Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 19 (10.5.1906)
- Date
- 1906-05-10
- Page
- Seite 13 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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I" *JWai. P«*;. L er •sette I:». '.'ir IH. 2ie zuckte die v*fcfcf«ln. .Aber was willil Tu?" .Icb sagte doch, ich weist es selbst noch nicht, was!ch will, vorläufig möchte ich n:1r die ganze Geschickte näher kennen lernen. Heinrich gibt doch auch die Wackre noch nicht aus. vieUeickt kann ick ihm in irgend welcher Beziehung helfen oder mipfn. C'itn gestanden," fuhr er lack/end ion. .die Lor beeren meines Schwesterchens lassen ,nick nicht schlafen,!.*in Hochgefühl must dock Teine Brust er füllen durch das Bewusstsein, einen Schuldlosen aus strenoer «er'erbast befrei/ zu haben. Ich möchte mir gleiche Wonne erringen wie? - das weist ich frei lick selbst noch nickt, aber doch ich must eilen wieder hinein in kommen, scnss könnte ich vielleicht Trinen Wunsch nickt erfüllen." Hr g'.'.istte und eilte denselben Weg, den er ge kommen war, wieder zurück. ,.Hinter Iunac!" Hintern seine Schwelte. in '!ck hinein, .,wenn er könnte, wie er loollte Tann stieg ste in die nächst( Troickke und liest ׳ick zum Hotel fahren. Mehrere Stunden waren verstrichen, de.׳ Abend iror bereits bereingebrochen. Herrmann war noch nicht hcimge'ommcn. Meta war nicht besorgt, ste wusste. Geiichisoerhandlungen können lange dauern, aber sie l'egann ungeduldig zu werden. Sie hatte keine Lektüre mitgenommen und die Tagesblätter, die sie!ich aut ihr Zimmer hatte bringen lassen, hotte ste bereits gelesen. Sie trat 1!,!1ן Icnsle: und blickte hinunter aus die belebte Strasse. ans die unablassia bin und her wagende ."?entchenmenae. Plötzlich schrak ste ׳,usamwen und ׳!ihr mir der Hand nack dem >>rzen es pochte plötzlich so laut, so überlaut, und ihr gewöhnlich etwas blasses Angesicht war wie in Pur enrfarbe getauchf. Unter den aus der Strasse vor über Hastenden hatte ste ihn zu erkennen geglaubt, ihn, an den sie noch.immer nicht denken konnte, ohne dass ihr Bissen rascher wogte. Aber sie musste sich doch wobl geirrt haben, denn sie hatte sich hinaus gelehnt aus dem geössneten Tenster. um mit ihren Bliclen ihm zu folgen. Toch sie mochte sich wenden, wohin sie wosste, ibn erblickte sie nirgend, sie hatte sich sicherlich getäuscht. Jetzt wurden brausten aut der Stiege Schritte laut, rasche elastische Schritte, ihr Bruder war derii.ntlich heimgekommen, Hin leichtes Klopsen und auf ihr einladendes ״herein"! ward djx Tür geöffnet. ״Lange hast Tu mich warten lassen'" rief sie dem Hinereiende» entgegen. Ader es war nicht ihres Bruders Stimme, die ihr antwortete, es war eine ihr wohlhekannte bebende Stimme, die sie!eil einer Reibe von Jahren n^r in ihren Träumen vrrnvniinen. Was die Stimuie geantwortet batte, das wusste ste freilich nicht, bas Herz pochte ihr wiederum so furchtbar rasch u,H laut. Mit beiden Händen griff sie in die Lust, als luckre sic einen Halt, sie schien einer 'Shnmackrt nahe. Raich dar der Hingetretene an ihrer Seite und legte stützend den Arm >11» ihre >va»lende Gestalt. ..Berreibuna! ich bade sie erschreckt ivenn i>b das Halle ahnen können Sie balle ihre Fassung rasch ivieder erlangt, aber ihre Lippen waren noch farblos, als sie sich in einen Fauteuil gleiten liest und ibn bat sich istc aegenüber zu setzen. ״Ick must sehr um Hntschiildiaung bitten. Toktor!" ״Nicht," stamimlte er. ״nicht bieie»!