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Der Israelit · 1906-07-12 · 28 (12.7.1906) · p. Seite 9

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
28 (12.7.1906)
Date
1906-07-12
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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12 ,\ult 1י0י.־; ,"\*w1el* tomobl im :Nahmen be* eniencu Staaten leben*, wie in bei Aubürgerung au» frembent Baben geregelt bat. ti* »t gottgebotene Pflicht »ich bei» Staate auzuglieber», ber nn* aufgenominell, leine Zwecke zu fördern u»b im .^x׳ile de* Baterlaube* da* eigene Heil;11 erblicken. Die getehe*trenen B»heu sind bieten t'taat*büo gerlichen Aiiforberungen net* auf* (deivisteuhaftet'te nachgekonniien unb würben auch in national politischer Beziehung iliuner zu verlastliche» Sahnen Ungarn* gezahlt. Diese Bürger pflichten, sollte inan aber meinen, neben badi nur tnbireft mit beit Aufgaben einer >1 u11tt * ge meine in Berbindung. Die Mitglieder eine* j ü bischen M reite* vereinigen fielt doch in enter Vinie barntn;11 einem idcmeiimu'ien, weil nur von einer (detniittheit bie unverkürzte liniHliitn; be* überlieferten (d 011 e*t;et et» e* geleistet werben kann. Die patriotischen;^ielc förbern sie mit warmem Herzen im :Nahmen be* bürget liehen Veben* im Vereine ntit beit übrigen Söhnen be* Baterlanbe*. Auch im Minhcnleben ber nichtj üb ische >1 >tulte wirb nur für rein;! o 1 e ^iele gearbeitet. Die chauvinistische Unbescheidenbeit in mich mir eine Spezialität der ungarisch jüdischen :Neforn'.partei, deren Führer sich bei jeber öffentlichen (Gelegenheit auf bie Brun klapsen und in* Vanb bi»an*r»fcn: ״W i r find bie Patrioten, bie die jüdische :Neligion ungarisch for mieten wollen'" Der M11lt11*1»ini1ter (draf A p v 01t 11 i bat an» biete Pointe be* neologen dN'einoranblini* gar nicht reagiert. ,"via bie ״U!1111 ö g l i dt f e i t" einet׳ fenfettia nellen Trennung führen bie Herren bie Tatsache an, bat; bie grostete ^ahl der Zöglinge be* neologen Lande* :Nabbinef Seminar* sich an* beit Minbeni solcher (Litern rekrutiere, bie man zur ortboboren Organisation zählt, 1111b bat; bie in der Vehra׳ Präparandie berangebilbeten Vebrer von ortbobaren (demeinbett mit ״Botliebe"?■ angestellt werben. Schließlich wirb die ungeteilte Einheit be* iingutischen ,V.be'.tt!!!!!* babnrd) bemont'triert, bat; biete leiben Anstalten, bie an» Motten be* j ü b i f dt c 11 S dt n l f 0 n b * errichtet luntbeii, vom Abgeordnetenhause einmal al* gemein tarne Annalte» be* ungarisdten (dcfnmtjnbcntnm* deklariert worben t'inb. Die ,"viltion be* ״ein beitlidten" 4snbe11tnm* kann eben nur mit wichen Scheinargumenten genuin ,perben. E* in eine traurige Tatsache, daß ba* :Nabbinerseininar andt von Minbevn ortboboxer (Litern betucht wirb. Wenn bie* nicht ber ,Tall wäre, hätte man da* Seminar andt sdton längst tdtlienen können. Sind doch auch in den übrigen reformierten Seiitiiiaiien bie meisten Zöglinge Minbei ortboborer (Litern. Unb ba* liegt in der :Natur der Sadte. Die :Nabbincvicntinorc wünschen ltämlidt, bas; bie Sdinier and) euua* Talmud leien köt׳»e». Bü»g Unge aber, die