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Der Israelit · 1906-06-28 · 26 (28.6.1906) · p. Seite 9

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
26 (28.6.1906)
Date
1906-06-28
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Bi. ju»i!«. Nr־ •! Jene Der Pogrom in Bialyflotö. "i*011 umarm »loivfiu'iifomtn. '1'1• 11• v •> 1י II v;1 , ן* ,'Milli. tönte aik^eidtuemV li'i^riitiliort beo '1>ו«10ן01י•? tu Bialmtok Mt Die Ul 11a 11b 1111!ה ן er icidte» t'f e s di ü ז t 0 l) 1i 11 ז e 1. 5»1ו\1י.י.'<\\1־ hatte man 1111?־׳ elfter Vinie auf die reichen Hilden abgefehen <5-5 wurde taltbliitiq qeplüuden und alle•? ^ertuolle 1a fort unter die l'k'tellfdtaft al-? teilte verteilt. '.Ui in hei mertoalle iiMireu und t'kgenftände wurden auf die Strage geschlendert und der Berniditnng prei-'gege heu. <5-? ^iiu! niftentatiidt;11, al־? ob die Ulnfiibrer einen sorgfältig ansgearbeiteten Plan;111 Hand ge habt hätte». 5ie ,,■f?nln;ane״ haben;nnädift nur geraubt; erft al-? mau fidi ihnen »über ferne, fallen fie tätiid) geworden fein. Tie Polizei war aufm»;•? nirgends;11 fehen, dafür aber füllten >,d, die St ragen mit Militär. Ullo ,edoch die ,üdisdte Selbfttnehr, mit Bevolvern und 'Vieltem benuiff net, 11 d> einftellte, da erschien and! die Polizei auf dem Piave und e-? begann eine förmliche Sdtladtt. 5a•? Militär feuerte auf die Seibitniehr Salueu ab und in einigen Minute» hatten die weiften jener unglücklichen heldenmütige» jünglinge ihre Tapfer teil mit dem Veben bezahlt. 5 a die wenigen von ihnen, die itd> retten tonnten, auf die ,Hmligane" an-? den jenfterii schosse», so begann das Militär 111 die ,"\eniter der väufer;11 feuern, ans einige Hä Hier soll ans Manonen gefdioffe» worden fein. Ulm 14. ,simi gegen Ulbenb traf her ('»ouuerneur von t'nodno ein und fotort wurde die •'Kulte her genellt, aber leider nicht auf lange, denn faiim verlieft er dte Stabt, al•? der Pogrom mit erneuter 11110 verdoppelter ('haufamteit wieder foitgeient wurde, als ob der b'onveriienr eine foldie Ulnord nnng hinterlassen hätte. 5er Pogrom nahm ganz fürduerlidie 5i!nenfionen an. ,'\eher jnbe, der tut) auf der Strafte zeigte, wurde niedergeschosien. Ullle Böege;11111 Bahnhöfe wurde» gesperrt, auf dem Bahnhöfe ging eine wahre Metzelei vor sid,. Bor den Ulngen der Bahnhos-tMendarmerie winden von den ״Hnliganen" jüdische Paffagiere ans den Böaggons geschleppt und ermordet. Man ver däduigt den Mfonvernenr, dast er seine Hand mit ii» Spiele gehabt habe. Sein ganzes '-!?erhalten soll mehr als anssallend gewesen sei». 5ie ׳iah! der ermordeten jnden, die man bis jetzt anfge fniiden hat und die am Montag zu l'irabe getragen wurden, beträgt die der schwerverwniideten ItE'; von Ehriften sollen nadt einer Ulngabe 1'׳, »ach anderen * tot, und 14 fdtwervenvnndct teilt. Es furfiett and! das t'»erficht, das; viele Tote von de» jenerwehrlenten in aller Stille beerdigt worden seien, jedenfalls werde» vor läufig noch sehr viele jnden vermiszt. Biele Tote lind so arg zngeridnet, dag man sie unmöglich