üblen, eisigen Ton! Um Gottes Barmherzigkeit willen' das ertrage ich nicht —" Hi» mitleidiges Lächeln zuckte um iure bleick.'n Lippen, aber sie erwiderte nichts. Mehrere Minuten herrschte Schweigen, laulloses Schweigen, dann de gann er halblaut mit vor Hrregnna bebender Stimme: ״Mets! ich darf Sie dock so nennen'*״ Sie neigte gewährend das Hauvt ober sie ׳'ckwieg noch immer. ü fuhr sich mit der Hand über die blcickc Stirn. ״Wie lange ist es her. dass Sie sich geioeigert .haben,!nick zu empfangendgst Sie vor mir ge flohen sind'" ״Wieviele Jahre seitdem verflossen sind, weist ick im Augenblick nicht, aber ich weist. Sie waren noch schr leidend — und ich durfte auch mir nickt znmnlen, was meine Kräfte vielleicht überstiegen hätte Mama war doch immer krank, ihre Pflege bildete den Inhalt meines Lebens." ״Ich habe erst vor Ivenigen Tagen erfahren, welch schlverer Schlag Sie getroffen hat. Ick hoffe. S׳e sind von meiner aufrichtigen Teilnahme überzeugt." Sie neigte. dankend das Haupt, ihre Lipp'11 bebten, sie schien reden zu wossen, doch kein Lank ent. rang sich ibrer Brust, die sich mit unheimlicher Nasch deit hob und senkte. ״Mama." stammelte sie endlich, .wissen Sir, wo ihre sterbliche Hülle rubet .Ihr Bruder Kat es mjr milgeteilt. T. Meta! Meta! warum habe ich das nicht srüher erfahren?" .Wir yaven es doch zelvst rrlt zetzl er'ahren durch die Intoleranz der Gciitlickkeit," crividerle sie leise n.it zuckenden Lippen, .»nd übrigens." sukr sie nach kurzer Pause fort, .was heilten Sic vavon genabt, wenn Sie es früher gewusst hatte» .Was ich davon gehabt hätte'" Hr war aus gesprungen, in mastloser Hrregung rang r die Hände, ״was ich davon gehabt kitte,!nenn »t> gewusst hatte, dass Ihre Mutter Jüdin? Höllenaualen wären mir erspart woidcn, Himmel» Zeugten wäre m-ern ge Nest» o Meta! Metr!" Berständnislos blickte sie aus -en Hrreat.n. der wie sinnlos im Zimmer hin und her rannte. ״Wenn!ch das gewusst batte' c '1'!ra! Pieta! wenn ick dos aewi'stt bättr!" Setzen Sie sitz. Heinrich!." bat Sie :» ׳,nisiem beruhigenden, dp!, ..erklär,n Sie mir. 1־׳a״ ick! nicht begreiftn kann Te.sh.ifh hin I./.j ״*’!!?1; יי! ’* 1ן*1זזזז«י*1*י.ץ*ן) ו״ו!!? f* i> drM er, ihrer Aufforderung entsprechend, sich miede: ihr gegenüber in ׳cv Sessel war'. ..Aber, verzeihen Sie, es!rat mich übermannt." ״Sie haben!inen beissen Tag bin'er sicu." de merlle sie. vu׳ »!n ׳-ie >!nlerball1׳n1 :11 w d'.grre Bahnen!11 lenlcii. Hr fuhr 'ick rii! de. Hand über die Stirn. ״Hs war allerdings ei!׳ beisser. ein unglückseliger 2ag der einzige Sonnenstrahl!vor Ihre An׳-s,1ge. durch die ein hochherzige^ sunger Mann der Well erhalten blieb." ״Hs war eine Ingiing Gottes." ״Ireil'ch freilich. Gewiss, es war eine Iügnng Gottes. Und ist es nicht auck eine Fügung —״ ״Sie wollen schon wieder aufspringen." sprach sie lächelnd, ,wollen im Zimmer hernmrennen. statt mir Rede stehen nnd mir erklären ״sd nickt doch, ich wiederhole, die Hrklärung. die Sie pcrlangen, ist der einzige Zweck meines Hiersein?." ״Tie Hrklärung scheint Ihnen nickt leicht zu werden, vielleicht würde Ihnen dieselbe weniger schwer, wenn ich einiae diesbezügliche ,Tragen stellen würde." fsVorssetzung folgt.) für den jnseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen kmpfehlungen ritueller klaren oder sonstige Angaben reltgionsgesetrlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Krystall-Eis aus destilliertem Wasser. im Monats* oder Tages-Abonnement fUr Bezug an mindest*ns 30 Tagen täglich 5 Pfund.pro Tag SO Ptg. ״ 10 ״ .. Sf ״ 15 ״..״ 38 .. 20.50 ״ .. Abonnement für die ganze Saison (20. April bis 30. September (Nachlieferung bis 15. 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