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Der Israelit · 1906-01-18 · 3 (18.1.1906) · p. Seite 14

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
3 (18.1.1906)
Date
1906-01-18
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Nr 3. «fttc 14. Ter ■'־U.'jelu. 1H Januar lünt». Nee»»' Ctimmi h<t44» K4»» »זי•«זז h r erb »ייף^ יי• יזיז - ■ - - J V •ו••••••» •^•v* v*»»V4» v v^VMVMt <^vii angenommen und Jechiel sah ihn fragend an. ״Sie hat mir Vorwürfe gemacht, daß ich nicht im Stande wäre', ein Laibchen Brot herbeizuschafstn. Kenn sie mir einen Schlag ins Gesicht gegeben hätte, es hätte mir nicht so weh getan ... So etwas einen! Manne, der sich sein Leben lang sauer und bitter sein Brot verdient hat. zu sagen! Was sagst Du zu so 'was?" Ohne Iechiels Antwort abzuwarten, war Berez wieder gegangen und dem nachblickenden Schneider aus den Augen verschwunden. Der Schuster begab sich auf den Geschirrmarkt. Der Gang war notwendig, ede er mit seiner «Gattin Abrechnung balten konnte. (Fortsetzung folgt.) Hyeivrick eer. 1*1110 Erzäblung von Friedrich Nott. >30 ״Weißt D», trag mit eben wieder einfällt?" sag!» Moriz, ״gestern, als Mela nach Hanse gelaufen ist und ich aus einen Augenblick das Zimmer verlassen habe — keine fünf Minuten wird es gewesen sein, daß ich wieder hereingckommen bin — ich hatte grade mein Messer angesehen, weil ich ein paar Tauben schlackten loollte. Dann aber habe ich mir gedacht, so lange das dumme Gerede anhält, ist e? besser, nicht zu schlackten; wie ich aber das Messer fortlegen will, ist es nicht da. Ueberall habe ick es gesucht und kab's nicht gesunden. Und auch ein kleines Maßesefer, in dein ich gelesen batte, ist weg. Wo die Sachen hingekommen sind, mag Gott wissen, ich begreife es nickt. Aber ick habe mich jetzt nickt getraut, gegen die Bäuerin zu erwähnen, daß ich sie vermisse." ״Daran bau Du reckt getan," erwiderte sein Bruder, ״in solchen Zeiten darf man vom Messer nickt einmal reden." In Wirklichkeit billigte Efraim cs jedoch keinesweas. daß sein Bruder den Verlust seines Messers seiner Winin verschwiegen batte, es schien offenbar entwendet worden zu sein, und zu welchem Zwecke? Aber er wollte seinen Bruder nickt nock mehr denn׳ rubigen. Gleich am folgenden Tage beabsichtigte :r nack Wien zu fahren, um mit seinem ehemaligen Scküler, Dr. .Heinrich Beer, die Angelegenheit zu de sprechen. Moriz süblte ßck jedoch durch die Zustimmuna seines Bruder?- wesentlich beruhigt und in r-ebaaluckstcr ^!!mmung nahmen beide das Fruhstür ein, das??!ela eben aus den Tisch gestellt batte. Dass das Mädchen bleich und einsilbig war, tonnte unter den obwaltenden Umständen nickt auf?allen, wenn auck niemand ahnte, daß die Sorge um dcn Vater nickt die einzige war, die sie drückte. Der Tag schritt vor. Efraim batte sich noch im Lause des Vormittags in seine eigen? Wohnung be geben, doch verst rocken, gegen Abend wieder zu kommen. ״Seien Sie beute Abend unser «statt." bat Frau Nein, ״wir haben Fisch mit polnischer Sauce, das ist dock Ihr Lieblingsgerickt." Eiraim versprach lächelnd der Ginladung nach uitommen; jetzt aber machte er sich vor allem aus den Weg nach der Ncuseld'schen Fabrik, »m sich nach der Adrcsse des Dr. Beer z» erkundigen, denn er hatte keine Ahnung. daß sein Nesse Tags zuvor in der KanUei desselben gewesen war. Frau Irma begrüßte ifm, wie immer, mit herzlicher Freude, aber sir ließ ihn nicht so rasch wieder fort; er mußt« dort zum Essen bleiben, und es war beinahe Nesperzeit, als er seine Wohnung wieder betrat. Am Eingang zu derselben kam ihm seine Hauswirtin entgegen. ״Soeben war Ihre Nichte hier; sie schien in höchster Aufregung und bat mich. Ihnen zu sagen, Sie möchten sofort zu Ihrem Bruder kommen. Was geschehen «st, weiß ich nicht, ich habe nicht verstanden, was das junge Mädchen gesagt hat, s?