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Der Israelit · 1906-04-20 · 16 (20.4.1906) · p. Seite 2

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
16 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Nr. Ui. Seite 2 Ter Israelit. A>. April I sx», So sehr diesen eine Beflerstellung der jüdischen Zustände im heiligen Lande und speziell in Jerusalem ein Herzen liegt, fo erbliäen sie doch in allen Matznahmen, welche von dieser irrigen Gesinnung diktiert sind, eine Gefahr, die sie mit begreiflichem Mißtrau:» erfüllt. Unter diesen Umständen ist ein neuer Verein mit Freuden zu begrüßen, desien Mitglieder ausnahmslos aus dem Boden des gesehesrreuen, historischen Judentums stehend, unbeschadet ihrer Zuversicht in die göttliche Verheißung der Rückkehr nach dem heiligen Lande, schon heute alles in ihren Kräften Stehende tun wollen, was zur Sanierung der betrübenden Zustände in Palästina religionsgesetzlich geschehen darf und daher qesclxhen muß. Gs ist dies der iin ״I s r a e l i t" bereits wiederholt erwähnte Verein ..S ch l a u m H o i r" (Staatswohl), der, wie sein Name schon sagt, das Wohl des Staates, aus dessen jüdischen Einwohnern sich seine Mitglieder zusammensetzen. in erster Reihe betont. Der Verein wurde erst vor etwas mehr als Jahressrist in B u d a p e st gegründet und hat sich in dieser kurzen Zeit bereits in sehr erfreulicher Wesse zunächst über die osterreich ungarische Monarchie verbreitet. Durch k. t. Grlaß des Ministeriums des Innern haben am k). Januar die Statuten dieses Vereins die regierungsseitige Sanktion erhalten. Man braucht nur die Namen der Herren zu nennen, welclre in Oesterreich Ungarn an der Spitze dieser Be׳, strebungen stehen, um ihnen die Snmpathicn aller gesetzestreuen Kreise zu sichern. GS sind das u. a. die Herren Oberrabbiner Koppel Reich und Herr Präsident Abraham Ir a n k l in Buda p e st. Rabbiner Josef S i l b e r st e i n in W a Gz e n; rn Wien: Herr Rabbiner I ü r st von der Schisssynagoqe. Der bei Zündung des Vereins ver sandte' Aufruf ' " " '׳^"ssten: Jos. Baumgar^י' * ׳ schauenden Männer, deren hingebungsvollem Wirten der Aufbau der ersten Vereinsorganisation in Oesterreich-Ungarn gelungen ist. sich jetzt mit einer Anzahl führender Persönlichkeiten der deutschen gesetzestreuen Judenheit in Verbindung setzen werden, um zunächst in gründlicher, gemeinsainer Prüfung die besten Wege für die westeuropäische Propaganda zu ermitteln, lieber die Grundgedanken des Programms, vor allem darüber, daß es einerseits unsere Pflicht ist, ::r׳ אייןיש־אל im altjüdischen Sinne zu fördern, das; aber andererseits nicht über die Köpfe der palästinensischen :1-.ילי: hinweg eine künstlicli« Ireibhauskultur importiert lverden dürfe — über diese Grundzüge des Programms werden die Gesetzestreuen der ganzen Welt einig sein. Vieles aber, unendlich vieles bleibt zu erwägen und zu beraten, bevor der Verein festen Schrittes an die Perwirklichung seiner Grundgedanken gehen kann, und auch die Art, wir möchten sagen das Kostüm, in dem der Verein das Wclttheater betritt — denn die ganze Welt ist ja sein Arbeitsfeld — sollte so bald wie möglich den Gegenstand eingehender gemeinsamer Prüfung bilden. Mit welch warmen Gefühlen erwartungsvoller Sympathie wir den Bestrebungen des Schlau m Hoir gegenüberstehen, bedarf kaum der näheren Ausführung. Diese Sympathien »oerden von allen geteilt werden, die sich im Geiste durch den Ruf -:!?ל;:-rnהבאר. :׳ in den Sedernächtcn in allen Rickst ungen der Windrose, ohne sich zu kennen, zusammengefunden haben. Diese Sympathien werden sich zu einem Bande verdichten, das alle brüderlich umschließt, die in Zijon und Jeruschokajim den Herz- Punkt ihres Denkens und Bühlens, ihres Lebens und Strcbens erblicken. Wer für das gesunkene, so tief danieder liegende, heutiae Jerusalem keinen Sinn und kein Verständnis hat, wie sollte der es für das Jerusalcm haben, welches als Hochziel der ganzen mschengeschichte das zerstreute Israel mit allen ׳ der Menschheit einst um seine lichte Höbe י DaS .1 סעלד,r י״טל־ם• ist mit zahl- ׳:v!: 'של*ש שר~ geknüpft. זי zerrissenen, zerklüfteten ׳>ns .71:»<.״ ׳men führen. Juden- 'eit. t 1 ס. j rNihl'andlung jüdischer Auswanderer auf einem deutschen Schiffe. Schon in der in voriger Nummer von uns »ervsfentlichten Berliner Korrespondenz, die der Jeder eines der besten Kenner des Auswanderungswesenz entstammte, war darauf hingewiesen worden, daß nicht etwa nur aus englischen Schiffen das Los der unglücklichen jüdischen Zwischendeckpasiagieren vieles zu wünschen übrig laffe. Jetzt kommt aus Newvorl die Nachricht, daß die Rechtsschutzstelle für Gin Wanderer mit näherer Prüfung einer Reihe schwerer Anklagen beschäftigt sei, die sich gegen die Besatzung des Hamburg-Amerika Dampfers ״Pretoria" lichten. Bisher allerdings leugnen Kapitän und Mannschaft, wie der ״Jewish Grponent" berichtet, die Berechtigung der Anllagen mit der Behauptung, die 40n rusfiscbcn Jlii'chtlinge seien ״hysterisch" gewesen und batten die ״Schiffsordnuna nicht beachtet." Giner der Passagiere. Schmuel Alken, behaupt«, daß er am dritten!age aufs Oberdeck gebracht und von Matrosen mit langen ledernen Peitschen geschlagen worden sti. Auf die Jrage, warum man ihn schlage, babe man erwidert, das geschehe jedem Juden an Bord '0. ״Tu hättest in Kischinew umkommen sollen." habe man ihm gesagt. Gisik Leß bekundeie, daß seine Iran mit ledernen Riemen über den Kops geschlagen worden sei. Eine Jrau Lena Levin und ihr Gatte versichert, daß man sie in barbarischer Weise bebandelt habe: ״Wahrend eines siurmes wurden wir wie Vieli an einandergesessclt. Ich war in der vordersten Neide link wurde geitonen und zurückgeworse» mit »icineni zweijährige» Unabe» aui dem Arm. Als ich mich,!»folge von Krank!!«», nicht schnell genug bewegen konnie. ,chlug mich ein Matrose einfach nieder. Im Begriffe. die Treppe hinabzusleige». versetzte nur einer der Matrose» eine» solchen Stotz. >atz ich der Länge nach aufs Unterdeck hinabslürzlc". ^״׳.Direktion der Hamburg-Amerika-Linie wird nicht zögern, durch eine gründliche und '''״r-1״ ״ ׳g dieser

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