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Der Israelit · 1906-06-14 · 24 (14.6.1906) · p. Seite 2

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
24 (14.6.1906)
Date
1906-06-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Nr '21. Lene 2. persönliche Meinungsäußerung war. die nur die Offiziösen des GemeindehundeS in leicht rrlenndarer Absicht zu einem bedeutungsvollen Doku ment emporgeredet hatten. Tie Tatsache, das; e׳n persönlich streng gesetzestreuer und gewiß auch von unS hochverehrter Mann wie Benjamin Hirsch sich in »ionseguenz einer irrigen pvlitisck*» Auffassung schon vor Jahren dazu hergab, dem reformjüdischen Deutsch Israelitischen Gemeinbebund durch seinen 15intrttt in besten Ausschuf; die ״konservative" Weihe zu geben - diese für den Elemeindevund ebenso er freuliche wie für die Orthodoxie schmerzliche Tatsack* halte eben aus der liberalen Leite die Borstellunq erzeugt, das, das gesetzestreue Judentum langst auf den Anspruch verzicluet habe, das Judentum schlechtweg zu sein, das; es vielmehr *um '.Hange einer ״Nichtung" degradiert, de und wehmütig die großmütige Hand des stzreiburger Gesetzgebers zu küsten bade, der die ״Minorität" und sogar (Gemeinden ״verschiedener religiöser Richtung" io genial zu schüfen versteht. Traf diese Voraussetzung zu, dann konnte man aller dings aus den sonst etwas abenteuerliclier! Gedanken kommen, die gesetzestreue Iudenheit stehe hinter jener jugendlich temperamentvollen Erklärung des geietze-: treuen Ausschnsmitglieds. Das sie nicht zutrirst, das denn doch das Gefühl für den eigenen Geltungswerl, für den unverjährbaren Anspruch der echten jüdisckrn Wahrheit trotz aller Verwalter ungsversuche in den Herzen der gefetzestreuen Juden heit nicht g a n z erstorben ist. darisi die beglückende Erfahrung, die uns die Tage seit den! 18. Juni gebracht und die uns ermutigen darf, den Uampf um die Erhaltung der religiösen Treiben unbeirrt soltuisctzen. Einen kleinen Blick in das Paradies der zu lünstigen oberrätlichen Herrlichkeit Pre״s;ens last uns ja auch die ״Allgemeine Leitung", ohne es .;» wollen, verstohlen werfen! Oie spiel! den Vorsteher gegen den Rabbiner aus. Ter 'H a bb! ner der Halberstädtcr Gemeinde wagt es. wagt ewirklich — es steht gedrn.kt im ״Israelit" — gegen einen Gesetzentwurf zu protestieren, mit dem sich der V c r s! e h e r dieser selben Gemeinde identifiziert hat! Tie oberratlicbe Denkart musste in der Pspche de-׳- Gemeindebundanwalts schon gewaltige Verheerungen angerichtct haben, als er seine erstaunte Anklage gea׳n den unbotmäsiigen Halberstädier Raddincr ritt einem Auörusnng^;eichen sch lost! Ist ידז:-1!ד*י?י1זע.!\• t1? ז *jfi'f 5ך.» זו 1ן ff ח zwischen erwachsenen Menschen für natürlich und sklbs!״ers:änd!ich erachtet, i'o rasch zu 15׳:!**, wenn es sich um Vorsteher und Rabbiner bandelt? Ist dic Achtung vor dem Rabbinersiande im liberalen Laaer sc lies schon gesunien. basfortan der 'Voriteber und n ich: der Rabbiner zum ,11> ד"־ צ־ר m P!ad weiser wird aus dem Wege zum Rechtsideal7 Da-?- Ein Lag des Schreckens. 3ftuc .ms der ,Zeit der italienischen Renaissance. IV. schnitz An! verlangen des Rabbi rie» del Motte denen Iran imd Sohin m die siudlerstiibe. und .imh er blied am W»n׳.h des belehrten .,Iran >imd und Irei.nd." bub dieser an. ״nm'err Wencn iagen!war. das! derienige lböri-hl sei. der eine!l!!,׳,!:!cksho!׳cd,׳.