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Der Israelit · 1906-06-07 · 23 (7.6.1906) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
23 (7.6.1906)
Date
1906-06-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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7Vrl<2rnc>11f » M Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum ScgrOaiet nb Or. Lehonim In llbiu 47. Jahrgang. Nrsnkf 1» rt n. Öen - 3״ni jA. Siwkm §bbk. ^s .LÄ ״« . Der Israeli! erschein! jeden Donnerstag. Abonnements: Gewöhnlich« Ausgabe Mk 1.50 vierreljährlich. Hestauegab« auf ltunstdruckpapicr Mk. 3.— vieiieljährlich.!Auslands, preise für di« gew. Ausgabe: Oesterreich 2 Irr., Rußland l Lub., England 2 *h, Amerika 60 cta, Ried»!lande 1,80 fl.) Abonnement« de« alten Postanstallen, Buchhnndtungeu, sonn« direkt bei der Expedition. Hestausgabe nur direkt. Jnsernte: 30 Pfennig« für die sechsgefpaltene Tolonel-Zeile; Rabatt nach dans Inseratenannadme nur durch _ Haasenstein 4 Vogler A.-G. in Frankfurt a. M und deren Filialen. Gegen -ieOrganisationsbestrebungen des Gemeindebundes. Erklärung: Die Unterzeichneten Preußischen Rabbiner protestiere» hiermit gegen de« Persuch, durch die Schaffung einer staatlichen Gesamtorganisation der preußischen Juden die Autonomie der jüdischen Gemeinden und die sreie Wirt» samkeit der Rabbiner zu vernichten, die gegensätzlichen religiösen Anschauungen innerhalb der Preußische« Zudeuheit in eine künstliche Einheit znsammenzuzwängen, und dem Weitergreisen jüdischer Resormbestrebungen dadurch die Wege;u ebnen. Di׳, Afkermiiii!•, Rabbiner in Brandenburg; Dr. Auerbach, Rabbiner in Halberstadt: Anerbach. Rabbiner in Gollub, Auerbach, Rabbiner in Berlin; Dr. Bamberger, Provinzial-Rabbiner in Hanau; Dr. Bamberger, Rabbiner in Schdnlanke; Bamberger, Rabbiner in Wandsbeck; Dr. Biberfeld, Rabbiner in Berlin; Dr. Blelebrode, Rabbiner in Berlin; Dr. Bremer, Rabbiner in Kranklurt a. M.; Dr. Cahu, Provinzial-Rabbiner in Fulda; Dr. Carlebach, Rabbiner und Seminardirektor in C’iiln; C'asper, Rabbinats-Assessor in Obersitzko; Dr. C'hodowsky, Rabbiner in Gels; Dr. ('ohii, Rabbiner in Hohensalza; Dr. Cohn, Rabbiner in Rawitsch; Bukesr, Stiftsrabbiner in Altona; Dr. Eppensteiu, Rabbiner in Briesen; Oradeawftz, Rabbiner in Tarnowitz; Dr. Beirr Hildesheimer, Prediger in Berlin; Dr. Hoff"mann, Rabbiner und Rektor des Rabbinerseminars m Berlin; Di. HSxter, Rabbiner in Berlin, Dr. Kaatz. Rabbiner in Zabrze; Dr. Kahn, Rabbiner in Wiesbaden; Kitt•, Stiftsrabbiner in Altona; Dr. Kotte**k, Rabbiner in Homburg. Dr. Kran«. Rabbiner in Schildberg; Ludwig Krause, Rabbinats-Assessor in Posen; Dr Lefkowitz. Rabbiner in Schneidemühl; Dr. Leruer. Oberrabbiner in Altona; Dr. Knill Levl, Rabbiner in (’harlottenburg; Di. Lewlu. Rabbiner in Wres.hen: Dr. Lew, Rabbiner in Xeu-Stettin; Dr. Ltebermam», Rabbiner in Königsberg; Dr. 1.8b, I.andrabbiner in Kmden; Dr. Jlarx, Rabbiner in Rerkliiisrhausen; Dr. Bunk, Rabbiner in Berlin; Dr. Xüui, Rabbiner in Behrendt; Xlsehkowsky, Rabbinatsverweser in Wongrowitz, Kobel, Rabbiner in Halberstadt; Dr. Petuchowwkl. Rabbiner in Berlin; Posen, Rabbinats-Assessor in Frankfurt a. M.: Dr. ItawiUrher, Rabbiner in Strelno; Dr. Kosenthal, Rabbiner in Preussisch Stargard, Dr. *ciiick, Rabbiner in Zempeibuig; Dr. Mibrfberg, Rabbiner in Schlimm; Dr. Weyl, Rabbiner in Czarnikan; Dr. Wohlgemut Rabbiner in Berlin, Dr. Half, Rabbiner in Köln, (Etwaige weiter eingehende Unterschritten werden bei wiederholtem Abdrucke der Erklärung milveröffentlicht. Die gerettete iiidirdK Uolksscbule. Von vem preußischen Schulmeister sagt man. daß er Schlachten gewonnen habe. Bon dein jüdisdirn Schulmeister kann man behaupten, daß er bei dem Ringen seines Volkes um die Erhaltung die Jahr- Hunderte der Not und der Bedrängnis hindurch der wichtigste Faktor gewesen sei. Aus dem ״Hauche der Kinder", die der Hand des Lehrers anvertraut sind, Hot es zu allen Zeiten die Kraft zum Leben gezogen. Wenn die Kulturnationrn in der Schule die Grunde läge des ganzen Staatsbaues erkennen und darum dem Unterrichtswesen mehr und mehr die wachsamste Aufmerksamkeit zuwende», uns Juden, die wir ron Berufe wegen das Volk der Schul« sind, die wir sogar unsere Gotteshäuser nicht bester denn als ״Schulen" zu bezeichnen wisten, uns Juden in die Schule das Alpha und Tmega aller inneren Politik. Ter Gesrhentwurf betr. die Ilnterhaltung der öffentlichen Volksschulen, der seht vom vreußischen Abgeordnetenhaus in dritter Lesung verabschiedet wurde hat. wie es bei seiner hohen Bedeutung für di« weitere Gniwicielung des preußischen Schulwesens natürlich war. die öffentliche Meinung andauernd stark beschäftigt, und da er auch für die ,Ldischen Volksschulen Bestimmungen von einschneidender Wichtigkeit vorsah. so war es kein Wunder, wenn die preußisch« Judenheit an der Diskussion besonders eifrigen Anteil nahm. Die Dinge lagen für uns iw Anfang sehr un günstig. Tie Neaierungsvorlage in ihrer ursprun׳ liehen Gestalt wostt« den Sdu1lverdän:׳n üomn.unen) die Entschließung über I5rhaltung oder Auslüsung der bestehenden öffentlichen jüdis.-ben Volks schulen anheimstesten. eine Bestimmung die mit der schmerzlosen Vernichtung der weitaus meisten dieser Schulen ziemlich gleichbedeutend gewesen wäre. Tie Grricdtung neuer jüdischer Volksschulen war eben falls von dem Belieben der Echulverbänd« ubhängig und damit so gut wie unmöglich gemacht. Laß für jüdischen Religionsunterricht an den nichtjüdischen Schulen keinerlei Vorsorge getroffen war. war diesen Gefahren aeqrnüber noch ein verhältnismäßig geringes Nebel. Tie genannten Bestimmungen erfuhren jedoch in der vom Abgeordnetenhaus zur Be-

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