nnpnnktiert hebräisch lesen, finden sich nur in ortboboren (demeinbeit. Wie lange b1e»e Schüler allerbing* dein überlieserten ^nbentinu treu bleiben, da* steht an» einem anderen Blatte. Die :Neologen sollen dodt einmal feststellen wie viele von den 1<ייי an* dem ״gemein t arn en" Seminar bereit* entlassenen :Nabbinern in 1111 garischen ortboboren «deiiieindeu Stellung ge fnnden. Diese* badt itidit nnbebentenbe^ ,Taktum wirb im Memorandum mit keinem Sterben* wörtchen berührt, an* dem einfachen (dnntbe, weil in einer ortboboren (demeinbe noch kein ein ziger Seminarzögling znm :Nabbitter geiväblt würbe. Kx officio in bie »ngaritdte :Nabbiner» fchnle eine ״gemeinsame" jnbiidie Anttalt. Sie versdtlingt andt den größten Teil der ,Tonb*- cittfünftc, bie al* BermogW de* ungarischen (de tamtjnbeiitiim* von bei׳ nngarifcheu :Negierung verwaltet werden. Wie erbärmlich schlecht muß e* aber mit dieser jübifdien (denteintaiiikeit neben, wenn der größte Teil der jüdischen (Gemeinden and) auf die angeblichen Borteile dieser gemein tarnen Annalt verzichtet' :Neologe Vebrer werden leider andt in ortboboren «denieinden aufge nominen Meine*wea* aber mit ״Borliebe", wie sich die Sdtriftgelebrten de* Memorandum* an* drücken, sondern au* purer :Not. J» innerem größte» Veidweten müssen wir e* konstatieren, Ter ,Xsraklir baß die ungarische Drthodorie »och keine eigene jübudte Vebrerb1lbn11g*annalt bet'tbt. Die ortbobaren (Gemeinden müsse» ihre lübttdten Vebrer von dort holen, ivo sie zu haben sind. Dieter wunde Punkt am Körper der iinganschen Drthr»- borie blutet nnansbörlidi. unb leider in keine Au*sid)t vorbaiibeu, baß hierin 1» absehbarer Beit eine Aenbernng enttreten werbe. Die :Neologen habe» auch nodi andere Beweise dafür, baß e* zwei jüdische .Nonfeinonen nidtt gebe. Sie berufen sich auf da* iai ael 1 ti t di e :INatrif elftat nt vom '\abre l.«׳ unb feiern den ehemaligen Mii(tu*1niirister Trefort, der biet'e* spezielle B"dengeteh i» Ungarn eiiigefübn. Tretort war allerbing* kein ,Treunb der get'ehe* treuen Buben, Er glaubte e* de» :Neologen aus * Wort, baß die Ortboboren in der Tat ,Teinbe der uiigarisdie» Sprache »nd nationalen »ultnr feie». Diese* jübitdte Matrikelget'eh in da* ureigenste Werk der neologen Vanbe*kan;lei unb ivirb von dieser and) al* der größte Triiinipb ihrer Mtrdten Politik gefeiert. (L* wirb wohl auf der ganzen weiten Welt nirgeub* vorgekominen fein, baß die B-'-rtokel al* Kriterium einer :Neltgion*gemeinde galt, und baß im Momente, wo einer (demeinbe bie ׳Befug,,i* der Matrikelfrihrung entzogen warb, tie die ,Tiliale einer anderen, wenn andt der :Ne ligiou abtrünnig gewordenen (demeinbe werben mußte. Unb nun en't bie (Linzelbeniinmungen biet'e* ('»etehe*! Da* ganze traditionelle jüdische «deweindelehen wurde feine* religiösen Eharakter* entkleidet. Da*:Nabbi»at und dtetdenienidebezirke wurden zeotuckelt. B" einem Srle, wo eine ortbodore und eine neologe (demeinbe bestanden, ivurbe da* ÄNatrikelredtt, al* offizielle* Mmerinm der Mnltn*geu1e1nde, oer nevlvge» ,Traktion and) in dem ,Talle znerkannt, wo die ortbodore (demeinbe die größere, ältere unb andt mit allen fl»lt»*i» nitntionen a»*gestattet war. (Lin großer Teil der ortbodore» :Nabbiner tvnrben in ihrer (Lrinen; bedroht, in ihrem Ansehen verlebt. Der politischen Behörde wurde ba* :Nedit erteilt, den Buben einen :Nabbiner gegen den Willen und gegen die religiöse Ueberzengnng der (dlänbigen einznteßen. Der in seinem Anne in (Lbren ergraute :Nabbiner durfte in seinem eigenen :Nabbinat*sprengel eine Traunng nur dann vor!