Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 17 (26.4.1906)
- Date
- 1906-04-26
- Page
- Seite 14 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 17 Lei« 14. .Damals in Abazzia wünschtest Du sehnlichst Ke noch einmal z» sprechen —- damals ist st. Dir aus» grwichen — ich glaule - ich weiß es zwar nicht, aber ich glaube, daß sie Dir heute nicht ausweichen würde." (9r wechselte abermals die Iarbe und fudr sich mik der Hand über die Stirn. ״Ich kann sie äugen׳ dicklich nicht sprechen, ich darf eS nicht. Ich weiß?war im vorhinein, daß alles vergebens sein wird, der arme .sterl wird verurteilt, weil sie ihn verurteilen wollen. Aber ich muß ja doch alles mögliche auf litten. muß mir vor allem den .stopf klar erhalten und ob ich das könnte wenn ich " ״Ich versteh« da wirst Du vermutlich den Nachtzug benützen?" ״Höchst wahrscheinlich. Aber was meinst Du, wenn Du Irma überraschen und mit Waldherr und seiner Schwester fahren würdest? könntest dann mit mir zurück." ״Das ist in Wirklichkeit eine ganz hübsche Idee, Irma und Mar würden staunen, »nenn ich da hinein geschneit käme. Also abgemacht, ich fahre morgen Nachmittag mit Deinen Ireunden. Aber nun gute Nacht, es ist in der Dal kehr spät, Du gehst doch auch jetzt gleich zu Bett?" ״o׳ew׳ß, ich lc>,e ״:ich sofort nieder und hoff? sehr bald zu schlafen. Schlafe Du auch süß, stleine und träume Schönes." ״Träu״׳e Du lieber gar nichts," erwiderte si.׳. ihm lächelnd zunickend. ״tstute Nacht!" Heinrich dielt Wort, er suchte sehr bald seine Lagerstätte'aus, al<r den Wunsch seiner Schwester, nichts zu träumen, dem konnte er nicht entsprechen: zwar schlafend träumte er nicht, aber wackend. Mir weit oitenen Augen lag er da und starrte in die dunkle Nacht und ihm war« als vernähme er Hvckmals den Bericht feine § Ireundes daß dessen M>1ier auf!üd'.schem Iriedhos ihre letzte irdisch« Nunei1g.Uk gesunden — u'cil ״t Jüdin gewesen war. Meta's Mutter Jüdin! Und war dann nickt auch Meta Jüdin? Wenn er 3a« damals gewußi hält«' Damals! — wie ganz ander? wäre wahrscheinlich alles gekommen. Was n׳"׳bte es!hm jetztי Gr hätte dem freunde zürnen k innen, daß er ihm davon gesprc-cken. Gs war dock ׳'ckon ruhiger gewesen in seiner Brust, jetzt war der Sturm auf's neue entfesselt. W׳nn er damals gewußt hätte, was er jetzt wußte. tVs.hielt stck überzeugt, seine Mutter hätte das herrliche Mädchen als höchstes stleinvd an ihr Hcrz geschlossen, seine Mutter selbst batte sse ibm zu׳ gküibrt. 31! sdät! zu spät! C*« war Heller geworden, die dunkeln Wolken, die vorhin den Vollmond verhüllt hatten, waren Ter Israelit._ zurückgetan, wie ein magischer Schimmer durchflutete es das Gemach. Gr schlief nicht, aber träumte wachend mit weit geöffneten Augen, und ihm war's. als sehe er den Schatten seiner verklärten Mutter zu sich heran schweben, als neig« sich ihr gütiges liebestrahlendes Antlitz zu ihm hinüber und ihre weißen vurchsichligen Hände legten sich segnend auf sein Haupt. Da ward es ihm mit einem Mal so wohl, so leicht und eine un ncnnbare Wonne erfüllte sein Herz. ״Mama segne mich!" flüsterte er zu ihr emporblickend, ״segne Deinen ringenden Sohn, der gehalten hat, was er Dir ge lobt, und der unablässig bestrebt ist, zu sühnen, was er dereinst verbrochen." Ta neigte sich ihr verklärter Schatten noch tiefer zu ihn׳ hernieder und ihre milde gütige Stimme sprach leise, altr deutlich: ״Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es. Und wenn 1ו1י mir immer treu das hälft, was Du mik ge lobt hast, dann nimm das Glück, das ssch Dir bietet. Deine Mutter segnet Dick " in fuhr empor und blickte wild ׳un sich. Die