Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 16 (20.4.1906)
- Date
- 1906-04-20
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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seile I י•! fr«.' 2<י. April U">»! vier Fünfteln txr Eltern dewilliql iwrttn. Der Unterrichksminisnr wird gleich nach Cfitrn eine au oibnunft des zu dem Zwecke sofort gebildeten Atoniit»» tfr jüdischcn Sctmlvenvciltungkn empfangen. um dir Wünsche uizd Abänderungsvorschläge ber jüdischen Interessentenkreise entgtgenzunehmen. London, 1r». April. Xif iviedrcholt ausgc sprochenr Behauptung, das; Juden an der russischen Grenze erschossen worden sind, wird nun auch von ,׳ein betannten hebräischen Schriftsteller, 15. '11*. Rosenseld, in einer .-suichrift an die »Dailv Ehronicle" bestätigt. Es handelt sich nicht nur uni politische Flüchtlinge, sondern auch um Leute, die nur keinen Paß hatten. Rosenfeld sagt, das; derartige Bor tommnifse nichts seltenes sind, nur kommen sie gegen ivärtig noch häufiger als sonst vor. Er erwähnt als einen Ialk, den er aus eigener Erfahrung kenn', die Erschießung von Arnstein aus Dtesta an der russischen Eren;e, als dieser vom letzten Baseler Bon greffe. an dem er als Delegierter teilgenommrn hatte,;urüctkehrte. N u tz l a n d. Petersburg, & April. Aus die Eerüch.e hin, daß an den russischen Oslerfeiertage» Pogrome veranstaltet werdtn würden, hat der Minister deS Innern, Durnowo. Zirkulare an die (Gouverneure versandt, die überall vor den Feiertagen bekannt ge niacht werden sollen und in denen energische!)Ratz regeln gegenüber jeglichem Bersuch, Unruhen zu stiften, angedroht iverden. Im Ministerium wird sitzt eine Bommission gebildet, welctre über das Brr fahren gegen diejenigen Personen beraten soll, die d«r Teilnahme an den Pogromen beschuldigt werden. B i s ch i n e w, 0. April. Die hiesigen ׳Wahle» zur Duma waren aus tu♦ 10. April, den ersten Tag Pesach, anberaumt worden. Auf eine Beschwerde der jüdischen Wähler hat der Gouverneur den Rabbiner zu sich berufen, um mit ihm über die Sache zu verhandeln. Daraus ivurde der Wahltermin verlegt. B i e w, 1". April. Bor einigen Tagen hat der Agent der geheimen Polizei. Bunitzki, einen Pogrom gegen die Juden anzustiften gesucht. Er sammelte eine Bande um sich und bemühte sich, oie Menge durch den Hinweis aus die Stellung der Juden bei den Wahlen, gegen die jüdische Bevölkerung aus zuhetzen. Die konstitutionellen Demokraten wandten sich dieserhalb an die Behörde, die die Verhaftung BunihkiS anordnete. Bert sch, 0. April. Der (General Trubni kofs, der beschuldigt war. den hiesigen Pogrom ver onlaßt zu haben, wurde aus der Haft entlasten und das Berfabren gegen ihn eingestefft. Amerika. Amtkikanischk Simultanschulsrkudkn. — Der Sabbalstrrik. (Bon unterem Korrespondenten». Rewyork. 