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Der Israelit · 1906-05-17 · 20 (17.5.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
20 (17.5.1906)
Date
1906-05-17
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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5c11illcton*3cilage zu 2lr. 20 bes *׳־yVXXXXXXXXXXXXXXXXX~XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX־XXXX ITximr Xi tb־c*.?öDion n. Phiniins in Der ZnStWÜt. Von Arthur Kahn. k'll ^kachdrmk verboten. Diese schmerzlichen Gedanken ließen Korn nicht mchr los. Sie drängten sich beim Grwachen an ihn heran, sie folgten ihm von der Wohnung ins We schäft. von da auf ste Straße, ins Haus und endlich in seine Räume. Mit mißtrauischen Augen beobach tete er alles, ivas die Sohne im Geschäft unternahmen: wenn sie selbst geringfügige Anordnungen trafen, ohne ihn zu Rate zu ziehen, dann brauste er auf und bemerkte zornig: ״Da möchte ich doch auch erst gefragt werden, da habe ich doch auch noch ein Wörtciren zu reden. Wer ist denn eigentlich Herr hier im Geschärt? Roch bin ich ja nicht tot und noch Herr über mein Gigentum." Blickten ihn dann die Söhne offenbar über rascht an, oder schüttelte Siegfried wie Verständnislos den Koos, dann steigerte sich seine Geregten bis zur Wut und schimpfendrcrließ er die Geschäfts Planlos ging er durch die Straßen und kehrte dann bei Limbacher ein. der gcivohnheitsmäßiq viniec dr offenen Türe saß und aus die Straße blickte. Korn. noch heftig erregt, gab nur zerstreut Antwort und wurde erst wieder aufmerksamer, als Limbaäxr ihn um den Stand eines Geschäftes defrug, das seit einigen Tagen zwischen beiden Häusern schwebte. ״Run, Sie wißen doch. lieber Korn, daß Ihr Siegfried mit meinem Gustav abgcschlosien bat." ״Ach, ja, ja. jetzt fällt mir's wieder ein," be stätigte Korn, obgleich er von dem vollzogenen Ab schluß nichts wußte und fast fassungslos diese neue Eigenmächtigkeit seiner Söhne hinnahm. Am liebsten wäre er nach Hause geeilt, um die beiden von neuem rur Rede zu stellen und endgilc.g seine frühere Alleinherrschaft lrerzustellen, gleichviel welche sfolge dies hatte. Gr sehämte sich vor Limbacher daß er auch nur über das Kleinste in seinem Ktei'chätt nicht unterrichtet sein sollte und deshalb wagte er auch nicht, zu fragen tvie der Abschluß erfolgt sei. Limbacher erwähnte während der Unterhaltung neue geschäftliche Unternehmungen, die Gustav ein geleitet habe. Maier Korn horchte gespannt aus. Gr t'prrinfj fnnnr fiir fHT3? fvtrfrn 9?׳ן1ו׳זץי׳ seine Söhne, gleichviel auf welche Weise, aus seinem Geschäft zu verbannen, zum mindesten sie in die größte Abhängigkeit zu sich zu bringen. LimLacher erzählte ihm in seiner nonchalanten Weist, daß Gustav durch einige Spekulationen sehr bedeutende Gewinne eingeheimst habe. .Korns Herz klopfte vor Aufregung. Also ein so tüchtiger Mensch war Gustav, den er für gar keinen richtigen ,Kaufmann gehalten hatte. Hatte da sein Simon nicht recht gel.abt, als er vor Jahr und Tag behauptet batte, man könne niemanden anseben, ob und wie tüchtig er sei. Sei Zorn war schon wieder verraucht. Gustav (citftC b<!* a!tv also auch in neue Bahnen, genau wie seine Söhne beabsichtigten. Bei dieser Wendung kamen Gewinn-׳ heraus, an die Limbacher früher gewiß nicht gedacht hatte. Und alles das in einem so kurzen Zeitraum und obne solche langwierigen Ginleirungen, wie sie bisher gang und gäbe waren. Gtwas m:-tz!c also doch an der neuen Nichnmg sein, was die alle nicht hatte: irgend etwas Vorteil Haftes, und 1f.it geringerem Kraftaufwand erreichbar, Sollten seine Söhne dennoch recht haben? ״Mein Schwager," fuhr limbacher zu erzählen fort, ״ist n׳cht so recht mit der neuen Wendung einverstanden. Run, Sic wissen doch, lieber Korn, der Mann wird alt und schwerfällig; auch hat er sein Schäfchen längst im Trmknen: Iran und Kinder hat er ja nicht, wozu soll er sich auch quälen^ Tie wissen doch, lieber Korn, ich Hab' ihn all die langen Jahre gewähren lassen; nun gefällts ihm nicht, mit dein junaen?;euer lovs. wie mein Gustav einer ist. lange hin- und herzuberaten. Bei mir hat er Oberband gehabt und, Gottlob und iinbeschrieen. wir ssnd beide hoch gekommen. Gerade vorhin bab' ich zu ibm