Bision wa> verschwunden, aber die Mondesstrahlen durchfluteten noch immer glitzernd das Gemach und >״>» in weiter Ierne glaubte er jene liebe Stimme zu Heren: Deine Muttcr segnet Dich! Heer Golt im Himmel! wie das Herz ibm pockte! Deine Mutter segnet Dich! Ihm war's, als könne sein Herz die Wonne nicht fassen, die diese Worte zu verheißen schienen. War es denn nicht zu spät? war es in Wirtlichkeit nickt zu spät? Zwar die Mutter konnte keine Macht der Grde ihm zurückrufen aus jenen lichten Höhen aber ihr gehiiligter Schalten stand nicht mehr zürnend vor der Grfiillung dev sehnlichsten Wunsches seines .Herzens. Die Stocklihr im anstoßenden Zimmer schlug fünf Die Natur machte ihre Neckte geltend, die Augen fielen ihm zu, er sank zurück auf die Polster und bald umfing ein beruhigender traumloser Schlummer die aufgeregten Sinn? Die Gcrichtsverhandlung war vorüber, sie hatte den Berlaus genommen, den jeder Iachkundioc vor ousgeseben hatte. Nach Aussage der Geschwister Waldherr und nach ihrer Versicherung, daß noch eine Anzahl Peisonen bereit wärcv. zu schwören, Alfred Weißkops sowohl am Abend des siebzehnten als am Morgen des achtzehnten August in G. . . . gesehen zu hoben, zog der Staatsanwalt die Anklage gegen ihn auf Mord zurück. Wegen Irreführung der Be Hörde wurde er zu zwei Monate Haft verurteilt, die jedoch durch die Untersuchungshaft als verbüßt be trachtet wurden. Gr wurde sofort in Freiheit gesetzt. _20. April l:״*) Moritz Weißkops war überglücklich, als er noch vor Beginn der Verhandlung von dem mutmaßlichen Ausgang derselben in stenntniS gesetzt wurde. Nun war es ihm beinahe gleichgiltig, was über ihn per hängt werden würde, ivenn nur sein Sohn frei wm und ihm nur baldigst eine Zusammenkunft mit seiner Iamilie gestattet würde. Danach verlangte er mit glühender Sehnsucht. Vergedens beschwor ihn sein Verteidiger, er möge ihm gestatten, gleich nach Ver kündigung des Urteils - es lautete auf lebenslang lichen sterker - Berufung dagegen zu erheben, dan׳ würde der Prozeß in der nächsten Session vor einen: anderen Gerichtshof wieder aiisgeilomiiien werden, der Gefangene lehnte es ab. Zwar beteuerte er naü׳ Verkündigung des llrteils nochmals mit lauter weithinschallender Stimme seine Unschuld, aber er erklärte gleichzeitig, die tSra'e annehmen zu wollen um um jeden Preis die Untersuchungshast ui beenden während ivelcher ihm der Besuch der Seinen nickt ge stattet werden konnte. Gs war eia unfreundlicher trüber Taa. Der Negen floß in Strömen aus den Wolken hernieder, heulend fuhr der Dstwind durch die Straßen, riß bald hier, bald dort einen Scholnstein von oen Dächern, oder einen locke׳׳ aewmdenen Ballen oder einen Iensterfliigel und schleuderte alles mit seiner kleinen taten Macht in Trümmern auf die Grde. Setzen, um von den Geschossen des Sturmwinds nickt ge troffen zu werden, drängten tick die Iufzgängcr gegen die .Häuser, langsam, denn die Pferde kämchter. gegen die Macht des Stlirmes, rollte der aeschlonen Wagen durch die Straßen der Stadt, bis er gegen das Gnde derselben, vor dem düsteren Bau des Strafhauses hielt. Die Tür des Wagens ivard von den Insassen geöffnet, zivei junge Leute stiegeu aus und waren dann vorsichtig einer älteren Dame beim Aussteigen behilflich: ihnen foigic rin um! -Herr. Gs war יי,, Iamilie des verurteilten Weißkops. sein Bruder, ,'eine Iran und ihre Söbnc. Die jungen Leute führten ibre Mutter, die kaum imstande ichien, sich au׳rech: zu halten. Sie traten in bar Haus und mieten die schriftliche Grlaubnis vor. den Hsttangenen auf eine Stunde besuchen zu düisen. Der Gesange!׳!.׳:ärt.