Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 26 (28.6.1906)
- Date
- 1906-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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Seuilleton-Veilage zu Hr. 26 des ״^sraelit^. ^feuilleton. Pattian nub Jll|i״tino in der Iudengnsse. Bv» Arthur Kahn. L.'> 'JindtPrnrf mbotr״. fic rfionimmf bei Vii-be H׳ot)ütc schon längst nicht mehr in den bürgerlidien Ereilen. 2!e war hinausgetlüchlel;11 de» (Dionen der Erde und die Wasser, die f 111־ Mönigskinder;11 Heines Seiten;11 tief gewesen, wurde» rin Pürgerskinder »ach neier und flachte» ad nir die i» Zinstenschlössern ge borene!!. Throna!!»׳ärrer entfalten und heirateten Tächter kleiner 'Pürgersieuie imd iieserftehender Adclc<,enossen. 2ie lebten »er״ »am 2d׳auu1gold des Weltgetriebes ans abgelegenen b'üter» ihrem besten Besitz und hödifien n׳!i»k. der Viel»’. 2»' 101;c»;1! ^chin in terne Länder und fl oben dein ei»; der (MeicUidnnt, »nr begleitet »0» der Viel»־ ihrer Wahl. Und n»e ,Würste» und 'ln׳i»;111׳, bc flobe» »111 Zürftentöditer ihrer Höhenstellungen, sticke» hinab in die Täler, wo die;;rasten Ströme der Ä),'enschheit flieste», verbanden sich wir (belehr ten, Mimftlmt, vder solchen, die keines von beiden ivarcn »nd dennoch iMlüd;11 spenden vermochte», ivie »e solches eiupnugcn Ein »vach'ender Wohlstand in den bürgerlichen >irei׳'cn förderte aber;»gleich auch eine entgegen koinniende 2lrömnng,die, wie überall, >vo Menschen Masse» beteiligt »nd,;11 nidits weniger als idealen Perbindungen iRIegeuhen bor. hatten hochsinnige Züriteniprofsen »ch frei willig eines »nr feilen ein reines välüd bergenden Ellanzes begeben, nnd ivare» freiwillig von ihrer Hohe bernbgeitlegen, 0׳ Nichte ningekehrt ein iw Reidinnn eniporgeidiossenes Parveinilnin in die hohen Mrene;11 gelangen. Ein verarnuer, herab gekommener, arbeitsscheuer t'ldel boi da;» inaiinig rache 1 Gelegenheit, Aus der Behäbigkeit des Bürger tilins ichonen wie wilde Halme, enorm reich ge wordene Emporfominliiigc i» die.Höhe, die, ächte Abenteurer des iMlüdes, 11111 >ede» Preis, mit jenen 2tandesbevor;ngte»;nianimengehen ivollren, »nd denen der Mangel an Mitteln das «Geniesten ver sagte. Wenn andi;nr 2d1ande der Zndenheil, must es dennodi gesagt iveiden, dast es gerade!üdiidie Einvorkominlinge ivare», die »di »111 jeden Preis mit de» Adelsabsällen aller Vänder ver banden, ivobei die Todner das r vier der 'Perrudil Heu der Eller» wurden. Ein allgemeines Mist tränen gegen ihre reidigeivordenen 2lannnesge Nonen enastte die Zuden, den», »!» ihre venverf lidie» ,;»־Ir;11 erreidien, lieste» viele von diese» nch nnd ihre Minoer tanren. Reidiwerden nnd sidi Tanrenlassen grassierte wie eine Epidemie. Pom alten Vinibadier ivar das allerdings nid»;» ve lürdnen, dod, iver konnte »di dafür verbürge»? Ti» armen Pella idnviiidelte es rörmlidi, wenn in ihrem Peife»,?.e Rede ans das Per mögen Vnnbadiers kam nnd dabei 2»nnnkn genannt wurden, die ne kanm nodi;11 fassen vermodite. Was sollte da die töridne Viebe eines armen M'äddiens Endlidi, bei einem tranlidien Peisamnieniein sastle iw Pt»! nnd äustene i^nnav ihre 'Pcdeuken. ,.D, Du kleine, lüne Törin", begann er zu ladien, ״>e mehr idi erringe, »in io weniger braucht mein Präutdikii;» befipen." Er küstte ne ans ihre :'lugen und Sippen, indem er hin;»fügte: 20״, das ist das Unter pfnnd, und nnn las; Deine Zweifel bei'eite." 2 e ch s l e s >i a p i i e l. tks bnväkn ׳uti liier das alle Lprultiworl, da« wo Taubeii >i»d. landen kin'iieae», nnd wer nnn eininai '01x1׳ liai, ui der voikerie Nicki» aewinnl. Novpels i'ilmtsnäliiiic erre>,en die Nie iniiier. bringen aber keinen vonerieaewiiin, dein niodernen do'evd eine derbe Manl'ckeUe »nd Hadneinann eine ernne Nüae von der Bekörde ein Bellas vikdeslionnnna ״in eine t5nl;wei»na iiweicr aller?treniide kervor. Eines Tages dnrdisdnvirrte ein sensationelles iMerüd» die 2tadt. Wächters hatten;wanzigtausend iMnlden in der Lotterie gewonnen. 