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Der Israelit · 1906-02-15 · 7 (15.2.1906) · p. Seite 13

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
7 (15.2.1906)
Date
1906-02-15
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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15. Februar l’.KW Zeile 1:1. Nr 7 ler J-raelil hatte. Auch ivagte ich zu Hause nicht. etwas von dem Vorfälle zu erwähnen. Ich gab mich der Hoffnung bin, las; her kluge Hirschseld bei ruhiqer Ueberlegung die wahre Ursacve meines Erschreckenberausfinden und demzufolge den Besuch bei meinen Eltern unterlaffen werden. Ich täuschte mich aber. Ladern Lagekam Red Avrom in vollster Gala zu meinen Eltern und brachte seine Werbung vor! Meine Eltern hätten sich wohl einen anderen Schwiegersohn gewünscht, als es Markus war, aber angesichts des großen Glückes und der hoben Ehre, die mir öedürstüild. sagten sie in meinem Namen zu. ohne mich zu rufen oder zu befragen ^nr Entschuldigung dient ihnen, daß ihnen Hirschfeld erzählte, er habe bereits mit mir darüber gesprochen, und ich habe nicht nein gesagt, sei vielmehr vor Glück und Freude ganz verwirrt gewesen. Bon meinen Be Ziehungen zu Jakob Blumberg ahnten die Guten nichts. Inzwischen hatte sich in der Stille die Nach richt verbreitet, daß ich mit Markus Hirschseld ver lobt s-i, und alles kam herzu, uns Masel tow zu wünschen. Da packte mich der Mut der Verzweiflung. Was ich mich nicht getraute dem vertrauenden Vater Non Maekn« und meinen zärtlichen Eltern, zu gestehen, das sagte ich diesen fremden Leuten. Ich nahm keine!Gratulation an und erklärte fest, daß ich nie und nimmer Markus' Weib werden wolle. Alle Bitten meiner Eltern vermochten nicht, mich zur Aenderung meines Entschluffes zu bewegen, ja ich achtete ihrer Drohung, mich zu verstoßen, nicht. Der Vater mußte sich daher zu dem schweren Gange entschließen, dem Roschhakohel meinen Entschluß bekannt zu geben. Welche Szene sich hierbei in dem Vorsteherhause ab gespielt haben haben mochte, erkannte ich an dem Zu stände, in welchem der Vater zurllckgekehrt war. Er war ganz verstört, ja gebrochen. Der stolze Mann, der nun der öffentlichen Beschämung ausgeietzt wurde, war nicht gut mit ihm verfahren. Nun entdeckte ich den Eltern mein Herzen^ gebeimniS. Ein Liebesverhältnis das schien den beiden Leuten die Suinteffenz des Schlechten und Gemeinen zu sein. In ihren Augen war ich eine Ler worfene, deren einzige Ehrenrettung eine rascke Ver fp;n f0üni6. *50 fnitrhf (111 a וזהז•!mh Jakob Blumberg ein Ehepaar. Er siedelte zu uns über und suchte durch Erteilung von Unterr'cht etwas zu verdienen, bevor es ihm gelang, eine Anstellung zu betomnun. Aber es schien, als laste ein Fluch aus unseren Bestrebungen. In Reb Awrom hatten wir einen Feind. der alles daran setzte, uns z» ruinieren. Man vertraute meinem Manne sowohl als auch meinem Vater keine Kinder mehr an, und mir ent׳ zog man den kargen Verdienst, den ich durch Anfertig׳ ung von Goldstickereien erwarb. So kam eS, das, meine guten Eltern ihr Leben als Bettler beschlossen, ihren Unterhalt durch Almosen bestreitend. Mein Mann, welcher bedeutende Sprachkenntnisie besitzt, wanderte mit einer Gruppe jüdischer Arbeiter nach England aus. Ich blieb indessen zurück mit meinen beiden Kindern׳ und sriuete mein Leben kärglich als Fürsagerin. Markus Hirschseld versuchte es. mir Unter stützungen zukommen zu laffen, doch wies ick jedes Almosen zurück, und von seiner Frau, die eine der jenigcn war. denen ich als Fürsagerin diente, nahm ich