Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 13 (29.3.1906)
- Date
- 1906-03-29
- Page
- Seite 13 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ü». Marz nicht, was inan von inir will. Ich Kode doch alle» .,tstoiite». loas soll ich denn noch?" ״Lik sind — was haben Lik gesianden?" ^Tast ich den Wenzel Knbitschek ermordet hole und .>wor allein, ohne Hilfe eines anderen." ״Warum haben Lie das Kind ermordet?" .Weil der TXray mich mit Slcinen geworfen und a.schimpft bat." ,/Iber deshalb ermordet inan doch niemanden, oklcrwenigssen e׳u 1׳n״f־rn!inftiafe. vierjähriges .׳toic." ,.,'sd) ja, ich labe mir von nieuiand >vas gefallen," ,niaegnete er schreiend, ״ich bin ein rabiater' Mensch, ׳er mich schimpft, der iss seines Lebens nicht sictier. Lic auch »:du, Herr Richter, wen» 2ie mich ׳'ckiinpren." — ״Ick findne mich vor keinem," versetzte der Unter׳ iuchungsrichler lächelnd, ״und vor Ibnen am aller : ׳eiligsten. Wenn es daraus antäme, würde ich Ihnen einen geladenen Revolver in die Han" geben und Lie dabei schmutziger Iud schimpfen." ״Das sollten Lie wagen!" murmelte der junge .bla un. ״Ich würde nichts dabei wagen." sagt׳ der Richter, abermals lächelnd. ,,Aber wissen Sie. das: nod׳ lein Mensch so wie Lie mit mir gesprochen tzcu? und ich glaube, überhaupt noch kein Gerangener mit ׳einem Richter." Alfred warf den Kopf zurück und murmelte einige unverständlich« Worte. ״Lie können machen, was Sie wollen und können reden, wie Lie wollen, Sic werden mich nicht aus der Fassung bringen und!verden mich die Geduld nicht verlieren machen, denn Sie werden meine Meinung von Ihne» nicht ändern." ״Ich weis, nicht, was Sie von mir wollen ich verstehe Sie nicht." ״Aber ich versteh« Sie um so besser. Wollen ^ie wissen, was ich von Ihnen denke?" ״Was kümmert das mich!" ״Gs ist wahr, das kümmert Sie ivenig. S׳e!vollen ja für einen frechen, rohen Menschen, für einen gemeinen Mörder gehalten >verden. Aber wissen Sie, für was ick Sie halte? Für einen ganz ausgezeichneten. für einen ganz herrlichen jungen Mann, wie mir noch keiner vorgekonimen ist ich könnte Ihren Vater beneide» um solch einen Sohn " Dunkele Gluth überzog Alfreds ausdrucksvolles Angesicht, er ivar nicht mehr imstande, seinen Augen den Ausdruck von Wildheit zu leihen, sein Blick wurzelte am Boden. ״Ich verstehe Sie nicht." flüsterte er gepresst, ״ich weis nicht, was Sic von mir wollen." ״Was ich von Ihnen will? — das will ich Ihnen sagen. Bor allem will ich Sie aufmerksam machcn, dass Sie gegenwärtig kein eigentliches Verhör zu be liehen haben, denn ich habc den Schreiber längst hinausaeschicki, weil ich mir in seiner Gegenwart nicht gefallen lassen konnte, was ich mir von Ihnen gefallen lassen wollte. Ihre gegenwärtigen Aussagen werden daher nicht zu Protokoll genommen. 1« Israel» ctitc 1.1 '}Ix. l.i iino uuit mcü/» »h lich bitten, vergessen Sie für ein ׳Weilchen, dass Sie vor einen, Nnlersuchungsrichler sieben, denten Sie nur, dass Sie vor Ihrem F.eunte ssehen. d»r L e hochschötzt, der Ihnen wob! will, der um Ihretwillen sogar Ihrem Vater helfen möchte, wenn das möglich wäre. Ader leider, leider! Sie haben <4 selbst .!( hört, die lsseschworemn baden ׳>U Schuld'rage ein stimmig bejaht." ״Und er ist "dennoch unscknildig'" versetzte Alfred im Tone innigster Ueberzeugung. indem er dem Richter fest in's Auge blickie. ״mein Vaier ist leincs Mordes fähig, nickt für eine Million." ״Das glaube ich Ihnen. Ihr Vater ist kein ge meiner Mörder. aber er ist eil! Fanatiker. davon habc ick mich selbst überzeugt, die Vorschriften seiner Religion gehen ihm über alles, oasür opfert cr freudirr sowohl Freiheit als Leben, soivobl sein eigenes Lbeu. als das eines anderen." Alfred schüttelte mit Entschiedenheit den Reps. ״Das eigene Leben würde mein Vater opfern, ivenn er's fiir notwendig dielte, das Leben eines andern jedoch nie, dazu ist er viel zu fromm denn in der heiligen Schrift heisst es: Wer Menschenblut ver giesst, dessen Blut soll wieder durch Menschen v׳r gossen »׳erde». Ich habe mich leider durch mein unglückseliges Temperament dazu pcrleitcn lassen." ״Kommen Sie mir schon wieder mit diesem dummen Zeug!" rief der Untersuchungsrichter ärger lich, ״ich habe Sie dcch gebeten, daran zu denken, dass Sie mit Ihrem freunde sprechen, erschweren Sie mir doch nicht so über alle Massen, was ick fiir Sie tun möchte." Der junge Mann wechselte wiedcrbolt die Farbe. ״tz-׳s tut mir iveh," sagte er gepresst, ״überaus web, dass ich der