Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 26 (28.6.1906)
- Date
- 1906-06-28
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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Ar *i. -Le»1e 14. und zornig horcht, fährt ihn sofort an: ״Zch be schwöre Dich tausendmal, sprich nichts zu mir als die reine Wahrheit i m :W amen W 0 11 c s." Er merkt recht u׳vhl, das; M. ihn läufcht. Denn es ist za ״»denkbar, fo schließt Achab, das; er mit den Baalpropheien übereinNimmen. ivirt lich übereinstimmen köniite. Das gepeinigte <ffe wissen Achabs, der vor der Wahrheit zittert, zwingt ihn, Gewiffheit zu haben, die Wahrheit zu verlangen. Tein Haff gegen M. in glühend»; aber er fühlt, das; aus ihm die Wahrheit sprechen werde. Nun erhebt M. seine glimme. Die :Wede neigen sich iofon zu seherischer Höhe. Mit einem Schwünge fetzt er über das Hindernis, das Vüge und Einschüchterung ausgerichtet haben iind spricht z u n ä ch n in r ä l ׳ e l h a s l e m Bilde, noch im in er o r a k e l h a f t. Zorn kiitbranin ivendet sich Achab zu Zofaphat : ״,\ch habe Dir ja gleich gesagt, das; e r nur nichts tffines, nur Schlechtes verkünden rv!!." Ze'N aber endlich u׳im Mlcha>an die verhaffle Mmke gaiizlich iveg; > e tz t s p r 1 ch rer 1 in :W a m c n d e s einzigen orte s. 20״ höre denn das Wort des Ewigen." Mil doniieriider Sliiinne erzählt er das inerkivürdige Traumgenchl. W 0 11 ich l ch a n s seinem T r o 11 c s i ve 11,!0 ivie Du nur dem Trane sitzen rechts und liufo himmlische Heerschaaren lso wie Du von Deine» heuchlerischen Baals knechten umgeben bin. Zn niederschmenernder :Wede entlarvt M. nun die Lügner. lffon hat die Vügner benellt, D>ch m Berderben zu nürzen. Der tffein nach der herrlichen Deinung der Weisen :Waboibs Nachegein tritt n 110den :Weihen und macht sich erböng. Achab zu betören; er n׳!rd a,!s iffones Elebcis; zum Vügengein im Munde der ׳Achab Propheten. Denelbe Prophet, der das «ffaukelsviel mit den eisernen Hörnern ar!sgesührl har. schlagt Micha jcchu. Z,;dkrzah,!׳.׳e!ch!!׳iivürdiger Träger dieses schönen :Wauieus' in >n der Scherge Achabs. Vrr beginn der )lacht nach tatmudischer ,Xutfalfuny. chvn Tr. B eobn. Trra'iburcr!. i5l>'a>- Bor mehreren Zähren l >!!'.« habe ich in die'er Zeitung eine ׳Abhandlung über den Beginn des Tages veröffentlicht, יorevu er im jüdischen :Willis eine :Wolle spielt. Es ivurde der Berinch gemacht nachziiwci'e״, daff der Begriff —עד*,־ ־־ט verichiedene Dennilionen znläfft.uud dafffrüheffeus die ..Morgenröte״ mit dem Beginn der anrono mischen Morgendämmerung aii'angt. Die fol gende Darstellung ׳'ei dem Ende des Tages ge ivldmet, dem in der lüdischen Praris eine ungleich größere Wichligten zu kommt als dem Tagebau iang. Wie bei io vielen Borgangen in der :Wanir er'olgk der Ainang des Tages und der :Wacht nicht plötzlich, sondern allmählich. Die lieber gange zeit zwischen T ages'chlus; und :Wachibeginn wird Dammeruiig genannt. Es in klar, daff der erstgenannte Termin mit dem llntergang der -Lonne eiiilriu da sie allein uns das Tageslicht spende! Wie aber desiniere» ivir den ״Sonueu »illergang״ ״ Z» der ׳Anronomie wird er be zeichnet als der Augenblick. in ivelchem der Mil telvunkt der Sonuen'cheibe die wenliche Horizont linie zn berühren scheint. Zch sage ״scheint", weil in Wirklichkeit ni'olge der Vlcknbrechniig der Sounennrahle» »1 der ׳Atiuo'vbare diele Berührung viel 'rnbei ersolgt Selbffvernandlich sinkt der untere :Wand um ebensoviel ׳'rüber als der Mnielviinkt unter de» Horizont, als es der obere Sonuenrand spater tut. Das i^e'agre gilt aber nur, wenn Beobachter und Weffhorizoni in einer Ebene liegen. Zalls ernerer ׳ich au» einer An höbe befindet oder letzterer durch Wälder, Hauser, "Berge verdeckt in, wa» >a nieiffens natinndet. so lägt sich ei» astronomischer Soiiueuuinergang nur berechucu, aber »ich beobachten. 