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Der Israelit · 1906-03-01 · 9 (1.3.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
9 (1.3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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1. Mär,!!**. Irr Israel» 3*1u .'> Wr!* -cnzrn Wohi^-tlles. des ד.׳ pra, zu bestehen hat. ,תכלת ארנבן, עורות, עצי__ששיב; bann kommt nebst dem Ocl zu! «eleuchiung im Innern des Zelle», vas Salböl an die Reihe, dazu bestimmt, den כהנים durch Salbung dir Weih« zu geben, und zwar haben die בדגיב diese Salbung mit den בל* בשכן gemein: denn dje כליב sind in ihrem dienenden Verhältnisse ko gut wie die leblosen כריב in gewissem Sinne Bestandteile des das Volk und sein Heiligtum umschließenden 7t pra Der בהן wie של-ן זסנודה, sie haben die gemeinsame Aufgabe, .רך״»־ in sich aufzunehmen und zu m breiten. Zuletzt folgt der כהן in seiner hervorragenden, persönlichen Würde, bekleidet mit seinen בנדי בהונה und den Schoham- und Einfassungssteincn für!rr! אב ד Kurz ausgedrückt, bedeutet dies: Zuerst das ganze Zelt, dann der Dienst und das Amt im Zelte und dann die Revräsentation — die Person. Unwillkürlich tverden wir hierbei versucht, den um gekehrten Stufengang zu verfolgen, den unser modernes Judentum bei Bewertung seines kultucllen Lebens beschreitet. Da heißt es zuallererst die Person, dann das Amt und dann allenfalls auch die Ge samtheit —ב"ל יש־אי: deutlicher ausgedrückt: zu allererst der Priester im Talar. dazu zweitens die prunkvolle Ausstattung des Tempels und zu allerletzt das בנק עש־ד, die sich versammelnd« Gemeinde in der knappen Zehnzahl. — Doch ich möchte hier nicht Moral predigen, sondern die angeregte Jvee im iveiteren Berlauf der Sidra noch etwas weiter führen. Der כלל voran und darauf der ש־ב — dies ist die von uns erkannte leitende Idee in בלאבת הבשכן Zuerst die Sache, dir heilige Sache Gesamtisraels, und dann die Personen, die sich für diese Sache heiligen. Dieser Gedanke spricht sich in den nächsten Bersen 10 ,9 .!ל deutlich aus. Es wird nämlich schon vom Midrakch bemerkt: ״Warum beißt es bei allen sonstigen Geräten des Heiligtums ״und du s o l l st machen" und nur von der Lade des Zeugnisses heifzk es ״und sie sollen eine Lade macken?" Hierauf R Juda, Sohn R. Scbalums: Der Heiligc, gesegnet sei Er, sprach: esmögen alle kommen und sich mit der Lade beichästigen. damit sie alle ein Anrecht an die in der Lade verwahrte Thora haben."*) Der Midrasch hat nun mit seiner trefflichen Be merkung sicherlich recht. Rur möchte ich noch erläuternd hinzusügen! Dieses *rr: findet sich ja schon nm zwei Verse früher, nämlich in Vers 8, wo tZ heisit ״ ועש־ לי בקדש וגויund sie sollen mir ein Heiligtum machen und ich will in ihrer Mitte wohnen." Olfen bar soll damit der Wille Gottes kund getan werden, der folgendes bestimmt: Bevor ihr, בשד und בצלאל an die Ausführung der einzelnen Teile meines Wohnzeltes gehet, bevor ihr בזבה ,יייע-ת ,»ד״, ,־»ל״ בנד*!־. und בליב anfertiget, soll das Ganze, dos Gesamtzelt mit allem, was es in sich birgt und was, an den heiligen Ursprung mahnend den allumfalsenden Namen בקדש führt, in der Idee lebend bestehen und im Bilde vorliegen, und diese Idee des ganzen בק-ש soll nicht von dir, .בשד allein, sondern sie soll von ganz Israel begriffen sein; es must also ein כלל •ש־אי ein Gesamtisrael geben, und sie alle sollen sich als solches wissen, und ihnen allen soll das ganze Mikdaschwerk als das Lebensziel vorschweben, das durch genaue Ausführung der Einzelarbeiten zu er reichen ist. Diese Einzelarbeiten habe ich dir, בשד. gezeigt **את תבנית הבשכן *את תכנית כל כל und genau so. in strenger Befolgung der Einzelvorschriflen und in stetem Hinblick auf das Gesamt Mikdasch. dem alle diese Einzelheiten ihren Ursprung verdanken, so sollt ihr eine ganze Tat tun *תעש p׳ denn nur so ist der Bestand dieses Mikdaschlverkes in seinem Wesen und seiner Form für die späteren Geschlechter gewährleistet!