Freundlichkeit des Herrn Untersuchung« richiers nicht würdig bin Mein unglückseliges Temperament ich kann meinen Zorn nicht mässigen. wenn ich beschimpft werde." Der Untersuchungsrichter stampfte unwillig mit dem Fuße. ״Kommen Sie mir schon wieder mit dem Unsinn! Aber nun hören Sie mich einmal ruhig an. Die Geschworenen haben gestern die Schuld'rage in Betreff Ihres BaterS einstimmig bejaht ..Aber " ,.Unterbrechen Sie mich nicht! Ich habe Sie acbeten, mich ruhig anzuhoren und jetzt befehle ick es Ihnen! Also merken Sir auf! Durch Ihr Da zivischentrelru ist dir Berurteilung IbreS Vaters gestern allerdings verschoben worden, aber demnächst kommt die Sache abermals vor die Geschworenen, und dann können T׳e tun und sagen, was Sie wollen, dann wird Ihr Vater verurteilt. Beharren Sie aber bei Ihrer Selbstanklage, so werden Sic als mit schuldig an dem Mord« erklärt, denn Ihr Vater ist ja auch nur mitschuldig an dem Morde erklärt wor den, und dann werden Sie gleichfalls verurteilt wer de», das unterliegt keiner Frage. Run versessen Sie sich aber in die Lage Ihres Vaters, der dann auch Ihre Berurteilung mit aus dem Gewinn hätte. Sie würden ja Ihr Geschick verhältnismässig leichter er!tragen, ivenigstens in der ersten Zeit. Das Bewusst ׳.öckte -׳׳ h.*rr ן fein dessen was Lie. wenn auch nicht erreicht, aber doch erstrebt haben, würde Sie aufrecht batten, wurde Sie יי1זז'( die Bitternis des Kerters wenige: emnfinden lassen. Aber Ihr Vater, Ihr Unglück seliger Vater würbe sein unglückseliges G'lchick doppelt und dreifach empfinden und zwar durch Ihre Sck'uld. durch da- Bewusstsein, dass Sie s׳ch für ihn geopfert haben. Lehen Lie denn das nicht ein?" Der letzte Blurslropsen datte fo* Antlitz des jungen Mannes verlassen, seine Lipven bebten, der Untersuchungsrichter erkannte mit Genugtuung, dost seine Vorstellungen nickt ob», tsin>r»ck g,blieben wacen und fuhr fort: ״L>e ׳eben das ein. davon bin ick über ׳,engt, und so schwer es Ihne» auch iverden mag, Ihren schönen Plan, sich für Ihren Vatrr zu optern. auf zugebrn. nachdem ick Iv״e״ di, Unmöglichkeit. Ilire kockderzige Absicht durchzu^ühren. klarqelegt ba>>e »oerben Sie nickt!nehl daraus bestehen, den Rimbus des Märtyrertums aufrecht lullten »1!vollen und Ihren unglücklichen Vater noch unglücklicher machen zu wollen. Darum geben Sie der Wahrheit die >fhre, junger Mann, und gestehen 2ie freimütig, dass Ihre Selbstanklage einzig und allein ׳em Wunsche »ntsprana Ihren Vater zu retten " ״Das will ich gern zugestehen " erwiderte Alfred, wahrend sich seine Wangen langsam wieder färbten. ״Iväre nicht mein Vater fälschlich b«s Morde« ange klaat worden, es wäre mir nie in den Sinn ge kommen, mein Verbrechen einzugestehen. Weshalb bäile ich das auch sollen? — ich bereue nicht, was 'ich getan Hobe und wiederhole, was ick bereits gestern erklärt habe, ich lnerdc jedem, der mich beschimnst. das Riester in die Kehle stossen." (Fortsetzung folgt.) Äriiita!! lit Ast -cd! iriidi nni ttii uni es ist eine Webstar. dass man rndttch •mil wieder eine» kleine» Lpaz!erga»g riskiere» kann ■ Aber versehe» muss man sich auch Richl zu leicht >W^> anziebe» und eine Schachtel Jan s achte ^ebener Mineral Pastille» »1 der lasche' Tie luticht ,»an im Geben und vermeidet damit Reizungen der |BH| "chleinidünie und der Luftwege: ma» kommt froh _____ lich heim und lacht üder die ander«», die ohne Borsichlsiiiassnahmen spazieren gebe» und (Srpiiluiiqen mit nach ftanie bringe» F11V s lichte -ebener n_ Mineral Pastille» sind zum Preise ven Pfg per -chachtel in alle» Apotheke». Trogen und Mineralwasserdandliingen erballlich Geregelte Verdauung wird nach dem Urteil ärztlicher Autoritäten am besten durch Dr. Rooö' Flatulin.Pillen er, zielt, die sich auch bei Bläh« unge«, Gäurebilduug und God« breuueu vorzüglich bewähren. LriGi»alschachtel Mk. I.— iw dem «wathrfra. Sri« : TmK. Watr., Nh«b. k »Hl. p1. gemtzel , piegee».-, JtftmariiK |< 1 Lk. (4266) ltür de« Inkerateateil ist die sttcdaktioa nicht veraatwortlich; iasbesoadere ist es ausschliesslich Lach» der Leser, die t« Iaserateateil eathalt («mpsehluagea rttaellex Ware« oder soastige Aagabea religtoasqesealiche» «darakter«» a«s ihre .Z«verlässigkett z» prüfe«. Fränkischer Kurier Nürnberg Bedeutendste und reichhaltigste politische Zeitung des Besteht seit 73 Jahren, industriellen Nordbayern. Besteht seit 73 Jahren. Täglich 2 große Ausgaben. Wöchentlich 2 Unterhaltungsbeilagen. 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