'Mail kann nicht allgemein angeben. ivieviel die angeführten >iorret1ionen ausmackien. weil es sehr daran: aukonunt. welche geograpbi׳ck:e ׳'V,׳! Ter Zsrcrrlu. der betreffende!Drt hat, und von welcher Zahres zeit die :Wede in. 20 nimmt z. B am Äeguator der Untergang der Lonne selbst das ganze Zahr hindurch nur zwei Minute» in Anspruch, in Mitteldeutschland ivährt er schon 4 Minuten nnd darüber. Zn Petersburg dauert der Lonnen Untergang im Zrühling und Herbn 4'i, Minuten, im Lommer und Winter Miniiten. Biel beträchtlicher ist der Einslus; der Höhe, von ivelcher der Lotinenuntergailg beobachtet wird. Zur einen £14, der 1<K) Meter hoch liegt, geht die Lonne schon mehr als I Minute später unter, als uh׳ die Tiesebene. Zür Bergbeivohner, die ihren Wohnsitz in Hm o Meter Höhe haben, kann der Unterschied in der Zeit des Untergangs der Lonne gegenüber den Talbewohnern schon Minuten ausmachen, wobei snr die letzteren eine freie z'lussicht nach Wene» vorausgesetzt in, sonn wächst die Differenz noch stärker an. ״?lns dem bisherigen geht zur l^enüge hervor, das; Lonnenlliilergang ohne nähere Präzisierung keine genaue Zeitangabe sein kann, der Beginn der Däinmernilg also ein sehr vager Begriff in. Lehen wir nun zu, »vie es um das Ende der Däniinerung, den Einbruch der :Wacht bestellt in. Unsere jüdisct.en Weisen laffen die :Wacht mit dem Hervortreten der Lterne, צאה beginnen. Es wird hinzugesügt, das; nicht von solchen Lkerneu die :>rede in, die schon bei Tage gesehen werden können, auch nicht von solchen, die nur bei völliger Dunkelheit sichtbar sind, sondern von Lternen mittlerer Helligkeit, ,und im jeriii'alemilischen Talmud wird noch Hinzuge setzt, die drei Lterne sollen dicht beieinander neben. Trotz dieser präziseren :'liisdructsweise in damik der Begriff :"2:77! ."צא noch nicht de niiiert. Was znnächn die ״miltelhellen Lterne״ hemm, >'o in diese :'lngäbe doch zu ״iigenaii, als das; die throne der Lterne ieNgelegr wäre. Leit alkersber teilt man die mit dem bloffen :'luge erkennbaren Lterne in «'» (krönenklaffen ein, >'o das; die hellsten der erneu, die dunkelsten der ׳'neu Nlaffe angehöre». Lterne von der iieveulen l>׳>ros;e und dariiutec kvuuen »»«> unl Hilie des Z-er»rohres geschaut werden. Bei Tag, d. h. solange noch Dämmerungslichl erkennbar i't, nnd zuweilen Planeten und die ganz Hellen Zirnerne wie Lirins dein :'luge kenntlich. Zeden ׳alls werden ivir der :'luffaffnng des Talmuds wohl schon sehr nahe koinnieli, wen» ivir unter iniikelhellen Lterne» solche von der 1'. oder :•}. t'Bösre verstehen. :Wun tragt es sich, ivieviel Zeit nach Lonnennnlergang die Dunkelheit soiveil vorgeschritten in, oder anronoinisch ansgedrückt, in» ivieviel b>Nad die Lonne unter de» Horizont gesunken sein mus;, damit man Lterne von be ׳agtem Glanze ivarnehmeu kann. Diese :'lni gäbe lägt nch nicht vollständig in der Theorie lösen. Zunächst sprechen hier subjektive Berhält niffe um. Ein gutes :'luge, das in derartigen Beobachtungen geübt nt, wird viel näher Lterne am Himmel i'ehen als ein nnertahrener Beobachter. Zeruer in hierbei von groszer Bedeutung, wie das Wetter beschaffen in. Bei klarer durch sichtiger Viitl werde» Helle Dbjekte am Hiunnels gewölbe viel trüber l» Erscheiilnug rieten als bei nebligem nnklareiii Wetter Bon »och grösrerem Einslus; in die Vage der Lterne nach der Hin! nielsrichtniig. Bekanutlich in am :'lbend der Dnen schon läiign in Dunkel gehüllt, ivahrend der Weffhorizont noch schwache Vichischnnnier zeigt, und es werden daher hier die Lterne an, späreffe!! ״autgehen". dort am »rnbenen. während üe im Lüden, im :Worden und in der 'legend des Zeniths nugeiähr in der Mitte zwilchen beiden Monlenken werden aiitgetuuden werden könne», :'lufferdeni kommt in Betracht, das; dem :'luge durch kiinnliche Vichleffekre in ׳'einer Bäbe das Erkenne» Heller Punkte an» dunklem i׳״r»nde, wie ein Lier» sich doch immer dem Be obachter darbietet, ׳ehr erichlverl ivird. Der letztere lliunand hat z. B. zur Zolge, das; man in Ltädlen. wo das :'liier und elektrische Vicht der Llraffenlaieruen in Hellem Lcheine leuchtet, das :Wachlwerden viel water bemerkt als aut »reieni Zelde. ^»s de» hier allseinandergesetzken Beein »x Zuni 190»! ffuffungen