« ist gleich wieder fortgelaufrn." Von unheimlicher Ahnung erfaßt, entsprach Wcißkopf sofort der ihm übermittelten Aufforderung und begab sich eilends in die Wohnung seines Bruders. Hier traf er alles in größter Verwirrung. Seine Schwägerin rannte händeringend und laut weinend in den Zimmern umher, während ihre Tochtrr slumin und bleich, wie der Stütze bedürftig, gegen einen Sessel lehnte. ״Um Gott! Mela, was ist geschebrn? wo ist der Vater?" ״Verhaftet," stammelte sie mit verhaltenem Schluchzen. ״Verhaftet?" wiederholte er fragend und griff sich an die Stirn, als wäre er außer Stand« den Sinn des Wortes zu erfassen. ״Sie haben ihn fortgeführt in einem geschlosscncn Wagen." fuhr das junge Mädchen schluchzend fort, ״ein Gerichtsdiener nnd ein Herr mit einem Vcrhaftsbefehl." Wie vernichtet sank Efraim in einen Sessel und barg das zuckende Antlitz in den Händen. ״Nun. was sagen Sie denn dazu?" rief seine Schwägerin, indem sie laut weinend vor ihm stehen blieb. ״Ist das eine Gerechtigkeit, daß einem so frommen Menschen wie Moritz so was treffen muß — Sollt' man nicht meinen, der allgerechte Gott hält' sich schlafen gelegt, daß er so was zulassen kann?" ״Versündigen Sie sich nicht, Schwägerin," cr widerte Efraim ernst, indem er sich aufrichtete und die Hände sinken ließ, ״wenn Sie gehört hätten, wie Moritz sich darüber ausgesprochen hat." ״Das ist's ja, was ich sage." ries sie noch lauter schluchzend, ״so ein Mensch' — so brav, so gut, so fromm, so unschuldig wie ein Kind!" — Seltsam kontrastierte mit der Verzweiflung seiner Angehörigen die, man könnte fast sagen, heitere Nube des Verhafteten. Zwar, er war ein Mensch, im ersten Augenblick empfand cr diese Ruhe keineswegs; war er doch hcrausgeriffen worden aus dem Ureis seiner Familie, wie ein Verbrecher eingesverrt worden in eine düstere Zelle, deren einziges Fenster mit einem eisernen Gitter versehen war. Wie lange er da auf der Holzbant gesessen war mit gerungenen Händen, das wußte er selbst nicht. Es war bereits vollständig Nacht, als er sich aus seinem dumpfen Brüten aufrasste, der Vollmond warf sein fahles Licht durch die Fensterscheiben; in der Zelle herrschte Dämmerung. ״Es ist Nacht." flüsterte Weißkops inden! f aulstand, ״Zeit. Maäriw zu beten." Und halblaut bcgann er jenes herrliche Gebet: ״Und Er, barmherzig, sühnt Sünde und läßt Der derben nicht eintreten, nimmt wiederholt seinen Zorn zurück und läßt seinen Unwillen nickt ganz wach werden." Ein Strom von Tränen entstürzte seinen Augen, seine Worte erstorben in lautem Schluchzen. — Dann , al'er nochmals und abermals wiederholte er schluchzend: ״Und Er. barmherzig, sühnt Sünde und läßt Verderben nicht eintreten! — C mein Gor!' mein Gott! ich danle Dir! — Du willst auch meine Sünde sühnen, willst auch mein völliges Verderben nicht eintreten lassen, darum Hai Deine Barmherzigkeit mir diese Strafe gesandt, und lvenn ich diese überstanden habe, wirst Du mir verzeihen. Mit voller Zuverficht hoffe ich auf Deine Gnade." Da ward es auf einmal still und sanft in seinem Herzen, er atmet hoch auf, frei und leicht, und eine heilige Freude erfüllte seine Brust. Abermals begann er: ״Und Er, barmherzig, sühnt Sünde und läßt Verderben nicht eintreten. nimmt wiederholt leinen Zorn zurück und läßt feinen Unwillen nicht ganz wach werden. Gott verleih! Heil! Der König ist's. als welcher Er uns erhört am Tage, da wir rufen." Dann sprach er das ganze herrliche Gebet bis zu Ende, nie im Leben hatte er mit solcher Andacht, mit solcher Inbrunst gebetet, aber nie >m