Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 24 (14.6.1906)
- Date
- 1906-06-14
- Page
- Seite 69 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Marie Rödelsheirner i, Bertha Philipp I, Babel te Erlebacher 1.50, Tina Stein, Mühlen 245, juf. abz. Porto 13.50 M. Pirmasens. Frau Fritz Reiuach 5 Pi. K. B. in J. 6 M. Reinheim (Heff<n). Durch Lehrer Vorenberg, .^N-^kld von den Frauen: Amalie Reumann 2.50, Hannchen Rosenthal 2, Tbekla Borenb.rg 1.50, zus. 6 M. Echermdeck. PH. Schönbach 5 M. Uaarweüiugen. .->8^ (8elD von bin Frauen: Dan. Lazar und Louis Lazar 5 M. Liegburg. Friede. Wild. .vnimann!, (8.׳ld von seiner Frau 4, zus. 5 M. Thora. Durch?׳. N. 6 M. Wwe. I). L. in 1\ 5 M. -vindecken. Durch H. Speier,^ von den Frau<n: Amalie Sperer 1.50, Selma Kahn l, Katbinka Müller 0.50, Therese Stern l, Emma Wolf 1, Auguste Wolf 1, Id.r Wolf 0 50, zus. 650 M. ^ImmerSrode. Durch Lehrer A. Wertheim 5 M. -« Die nichtjüdische Kolonisation Palästinas. Welches Kolonisten• Material steht uns zur Besiedelung Palästinas zur Verfügung, und welche, Erfolge haben die bisherigen Kolonisation«• Versuche in Palästina aufzuweisen? Wir müssen die mohammedanische, die Christliehe und die jüdische Kolonisation unterscheiden, da sie sowohl der Art nach, als auch bezüglich des Nutzens für das Land recht verschiedenartig sind. Scharf kann freilich eine solche konfessionelle Eintheilung nicht sein, da innerhalb der einzelnen Konfessionen oftmals die Verschieden• artigkeit in Bezug auf Kolonisationsmethode eine grössere ist, als zwischen den verschiedenen Kontessionen selbst. So steht z. B. die Kolonisation der russischen und rumänischen Juden derjenigen der deutschen Templer weit näher, als letztere der Kolonisation christlicher Maroniten; die Kolonisation der Maroniten wiederum unterscheidet sich von der Methode sesshaft gewordener arabischer mohammedanischer Nomaden weniger, als letztere von der Kolonisation der gleichfalls mohammedanischen Tscherkessen. Im allgemeinen aber kann man unter der mohammedanischen Kolonisation die im Orient allgemein herrschende Methode der Eingeborenen verstehen, man würde also auch die, eine eigene Religionsgemeinschaft repräsentierenden Drusen sowie die christlichen Maroniten mit hinzurechnen müssen. Es ist die primitivste Art der Kolonisation im Orient, die aber das Oute hat, mit ganz geringen Mitteln durchführbar zu sein. Wir wissen im einzelnen über den Umfang derselben nur wenig, wir kennen zwar eine ganze Reihe neuerer Dorfgründungen, sowohl von Maroniten und sesshaft gewordenen Nomaden, als auch von Drusen, wir wissen auch, dass Marokkaner. Al* gerier und Egypter sich gleichfalls Ende des vorigen Jahrhunderts, wenn auch in beschränkter Anzahl, in Palästina niedergelassen haben. In Bezug auf den Umfang, Erfolg und die Aussichten dieser Kolonisation tappen wir aber noch im Dunkeln, und es würde eine verdienstliche Arbeit sein, diesen Wanderungen und Siedelungen im einzelnen nachzugehen. Die kultuiell etwas höherstehenden '!,scherkessen sind gleichfalls erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ins Land gekommen, und zwar mit Unterstützung der türkischen kegierumr. die ihnen dort Land angewiesen hat. Wieviel tscher hessische Do!!er in Palästina exis- Heren und mit welcher Kopfzahl, ist unbekannt. Was die Resultate derselben betritlt, so gehen die Ansichten auseinander, wahrend von einer Beite gemeldet wird, dass die Siedeluugeu der Tscherkessen gut reüssieren, wird von anderer Seite die. Ansicht, verbeten, dass die syrische Kolonisation der Tscherkessen. im Gegensatz zu der kleinasiatischen, als misslungen angesehen werden muss ך. Wer Erfahrungen in Bezug auf Kolonisation hat, weiss, dass man allgemeinen Urtheilen über «las Gelingen 0,1er׳ Misslingen gegenüber sich! nicht skeptisch genug verhalten kann; es bedarf speziellen Studiums der einzelnen Siedelungen, um daraus allgemeine Schlüsse ziehen zu dürfen, und solche liegen bisher nicht vor. Wie dem aber auch sei, eine grosse Zukunft wird diese Kolonisation kaum haben, da die Tscherkessen viel lieber nach Kleinasien gehen, wo schon der bei weitem grösste Theil angesiedelt ist, und wo ja noch Platz in Hülle und Fülle für den verbleibenden Rest dieses Stammes ist. Von weit grösserer Bedeutung für das Land ist die Kolonisation der Templer, jener wirrttenrbelgischen religiösen Sekte, die in ihrem Bestreben, dem Urchristenthum nahe zu kommen, allmählich die spät-christlichen Dogmen abgestreift hat und daher jetzt, bis auf den Ritus, der jüdischen׳ Religion nahe steht. Die ersten Einwanderer dieser Sekte kamen 1868 nach Palästina und gründeten nach einem missglückten Versuche am Eingang der Ebene J e s 1׳ e e 1 1869 die Kolonien in Haifa und Jaffa, 1871 die Kolonie Sarona bei Jaffa, 1873 eine Kolonie in Jerusalem, während 1963 Land für eine *) V!$J. die «lieHliezüglichen Angaben in A. Aaronsohn nmi 1>r S. 8oskin ,Iüe Ro*inensta<lt Kz-Salt-, AltiK'nlroid l, A’r. I, Seite 21.