nur das gebräuchliche Entgelt für meine Leistung als solche an. Endlich gelang es meinem Manne, soviel zu ver dienen, daß ich mit den Kindern ihm nachreisen konnte. Unser Leben war auch nach unserer Wieder Vereinigung ein an Arbeit und Entbehrungen reickes, aber wir fühlten uns glücklich, dem Judenhaß von außen und der Verfolgung im Innern unserer Heimatgemeinde entronnen zu sein. Da, vor einigen Monaten, erhielt ich von meiner Heimatgemeind« die Aufforderung, zurückzukebren. um die Leitung einer neueingerichteien Mädchenschule daselbst zu übernehmen: meinem Manne werde auch eine Stelle als Lehrer eingeräumi werden. Mein Mann wollte von der Rückkehr in die Heimat nichts hören, während in mir nun die Sehn sucht nach dieser erwachte, sowie der Wunsch, wieder in der Nähe der Gräber meiner teueren Eltern weilen zu können. Zudem war das Angebot ein so glänzendes und ehrenvolles, daß er schließlich einwilliqte. doch unter der Bedingung, daß ich voraus reisen solle, um erst zu sehen, wie die Tinge lägen. In׳ zwischen waren die Feiertage herangekommen und da am Ekolko.moed Sukkos die Einweihung der neuen Schule erfolgen soll, so niußte ich gleich nach dem Neujahrsfeste abreisen." Damit schloß Rachel Blumverg ihre Erzählung. Einige Wochen waren verstrichen. Der Wiiiler hotte mit aller Macht eingesetzt. An dir Fürsagerin im fernen Rumänien dachte ich kaum mehr. Eines Abends saß ich im warmen Zimmer, in die Lektüre eines interessanten Buches vertieft. Da brachte mir mein jüngster Sohn ein Schreiben, das der Brief trage» für mich abgegeben hatte, und dabei bat er: ״Schau, Mama! eine ausländische Vrirsmaite, schenke mir sie für m.״ine Sammlung." Da ich mit dem Aus lande in gar keiner Verbindung stehe, wurde ich neu gierig, von >vem der Brief sein könne. Ich riß das Kouvcrt aus und entfaltete einen in zierlicher jüdischer Kurrentschrift geschriebenen Brief. Ein Blick auf die ilnrerschris, verriet mir die Schreibcrin. Der Brief lautete: ״Edle Frau! Sie waren an dem verwichenen Jom Kipur so überaus freundlich gegen mich arme Fremde, und haben meiner Erzählung eine solche Aus mpr י,ןזm »kt* <יm• י •י! «י• >•. — - — - « — — - -- -- - - .. yiKivmu, vufl iuj cu Ul« meine krachte. Ihnen von meiner Heimat aus noch einmal für Ihre Güte ׳,u danken: gleichzeitig drangt es mich, Ihnen die n hcren Un.stände meiner Berufung in die Heiinal mitzuteilen, die ick, selber erst nach meiner Ankunft daselbst erfuhr. Es soll das gleich iam eine Fortsetzung meiner Ihnen am Mozeh Jom Kipur gemachten Mitteilungen sein.!)!ach einer mehrjährigen Abwesenheit von meiner Heiinal daselbst angelangt, fand ich gar vieles ver ändert vor. So manche, die ich in der Bollkraft der Jugend zurückgelaffen, waren siech und trank geworden und viele ruhten bereits draußen auf dem guten Drt. Dagegen waren aus den Kindern Jung linge und Jungfrauen geworden, oder sic waren berei!s verheiratet. In, Hause unseres Leindes, des ehemaligen Rosch hakohols. war eine sehr traurige Veränderuug!wrgcfallen. Marlus »nd sein Weib waren beide gestorben. Letztere an den Folgen einer frühzeitigen Niedcrtunst. ersterer an einem Brustübel, das sich bei seinem vrrkümmrrtrn Knochenbau heraus׳ gekilvet hatte. Dafür hatten die Zwilling« glänzende Partieen gemacht. Der nach der Verheiratung!einer Töchter vereinsamte Mann hatte Muße, über sein veroanaenes Leben niiebriibenken. Do mochte er auch des Unrcchts sich bewußt geworben sein, bas er mir und meiner ganzen Familie zugefügt holte, und nun war in ihm der Wunsch aufgetaucht, es