Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 11 (15.3.1906)
- Date
- 1906-03-15
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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I *.ן K ז i ( -i ici ,tvrucul <rr bewies, daß ein Mann von dem Alter und der Körperbeschusfenheit des Angeklagten ohne Leiter — und eine solch« mar nicht gesunden worden un möglicb ein Fenster erklimmen könne, das nahezu zwei Meter iiver dem Erdboden. Da- Schächtmcsser und das hebräisch« Buch wären dem Angeklagten ent wcnbei worden, vermutlich von dem Däter, der diese Gegenstände benützt habe, um den Verdacht, den ''>iocd begangen zu haben, auf den Eigentümer der seiden zu übertragen. D>.r Staatsanwalt erwiderte sofort, diletzte Behauptung des Verteidigers von dem gestohlenen?chächtmeffer und dem gleichfalls gestohlenen Buche, die er durch nichts beweisen tonne, wäre ein solch abgenützter Kunstgriff, wie er solchen einem gewandten Äeneioiger, wie dem Doktor Beer, nicht zugetraut hatte. Dagegen müsse er demselben vcistimmen, daß der Angeklagte, dessen Verbrechen aller dings ziveifellos, dasselbe doch nicht allein habe de gehen können, da er, ivie der 2ier,c!diger bewiese!! habe, die Schlafstättc seines Opfers nicht habe erreichen können. Es wäre daher klar und deutlich dewiesen, dass er einen Mitschuldigen gehabt haben müsse, der biLher noch nicht gesunden, oerinutlich, weil man bisher noch nicht auf ibn gefahndet, n׳as jedoch sofort geschehen werde und ergebe er sich der Hoffnung, in nicht allzuferner Heit einein hohen Gerichtshos auch den zweiten Schuldigen iverde vor »!ihren tonnen, denn das Blut des unschuldigen .Kindes schreie zum Himmel und verlange volle Sühne. Dennoch, und obgleich er für sich nicht zweifle, dass der Angeklagte den eigentlichen Mord allein voll bracbt, so könne er dieses doch nicht beweisen und stelle daher im Hinblick aus den seblenden Mitschuldigen leine heutige Anklage nur auf Mitschuld des Angeklagten an dem R?ord in Grossdors. Es folgte das Resümee des Präsidenten, bann zog sich der Gerichtshof zurück. In dem weiten Raume herrschte begreifliche Aufregung. Alles harrte in nahezu atemloser Spann ung des Wahrspruches der Geschworenen. Wie würde ihr Verdikt tauten' Ephraim Weisstopf fass zlviscben seinen beiden Reffen. Der ältere, Adolf, schien kaum imstande, sich ausrecht zu halten. Seine toeit aufgerissenen Augen starrten in die Ferne, in seinem totdtassen Angesscht | zuckle es unablässig. Wiederholt hatte der Onkel, der für ihn fürchtete, ihn aufgesordert. auf kurze Zeit mit ihm den Saal zu verlassen, um draussen in der reineren Luft sich einigermaßen zu erholen, Adolf hatte nur immer ablehnend den Kops geschüttelt. Sein jüngerer Bruder Alfred schien weniger hinfällig; in dem jugendlichen Angesicht des kaum fft»n 11nh (^»nnh die ld-iebe + I «•*״--־־ ־ ' in unaufhörlichem Wechsel; snne schmalen, weißen Hände schienen krampfhaft geballt und öffneten sich nur, um sich von neuem zusammenzuballen. Seine sonst stets funkelnden Augen schienen ge schlossen, aber sie schienen nur so. in Wirklichkeir blickte er vor sich nieder, in tiefem, unbeilvollem Sinnen. Denn in dem Uebermass seiner Erregung hatte er die letzten Sätze, die der Staatsanwalt ge sprochen, überhört und ersann nun Plan auf Plan, obne di, vorhandenen Tatsachen in Rechnung zu zicken. Alles in ihm bäumte sich auf bei dem Ge danken, dass sein Vater schuldig gesvrochen werden könnte. Er musste ihn retten, um jeden Preis — und sollte es sein Leben kosten! Ach, wie iviirde er sich glücklich preisen, wenn er dos Leben und die Frei heit seines Vaters durch seinen Tod ertausen könnte! und ivär's auch durch ewigen Kerker. Die