9. April. Tie Entscheidung im Prozeß Harding. von welchem ich Ihnm in meinem jüngsten Brief schrieb, ist gefällt worden. Es ist da der Spruch des römischen Dichters in Erfüllung gegangen turiunt montes, nascitur riiiiculu* mus- (Die Berge kreißen, zur Welt kommt eine lächerliche Maus). Dieser liberal gesinnte Herr mar, wie de richtet, beschuldigt worden, daß er in seiner Eigenschaft als Prinzipal der Brownsviller öffentlichen Schule die jüdischen Schüler in ungesetzlicher Weise religiös beeinflußt habe, dadurch, daß er 1. eine An spräche iiler das Leben des Stifters des Ehristen tums hielr und 2. eine christliche »feier. wobei Hnmnen gesungen wurden, in der Schule habe abbalten lasten. Auf den ersten Punkt hatte Mr. Harding damit ge antwortet, daß er die Tatsächlichkeit desselben in Ab rede stellte den zweiten räumte er ein. verteidigte sich Ter Israelis_ j aber damit, daß solche feiern in Len össenlliche» Schiilen ganz allgemein seien und daß, er damit also sich kein besrndercs Bergeden hat>e zu Schulden kom men lasten. Der Brownsvill'r Erziehungsrat kommt nun. in seiner Wkeisheit. z» folgendem Schluß: vou der ersten Anklage wird Mr. Harding sreigesproct.en. da bje Aussagen von Bint-ern und Schülern nicht als beweislrästig den Behauptungen des Prinzipals gegenüber .׳.nzunebmen seien, auf den zweiten P»»tt lehnt es der Erziehungsrat ab einzuqebrn. weil der sclbe eine allgemeine Rechtsfrage betreffe, während er (der Erziehungsratl eine nur lotale Machtsphäre 1>1ו*, die Entsckeidung also drin allgemeinen (5rzichungsrat der Stadt Reivhort zustehe. Diese einseitige, den vkrineintlichen Prinzipien des amerikanischen Schulsystems hohnsprccheuvr Entscheidung, hat natürlich in jüdische» Breisen einen äußerst ungünstigen Eindruck qeliiacht. Die einigung der orthodoien jüdischen (Gemeinden wird aber die Sache nicht auf sich beruhen lasten, sondern sic bei dem allgemeinen Erziehungsrat und, wenn inan auch da kein tßlüci Kaden sollte, bei den Mt richten weiter verfolgen. Die große jüdisctir (Gemeinde von der Ost Seite Rcwnorks ist seit einiger Zeit nvie bereits lur; ge meldet. D. Red.» durch einen kigkntiimlictwn Streit, der zu einer religiösen Bewegung von großer 'JV dcutung zu werden verspricht, aufgeregt worden. In dieser großen indischen Bevölkerung, über 300,<)00 Seelen, sind leider weder die ötonomiichen, noch die religiösen Berhältniste, »vie sic sein sollten. Die An zahl der irommen, gesetzestreuen Jude,, unter dieser meist eingewanderten Bevölkerung ist ohne Ziv.'iscl sel,r groß, auch dir?,ah! derer, die sich in autrn. de friedigenden Verhältnissen l>efinbk». aber ebenso zweifellos ist eS. daß eine ungeheuere '»,aste nicht mehr an den angestammten religiösen!Gebräuchen sesthalten, und daß sebr viele in größtem Elend schmachten und, von herzlosen Arbeitgebern in rück sichtslosester Weise gedrückt, ein kaum Menschen Ivürdiges Dasein tristen. In einer Branche, der der Seidenwaren und Damen Bonfektion, in welcher mehrere Hundert jüdische BommiS deschästigt sind, waren die Berhältniste in beiden Beziebungen, ölo nomisch und religiös, besonders schlecht. Die Kommis mußten sieben Tage in der Woche arbeiten, dcnn, so klstaunlich es sich auch anhören inuß, in dieser großen jüdischen Ansiedelung sind die ineisten (Geschäfte am Sabbat offen, und der täglichen Arbeitsstunden loare» so viele, daß die Leute buchstäblich kaum die?.eit hatten. ihre eigenen Binder kennen zu lernen mit einem Worte, sie hatten weder Sabbat, noch Ieiertag, noch Familienleben. Bor einigen Mo naten organisierten sich die BommiS und verlangten von ihren Arbeitgebern kürzere Arbeitszeit und einen wöchentlichen Ruhetag. Durch das Dazwischentreten des Sabbat UnterstützungsvereinS 7»:e> •־יסב ließen sich die