׳! den!;H'achste!! mitte!!!, das ist aber nur der st-aU. wenn daimi kein anderer Zweck ber Iniii-11 >׳>, als dem Emv!a»ger der schlinnnen Nachricht Herste 1C!11 vernriache», elwas anderes in es aber, ivenn man eine selche Nachricht milieileii »ins!, uui anderen i'üttes zu «rii-eiien oder gar. wie hier, sie vom sicheren rede zu erroi-n Aus diele» eirunden kann ich Euch Ittchl 1-er'chicei aen. das! >11 wenigen slunde» die* herrliche Llaki uichis Wetter ׳ein wird, als ein rauchender!ninnnnhau!,׳». latzi uns ocshaib so schnell wie möglich die llnglucksstaire ber läge», teiin der Allguiig« tu seiner i'Znade hai mir die I-ihiateii acicheuti. die iuechibare Eekahr zu erkennen. Tir. h-cber Ircuiid und aller treuer wiener uienies vanies. gab ich schon dir »ölige Weisung, wohin Tu Tich zu wenden haben, und Ihr und ich." iagie er zu Irau und Tochler gewandi. ׳«״>» iahre» heule Mittag nach Mirandola " T.! erhöh nd> bie st-ra» des Rabbi in heiliger Erregung .Verzeihe. liebe» walle, das; ich Tu widerwreche. aber wir. ich und Bianca, wir gehen »ich! n׳n l׳o» bin. und wir wuiiicheii auch, das! Tu hier bleibest und Tir die lrübeu dank»» au» dem Stov!« schlägst -riebe, wie »röhüch die riadl >>l. heule Abend gib» der Herzog ei» grotze» Ear leinen, all» ivrosieii der siad! und Umgegend imd eiuge laden, unierr bedeuteiidtte» Tichler imd Musik-r geben tierr luhe Bonrag« zum Beile«, eine Ireu>!d>!1 einer der Hoi Ter Israelit._ sind Iragen. auf die wir keine Antwort erwarten, die aber einen Vorgeschmack davon geben, wie wohl ein künstiger Ooerrats-Moniteur schreiben würde, wenn an der stelle des ״Vorstebers" gar ein ,.Obersynagogenrat" oder ein ״Tnnodalpiäsident" dem simplen, jeder konsistorialen Würde baren Ortsrobbiner gegenübersrändk. Vielleicht ist es ganz aut daß die ״Allgemeine Zeitung" mit ihrem Ausrusungszeichen Rabbinen und Laien den Weg ins gelobte Land der Rosin'schen Oeliakcit ein wenig erhellt, gu: auch. das׳, sie - im Gegensatz zu anderen Blättern — dem b e de u t - ungs schwere 11 Augenblick, in b e in sich die I u d e 11 h e i t P r e u si e n s b e - findet, durch bie sorgfältige und wahrbeitsge miste Registlierung der Tatsachen gerecht wird, obgleich sie ihr nichts iveniger als genekn! sind. Wir wollten uns für diese ehrliche Politik durch die offene Beantwortung der Irage dankbar erweisen, was seit dem 18. Juni gescheben sei, um bie einm ü t i g e Empörung der getenestreuen Iudenheit gegenüber dem Organisationsprojekt zu rechiieriigen. Tenn bas möchten wir, ohne eine Tesavoui״ru11a zu fürchten, bock hier aussprechen׳, hinter dem von uns veröffentlichten Proteste sieben, der Sodie nach, sämtliche aesetzesireue» Rabbinen Preußens. Die wenigen, die nicht unterscheieben. glaubten ihrer ablehnenden Haltung entweder durch ihre Beteiligung an dem Vcium des Allgemeinen Rabbinerverbands deutlich genug Ausdruck gegeben zu haben, oder c- Walen formale Gründe, die sie an der Abgabe ihrer :!nler'chri't verbinderien. *Wenn die ״Allgemeine Zeitung des Judentums" ibren nächst-! Artikel über das Oraanisaiionsuroiekt jchreivr, wird sie hoffentlich die Ileberzeugun; zu Grunde legen, hast die Verstaatlicch'.ma des preust.iichen Judentums nur!zogen die Ortbodorie. nich: :1! i t ihr gemach:!verden kann, und daf; e-"׳ keinen anderen Weg zum Trieden gibt, als die (5insarg.!ng jenes unaliieis-eligen 'l>rojetr-׳ das un-׳- die schärfste und erfchreckenos'e Ausprägung einer innerlich un!׳.׳ahre1! Pc!!!!'!יי und hleihen wird. v£tne Stimme gegen Staatsjuöentnm. Rock in ihre! vocletzten Rümmer ba: die ״Allg. Zig. des Judentums", eie nun auf einmal eine eifrige Parteigängcrin der Organisation geworden ist. einem banien h-1! uns Einniliskavieu vcrschastt unk wir möchten!ehr gerne dem wunderbaren Jene beiwohnen, ttm'ere Tochter wer sei! :Nona!