>.eb!!ten, wenn er hierzu feiten* de* Matrikelführer* bevollmädttigt wnrbe. Die poii tifdte Behörde halte bezüglidt der v-Nniieindewahlen z» enttdteiden, und der Stuhlrichter war kompetent in jüdifdt religiösen Angelegenheiten;» urteile». Diese* (deiebc*, da* Deinutignngen aller Art für die hervorrageiidneu ortboboren:Nabbiner znr,Tolge hatte, rühmen sidt die :Neologen. Und diese Herren, die auch seitdem;» wieder holten Malen die (Ltablierung einer stabile» B" gerenz der weltlichen «deuchte in »n'eren :Neligion* angelegenheiten burdtge׳evt haben, besihen die :׳l üb,»heit mir ringen tun eine milde Be;eich liniig — die mit jiibitdiem ”׳£:;»rüder oberte Antouomie der geseve*treneu (»(emeinden vor dem obersten Hüter der offeiitlidien (Gewissen* »reiheit zu vertniglimpfen nnb mit iinveihnllter Absichtlichkeit auf ״A n a r dt i e" »nd ״:N cd) t * u n sidterheit" in u»sd»1!bigen getehe*trene1t«deinem den hin zmveise»' Budapest,.',. Bull- B" :Nuniänieu treffen jet.t täglich;ablreidie russische Buden ein, die sidt vor den Bubenmassaker* au* :Nußlanb geflüditet habe». Da diese arme» Bertriebeuen in :Numänieit nicht gebnlbet werben, »eben sie ihre ,Tludit über Prebeal nach Ungarn fort. Die (Grenzpolizei hat hierüber dem Minister de* Bnuertt, »',rasen Bulin* Anbrassr,, Bericht erstattet, der nun die bereit* von der Ti*za:Negternng erlassene Ber orbnung betreffenb die (Liinvaubernng der B"deu erneuert und die Behörbe» streng angewiesen hat, die nitt’iidieit (Linigranteit bei bei lieber tdtreitnng bei (Vreuze sorgfältig zu nbermacheu. Wien, l. B"li-' Bor kurzem fand eine Plenarsibung de* .Nnlt»*vorna1tbe* der hiesigen jübifdte (»lemeinbe statt, die über die Er ridniing einer Bilbuug*ai>t'talt für angehettde jübifdte A'eligion*lehrer zi: besdtlieszeii hatte. E* waren and) zivei :Nabbiner. die Herren Dr. ,Tendu Ar 2X 2nte :« wang nnb Dr. David, al* Sachverständige zu!euer Sib»»g zugezogen. Der Vebrplan der zu errrch teiiben Vebrerbilbungoannalt iven't unter anbeiem and) einige Stnnben für Hebräisch auf, ein Pen sunt to ettua in der VBoße einer Messeräpiße. Auf einen der 'Borne!,er, der! Herrn von. Nnffner, ivirkte biete Wahrnehmung aber wie ba* rote Tud). Weg mit beut ״alten toten Plunber de* Hebrä itd,eu" da* war eigentlid) noch eine von de»;artfühlenbsten Sdnuahungen, deren er eine Natt ltdte Anzahl vom Stand ließ, eine schlimmer wie die aubere, ״bau» cot werbe» wir gute Bl>heu bekommen." Der Herr hatte da jebenfall* au feine Toditer gebadtt. Da* ,Träulei» toll außer dein obligaten :Nelig1on*»nterr1d1t and) die Mott finnatton empfangen haben. Wa* bat nnu eine gute Buöiu in bietem ,Talle zu tuu> Sie