׳r nabm «eine Schlüssel, forderte die Besucher aut, ikw: zu folgen »nd führte sie durch mehrere lange düstere Gänae. ״Kinder," sagte Gsraim Weißkops gepreßt, ״haltet Guck tapfer, machet dem Vater das Herz nickt noch schwerer nnd wenn -ric können. Schwägerin, nehmen Sie t>ck auch zusainmen. (Iorisetzung folgt.) Hitr de> I»ierare»keii ist die Nedaktio« nicht verantwortlich; inckdesondere ist eck auckschliestlich Lache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Gmpkkhlsnzrs ritnrtler Ware» oder s«>«stig» Angaben reliqionckaesenliche« «harakterck auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfe». ktilr m. Schabdo« qeschl. Schubwaren-Sngro»-Ge(ch. i. p. sof. r. a. frommen Ooufr m.!Brrrtb,. L Einl.-Eretw. 0". ״nt. J. 709 an Ho«'»»»«»» * «•nur ».•«״ Nürnberg (8174 Lehrling oder Htz: Vclontiir für ein Erank'urter Enarv»- Vau» ,«!״*>. rumtnifl* geschl.) Offrrtcn inner •4. *. •825 an HaaienNel» a votier itrantiurt n. M. (5031 Gin Lchrlittil auf Astern t« »«• non einer Mebl- und Getreidebandlunq. Koil und vogi» ״n Hause. kff. unter *. 4*1*1 un (,VXfi1 HaatenAein *t Votier *.■ Erankfuri a. M. kklsslillSS-Kksltljl.;>n unserem 'Hobtabaffleicfiäft findet ein tniigri Mann mit a»t. Schulbildung. gegen sofort, Vregütnng, »evrfielle. H. Lindaner $ hie.. Bruchsal. 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Schächter. »Kuiui 7—800 M. nebst Nebenoeedienst. sreier. schöner, neuerbauter Wobnung und schönem itzarte»: Autiüuder gänzlich a»rgeschloffen. M. Burg. Holicnbach. Tie Stelle eine« LchächtcrS und (Semeindedieners de! d. Kult»»gemei1lde Oeitinzen ist durch den Tod de« seitherigen Schächter« »nd Olemeindediener« onkaiit geworden. Hierdurch wird diesr Stelle zur Bewerbung au»׳ grschrieben. Reffekianten wollen sich bet Ilnterzeichnetein bi» »um 15. Mai unter Vorlage der nötig. Zeugnisse melden. Auskunft erteilt auch bereitwilligst. (5044 Oettingen. 23. -lpril. Gabriel Michelbacher, Kullusvcrttanb. Die Rkl!glone!rl>eer V»ei>»t»r un» r»tcht»rlt«lle der Kultusgemeinde Zwinqenberg (Heffenl ist >»«u»ii besetzen. '.Sehalt 700 Mark, eirea 400 Mark Nebeneinkommen, »ei! erbaute Wohnung mit etwa» charten. Bewerber wolle» sich mit.seugnibabschriite״ melden. Neisekosten werden nur dem (ffewählteii vergütet. (5083 trr ^arflnl Irr isr• (ftmeiiir: David Wackruheimrr. In unserer Gemeinde ist die Stelle eine» Polksslhllllthrtrs. verbunden mit Vorbeter- und Schachterdienst. zum 1. August d. zs. z» besetzen. Grundgebalt M. 12(X); TinheitSsatz der Alter«- Zulage NO M. und freie Dienstwobnung. Einnahmen au» den Nebenämtern 100 bi« '200 M. Lehrern, welche engl, und sranz. Unterricht erteile» können, ist Geiegenheit zu Nedenoeiöieusten geboten. (5042 Neustadt-Göden«. 18. April. Der Vorstand: Wilhelm D. G o h t w. Si^ubmadirrarbiilr für gute Arbeit sucht (5004 *. v«tzr Frankfurt am Main. Lchnurgaffe 10. W׳r suchen per (ofnrt einen tüchtigen, verheirateten Schochet und t)ilfsvorbeter und bewilligen wir bei freier Wohnung M. '100 sixirte» Gehall. Die Nebeneinkünste detrage» '» 700!Mark. Bewerber!volle» jich unter Einsendung der ZeuamSabschriften. da solche nicht zurückaesandt werden. an de״ llliterzeichneten wenden. >50.34 Der vvtfiaiiv der Ickraei. (Kemeiude iu Benckheim. In unserer Gemeinde ist die Stelle eine« sein. gepr. Xrli|it1$lr|rrr$. kildtltls *ii Llhichlns zu besetzen. Die Stelle trägt M. 500 festen Gehalt, M. 600 nicht gar. Nedeneiukommen und freie Wohn, im neu ged. Schulhau«. Bewerber wollen sich m. Zeugni» wenden a» L. Heidiugsselder. Kultu«vorstand, (505*0 Huttenheim (Bauern). Reiseposten vakant. Branchekenntni« nicht erfordert. Herma»« Lüst, (5013 Weinhandlung, Mainz.