erkenne» kann, jn der Stadt herrsdtt tihdtter lidte Hnngersnot. Bon den benachbarten Crten werde» Lebensmittel geschidt. aber sie reiche» bei weitem nicht ans. jreitag Ulbend wurde die Stadt an verschiedenen Stelle» in jlannnen geftedt. Böie hod, »dt der jener idtaden beläuft, ist fdtwer zu ermitteln. Tie «tröste der Berlnfte in nnab teilbar. Bialnftod war die gröszte und reichste jabrikftadt des nordweftlidien Finnland, sie tft nun vernichtet. Eine ('»enieiube von י,יי׳יי *KJ jnden ift ruiniert, an den Bettelftab gebradtt' ״Busen Sie", 10 schreibt ein Ulngenzenge, ״;»r -Hülfe mis, tun sie;111» Besten der Bern »glückten, was Lie nur können!״ Ein anderer Ulngen zeuge erzählte: ״jckt langte am 14. jnni morgens in Bialrtftock an. 5a idt keine t'k'idtäfte in der Stobt hatte, blieb 1d> auf dem Bahnhof. Ungefähr mit 1- Uhr mittags fant ein junger Bursche, offenbar ein Ulrbeiter aut midi;11, in mir, wie es schien, einen Ehriiten vermutend, fragte er mich: ״'.Knn, wird heute ei» Pogrom stattnnden •״ '׳׳Boas für ein Pogrom:■״׳ ״ja nun, es ift ja besohle» worden, heute in die Stadt zu kommen, es wurde gesagt, heute würde ein Pogrom sein!״ . . . jm Schreck sprang ich von ih»> fort, wie von einer '.Katter gebissen, Tt\ ,Israelit jebt wurde mir klar, warum die vorüber gehenden jnden 10 traurig. 10 enchredt ansfahen' jd> wollte mich zur 5ladt begeben, als ich plötzlich eine t»k׳,vehrfalve hörte, midi ihr eine zweite und dritte und es begann ein ׳ortwahrendes jenem' Bald darauf erblickte ich fliehende jnden. die von ,^Hiiligaiien". Polizeibeamten und Solbaten ver folgt wurden. 5>e am 'Bahiiho'e ans der Stadt Eingetroffenen erzählten, es habe idtou auge'aiigeu, es hätte jemand wahrend der Prozeffion geidioffe» und das fei das Signal;11»! Beginn des Pogroms geweie». Böohl lei die ״Selbttwehr" eiidiienen, aber die herannahenden Soldaten hätten an׳ ne ge 'dioffen, »nd fie war gezwungen 1!d>;» ver 1 lecken 5arauf begann das '.UMlnär nacki allen B'iditnnge» zu feuern, wobei es nur die Plünderer in Sding nah»! und venheidigte. Manm hatten nd! einige jnden verfammelt, als Salven auf fie abgegeben und sie mit Stöcken getdilage» wurde»; es branckite nur einer irgend ein Hans anznzeige», 1» loeldiem 11 di die Veute ״der Selbftiuehr" befände.>, 10 wurde sofort begonnen, dasselbe mit Mauoueu;» befdiiefren Boas später geickiah nt mir nicht bekannt, da man ans der Stadt Ui'iemanden mein;1,111 'Bahnhof lieg Ulm uodnten Morgen fuhr ich von der Station ','apa nadi Böilna. Bon tarnen au 'Bia Im lock vorüber, auf dem '.Mahn hofe begegneten uns!übliche Soldaten, meldie »ns warnten nicht zur Stadt zu gebe». Hier am 'Bahnhöfe ftanden ״vuligaue", meldie vor den Ulngen der ('W'ubarmen die ,'siibeit furchtbar min handelten, und die t'>endar»1en, deren mehr als;in Steile waren, hinderten fie nicht ihr ,,wohlgefälliges״ Bo>11; 14׳ vollführen, iahen viel mehr mit einem Vädieln ,;11, wie man ״die jüddien" todtidilng. Einige ,^Hnligane" wollten in d!e Böaggons biueiugehen aber ein C״!;m fugte. ״Hierher gehet nidrt'״ Spater erfuhr ich, jnden feien ans den Boaggons geidileppt und entfeiuidi getdilage» worden. Utuf dem 'Bahnhofe erzählte man uns, dag am KV jnni um •J Uhr und) mittags die Vipova>a׳trage, die alte Ehanti-'e Strafte, die neue Ehanssf-e Strafte, die 5e»tid>e Strafte, die Ufieolaiftrafte und andere voll'tändig;erftört waren. 