BommiS betvegen, den Sabbat als Ruhetag zu bcstimmen. Darob große Entrüstung unter den Arbeitgebern. Einen andern Tag. et»va den Sonntag oder einen anderen beliebigen Tag, hätten sie gerne gewährt, aber den Samstag, den besten Geschäststag. wollten sie nicht preisgeben. Aber die Idee zündete, das groß/'Publikum snmpathisierte damit, und die Ladcnbesitzer gaben nach und gewährten den Augestellten den Rulxtag, ohne aber die Läden zu schließen. Nicht zufritden mit diesem Sieg, strebt der Sabbat Verein danach, die Ladenbesiher zum Schließen der Läden zu bringen. Eroße Mastenversammlungen sind abgebalten worden, in »velchen die ,Ivrderung ge stellt wurde, daß alle Läden im jüdischen Vierte! am Sabbat geschloffen sein sollen. Alle Anzeihen deuten daraus hin. daß schließlich der BolkSwille durchdringen wird. Dann wird Newysrl endlich einen wirklichen Sabbat haben. פ• די; דד־ל. Ottawa, 31. März. Run soll auch Eanada sein Sonntagsruhe Ersetz bekommen! Die Bill ist iin canadrschen Unterhause bereits eingebracht und ihre Bestimmungen tragen den Interesten der etwa 40.000 jüdischen Bürger Eanadas in keiner Weise Rechnung. Insvlgcdesten hat eine Deputation der größten jüdischen (Bemeinden deS Landes beim Premiermiviste׳ SE Wilfrid Laurirr vorgesprochcn und in eingehender Darstellung die Forderung degründet, daß zum mindestens eine Klausel emgelügt werde, wonach dicienigen. die eine» anderen Tag als v.n Sonntaa labbatlicb begebe», das Rech» haben, in ihrem Eigentum Sonntags alle Art keinen Lar»׳ ver lilsachender Arbeit zu verrichten. Ter Premiermini*ter erwiderte, daß er einer Verbesserung i-es 0,c sktzentwuris im angedeuteten Sinne volle S n m p a I h i e entgezeiibrir.ae und die Deputation gewann die lieberzeugung. daß. eine Beeinlri.chligung der jü dische» Interesten durch die Regierung nicht zu de fürchten sei. ,ן A M n. 1 0 I i d , 1. Avril. .Herr Jacob H. SwiO. o-r Ende Rcär; hier eintraf, ist von ber japanischen Prcste mit schiiieichelhasteu Artiteln cmviangcn werden. Man ist sur die guten Dienste nicht inenig dankbar, tif Schiss bei der Unterbringung der jap.nniwe» An lcihen in Amerika geleistet bat. Die Bankiers der japanische» Hauptstadl veranst ilieleu eine Reih׳ von Ieierlichteitcn;« (^bren des anwrikani'chen ״Bollegen". Uertniscbies. Frankfurt a. M.. >" '.'>»׳׳il In n»׳cren "b׳le> tu»,re» »bei die '>>eal>chnlc re 1 Iscae!1l>>>tie» Reliato »>c tfllidiii•׳ u, pv»1,,k> :'■ummcv :va! ^!e -*!!!1חיי! <׳ m so'kiii mchl ci.uiig angeaeben. als k>al׳ec rte '■»< -Zttmlev iu׳v Bor icliute 11 »tu inilbernctnchliat waren Tie >äk,,1,״!kie>ut>iz betragt demiiach '>'•* ftraufiurt a. M.» Avril, ־.'iarli dein schulbericht der isracliti'chei! Ueligto,,»schule -Tirigenl Tr Ja.ob Horovnc! wurden im abgelau'enen Tchnliadre in der AnNall »!0 schuler und schulerume» uittercublel. und zwar ui der schule am Hermeswea 1 I schüler und IM c1׳!utf riuiien. tu der schule an der ltitterlmkas t schuler und schiüerinneii. ini Uan'er UriedrläiSgvmna'umi 1 •. in der Adleriliichiiwule l ’>. in der Pr'ma der »rlinaer'rtmte I>> Tchnler Ten vorigen Lüern ngnilirti war es dank des Eiilgegenkc'inmen» der nadliichen Tchuldebörden. sowie de» a?crr» T ireklor» T r Bode meglich geworden, »unmekr auch in der Ul»ngeroderregl1rt!1>lr