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Der Israelit · 1906-06-14 · 24 (14.6.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
24 (14.6.1906)
Date
1906-06-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Iwnr*(i i AS01 MV111 Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum Begründet oan Dr. Lehmann in Iflainz 47. Haßrganci. '£ rnuUt'iul n. •!£., de 11 14. Juni 100l\ 21. i'mian (2^־55 K i I. Ier Israeli! ericheinl zeben Toniierüag. Abonnements: "»ew-־h״llche Ausgabe Ml. 1 .ö<> vlerleI1a',r'!H. Hefl.n1s.zabe •uit Jtmi'tPviufiMi'ii'i 'J.*tf i z׳>euelp1>nl,.b. > Au!>>״ds» prei'e für die gew. Ausgabe: Leüerrnch 2 Kr., Rutzlanb I Hub., (?״glaub 2 sh, Amerika 5■׳) ct■*. Rieberlaod- 1,2*1 H.1 A ״uneiueuls tfi allen Ps1t.n1׳:al!c11. Bn,iblung«״. juuu« birekr bei der Erpebitton. Henausgabe nur bireki. Inserate: io Pfennige ׳>ir die?echsgeipallene Eolone! ^Zcilc: Rabatt »a.b Tarif. Ini.ruenannabnie nur durch H aasen nein A Bögler יי) .21־ in Iranksurl a. M und deren fili.ile». Aum (Duarlalweduei. « « LPir bitren unsere 1וי«»י ■ iboun«*1u**n, ihre ■pfifft!1 1ו<)ךןז>וו>*j -er Pofranstalk ihrer! TPoknorrea oookt,« itirx erneuern zu wollen, damit Per- Zögerungen in der ztnfrellung vermieden werden. Man its .Jswtlir K. üi. d. i\ Der ßelenentwurf zur Knebelung des preufiildien Judentums. (?in günstiger Wind hat uns den ängstlich gehüieien, gesetzgeberischen Begliükungsplan des Deutsch - Israelitischen Gemeindebundes aus den Redaltionstisch geweht und wir fühlen uns ver pflichtet, ihn ungesäumt seinem disderigeu Kouliss-n leben zu entreißen. In unserer heutigen Ertra beilage finden u»sere inländischen Leser einen wort׳ licken Abdrucl de- Entwurfs nebst Einleitung: die dem Entwürfe außerdem beigcgebenen umfangreichen Motive sind im!vesentlichen juristischer Natur und für die *Allgemeinheit daber zunächst von geringerer Bedeutung. Wie gleich die erste Dbet'e der!Einleitung mit ihrer Betonung der ״Einheit des Bekennt nisses" in der preußischen Iudenbeit die unge heuerlichste Un'vahrheit darstellt, die je einem ge sctzgeberisch'n llnternehmen zu Grunde gelegt worden ist, io erhebt stch auf dieseni rifngen Fundamente ein Gebäude von Paragraphen und ״kirchlichen Sah ungen" vor de'fen lebentötender Allgewalt nickt den treuen Juden allein, nein,!eben religiös empfinden den Menschen ein Grauen fassen muß. Nöckte der Entwurf, der in unheilvoller Stunde geboren wurde, in der Detsentlichkeil das Schicksal finden, das er trotz feiner juristischen ״Schönheit" verdient eine gründliche, bedingungslose *Ablehnung aus Nimmerwiedersehen! für die preußische Iudenbeit sollte es. bis dieses 3iel erreicht ist. Dag und Nackt keine andere Losung geben, als die eine: ׳).',cdcr mit dem KnebclgcseNk Offene Antwort auf eine überklülffge frage. In der Redaktionsstube der /Allgemeinen Zeitung des Judentums" herrscht üble Laune. Eine ganze Reibe von Zeitereignissen haben die olnmptscke Ruhe gestört, die sonst in jenen heiligen Hallen ein io plebejisches Gefühl wie den *.'lerger nickt aus kommen läßt Da ist es zunächst das ganz »ngeblihr iiche und noch dazu erfolaccidir Eingreifen tvr ge fetzeslreuen ״Berbände und Bereine" bei der Ge sialtung des *Bolksschulgcfetzes, was als ein Pergeken gegen die Nkajestät der liberalen Mehrheit der preußischen Iudcuheit empfunden wird. Wer gab auch den bösen Drthodoren das Reckt, stch selbst ihrer und ihrer Brüder Haut zu webren, anstatt die Ber tretnng ihrer Interessen in dankbarem Berlrauen den Juristen des Iudenverbandes zu überlasten! Das ist aber noch lange nicht alles. Seit in Dom wer vorigen Jahre« der frankfurter Gemeinde׳ tag den rier Problemen des Herrn Pro». Rosin gelauscht und in begeisterter Zustimmung stch schon im voraus an der Herrlichkeit des einheitlich zu orqanistierenden preußischen Judentums berauscht hatte, scheint in den .stopfen der Gemeindebundspolitiker allmählich der Eiedanke an eine ,zu fürchtende Sppo sttion gegen ihre volksbeglilckenden Pläne sanft ent schlafen zn sein. Die ״*Allgemeine Zeitung" wenigstens lcat ein so naives Erstaunen über die stch aller Drten regende Protestbewegung an den Dag. daß. man an deffen Ehrlichkeit nickt zu zweifeln vermaa. Schon die Erklärung des A l l g. R a b b i n e r Perbands, die