst die Auswahl dieser Männer als Hilfsarbeiter uns damit erklären kennten, dnsl sie den Negierungskreiscn nahestehend nnd weblbekannt sind, io inüssen wir doch fragen, waumi es dieses Mal unterlassen ivuroc den Entivars vor der parlamentarischen Berhandiung einer Be 'aminlnng von senden beider.Konzessionen;ur Begutachtung verzulegen. Lchreckt die Ne giernng vielleicht die Ersahrung mit der ׳Notabelen Benamniluna '.Wut, ivcnn man in Harinstadt weis;, das; sich seit 14 fahren der weit klaffende Nif; in den religiösen Annchien der hessischen ^ndeu nicht geschlossen hat, dann hätte man iiberhaupt aus _beu Berinch vernichten miiffen. syeucr lind Waner zu vereinigen und daraus die Hehre;iehen sollen, da;; dte den szudru zugc dachte Wohltat gerade für den Teil der hessischen ^udenhcit zur unerträglichen Plage lv e r d e n »1 u s;, o e r a h 1 aus a h r ein freudig b e r e i t i ׳'t, d 1 e gr e ß t e n £ »t e r für Wlaube und Neligiousgesey zu bringen. Her Negierung ist ja bekannt, day tn vier ven den sieben Ltädten des Handes, die Nabbinatsgeineiiiden haben, Neligiensgesellschatten bestehen, die unter gres;en Mühe» nnd >tämpsen sich eigene religiöse ^»mtmieim! geick,affen habe», weil ihr ״׳ewissen ihnen die 'Bennb!!!!!; de, bereit stehenden Einrichtiinge» de, alteren <N1׳neinden als verbeten nnd darum nninöglich erscheinen lägt. Wenn schon tut engen Mu־u' der ein;einen Ltädte die religiösen iN'gensähe das alte Band sprengten, wie darf man es niiternehmen neue weite eherne Neiic zu schmieden, welche die ,U>dcn schait eines ganzen Handes geivaltsain;usammen lallten iolleii Y Wenn ׳.!! >er.׳> Lta'״ »chon das na^üUiche Band der Nelig1ens«;en1eindc als nnerträgliche ,Fessel knipinnden ivurde, ivie be engend, einichneidend und erdrückend mufr dam׳ ern der neue künstliche Nahmen einer gemein sainen NetiglenSbehürde für das ganze Hand wirken '•׳ Aber auch abgesehen von der Tatsache des 'Bestehens der vier Neligivnsgesellschane» dürften den Negicrungskrelsen die trennenden Momente bei den ,^nden nicht unbekanr.t sein. Wenn auch vielen'?i1cht,ude1l diegeiit l gen H'.'ferenzplinkte.die divergierenden (Äla u be n sanslchten unter den ^udeu nicht klar gerverden find, io nt eS doch unver ständlich, wie das praktische Heben der ssuden ihnen in seinen t^egensäber! verbüilt bleiben sollte. Has 'Bezeichnende für uns war früher in den Augen unserer christlichen Mitbürger die Beobachtung des Labbats und das X,urückweiscn verbetener nleischspeisen. >lann es nun jemandem, der mitten nn t^eickiastslebkn steht nnd nch liaung ans Ncifen beüiidkt. so leicht verbergen bleiben, dan es einer srits ,^udkii gibt, für die Labbatrnlre und Lpeise verbete nicht mehr eristiereii, und das; anderer seits eine Grefte;^abl unserer i'illanbenstzenefsen an dieien Läulen unserer heiligen Neligien uu veibriichlich mit Berzichr a»s t^ieim! und We nusi, linter Lorgen und Entbehrungen, frnhält Man kennte einwende», das; diese weitgehenden Unterscheidungen dessenungeachtet in den Augen der Nichtjuden zurücktreten und r^rwn'cht werden, weil unsere gemeinsame Abstammung und die ׳.','et der ^cit uns bei Werken der Wohltätigkeit und bet der Abivchr antisemitischer Angriffe Leite an Lene, >a Hand in -Hand erickieuien läht. Hem geaenüber bemerken wir, das; gerade der hesislchen N'egierung der ^>v>kipalt der religiösen Ansichten und Betätig'.nigen am welligsten verborgen sein kann. Und h»itte mau i» Harmstadt Aar keine iveitere Erfahrung gemacht, als die Tat!ache, dag sich bei der tlietablenversaininlunA ver 14 szahren der unüberbrückbare tÄegeinav zwischen Neu ־ > >uden und Alf,ude1r grzeiAt hat, io hätte allein der verlauf dieser Bersamnuuug der Nrglrruug rrn