Geschworenen schienen sich schiver eiiiigcn zu können; schon zweimal hatten sic nach dem Präsidenten verlangt und ihn um Belehrung gebeten, und nun endlich, endlich öffnete sich die Hir. Lautlose Stille herrschte, Alfred Weisslops wähnte das Pochen des eigenen Herzens zu hören, veit vorgenePt saß er da und starrte au! die Männer, an deren Ausspruch Leben oder Tod iiir ihn hing. Jetzt trat der Obmann der Geschworenen vor und verlas mit lauter, weithin schallender Stimme! ״Die erste Frage der Anklage: ist der Angeklagte Moriz Weisslops mitschuldig an dem in Grosidork in der Rächt vom 17. auf den 18. August stattge sundenen Mord des Wenzel Kubitschek' haben die Geschworenen einstimmig mit ״ja" beantwortet." Er kam nicht weiter. Ein markerschütternder Schrei durchzitterte die Luft, man sab einen jungen Mann sich über die Barrsire schwingen, die den Raum für das Auditorium von dem des Gericht׳ Hofes trennte, und unmittelbar darauf stand Alice.- Weis,topf den Geschworenen zegeniider. ״Ihr Verdilt ,st falsch!" schrie ec ihnen zu. .de, Angeklagte ist unschuldig' ich, ich ganz allein Hab, das Kind ermordet!" ״Alfred!" schrie der Vater händeringend, ״un glückseliges Kind! Was hast Du getan! ״Ich habe der Wakrkeit die Ehre gegeben," er widertder iunoe Monn, sich fern mm aufrichrenv, und wie ein Leuchten lag er aus dem jugendlichen Angesicht, ״ich schwöre es bei dem allmächtigen Gott, der Angeklagte ist unschuldig! ich. ich ganz allein habe den Mord vollbracht, l«fnn t*t Junge hat mich mit Steinen geworfen und schmutziger Iud ge sckimpsl, darum dal>e ich dem Wurm den Garaus gemacht. Es entstand eine beillose Verwirrung, rin wildes Durcheinanderschreien nur die ^»nächststehenden ver standen einander. Der Staatsanwalt rieb sich triumphierend di« Hände, hatte er es doch voraus gesagt, dass der zweiie Mitschuldige sehr bald gefunden werden würde. ״Wer redet da von Mitschuldigen?" schrie Alfred, der es daraus abgeseken zu baden schien, die Wut der Menge gegen sich zu entfachen, ״kann ich vielleicht nickt allein solchem Fratzen die Keble abschneipen ’ soll es nur jemand wagen, mich nochmals als Iud zu schimpfen, gleich schneide ich ihm die Kehle durch wie dem Kubitschek:" und drohend ballte er die Fäuste gegen die lärmende Menge. ״Glauben Sie ihm nicht!" flehte sein Vater mit aufgehobenen Händen sich ru dem (^erichtsko׳ wendend, ״er will mich nur retten aber er hat keiner Mord begangen und wird nie einen begehen, dazu ist er viel zu ioeichkerzig." ״Was weißt Du davon!" schrie der junge Main,, sich wie rasend geberdend, ״!ver mich Iud schiintsi. dem stoße ich das Messer in die Kehle!" Der Präsident befahl, den stch Anklagenden zu verhaften und den Angeklagten zurück in seine Helle zu fuhren. Dann eriiärie er dir Derdanviung >!1r aufgehoben, da der Prozess n»s's neue einaeleitet wer den müsse. (Fortsetzung folgt.) Ein jüngerer (4<ä*1 Metzgergeselle kann sofort e,ntrrten. Leopold Meyer, Mehgermeister, Worin« a. Rh״ Kümereritraße tf3. S־u.cl1.e «inen angehenden (4* >74 MktzsnbMl« zum baldigen Eintritt. X Schott Wwe., Grob- Ger-iu Gt» Hmm lUMfif tarn die Sfetzgerei unter günstigen Bedingungen gründlich erlernen. Eintritt kann sotort oder nach Cftem erfolgen. Her««»» Levi, Metzgermeister. , 13012 1» > i «* 4 Ij 111it u. Xütüiitwl. TWlgn MrMgeselle lacht für die Badesaison gute *mb«, uri. u. K. S. i»öt au chaas»atzrZ» * ■.-•״ Frankfurt n. M <2!*V Mttzgnlehklin« «itter günstige« Bedingunge« gesucht. <4602 nuiwri, Mengerei» »FEl lB» RkH■ Gesucht für sttzt ober später ein iSrael. t.edrj«»ge für meine vchsra. «<rit>. mt gegen gute Vergütung. <4«»»Z zhri« Maier, Pforzheim. 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