Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 10 (8.3.1906)
- Date
- 1906-03-08
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Lkllk |'• Mar, wallsam wegnchmen. Der jüdische Budiker entriß sie ihm. Ein Handgemenge folgte. Die Einen sagen, daß der Budiker den Trunkenbold stieß. sodaß er rücklings Hinsiel »nd auf der Stelle einem Schlaganfall erlag. Andere meinen, dab der Jude ihn auf den Mopf schlug und der Araber an den Folgen dieser Schläge starb. Wie dem auch sei, die Bevölkerung fand darin eine schone Gelegenheit, auf die Juden loszugehen. Mehrere wurden schwer, andere leichter verwundet. Während einiger Tage herrschte Panik. Ans meine Anregung schritt der französische Konsul energisch ein. Die Unruhen legten sich allmählich, aber der Kaid sperrte den angeblich Schuldigen, uni den Fordernngen der Menge ein wenig entgegenzukommen, ein. Tie Jeugen, auf welche dieser sich berief, wurden sestgenommeit und ebenfalls ohne irgend ein Prozeßverfahren auf brutalste 'Weise eingekcrkeri. Bon dieser Zeit an verblieben die Aermsten im Gefängnis trotz aller zu ihren Gunsten unternommenen Schritte. Erst vor wenigen Tagen wurden sie in Freiheit gesetzt, dank dem neuerlichen Eingreifen des französischen Konsularsekretärs, der sich ans mein Betreiben beim Gouverneur für sie verwendete. Einer der bisher gefangen Gehaltenen versiel soeben in schwere Krankheit. Ter Konsularsekretär begab sich darauf zum Gouverneur und erklärte ihm, daß er ihn persönlich verantwortlich mache, wenn der Kranke sterben sollte. Darauf befahl der Gouverneur, daß man für die Wiederkersrelluiig der Gefangenen Sorge trage. Der Israelit Nr I" vor Dir und Deine» Verdiensten zu nahen und utte mit unsren Mitbürgern zu vereinigen, um Dich in Newport zu begrüßen. Freudig gedenken w.r jener Tage der Gefahr, als der Gott Israels, der David vor feinen Feinden bewahne. Dein Hanpt schützte im Tobe» der Schlacht. Beglückt sind!vir in dem Gedanken, daß derselbe Geist, der auf dem vielgeliebten Daniel ruhte und ihn befähigte, die Provinzcn des babvlonifchen Reiches zu regieren, auch auf Dir ruht und ruhen wird und Dir Weisheit gibt, um die hohen Pflichten des Staatsoberhauptes Auf die Strafte geschleudertes Mobiliar. Washington und die Juden in Newport. Newport, (auf Rhode—Island bei Newport) ist die älteste amerikanische Judengemeinde. Sie wurde unter dem Namen Jeschualh Israel von 15 Familien, die dort an Land gingen, im Jahre lt 5« gegründet. Der unsterbliche Washington besuchte bei seinem Aufenthalt in Newport im Jahre 1790 die dortige Synagoge, wo ihm MoseS Seixas, der damalige Vorsteher, eine Adresse mit folgendem Inhalt überreichte; «Erlaube uns Kindern aus dem Stamme Adtühüiii?, tu größter Ehrfurcht und Hochachtung; Bewachtes «ZeschäftShauS währead der Pogrome. erfüllen zu können. Während wir früher der nnschätzbaren Rechte eines freien Bürgers beraubt waren, sehen wir jetzt von Dank erfüllt gegen den allmächtigen Lenker aller Schicksale eine Regierung errichtet, die Heuchelei und Verfolgung verdammt und großmutig Freiheit gewährt den, Gewissen und den Rechten des Bürgertums und keineu Unterschied der Nation oder Sprache gelten läßt. Den großen Siaatenbund, dessen Grundläge Menlichkeit »nd