5as ift Ul lies, was mir bekannt ift. jd, fuhr nad, Böilna, und was spater ge fdiah, weist idt nicht." Herr 5r. Eitron, einer der augeieheutten Bert reter der jüdifdten t'>e»1en1de zu Bialmtod, sandte unter Lebensgefahr an den U.Kiuifter des jnnern folgende 5epefd!e: ״Es hat ein Pogrom gegen jnden begonnen, meldie! sorgfältig vorbereitet wurde, es 1ft eine 'Metzelei, viele Todle und Berwnndete, in der Bevölkernng herrfdit eine Panik; nur flehen um Sd>ntz. 5em verbreiteten t'U'iudtte entgegen — ift vom Mniifteriinn im Berlanfe des ganzen Tages keine einzige Ulnordining eingelanfen. 51e entsetzte 'Bevölkernng läuft tu wilder jlndtt ans der Stadt, jinmer mehr gewinnt die Heber zeugung ׳Kanin, dag die an» die Prozeffion abgegebene» Sdnifie keinen Schaden verursacht haben und nur eine Provokation waren, jnr den Pogrom wurde fdion feit zwei Uöodie» agitirt, auf den Straften winden, 1 nsbei 0! 1 de re abends, Proklama tionen verteilt, meldie nid» nur;111 Berniditnng der jnden, sondern and, der jntelligen; anfriefen, die Polizei tat nichts gegen dieses Treibe». 5ie; zahl der Cofei 1N noch nicht feftgeftelit, aber es ift t'Wuub zu der Ulnnahme vorhanden, dag fie angerordentlich groft 1e1 Bis jetzt!14 nodi keine Uliiordiiniig da; die Uldminiftration verhält sich passiv. 5!e Bevölkernng wird tevvoiitirt." Eine soeben eingelau»e»e 0»f 1; i e 11 e 5e pesche lautet wie folgt. ״Bialmtock: Es brechen neue Pogrome in den benachbarten 5rte» ans jn 2tarofel;ii find 4M Todte. 5er.Eriegsznftand ift verhängt worden. 5ie Patrouillen werden emge;ogen. 5ie Stadt felbft beruhigt fidi. jn die Hospitäler sind mehr als >«"> Tote geschafft worden. Es find drei 'Mitglieder der Beidisdnma enigetrosseii: Professor Schzepkin, Ut1׳a״;e1n und jaeobtohn, fie besuchen die Mranfenbaufer, nehmen die Stätten des Pogroms tu Ulngenfdtem und lammelu Uladtridnen Es fmo Morrefnou heuten von Mrtersbnrgei, Provinz und ans ländifdien jeitiiiigen emgetroffe» " (OcDcvrcidj-yn^arn. Bö 1 en, 1". jnni. ־.*Im T. jnni hielt die .,('\-?1 a el 11 1 die Ul lila»;;11 Bö ie 11״,, ״ Saale der israelnndien >inltn-?>temenide ihre iM'iieralver'animlnng ab. '.','ad, dem jalnesberidit »in I'.i'.'. winden in den '.Uionaten jn!!! bis Hktober von der Bötener Ulllianz «ä*7 iii'fi'die jlnditlmge be'orden. davon .">>;> nadi Ur'ord »nd Sndamerika und >.׳" nadi Böeiteinopa. jnr die 5r״er der ruffndieu Cttohermaffatuv mmmelte ein ipezielle-׳ Brovaganda Mouutee ui Böie» allein gegen .dMiiHm Mionen, tu ganz Ceuerrvidi ungefähr *י• >M,<hm >,־. 5>e nad) den Pogromen ennebende Ulnswander nngs fl nt hat hanptiadilidi dem Böiener Bureau de׳. Ulllianz eine jnlle von UIrbeit gebradtt. 'Born Ufonember I'"»> bis Ulpnl I'-n. hat dasielbe etwa 1.11*1» Einigiaiiteii eipedien. 