einigermaßen wieder gut zu macht n, soiveit dies eben geschehen tonnte. Dazu bol sich ihm Gelegenheit. Der allein stehende Mann hatte sein großes Woknbaus als Mädchenschule eingerichtet, um einem iüblvaren Bedürfniffe abzuhelfk., und ein großes Kapital zu deren Erhaltung ausgesetzt. Er knüpfte an diese Schenkung nur die eine Bedingung, daß man mich und meinen Mann zurückberufe, mir die Leitung dieser Schule übergebe und ihn als Lehrer anstelle, mit einem Ge halte, der unsere Bedürfniffe hinlänglich decke. Als die Schule eingerichtet war. besuchte ich Reb Awrom. um ihm meinen Dank anszusvrechen Er war etwas leidend, doch erhellten sich seine Züge bei meinem Anblick auf eine wunderbare Art. Seine erste Frage war, warum ich allein aetommen sei und wann mein Mann uackkomme. Ich antwortete der Wahrheit gemäß. Laß er die Gewißheit haben möchte, ob unsere Stellung auch von Dauer sei, bevor er seinen sicheren Posten aufgeb«. Der Kranke sagte rasch: ״Schreib« ihm nur. er möge sofort kommen, denn dafür ist aesorgt. daß Euere Anstellung eine gesicherte und mit gutem Auskommen versevene ist. Dann wünschte ich auch, daß Du Deine Wohnung im Schulgebäude, meinem ehemaligen Hause, bald beziehest, und mich als Pensionär zu Dir nimmst. Du hast Deine seligen Eltern so gut gepflegt, daß ich rin Gleiches von Dir erwarte, und dann möchte ich im Schoße Deiner Familie, der ich so viel Böses zugefugt. meine Tage beschließen. Gotk hat gerichtet zwischen mir und Tür." Bei dem Ilmbau des Hirschseld'schen Hauses blieb das Meschiachstübel unberührt, und Reb Awrom ist von dem festen Glauben beseelt, daß der Meffias bei seiner Ankunft dort sein Absteigquartier nimmt, er möge noch leben oder schon in der Welt der Wahrheit sein. Ich aber will dafür sorgen, daß das Amt einer Fürsagerin in unserer Gemeint entbehrlich werde, indem ich mich destrebr..unseren weiblichen Nachwuchs derart heranzudilden. daß die Frauen ohne fremde Hilfe sbrem Bedürfnisse nach dem Ausdrucke der An dacht in der keiligen Sprache Genüge tun können. Dies war der Brief von Rachel Blumverg, der etwmaligen Fürsagerin. lüdifdie Kinderlieder. I. Ter Schabbos kommt. Alle Arbeit ist zu Ende. Blei und Feder hat jetzt Ruh, Und wer immer noch nicht fertig, Klappe doch die Bücher zu. Schnell die Haare glatt gestrichen. Das Gesichtlein abgewischt. Saubre Hände, sauvre Kieioer, Weißes Scdürzchen fehle nicht. So nun haltet Euch fein stille. Denn der liebe Schabboe naht. Und wir wollen ihn begrüßen Froh im stböiisten Tchabbosstaat. Licht A n z ii n d e n. Herbei, Ihr Kinder, kommt alle herbei Mütterchen Hai dev. Tisch gedeck* Har die Kerzen aufgesteckt: Ich soll'» Euch verkünden. Gleich wird sie entzünden! Pst! Still, kein Geschrei! Nur in liebe, Helle Gesichter Leuchten gern die Sabbatiichter. III. U « > W E . 'E Ei, du kleiner Hemdenmatz, Was fällt dir oenn ein! Läuft man denn so splitternack Jv die Stub' herein? ״Sdnr Kleider laufen dock, Draußen Hund und Katz!" Aber's Kindlein darf es nicht — Hör', mein lieber Schlitz: Hündchen hat ein dickes Fell, Kätzchen seidnes Haar. Und ein weiches Federkleid Hat die Bogelschor. Er. der für die Tiere sorgt. Hat an's Kindlein auch gedacht. Und Er hat e« anbefohlen, Daß man Dir ein Kleidchen macht. Nun schau mal in den Spiegel hinein! Möchtest du immer noch ohne Kleidchen sein הירה. אש תדע את דד: ל הדומה "־אש mn• *%*%%*^«* p*^**tM HM j י '•יי W *N ‘ hrf יאז דחברם יחד בחכמה דרוש ותמצא מה שהיתר. לאבות כלענה יראש. L. Hohen, Borken i. W.

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