Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 18 (3.5.1906)
- Date
- 1906-05-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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4 \ Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum fl Begründet non Dr. Lehmann in fflainz VW 47. Aahrgang. K r a!1!r l u r t a. M., den S. Mai 19013. §01313. Der Israelit erscheint jeden Tonneritag. Aboukemeutet: (Gewöhnliche Ausgabe Ml. 1,50 vierteljährlich, HrslauSgabe aus )tumtdruckpapier Mk. i v1e«Mt1ahrllch, «Auslands preise für die gew, Ausgabe: Lesterreich 2 Kr, Rußland l Riib., (England 2 sh, Amerika!50 cts, Riederlande 1,20 H.) AbonnemenlS bei allen Pottanstalle!^, Buchhandlungen, sowie direkt bei der Expedition, Heslsusgabe nur direkt, Inserate: M Pfennige für die sechsgespalleue Colonel-Zeile; Rabatt nach Tarif, Znseeskenanuabnx nur durch H aasen st ein A Bögler A,. (H in Frankfurt a, M, und deren Filialen, hundert jahre $faat$iudemum. 11. Xas letret Napoleonvom!0. Mai 160(,!, durch welches das erste jüdische Parlament nach Paris finfrprtifpn tf־>nh fo?t t*f! Diaspora, nicht nur bei der französischen, eine un gemein enthusiastische Aufnahme. Vor der Tatsache, daß nunmehr Juden selber in der Lage sein sollten, über ihr Geschick zu bestimmen, übersah und vergas; man ganz die beschämenden und geradezu kränkenden Motive, von welchen diese Berufung begleitet war. Es ist nicht übertrieben und entspricht vollkotnmen der Wirklichkeit, daß dieses Dekret fast allgemein als das erste Morgenrot der meffianischen Zeit an gesehen wurde. Wer Greise gekannt hat. deren Jugend in jene bewegte *Jett fiel, konnte noch aus aus ihrem Munde Napoleon als den erho'Wen Messias oder doch als seinen unmittelbaren Vorboten feiern hören. Die betäubende, sinnverwirrende welche Napoleons Persönlichkeit und seine?deldzüge ausübten, beschränkte ßch niclt Kaiser und Köniae, die höchsten Macht, glorrei auf di weltl wrünt' geistiaen Würdenträger, Regierungen wuhr-ndcn so ausnahmslos unter diesem MUtr>nne, daß es »in ferneres Wunder Jür die Notabein durften also nicht dir Pflichten oes jüdischen Neligionsgesetzes, sondern nur der Wille Napoleons, und seine Auffassung der Pslichtci! der ^!-,-,״zosei, ,!«»ßgebend sein Wie er Königreiche schuf und zerstörte, so glaubte er mit Hille des con ihm berufenen Parlaments das alte Judentum zu beseitigen und ein seinem Willen gemäßes, nenes Judentum an dessen Stelle setzen zu tonnen. Glücklicljerweise besteht zwischen beiden Pflichten kaum ein Konslill, da die Gesetze des Judentums mit den gerechten Ansprüchen des Ztaales und der Gesellschaft niemals in Widerspruch stehen können. Die erste Deputierten Sitzung war nach mi nisterieller Anordnung auf den 2t>. Juli 1su*’> ande loumt. Dieser Tag fiel auf einen Ladbar. Unrer len 110 Deputierten waren einige und zwanzig Rabbinen, und noch eine kleine Zahl Nicht Rabbiner, die Bedenken trugen, die erste Litzung an einem Ladbar adzuhalten, da jedes Mitglied die Wahl zettel mit seinem Namen aussüllen müßte. Der Minister erklärte sich bereit, de» Litzungrtag zu ver legen. Ader die e i n f l u ß r e i ch st r n Ni glieder erachteten es für ihre höchst-- P ficht, unverbrüchlichen GehorsaA dem Willen des Kaisers auch in untergeordneten äußeren Iörml! ch - leiten zu bekunde». Der Taboat wurde als Eröffnungstag der Versammlung beibehalten. Eine große Zahl fuhr oslentariv in die Verjammlung und 'MWWWWMWMN « gegen. Als die VersamtGung den Laal verließ trat die Wach« unter's >M'!hr und ließ die Deputierten. die sich zu feiert^"" Zuge geordnet hatlen, unter Tknmmelschlag .>atüberziehcn. Dies allegab den au solche Lzen.u uicht (sleivöhnten das Gefühl einer Beoeuiung u-r» Würde, die sie b-rausck-tr und die doch wieder enz, Ausfluß der kaiserlichen Glorie war, und sie da!)«r zu neuer Ergebenheit gegen den cihadcnen Mona»״-(u veepficchlei׳:. Und welc^ Ausgabe slellte sich diese Lersammlung für bi- Wiederausrichtung und Belebung des I u de n t uF! r? Lie war nicht in der Lage ßch eine solche /u stellen. Lie empfing sie aus der Hand de^Kaisers und seines Ministers, der durch drei Ks^nissär? vertreten war. Und diel» Aufgabe btßand-m der Beantwortung von zwölf fragen, die ihnen >»äs französische Gouvernement vorlegte. ttiese zwölf fragen lcineten׳ /l. Dürfen die Juden mehrere Irauen heiraten? Ist nach jüdischen Gesetzen die Eheicheidung itihakt? Iß die Lcheidung ohne eingeholtes gerichtches Erkenntnis und nach solchen Borschristen. die nt französischen «besetz zuwiderlaufen, giltig^ U. Können Juden mit Ehristen ßch tbelieb oerbinden, oder dürfen Juden nur imkereinander heiraten '? 1. Werden Jranzosen von den Juden als Jremde oder als Brüder betrachtet? ö. Wie haben ßch Juden gesetzlich geaen Iran ״osen zu verhalte»? «!. Halten die in Frankreich geborenen Juden iestS Land kür ihr Vaterland und ßnd sie rer slichret es zu verteidigen? Lind sie den Landes U5i'£j4J• und de!» Landesrechk Gehorsam schuldig??11$ oei