«!!!׳ist׳! z» bewege», irgend cm Vergnügen »lirziima-hen, ans »Gründen, die Tir bekannt linde heute nun ist es niir »11! der grössten Miihe ge lnngen, da« iie darein willigte, nmh zu begleiten, und T!> willst rötet »n'ere ׳'-honen Pia»-׳ zu nisttte machen!' Z^ch', last ab l׳on Teinen Traiimereien, der liede VSorr wird diese schöne stad! gen׳!!; vor Unheil bewahren." Ter Rabbi, ber ohnehin schon immer eine gelblist! b!a«e i'Zenstttssarbe hatie. wurde womöglich noch um eine» (strad blasser. ״No!st!nn kaion kalans," kam cs ihm unwillkürlich heran». ..Ihr peichistimigen, bei einer solchen e'Zcrahr denkt Ihr an Marienieste! ״To gut der Herzog, die Behörde», ja selbst die Uni berstia! von Temen Verkimdigluigen »1-chis hiellen, wird cs auch uns erlaub!!cm. »ist!! allzu!est daran zu glauben." Ter Rabbi war verzweifelt ..I5in ganzes Veden dm durch habe ich Tag »nd!',acht stubieri und geaibeiiel »iid nun ich durch die I-r»st>Ie »lemes I-leistes mein und der Wo»«» Veden retten kennte, weigern ne!ist!, »nr z» folgen, wehe mir'" Wahle,id dicies evn'xracks stand de! Alontc stumm und scheinbar teilnamlos i» der Z^-ke des c'Zeniastis. ader in seinem Innern ardettetc es »lastttig Lolllc an dem Widerstand der stzrau die ganze Lache icheiinn unk die langeriehule Llnnde immer »och msttt kommen' Wen» der deuiige Tag ungenuizl boriidcrgehl. wer weist, ob stch eine ׳ol-he!Gelegenheit sobald wieder tvi«t Nun galt es den Verstand anzustrengen, um die Ahstcht des Alte» zur Turchiühruiig zu dringen. Tel Woitf iagie daruinc ״Ihr habt mir, lheurer Rabb!. vorhin den Ehrennamen eines treuen Ircundes beigelcgl. unk als solcher, wenn auch n,ch1 als T lener, dar! ich mir wohl gestatten, m emcr io wichtigen Angelegenheit auch meme Meinung ahzugrhen -schon lange strcdl der -sinn der edlen Tochier di«׳es Haukes danach, dem!Aeliedten > 1 Juni 19CKj. Gegner jüdischer .sionfistorialbehorden das Wort ge geben. Wir fühlen uns um so eher veranlasit. den Iall zu vrrmerten, als der Tckrreiber der betr. Ausführungen. .Herr Professor G. Deutsch in (sincinnati, gewitz nicht die Interessen des gesetzes treuen Judentums dabei im Auge batte. Wer Herrn Prof. Deutsch kennt, weif;, daß er ein leidenschafr lieber Verfechter der Reformideen ist. Wenn aber ein so unverdächtiger Zeuge gegen den Gedanken des Otaatsjudentums austritt, so ist das für uns doppelt U(4«VVM• ey ן M! e . 1 * . . ״Cbn« gerade mir über I-ragcn, welche aus einem anderen Milien heraus beurteilt werde» müssen, ein ab fchliefiendes Urteil zu erlauben, möchte ich doch bezweifeln, ob die Ausdehnung unlogischer und beralteter Privilegien der christlichen i^eistlichc» aus die:Habbiner ei» de» -schweistes der (kdlen wertes Ziel seien. Ware es nicht logischer, au! die Aufhebung dieser Privilegien hinzuarbeiten. statt ihre Ausdehnung ans die Juden zu verlangen'׳' Wir habe» anderthalb Jahrtausende lang eine au! unsere Vernichtung abzielende -slaalskuiist ertragen, sollten wir jetzt wirklich nur durch die Tonne der i^eheimralSgunst zu halten sein ': Tie französischen Juden l«ben ehenralls, durch die vom Tische des Staates ahrallenven Strumen angelockt, ׳ich der Trennung von -Staat und Stirche widersetzt. Ter Z^rand Rabbi» bon Algier hat sogar während meiner 'Anwesenheit daielbst einen ölrtikel i» einem Vokalblatte erscheinen lasten, in!velchem er die Trennung von Traat und Mtrtbe als eine Ztzekahr für den I-orlgang der ׳ranzönichen .Ztulttireniwickliiiig im Orient bezeichnele, weil dadurch das fanatische!'