9ceid, Zorn, Erbitterung begleiteten die Petradmingen der Pe ivohner der 2tadt über foldi ein unerhörtes und »iiverdientes (Rüd. f־vva11 Wadner veranstaltete ein Massee kränz dien, ivozn ne Damen ans den höheren M reisen einlnd, von denen andi tarfädilidi einige, ivenn audi »nr auf sehr kurze Zeit erfdiienen, andere sich dnrd, vorgefdnibte .Hindernisse entsdiiildigen liesien. 'Um längsten von den Ersdiienenen blieb Zran Eberftein, die Mutter Adolf Eberneins, alleinigen Inhabers des Ellenwarengesdiästs gleidier Zirma. Der Volleriegeivinn Wadners zog, gleidi einem in einen spiegelglatten -Lee geivorsenen 2tein immer weitertreibende Wellenkreise. Null eilunal das tMlüd den Weg hicrhergesnnden, sollte man ,hin and, die .Hand bieten, hies; es, und Pere; 2l0rd1, der feil vielen Zähren gemeinsam mit Zediiel ein Pruditeil eines Voies spielte, ohne je mehr als feinen Einsam gewonnen;11 haben, be sdilon, obwohl er sdion nnzähligc M'al das 2 viel abgeidiworen, es von Reuen! .;» versndien. Da nnn aber einer den anderen für einen Pedivogel hielt, beidilossen beide in friedlidier lieber einknilsl sidi einen anderen Teihaber;11 sndien. Moppel halte soeben dem Musikus .Hahncinann in sehr lichtvoller Weife erklärt, ivie man am ehesten einen namhasten Treffer inadien könne. .Hahneinann, der jehl, da es Mirnieszeit ivar, iMeld halte, wünschte ndi an einem Vofe;>> beteiligen. Wie bereits er;ählk nnirde, legten die;'eure vor einigen Zahrzehnten noch ihren Tränmen eine gros;e Pedentnng auf die eigenen »nd anderer Menschen Vebensidiid'ale bei. Pon der nnrrng Itciien Wirkling, die;» geivisse» Zeiten Träumen innewohne, ivaren Pere; und Zediiel ebenso fest überzeugt, ivie >topvel selber. >ioppel» ivelcher nidit nur des Radns, sondern andi nieift tagsüber bei der :'lrbeit rrännile, er;ählre eines Morgens feinem Paier, er habe einen gar nierkivürdigen Trauni gehabt. Pere; fpihre die Dhre». :'lm kommenden Sabbat ׳ollie folge gemäs; der :'lbichnitt von Zofeplis Tranmdentnng in :'legiipten aus der heiligen 2dnüt verlesen »׳erden. Zn dieser kriliidien Wodie halte nnn >ioppel geträumt, das; die erste gros;e Zahl, deren er am Tage anfiditig »׳erde, die ״hoch ^'olk" gemeinverständlidier ausgedrüdl, das gros;e;'os tressen würde, ^oforl beim Envadieu, die Morgeiidännnerung war kanni angebrodien schlüpfte >ioppel in die!»Neider und stellte fidi an den Pahnübergang, »׳o er de» bald darauf vor beisahrenden e»lüter;iig envartete. Mit »׳eilansgerissencn :'lngen starrte Moppel auf den enteil Waggon, der eine gewaltig groste;'׳'»nnner trug. Er rannte neben dem schwerfällig kendienden Zug her, bis ihm der ^diweis; ans alle» Poren bradi, er mit der Lokomotive um die Wene kendile nnd endlich die veriieisnnigsvolle;h'nmmer glüdlidi notiert Hane. Ein .Ldiiifter ohne Pedi in nnn einmal ein Unding,;»mal »׳enn er Veder auf Porg faufen niiisr. Trop aller;'lnstrengnngen »׳ar die er sehnte R'»m1»er nidn;» erlangen,;'llio probierte >ioppel zum;iveirenmal fein ertrännires v»׳li,d und be»;ab sidi »׳ieder und diesmal nodi viel früher an den Pahnübergang, trabte, fd1»׳i;ne, kendiie »nd prägte ndi lange die neue;Unminer ein, bis jeder Zrrtinn ansgefdilossen war. Dies mal bekam er die wohlgenierkte;h'ummer vom l'orterieloshändler, aber der bestimmt erwarte!, Treffer