der Sichtbarkeit der Sterne solgt zur Evidenz, dast man von einem :'lugcnblick des Erscheinens der Sterne gar nicht reden kann. Da es sich aber nicht um groffe Genauigkeit — in astronomischem Sinne — handelt, so wird man ein hinreichend sicheres :Wesultat wie solgt er halten: Man achtet an einem oder der Zuverlässig feit halber an mehreren :'lbenden von irgend einem sreien Platze daraus, zu welcher Zeit man zum ersten Male drei Sterne Vter oder :lter (ffröfte, z. Baus dem Sternbild das in Mittel europa immer sichtbaren ״groszen Büren", denk lich erblickt nnd berechnet daraus nach einer nialhematischen Formel, wieviel Grad unter dem Horizont die Sonne sich benndel. Die Anzahl dieser Grad nennt man Sehungsbogen, und es handelt sich nun darum, wenn dieser Bogen ein für alle Mal bekannt ist, daraus rückwärts nir jeden beliebigen Cvt »nd irgend einen Abend zit bestimmen, wieviel Minuten »ach ihrem Unter gang die Sonne jenen Bogen znrückgelegt har Es geschieht dies nach der sogen. Dämuierungs sormel, und diese zeigt, das; I. je höhere nördliche rei'p. tiefere südliche Breite ein Drt hat, desto länger die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Ausgang der Srerne währt und V. das; im Herb» und Z-rüb ling für jeden beliebigen Drl aus der Erde die Danerzeit der Däiiilnerung am kürzesten, im Winter etwas länger und im Sommer am lüngsteu ist. Ans dieser letzteren Tatsache solgt das fei hier nur nebenbei bemerkt, weil man öfters II!! richtigkeiten darüber findet das; die Dämmer ung oder der Zeitraum zwischen ^7L7׳! und \ה:־ sich nicht durch sogen. Zeitüilnden?טע"־, ::::יו* ausdrücken läszr. Punkt I har zur Zolge, das-׳, da am VI. :ff ärz und V•'!. Septem ber die Sonne für fäunliche Erdbewohner ׳.rüge führ »m «> Uhr aus- und untergeht, je nördlicher ein Drr liegt, deffo rascher für ihn die Tage vom Dezember zum Zuui zunehnlen bez. vom Zuni zun! Dezember abnehmen. :Woch auf einen anderen Umstand sei au dieser Stelle aufmerksam gemacht. Bekanntlich zeige:: alle unser׳׳ Ilbren. auf welchen Prinzipiell auch ihr Mechaiiismns beruht, nicht die wahre Sonneuzeit an, weil die Bewegung der Sonne eine uugleichmäszige ist), sondern eine sogenannte mittlere Drrszeit. Die Differenz zwischen beiden wi׳d Zeitgleichung genanr; diese schwankt zivischen 16 bis + lt‘> :ffi'iiinten. Zu! :Wovember z. B. beträgt ne 1 *> Min. d. h. die Sonne ftelu bereits im :ffciltag, während auf unserer Uhr noch l«> Min. zu IV!Ihr fehlen. Andererseits beträgt fie Ende Zebruar + >'׳ Min., so das; auf linieren Uhren schon IV Uhr l«'» Min. in, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat. Da nun die Zeitdauer vom wahren :ffc'itlag bis Sonneniintergang gleich derienigeu vom Sounenausgang bis zum wahren :ffciltag in, o folgt für unsere Uhren, das; im :Wovember der Tag relativ früh, in, Zebruar dagegen sehr spät schliefft. Es ivird deshalb auch am früheste» :Wacht werden in den ersten Tagen des Dezem ber, nicht er» am VI. dieses Monats, während der Tag am spätesten beginnt in den erneu Tagen des Zanuar. Zaffen wir das Eieingre kurz zusaininen, '0 har sich gezeigl, das; sobald der Sehungsbogen der Sonne für Sterne Vter Gröffe aus Beobachrungrir abgeleitet in, sich Tabellen entwerfen lassen, welche für jeden 'Breitengrad und von Tag zu Tag oder in gröffereu Zntervallen den Beginn der :Wacht au geben, :ff,'an darf aber nicht vergessen, das; diefe Zeitangaben nur genäherte fein köniieii, weil gewisse Zehleraiiellen subjektiver Art nicht in :Wechninig gezogen werden können. Es in deshalb ganz uumöglich, :צא? ".:׳::׳ genauer als höchstens bis auf 1 V Minuten anzugeben, was nnifo »׳eiliger von Schaden in, als unsere Uhren wohl selten die mittlere Zeit genauer als auf die Minute an zeigen. Der Bollnäudigkeit halber fei auch »och er wähnt, das; in der iffegenwarl alle Kulturländer eine fogenaillile Eeutralzeit eiugeführt haben, der die Zeit der Sternwarte Greenwich zu gründe liegt. Demnach in die westeuropäische Zeit — gültig in Eiialnnd. >>olland. Vuremburg und Spanien —