׳lenieii! aus Tunis und Aiarokko in das Rabbinai käme, was nach meiner Ansicht nicht viel lakl volle! war als ttzumpertz' jtauscherwächter. Tas '^e>etz heute ist veriekl geworden, und wenn das sranzönsche Indem»»! dadurch leiden sollte, dann hat es ein hesieres!beschick nich! verdien!." Das; freilich die Männer vom Äemeindebund durck! derartige Mahnungen aus den Reihen ihrer religiösen Gesinnungsgenossen sick beeinflussen lasien könnten, daran isi auch nickt im entierntenen zu denken. * * * Die Kuffcnausmeifungcn und das Staatsrecht. Der hervorragende Olaatsrecktslebrer Lavand sebreidr in der ״Teurscken Iuristenzcituna" über die Ausweisungen: ״Wenn auch sedcr Staat berechtigt ist. I-remde. die ihm lästig und. auszuweiie», und er nicht vervstichle! ist, dem Heimalsstaai des Alisgewieieiien über die!'tründe der Ausweisung Rcchenscha!! zu geben, so ist doch dic T u l d u » g von Ire m den keine re!, mern^ f-rcnltali- und nicht in da s g a n z freie Belieben der Regierung g e st eilt: Tic gegenseitige Tuldung von I-remken ist ׳eine ans der Aölkerreck»sge»1einscha»1 emivringende. an! der iogenanine» eomira!« narinnnm beruhende P st i ck> I. (5i»e A,'a׳׳enai1sn׳e1si1»g bon I-reinden einer destimmlen slaalsangehörigkeii ist eine Ber leizund dieier Pstickr und ein 2!kt der I e in d! c! i g ke it gegen diesen Staat, (eiiiem eiiizelnen Bundesstaat kann »ich! dic Befugnis zustehen, durch eine solche Matzregel der I-remdenvolizei die auswärtigen Verhältnisse des :Heiches z» rerwirre». Revrenalien, ja möglicherweise kriegerische Verwickelungen hervorzuruie». Wenn heule ihres Herzens folge» zu dürfen, ader der Vater konnte stch mil dem Bündnis nicht einrerstande» erklären, denn er war über die I-i>hrnng des jungcs Mannes sowie über bie näheren Verhältnisse keiner I-aniilie nicht genügend unter richtet. Heule bin ich aber »1 der glücklichen Vage. Euch »iitteile» zu können, datz die Erkundigungen, die ich im Au» nage l׳o» Euch, lheurer Rabbi, eingeholl, nach jeder Rick lnng hi» de'riedigen. ja die I-a»1>lie!oll sogar von der edlen I-amilie oer Iachjide» italienischer Vinte stammen und mit dein berühmten lsteschichls!orscher Gedalja Ibn Iackiah nahe verwandt sein." ״Ich bi» erstannl." sag!« der Rabhi zn dem Tjener, ״Tick, heule so 1'vrechen z» hören, wo Tu doch stets der jenige geiveseii. der >»:r io entschiede» von dieser Verdiiidiiii-! abgeraten!" ״;Hur der Thor beharrl an! seiner einmal gesatzlen '.'lnstchl und lätzl ׳ich nie eines Besseren belehren, der Weiterkennt »eine Irrlumer und modelt danach seine Ansichten um." ״Wen» wir nach V^chiodeUo zur Verlobung!ähren, dann bi» ich mil der Abreiie einberstanden", sagte die Mutter Ter Vater, erkennend, datz er sonst die seinen »ich: retten koiiuc, willigte ein. ״Nun. so iei es denn." sagte er. ״Jahren wir so'ort nach Tchiobello. Eaia״׳. hole I-uhrwerk. aber sorge!ür eine» Wagen mit schützendem Tach, kenn »och während der I-ahrt werden wir etn!urchldares Gewitter habe» " Stau»! hatte der T lener stch entfernt, so wurde es stockdunkel in dem Zimnier, sodatz einer den anderen kaum erkenne» konnie. Ter Wagen!uhr vor. Bianca wollte »och in ihrer I-reude Vater und Mutter liinarmen. ader der Vater duldete keine Verzögerung und man bestieg schnell das i'tetährt. Bald kam man.!nenn auch unter strömendem Regen und unter Tonner und Blitz, in Tchiodello an, die beider!eiligen Elier» waren rasch einig und das Berlobungs!est wurde >n grotzcr Heiierkeil gekeiert, wenn auch Rabbi A'arjah während der ganzen Ieier iieiernst blieb. Stonnte

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