eine» ivüemali'che» Religionsunlerrcchl lenen» der Annall einzurKtilen In Riinchl aut dte angcttbltckltib gerutge Iakl indttcher Tckuler m den tntttterett nitd unrerett Ulasten detchrankl n!b dte׳er Uin.nttn mir attt dte obere Zlute. Anderertrns waren tetl der gleichen Jeu die Ioglutge der .Borderetiuitgstibule 'ttr den raddtntt'chett Beruf" cuiitetn in den neurrrtchlelen Borderctiungskurstts tür den Lebrerdertn' emgetreien und diejentgett. die nt ihr verdlted«n, daiien doch ׳en damals in den dedraischen I»tchertt geiitetnsaitten tltnerrtchi Tte Atisichaltiing des dtdli'chen «^eichtchrsuitlerrtchies aus dem Ardetlsvent'unt der Reltgionstchule konnte dis!eicl noch nicht voUkommen dttrchgetubrl werden, wett ein immerbin noch erbebltcher Proceitn'a» der T!(mler tn dteter Tisctplnt anderwärts keinen Unterricht erbtelt. Bon Lüern ad wird der geuamNe Lchraegenüand!edocki etngilltz einem deionderen »urtu» überwiesen werden. Tadurch soll dem dedraischen Unterricht tn den meisten Klanen eine wettere Llunde erobert werden seit Begin» de» Tchnliabre» in m einer Madchenklaste et» Bersuch nach der eruxibiilen Richliiiig bin gemacht worden, und wie der Bericht konnaliert. bat die sur da» Hebräisch« neuhlntuzetonimene Tlunde den Elfer »nd das Intereste der Tchulerlnnen irbr wekrin lich bequiisttgr und die Leinungen geboben obne nur im geringsten von ibnen als eine weitere Inanspruchnadme emviunde» zu werden Mit der Annall stebl ein Lehre rinnen Kursus in Perbindung. «Tanach ist unsere ׳.stoliz über Ledrerinnenkurse tu voriger Ro zu berichtigen. T R.» Drei jungen Tamen wurde im Bertchtsiahre das Besähtgiingszeugnt» zur Erteilung de» Rclizio»» unterricht» in u»tere» und mittleren Klasse» z»erkannt. Tie Pruiuiig erstreckte sich auf snttemari'che Religioiislehre. Melbodik des biblischen l^eschichtuiiierrichle. Ueberseyen und Erklärung der Eebete sowie der Bibel Tie Hel zu voller Beiriebigung aus, naiiieittlich erwiesen sich auch die hebräischen Kenntnisse als ausgezeichnele. Tie Tamen beaittworlelen dte an sie gertchteieii Irage» mit ZachkenntniS »nd waren beisvtelsweise 1» der Lage, ver schied«»« Ttellen au» den früheren Proietcn obne Borberei lung aus dem Hebräische» tu das Teulsche zu übertrage». Bo» Lilern ad soll eine neue Klais» errichiel werden, während ber Kursus kur die bisherigen Teilnehmerinnen gleichzeitig wriirrgehcu wirb Ter vor drei Jahren eingerichtete Kursus itu galizoche und russische Kuaden, dcr iuegrsam: sechs W>״h>׳»nu»dt» m Anspruch nimmt, wurde auch tu diesem Jahr« in der bisherigen Weise abgebalten. schließlich erwakni ber Bericht »och den sakultativen Unterricht, der an der Tchul« erteilt wird. Hier sind säst für >edec- .Jach mehrere Kiaiie,! sorhanbev ^raukkprt a. M.» Avril. Ter vor drei Jahren gegründete!udtiche Mädchcnktub gibt seinen Bericht tür di« Jahre 1 *• •י'* und 0״o> heraus Tanach ,!.>! ren dem Mädchenklub t l t Teiliiebuieruinen au. davon uede» m folgende» Berufen: 11 Schneiderinnen. Buicmacheriiiiien. I Iriseurin, b' Berkanierinnen l '> Buchbalterüiuen, > Kai sierermneu. •'> Lageriüinnen.! Lehreriinie», - Kindergari nerinnen, Köchinnen, t sind »» välciluheu (hekchait tätig. l׳i sind in der Häuslichkeit ihrer Iamitie beschäftigt. In crtirr Linie dient der M ׳bchenklub. der »»:ccr-chtlichen »fort