bewegt sidt auf dein gerade» Wege der Noutegne»zweiter unb holt die Taufe hinterher einfad) nach, lubeni tie denkt e* kann dodt t»1 «»(runde uidit to fehl viel daran gelegen fein» ob »tan, wie all gemein üblich, bie Taufe vor, ober en't »ach bei Nonfirination empfängt. Dagegen sind wir vor mteileli* geling, um ein;ntehen, baß c* doch nicht dieser guten B"h>u auf* .Nerbhol; zu sehen sei, wenn ein Sdiiuau* au* Aulaß der Taufe de* Sproßliug*, den ne in die Welt getept, die Ablfiltiing einer Sißung in der jübisdte» (de nieinbestube verhindert hatte, weil die Herren »»lti1*vorsteher von der Auffassung sidt getragen wissen: eo’t ba* (det'd)äft unb bann ba* Ber gnügen ober de, Sport. D!e Attacke gegen die hebräit'dre Svradie, diesen toten Plunder verlief für Herr» von Muffner gerade nicht sehr erhebend. :Nod> giebt e* (d. V. and) in Wien im Mnltncnaittanbe Männer, bie eine derartig Berwegenheil mit der gebührenden Sdiärfe i» die Sdirauke» zu weiten wissen. Benvunber lid) in nur, baß die beiden ainvetenden :Nabbiner nidtt sdiärtsle»* gegen die Berhohnnng unserer Heiligtümer durch einen Haibgeta»ften Prote't erhoben habe». L'^rrrrirveict;. Part*, l. ,\»11. Der »1־an;ö»"ifd>e :Nabbiner verband bat am IV. nnb I.!. B»"> seine kont'ti tuierenbe Bersammlnng abgehalten. E* waren :(Nitgiieder aiiu-efenb. Unter anderem ivurbe beschlossen, die ,Tragen betr. bie jüdische E h e > dt e 1 bu n g und die (Lhalizah, die Teilnahme der ,Trauen an den gotte*b,ennlidten Hanbliingen nnb bie Dauer be* (dotte*- biem'te* zum (degenslaub einer Untersuchnng zu machen. Auf da* Ergebni* dieser Untersuchnng bar»' man ivirklidi gespannt sei») benu von den französischen :Nabbinern kann man, tuenn sie in Ermangelung einer anbereit Beschäftigung da* jübitdte (dc»ch einer :Nenifion unterziehen, alle* Möglidte envarten. Bezeidmenb für die Art, wie sich biet'e Herren »nitiih mache», »i ein Sdtreibeu, ba* ein Mitglied der Panter >übifchen (denteittbe an die ״Archive» i»rd<'l;tcs“ richtet Darin tvirb die ,Trage ausgetvorfen, tvarum beim die :Nabbiner da*, wa* »m tie ba* Allenvichtigt'te sei» tollte, die ,Trage de* :Nel>g1o11*u11terr1d1t*, der über alle Maßen in argen liege, ganz außer adtt gelassen haben. Der Schreiber hätte er wartet, baß dieser (degeiißaiib an die Spiße de* Programm* gestellt worben wäre. Sonderbar, daß der Herr feine :Nabbiner so schlecht kennt. Vonbou, I. B"l>- Herr Dr. Sternbetm, ein genauer Xettuer der jüdisdte» Berhältuisse in England schreibt nn*״ ׳E*ertd1eint merktvürdtg, baß die ,Teier de* Be>v* Eollege ihren iiiveck, die Summe von -'.'»,סס! -י P»b. zu sannn.i!׳., nicht so»or erreidtt hat. Einer der «du,״pe nt luohl bei Um staub, baß ba* ,Vn»•' Eollege von beut Monte nore Eollege in :Na,n*gate schon alljährlich!״•»> Pfb. bezieht. Die* getdneht allerbing* entgegen de!» <de,fte nnb dein Wortlaut bei׳ Vegat* rkunde Montenore *, in der Tat habe» and) bie von der :Negierung zur Uebertvachnng der Berwenbung von Stiftung*gdbern euigesehten ,^otv .-o»,״»,- rtom-i» ihre Einivilligung dazu nicht erklärt: die

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