blieb leider ans. Pon jepr an begann aber Pere;, der fan täglidi von dem wnnderbaren Votrerielos ipredie» hören, gleichfalls von grossen oslüds'gihlen;» lräinnen. Zedodi wollten die von Pere; geträinnreu Zahlen niemals mit den von Moppel a»sge;eid, m’ti’11 ttbereinstiininen. Es entstanden;»׳isdien Pater nnd 2oh» ansänglidi Ruininer» , altmälig and, einuiigsve 11 dnedenheiten. Moppel be Harne fr» darauf, nur ungerade Zahlen seien i'Hiid bringend, 'Pere; hingegen war fest über;e»gt, das; die hodi Volk auf eine gerade Zahl falle. :'lk iinn tarfädilidi das gros;e Voos auf eine ungerade Zahl, aber leider nidir ans diejenige fiel, die Moppels Voos trug, und .Moppel dieses Z-aktin״ seinem Pater triinnphierend vorhielt, geriet Pere; in loldien iMrinnn, das; er sidi verfdiwor nicht länger mir einem solchen dumme» Mcnsdien weiter;»spielen,;'lls aber Moppel wieder Recht behielt, und ein gros;er Treffer auf eine ungerade;Xininner fiel, lies; nd, 'Pere; beftininie», fei» iMelübde noch einmal ,;ilrüd;nnehmen, nnd feine seither gespielte Voseiiilinmer anfzugeben. Ru» lebten die ^pielparteien in einem träum haften, sieberisdien Zustand, was die nächste Ziehung bringen iverde. Zediiel hatte sdion »׳«׳׳ Peniinm unge» getrossen. Es ivar ihm nidit entgangen, da»; v-uinav Vimbadier seiner Todner 2l1mpati1ien enlgegenbradite, die über das gewöhnliche Mai; srenndschastlidier iMefühle »׳eit.hinansgingeii. Pe stridt von dem liebenswürdigen Wese» Eniftnvs und iveil er;» der Eharakterfestigkeit und selbst nditnng Pellas!>>1begre>1;res Pertrauen hegte, hielt er es für sehr ivahrfdieiiilidi, das; der enorm reid,e Meiifdi, der frei ivälile» konnte, eines Tages in» ihre Hand anhalten »׳ürde. (Meivann er nun in der Vetter»', fo sollte Pella;»in inindeste» eine hübsdie :'lnsstener bekominen nnd nidit mit leeren .Hände» in ihr eigenes -Heim einziehen.;'lehnlidie iMedanken beherri'diten Pella nnd sie sah es nidit nnger», das; Zediiel ei» Votterielos kaufte, ^vielten dod, and, die (Gesellen Her;dien, Peter und der ^dinstergeielle, der lange Zink, geineinfain. Peter dadire, im Zolle eines <Me »׳innes der 2pe;ere1hä11dler>n sänitlidien Anis-, Münnnel nnd Psesserminzlikör abznkansen, der lange Zfak »׳ollie die schöne Zenim heirate», .Her;d1en lädielte aber verfdiinivt und wollte feine;'lbfiditen nidit verraten.;'lud, Moppel nahm ndi vor, sobald er in der Votterie gewinnen sollte,;11 heiraten. Pere; äns;erte keine Pläne, ebenso meinte .Hahneinann, erft sollte einmal das (Meld ausbezahlr »׳erden, dann »׳erde er and, sdion eine gnte Anlage, etwa einen fdiönen Wingert oder;»׳ei aufchane». 20 vergingen wieder einige Monate, bis die Ziehung herankam. Moppel Hane sdion .;»׳ei Tage keine» 2tid> Arbeit verriditek; in grösser Erregung ging er innher »nd fast stündlich;um Voneriehändler, ob denn noch immer keine Vifte eingetrofsen sei. Während Moppel ein Mar neue 2tiefel;!! einem Mnnden bradile, kam der .Händler ins iMäudien zu Pere;. Ei» freudiger 2d,red dnrdi;udte den 2d,»fter, als er de» vermeintlichen IMIudsboten in die Werkftatte treten sah. ״Pere;", begann dieser ernst, ״Hab' id> audi »idit gesagt, inan dürfe fein Vos nidit anfgeben nnd nnitansdien?" Zn diesem Augenblid trat auch Moppel, keuchend in die Werkstatt. Er Hane gnn,; von fern den -Händler im Cääs;d1en einbiegen sehen und rannte nnn, fo schnell ihn seine Peine trugen, nin Zeuge des erhabenen Augenblids;» sein, ivenn der Vottcneliändler de!i Riefengewinn an sagen »׳erde. Pere; war bei der Zrage des Händlers bleidi vor 2d,reden gelvorden. 20 fragt dodi kein (Mlüdsbote, nnd mit soldieni strasenden Ton. (Zonfevling folgt.«