ge sagt״ ׳Lieber Schwager, was willst Du Dich ärgern und mich aiisregen? Dreißig Jabr. von der Stunde an. wo ich Dein: Schwester, meine selige Iran, gehciraret bav', haben wir an einem Tisch gegessen und unter einem Dach gewohnt. Du hast Dir ebrlick! Deine Rübe verdient, laß den Gustav jetzt allein ge׳ währen." Was meinen Sie. was der mürrische alle Junggeselle geantwortet hat? ״Dann bat Deine Ruhe am längsten gedauert!" Jetzt läuft er voller Zorn am Rhein herum. Ich denke, er muß wieder ins Bad fahren und seine Galle auslecrcn. sonst ist's nicht mit ihm auszuhalten. Meine Vettn ist die einngc, die ihn noch in Gewalt hat: und die kriegt mal über hundert Jahren alles." Korn sann nach. Sein altes Projekt tau-bie!bieder aus. das ihm bei der Heimkehr seiner Söhne damals vorgeschwcbt war. Gmma war als einzige Tochter eines reichen Mannes ein längst Heirat« fähiges Mädchen. Und Gustav war also doä: eh viel tüchtigerer Mensch, als er damals angenommen: Limbacher ein sehr reicher Mann. Und dieses sehr reichen Manne« einzige Tochtee uw ein ent,i׳^»nv schönes Mädchen und was Korn ebensogut, ja noch besser gefiel, die dereinstigc Grbin ihres Onkels, der das Mädchen wie eine Tochter liebte. Und ec hatte doch zwei erwachsene Söhne, wovon der ältere sich schon dem vedentlicben Zeitpunkte näherte, an welchem er unter den Töchtern des Landes eine Geiährlin. n!it allen damit ve-rknüpsten Gefahren und Borteilen wählen würde. Gmma als Gattin Gustavs, Bein Limbacher Hereinst Simons oder Siegfrieds Iran, und da gab es noch ein Mädchen, das schon als Kind seine Sympathien besessen. Leontine Schiff, die jeden falls einmal seine Schwiegertochter werden sollte. Mit diezen still gehegten Plü>>?1> l^sund!iu; Maier Korn in größter Uebereinstimm.ung mit Lim bacher, denn auch dieser schien sebr geneigt, obivohl er aus viel vornehmerer Jannlie sw!, mle, sich mit Korn familiär zu verbind:!.. Die alte. Jahrzehnte hindurw tewährte Jreundschgs: sollte durch innige Jamilien bände noch fester geknüpft!verden. Ausgesprochen lullten sich Korn und Licubocher bis jetzt noch nich: über ihre stillen Absichten: das hatte ja auch keine Gile Der freundschaftliche Verkehr der jungen Leute soll:.׳ erst noch klären, wie sich ihre Herzen zu einander finden würden. Gbcnso nnansgesprochen, wenn auch von beic-ei: Seiten bestimmt erwartet, blieb ein Wunsch Lim Hackers, der mit Korns Plänen nicht übereinstimmte. Limbaclxr dachte im stillen oft daran, daß Gustav der passendste Ghegatte für Schiffs Tochter sei: an Gmma Korn, als künftige Schwiegertochter dachte er überhaupt nicht. Ihm gefielen nur Korns Söhne, nickt aber deren Sckwester. Sckisss Tochter, ein vor trefflich erzogenes, gutherziges Mädchen, war ja auch nur ein einziges Kind und Schiss viel reicher al« Korn. So bestand nun bereits zwischen Limbacher und Korn eine Gedankenkollission. von der aber Korn nichts ahnte, Limbacher auch nichts merken ließ. Rur eines mißfiel Korn bei Limbacher. nämlich dessen lururiöser Haushalt, wie er in keinem anderen Hause des Städtchens mehr voriam. Was andere Bürger sich höchstens an Jesttagen erlaubten, gehörte da zum alltäglichen Gebrauch. Allerdings halte Lin!׳ backer ein glänzendes Geschäft und verdiente an seinen J-ruckt- und Oelspekulationcn, an seinen Weinlagern und Zuclerkäufen große Summen. Aber zugleich wurde er immer fetter und träger und überließ in unbegrcnzt״m Vertrauen alle Lager mit ihrem reichen Inhalt seinem Knecht, dem .Hannes Kraft. lJwrtsehung folgt.) Wege« Raummangel«* niuüce die Hortienung de«« Roman«« ״Heinrich Beer" znrnikgestellt werden. Tür den Inseratenteil isi die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen kmpfehlungen ritueller Waren oder sonstige -Ingaden religionsgesetrlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Ktn-liK Ntrrnc Bad. Homburg ־v־_ cL üötie Hotel iiimI Restanranl tlar\. (*inniges .vunel und :Koitaitvant am welches unter Aufsicht eines ständigen des Herrn H. Marcus aus siratau steht. O'msf 9 part Mk. 2.50 - Table d'höte Mk. 2.25. Reine Weine. *!67<־] '«»״: a$tfß«rm ßiXavx, «"L'KL'LL'30׳ Trtkphon Itr. :114. im ttr. M Düitlidtt int liaufe. t♦ *t I

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