5abe1 find nicht mitgeredmet die Perionen, die Barnnter ftiitziiiigen zin ielb'tändigen Böeiterreife oder wah rend ihres Ul »׳enthalte•? 1» Böien erhielten, fowie die grogen 0>>rnppe» von Ulnswaiiderern, die nad) 'Bereinbarinig mit ׳Böien nnd ','ondon, von E;er iiowitz und Mintau ans. dann and! ׳in.'Hedtuung der ״jea" ans jasfti und «äalap über Böien nadi Havre 'Bnenos Ul in es reiften. 5>e i'׳efa1»tzaltl der Emigranten, denen die Böiener Ulllianz ieit Ui'oveniber v. j. Hilfe geboten hat, benagt rnnd.41--». Einem S iibveiitionsgemdt der infolge der r u'fndieu Bönren 111 eine lehr prekäre Vage geratenen jeidtiboth wurde durdt ׳Bewillig»!!!; eines einmaligen 'Beitrags von M. an die 'Berwaltnng, zu Händen des >>4 1111׳,'nbbmer-? C i'Hobfeu.'fn in Böilna ent ׳prodten. Be» der Veitiing der rnmaiiiidten Ulns waiideriing, die and) n» lebten jaltre nickt» an» hörte, wirkte die 'Böiener Ulllianz ebenfalls mit. jnr die iiiarokkaniidten jnden hat »ie bei hem oiterr. uug. UUiinifterium des Ul enge reu nitewenien. S zagregen, "7 jnni. Herr ,\0fef a reu nt» ans Tn na Mors ivurde znin Babbiner der hieiigen iäemeinde und des;ngehörigei! Be;1140 gemählt. Herr jreinid nt ein Sduiler des Herrn rliabbuter 51. Breue 1 1» jraiitsint a. deffen jefdtibah er mehrere jahre befndtte. Er in bereit? der vierte Hörer dieser jeschibah, der ni diefem jahre ent Ur'abbiuat angetreten hat Man dar» angesichts der Borzuge und jähigkeiten des jiiiigeii Ui'abb 11er•? die juuerfnlttlidtc Hossnnng hegen, dag feine Bönkiamkeit der iGemeinde Szagregen;11111 Segen gereidtett werde. yalüfttua. j erii 1 al e»1, »'׳ jnni. 5>e Eltarakterittik des riii'fisdten 'Minifterpräfideiiten iMorenntkiti, die jhr Petersburger .Korrespondent in Br. B' jhres Blattes gegeben hat, möchte idt durch Mitteilung folgender Episode ergänze». Herr Woreitittfttu unternahm vor mehreren jahre» eine Böall'ahrt nadi dem heiligen Vande. jn jernsalem gab ihm der rnififdte tMeneralkonsnl, Herr Ujakowiew, ei» sehr liberaler und den jnden durchaus sreund lich gesinnter 'Mann, als Begleiter und aübtet in der Stadt den 5ragoman des rnsnfchen tMene ralkoiifnlat-?, nnfern Eilanbensgenossen '.Ibraham Solomiak bei, der yu jett an dt 5ireftor des hiesig»״׳ ruf flickten Pottamts in. >>err iMoreiintkin war mit teiitem fachknndige» jnhrer sehr zu frieden. Ulis er aber dann an» einem ihm, dem 1'falte,;11 Ehren veranftalteten Bankette erfuhr, dag Solomiak jiide sei, ängerte er zu dem t'feneralkonsnl: 5״er juhrer, den Sie mir ge geben haben, hat feine Ulufgabe korrekt ansgeführt. jd, aber tverde es mir niemals verzeihen können, dag mein Begleiter zur heiligen t'frabeskirckte ein jnde war." j e 111 i a lern, 1. jnni. Einige reiche ruf iiidte jnden habe» hier eine Utftieugeiellicbaft, ge gründet, tue eine Seifenfabrik in Vndia einem 5 rt an der Eisenbahn jafsa jernsalem, der retdt an CellHrum1׳flau;uugen ift erbffuete jn Dieter jabrik wird von de» in arabtickte^

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