וכן תעש* לדודות Ins praktische Emunah-Leben überseht, sagt uns diese wichtige Lehre: Es ist nicht genug, wenn wir diese oder jene בציד. üben, so wisie unseren Vätern und von diesen uns, ihren Kindern, gezeigt worden, wenn wir - . "7: ,מצית ציצית. ת«י*ד, diese Einzelteile des — Gesamt Mikdasch nachahmen. Nein, der Mikoaschyrdanke in seiner ganzen Erhabenbeit, כלל יש־אל mit seiner großen, behren Gesamtlebre, mit seiner großen, ganzen Aufgabe muß uns vorschweben; aus diesen heraus sollen wir. ern ,«der nach seinen Kräften, sein Stück Holz zimmern am הא-ח כיזיב ועשית ובארון כת*כ רעשו אדר:. הקכ*ה יבאו הכל ויעסקו בארון כדי שיוכו •> מפני סד בכל ד־כ־יס אשי ר יהודא ביב• שלים איל כ*דב יחוור" Tische Gottes, sein bischen Oel beitragen zur Leuchte Gottes, jeder sein לית«. sein« ת*יל*ן anlegen. Da« ganze Israel und seine ganze תורד soll es sein. Nur so ist unser Wirken ein תעש- לדודות, nur an solck-em Wirken, Lehren, Leben kann sich eine Jugend, unsere Jugend begeistern. Wo denn anders als in der תודה findet sich der Plan zum Gcsamtmikdasch verzeichnet i Ohne דיה* wird man es wohl fertig bringen, diese oder jene edle menschliche Tat zu tun, dies und jenes Werk zu voll dringen, allein ein den ganzen äußeren und inneren Menschen umfassendes, das Denken und Schaffen dnrchdringendes Wollen und Streben zu hoheni, heiligem Ziele hinauf, ein mächtiger Zug. der die Einzelerscheinungen zu einem einheitlich Ganzen, zu einem בקדש fügt — das kann nur von der ת־דה aus gehen, das kann nur der ודיה Geist bewirken. Darum tvird ganz Israel zur Anfertigung des אדון, der die Gesez,estafcln umschließendrn Lad« herangezogcn. ״Sie alle sollen an der Lade arbeiten, denn was diese Lade einschließt, die ת־דה — sie soll ihnen alle ge hören und sie soll ihnen alles, alles sein — •עש־ לי בקדש אדון •rr Noch möchten wir uns gestatten, zur Erklärung des B. 21 1m Kap. ‘25 folgendes hinzuzusüaen. ונתת את הכס־ ת ער האדן שישעיה ואי הא־ן תתן את ד,עדית אש־ אתן אלין*. Bei allein Beinühm Raschis und Idn Esra» bleibt die umgekehrte Wortfolge in diesem Verse uncrklärt. Unserer geringen Meinung nach enthält der Nachsatz ואר האדן ונוי die Motivierung des im Vordersähe gegebenen Befehles נתת את הכסית• Der א־ן war nämlich nicht wie ein anderer gewöhnlicher Schrein mit einer seitlich zu öffnenden Türe ver sehen, obwohl auf solche Art das Oefsnen und Schließen bequem gemacht worden wäre. Vielmehr war der schwere goldene Deckel בס־ת in die obere Leffnung der Lade so eng eingepaßt, daß ein Weg beben desselben nur mir schwerer Muhr zu bewert stelligcn sein mußte. lVgl. Tr. Bab. Bathr. 14:1). Ties Hai aber darin seinen Grund, weil zu den steinernen Tafeln des Zeugnisses לחת דע־ת «und nach R. Meir*) zu der ebenfalls im Innern des א־ן placierten ־ תו־הca) nichts weiter hinznkam und auch iür alle Zeiten nichts hinzukommen sollte. Ein ferneres Oefsnen und Schließen soll und wird nicht nötig sein, denn der Inhalt des א־ן bleibt für immer un verändert dcrsclbe, nämlich ־?־ת אש־ אתן אלי־ Warum also .ער דא־ץ כלשערד? Weil •אל דא־ן תתן את דע־־ת אש־ אתן אר־ך Auf diese Weist dürfte sich die Wortumstellung in diesem Verse erklären. In dem erwähnten Sinne ist auch die Präposttion אר דאח• für כא־ז zu erklären. Es soll nämlich vier nicht so sehr das räumliche Hineintun (tvit z. B. in 1 ־*שם באדן. B. M. 50, 20), sondern das in Beziehungsetzen der רחת zum ~א bervorgehoben iver den, wie dies in ähnlicher Weile bei den א״־-ש יתנדב der Fall ist. die zum דשן in Beziebung gefetzt werben 'ollen, und dies durch *נתת אי חש, ־בשבב את דאיד־ב את התנדב* ausgedrückt wird (II, 28. 30}. •) '•ItfriUriifoc Tr. P. b. 1•!». und Deutsches Reich. Vrikfk von öer Sprek. (Bon unserem Korrekoo,identen.) E. B. Berlin. 