gegenseitige« Vertrauen ist, erkennen wir an als das Merk deS oroßen Gottes, der da über die Heerscharen de« Himmel« herrscht und unter den Bewohnern der Erde lut, LaS gut ist i» stiueu Augen. Für alle dir Segnungen bürgerlicher und religiöser Freiheit, deren wir uns unter einer milden Regierung erfreuen, wollen wir Tank darbringcn d,m Höchsten, dem großen Erhalter der Menschheit; ihn wollen wir anflehen, daß der Engel, der unsere Väter duich die Wüste führte in daS gelobte Land, Dich leiten möge durch olle Gefahren und Widrigkeiten deS ildischui Daseins, und daß, wenn Tu einst hcchbetagt und reich an Ehren zu Deinen Vätern eingehtst. Du teilhastig werdest der himmlischen Glückseligkeit." Washington antwortete hierauf: «Indem ich mit großer Genugtuung Ihre Adresse entgegennehme, die erfüllt ist bon Zuneigung ׳ind Slck>1״na sr1״e ick, mich der Gkleaenbeit Ihnen versichern zu können, daß ich stet« mich dankbar an den herzlichen Empfang erinnern werde, der mir de, meinem Besuch in Newport in allen »laiien der Bürgerschaft zuteil geworden ist. Die Erinnerung an die schweren Tage der Gefahr wird um so süßer durch da« Bewußtsein, daß ihnen Tage der Sicher heit und dr- Gedeihen» gefolgt sind. Wenn wir die Weisheit besitzen, von den Vorteilen, von denen wir begünstigt sind, den besten Gebrauch zu machen, so müssen wir unter einer gerechten Regie׳ rung eine große und glückliche Nation werden. Tie Bürger der Vereinigten Staaten dürfen sich beglückwünsche», daß sie der Menschheit das nachahmenswerte Beispiel einer Politik gegeben habeu. dir jedem Bürger Freiheit des Gewisten» und gleiche Rechte gewährleistet. ES ist jetzt nicht mehr von Toleranz die Rede, als ob es sich da rum handle, daß eine Klasse es dulde, daß eine andre dir angeborenen Menschenrechte genieße' Die Regierung der Vereinigten Staaten, dle mhK •aUy t t MIIV VV»|VI))' ung bekämpft, verlangt nur, daß die, welche unter ihrem Schutze leben, sich als gute Bürger belvähren und ihre Kräfte jederzeit in den Dienst des Staates zu stellen bereit sind. Ich darf eS nicht verhehlen, daß mir Ihre fiuuumuK wcMiiiiuÜH meiner Amtstätigkeit gegenüber und Ihre guten Wsiiisch« für mein Wohlergehen innige Freude bereiten. Mögen die Kinder vom Stamme Abrahams, die in diesem Lande wohnen, weiter sich der Freundschaft ihrer Mitbürger erfreuen, auf daß jeglicher in Sicherheit sitze unter seinem Weinstocke und seinem Feigenbaum und niemand da sei, der ihn beunruhige. Möge der Allbarmherzige Licht verbreiten und die^Dunkel- Trümmer ei»er Woh»»«,Set»richtu»«. heit bannen auf unserem Lebenswege, möge er uu» alle in unsren verschiedenen Berufsarten glücklich werden lassen, daß wir hieniedrn ein nützliche« Leben führen und nach Seinem heiligen Willen zu von ihm bestimmter Zeit selig werden." Die amerikanischen Juden dürfen sich dazu deglückwünschen, daß der humane Geist, der an« diesen Worten eines Washington spn'cht, auch heute in den Vereinigten Staaten vorwaltend ist. Wenn auch die amerikanischen Staatsmänner durch da« böse Beispiel, dos die englische Alien Bill gibt, auf eine harre Prob« gestellt werden, so darf man doch dosten, daß die Srinnerung an jene alten Uederlieserungen Amerika vor einem ähnlichen Gesetze dauernd bewahren werde.