stch ״mit aller Entschiedenheit" gegen die im Nostn'schen Entwürfe verkörperten Be strebunaeu ausspricht, aber hinterdrein Bezirks rabbinare uno Landesverbände fordert, erweckt den Unmut des liberalen Blattes. Es schreibt: ״Ter Ientralausfchutz des Rabbiner Berbands war sehr übel beraten, als er diesen Antrup angenommen bat, wozu ibm übrigen« auch!ele Ztov.perenz fehlte. Es gebt doch nicht an. dan ein *Ausfchun solche Prinzipienfragen entscheidet, ohne das Plenum des Berbands selbst zu bören. Turch den Scklußlatz aber baden die Herren deutlich gezeigt, wobln ste steuern, und ne dürfen versichert sein, da« ibnen die preutzifchen Eememden und auch di« Regierung wie ja die Beralung.de- Schulgesetze» ge zeigt hat — auf diesem Wege nicht folgen werden.- Wir widerstehen für beute der Bersuchuna. die *Abneigung gegen ein etwaiges Wachsen rabbinifchen Einflusses zu analnsteren, die aus diesen Säyen berocrklingt und deren *Ae׳!ßerung nickt gerade geeignet erscheint, das Plenum des *Allgem. Rabbiner Ber bands zu einer Desavouierung seines Borstandes zu veranlass»!,. Uns scheint es wichtiger, die Dränen zu trocknen, die unsere verehrte Kollegin über den mannhaften Protest der fünfzig gefetzestreuen preußischen Rabbincn vergießt. Daß ,.die Herren sc offen und entschieden mit ihren Ansichten hervortreten." daß ste j׳de staatliche Droaniscition ״als ein wahrhaft schweres, in seinen folgen nnab'ebbares Unglük für die gesetzestreue Iudenbeit" ansehen. das begreif! die Allg. Zeitung, wie sie sagt, viel eher, al» die .,um die Gunst der Srthovorie vergeblich werbenden Beschlüße des Deutschen Rabbinerverbände׳.",!a f'׳e zollt oiefem offenen Her!׳orl־ede11 sogar ihr, *Anerkennuna. ־Zwei Din. c find es, die da- D.-.in der ״ru>׳eraien״ in *.'luireauna --:r׳»tz»1>: die »ckar'en Angriffe auf die N*>ologie in '־־rt׳ den Protest anregende» R'indsckreiben der vier R.-i-biuen!!ad :!tu» böre und staune die Datfack: über- Haupt, vaß die Prthodorie plötzlich mit -׳en Roiin'stkcu Plänen nickt mehr einverstanden sei! ״Es ist sehr seltsam." so beißt es da. ...2־׳, die ״Srganisation״l׳estrebunge11. die aus dem frank- ״surter Gemeindetag so allgemeiner Zustimmung ״begegneten, nunmehr aus Widerstand stoßen. Und ״dabei Halle dock der Rosin'scke Gesetzentwurf, ivie ״selbst der orthodore Aufrus zugesteht. au-drück ״lick eingeräumt. daß an einem Srte mehrere Ge ״meinden. speziell solche verschiedener reliaiöser ״Richtung, nebeneinander bestehen tonnten. »' o - ״fern die Interessen der <') e f a m t ״heit nickt darunter zu leiden ״habe n.*) ״Auf dem zehnten Deutsch Israelitischen t^,e ״meindetaa in frankrurt a. M. erhob sick. un ״mittelbar nachdem Professor Rosin »ein Referat ״beendigt, Kommerzienrat Benjamin Hirsch aus ״Halberstadi. gewiß einer der besten und ange- ״sehensten Berlreter der orthodoren Richtung in ״Deutschland, um ausdrücklich das vollständige ״Einverständnis auch der orthodoren Juden mit ״dem vorgeschlagenen LrganiscitionSplan zu er- ״klären. Er konnte dies wohl auch tun. nachdem ״Professor Nosin für den Schutz der Minorität ״und die Geltendmachung des Minoritätsstand- ״Punktes so wirksame Kautelen in seinen Gesetz- ״cntwurf hineingebracht hatte, vaß sich jede ״Richtung mit demselben befreunden konnte. Und ..nun 'ommt der Rabbiner seiner eigenen Ge ״meinde und protestiert gegen den Rosin'schen Ent- ״wurf, also auch gegen den Borsteher der Ge ״meinde zu Halberstadt.' Was ist seit dem 18״. Juni IW-' geschehen?" Soweit die *Allg. Ztg. In der Tat. solch beweglicker Klage muß. wenn sie im Gewände der frage einhergeht, schon aus Gründen ver Menschlichkeit eine deutliche Antwort werden, und wir wollen der Allgem. Zeitung gern da« Rätsel lösen, das sie aus eigener Kenntnis der Dinge nicht zu durchdringen vermag. Was feit dem 18. Juni 19 0 5geschehen i st Nickt«. Es hat sick nur herausgestellt (was wir und jeder halbwegs denkende Mensch am l8. Juni 1l»' auch schon wußten», daß die berühmte lfrklärung des zum ״Ber kreier der Ortbodorie" erhobenen Herrn Kowmcrzienrats Benjamin Hirsch eine ohne jedes Mandat und im Widerspruch mit der q e s a m t e n O r t h o d o x i e verkündete ,ן (Zur b*n sveerdrück >>r dl» Red. d. 3״»r. (-«T.iiitiourtlidi

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