27. Febr. Durch wtdnge Umstände verhindert, bin ich erst heute in der Lage, Ihnen über eine Vereinkneu griinoung zu berichten, die sich vor etwa drei Woch-n hier vollzog, und die, so bedeutungslos sie an sich iß und bleiben wird, doch ihre« symptomatischen Mene» halber eine Würdigung verlohnt. Auf Einladung eines Komitees, wrlckrs so ziemlich alle bekannteren, der gxsetzestreuen Richtung angehörenden Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde umfaßte, fand am t. dS. Mts. eine von etwa 70 Teilnehmern besuchte Versammlung zu dem Zwecke der Begründung eines Vereins zur Wahrung der Interessen des gesetzes treuen Judentums innerhalb der hiesigen jüdischen Gemeinde statt. Es wurden von dem Vorsitzenden. Herrn Rabbiner Dr. B a n e t h und den meisten anderen Herren Rednern sehr schöne, sehr wahre, teilweise auch sehr tiefempfundene Worte gesprochen und schließlich als Ergebnis der Beschluß gekaßt: das vorbereitende Komitee soll als provisorischer Vorstand weiter in Tätigkeit bleiben, »velche sich besonders darauf erstrecken soll, dem Verein eintn prägnanten, seine Ziele klar zum Ausdruck dringenden Namen zu geben, und einen Statutenentwurf auSzualleiten. Der Einberufungstermin für eine weitere Versammlung wurde dem Ermessen des Vorstandes anbeimgegeben. Eine Episode aus dem Verlauf der Distussion sei berichtet, weil sie schlaglichtartig die eigenartige Atmosphäre beleuchtet, ivelche in den Kreisen, die sich dort zusammenkanden, herrscht. Ein Redner, der ehemals zu den ersten Größen des an dem Ergebnis der letzten Nepräsentantenwablen verstorbenen ״Zentralvereins" gehört hatte, feierte mit glühender Be geisterung den Gedanlen einer Ziisamwenfasiung aller gesetzestreukn Elemente, z» denen auch er sich zähle. wenn auch leider! die Verhältnisse ihm n׳cht gestatteten, als aefetzestreuer Jude zu leben. 'WO Ergliffenheit lauschte die Versammlung vielem Vekenntnis. Da geschah da- Ungeheuerliche, Uner Höne, daß einer der folgenden Redner sich die dreiste Frage erlaubte, mit welchem Recht jemard sich als gesktzer-rreu bezeichnen dürsr, der eingcstandencr maßen dem ^׳setz lc>!m're» wie möalich lebe, und ob der Herr Vorredner kenn nickt den ernsten Versucki wagen sollte, die Verhältnisie im Sinne der Tbora zu meistern, was ihm vermöge sei >er marinen Begeisterung doch wahrlich leicht lallen müßte! Ob dieser Rede entstand in der Versammtung ein so leb basier, einhelliger llnwillen, daß der Stirensrird es vorzoq, das einzig Vernünstige zu tun. •>as ihm ru tun übrig blieb, und schleunigst zu verschwinden. Dieser und ähnliche Züge charakterisieren bester als lange Auseinandersetzungen die verschwommene Ziellosigkeit der neuen Vereinsbildung. Anstatt mit selbstoeiständlicher Sicherheit zu erklären, daß ge setzestreu sich zu nennen natürlich nur derjenige b« rechtigt sei. der den Sabbat heiligt, die Sveilegesetze be״hachtet, die Reiuheitsaesetze innebält. kurz im häuslichen und össcntlichen Leben die Gebote der Religion auch wirklich zu erfüllen strebt, zu der er sich bekennt; daß dagegen alle platonische Liede, alle anempfundene Begeisterung für die Tbora. w»nn sie durch dir Tat nicht unterstützt und bewahrheitet werdcn, für das gesetzestreue Judentum nick» nur kr!« Gewinn, sondern, ihrer inneren Nnwahrhaftig keit wegen, geradezu ein Verderben sind: anstatt diese Binsenwahrheiten zu beherzigen, dort man beglückt aus dem. Munde eines Nichtarlstadaren das anerkennende Urteil, daß man auch als orlbodorer Jude ein anständiger Mensch sein könne, und stößt für diesen Gewinn lieber »Elemente, die in Gesinnung und Tat wahrhaft gesetzestreu sich führen, ab. Aber freilich, wären Klarheit und Zielbewußtbeit das Erb teil des neuen Vereins, so wäre er auch schon von "ornh-rein sick seiner Uebersliilliakeit bewußt. Dann brauchte er keinen prägnanten Namen zu suchen und für seine Bestrebungen keine neuen Satzungen zu entwerfen; er hätte n״r die Ausgabe zu erfüllen, seine Mitgliekxr immer wieder auf die Adaß Iisroel. als den gegebenen Sammelpunkt aller wahrhaft gesetzestreuen Kreil: Berlin», binzuweilen, und mit allen K-äften kür die Ausbreitung der Ideen, welche sie vertritt, zu wirken. Daß mit der neuen Vepeinsbildung gerade dies zu allerletzt beabsichtigt ׳st. brauch, keinem Kundigen dargetan zu werden, und auch über die Gründe dieser Haltuna wird kein mit den Ver hältnillen auck nur einigermaßen Stertrauter in: Zweifel lein. Und damit dürfte für die Mitglieder der Adaß Iisroel die Richtschnur für ihr Verh-'lten gegenüber dem Pseudobruder gegeben sein: Abwarten und stets aul der Hut lein!

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