Leben hatte er auch die Macht des Gebetes so empfunden, wie in dieser Stunde im Kerker. In den Vormittagsstunden des solgenden Tages hatte er das erste Verhör zu bestehen. Bescheiden, ruhig und mit unübertrefflicher Klarheit beantwortete er alle an ihn gerichteten Fragen. Nur einmal um zuckte ein leises Lächeln seine Lippen, als ihm näm lich mitgeieilt wurde, daß er des Mordes ver däcktig wäre. ״Das weiß ich," erwiderte er, ״die dummen Bauern behaupten, ich hätte das liebliche, kleine Bübchen geichächtet. Sehe ich denn etwa aus, wie ein Mörder?" ״Nein!" versetzte der Untersuchungsrichter, di-, achtunggebietende Persönlichkeit des vor ibm Stehen den mit forschendem Blicke betrachtend. ״Sie macken keineswegs den Eindruck eines Menschen, der imstande wäre, uni irgend eines materiellen Vorteils willen einen Mord zu begeben. Aber Sie machen allerdings den Eindruck eines Märtyrers, der freudigen Herzenselbst das Sckiverste vollbringen, selbst das Aergste über sich ergehen lassen würde, wenn er dadurch einer durch seine Religion ihm gebotenen Vorschrift ent sprechen würde." ״Ich danle für die gütige Beurteilung," sagte der des Mordes Verdächtigte mit leichter Verneig ung, und wieder huschte es wie ein Lächeln über Win faltiges Gesicht ״Da es aber in unserer, alle Gebiete des Lebens umfassenden Gesetzessammlung keine einzige rcligionsgesetzliche Vorschrift gibt, die den Mord gebietet oder nur gestattet, so hoffe ck mit Zuverficht, daß die Unmöglichkeit erkannt werden wird, daß ich den Mord begangen haben könnte." Der Untersuchungsrichter zuckte die Achseln, dann aber, den Beschuldigten fest anblickend. fragte er rasch: ..Wie erilärcn Sie'L, daß Ihr Schlackt messer in dem Schuppen gefunden worden ist. in dem das Verbrechen v°rübt wurdc? und außerdem ein zusammengeknüllkes Papier mit hebräischen Buck staben —״ Emen Moment sprachlos vor Staunen, starrte Weißkops mit weit aufgerissencn Augen den Fragenden an. Dann stammelte er: ״Mein Messer ist in dem Schuppen gefunden worden?" — ״Freilich, freilich, Ihr Messer. — Spielen Si: nickt den Erstaunten, ist denn das nickt Ihr Messer, das dort a»s dem Tische liegt?" Weißtopf neigte sich über das bezeichnete Messcr. es in Augenschein zu nehmen. ״Das ist allerdings mein Messer, aber wie sollte das in den Sckupven gekommen sein?" ״Diese Frage habe ick an Sie gerichtet, und ick bitte, dieselbe z» beantworten." «Fortsetzung folgt.) Für de» Inseratenteil ist die «edaktiou nicht verantwortlich; insbesondere ist eck ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltene» (»mviedlnugen ritueller Ware« oder sonstige Angaben religionckgesevliche» Ebarakterck aus ihre Zuverlässigkeit zn^ prüfe«._ Mein diieschaft steht 11111er Antnlcht deck hiesigen Kahliinni», Sr. Ghrw. Dr. Kachel bacher. M. Kroll 11 Nachfolger, Inhalier .Inlinn (Toldsrhmidt. ניגיי I»• FleUch-, Wur*twaren- <*e|»llfigel• Aufachaitt. "בשי HKKI,1X Wiintttra*»? 17, Telephon-Amt VII. 1B5tt. <4271 Es»« für mein Tainstag« unb tricrtage streng geschlossen *ta miUrtartnittnuni Mrfeitt rinnt tiiditigrn Pdlonta* bot amt! Netner» i*anbtourfn Au 11 :*rn bat. sowie einen Lehrling sreier Noit nnk> Loa!« in! ' u?e. Auskunftei Ernst (holdfreund. Berlin S. 42, Prilijcililr. Är. 13. Privat-Auskünfte 8 Olk. obu« lebe Nachzahlung, prompte auckfiihrlichr I -nnd dtckkrete ... . : 1 ünur ■trtnc ritatllir Auflicht Sr, starrno ^oldschmidt 11.. nM ו I ehr», dt« Herrn Rib. Dr. Hobt! la etrrbfrt*. lE'.. . » » » AtA ♦י ־•־־•י UnwreloM: 38,04 •M H»ln*l»t!»». — Siiohmaoklit. — ■•rvMttirkMd, AptttitMr•!•»!, Kriftimd. — Airitl. — 125 Sr.-Piskuiit ■k. 2.S0 'mm »172 in d.Apoth.,uro nicht liefern direkt frk». Tniliauarnd 14 Ir In. frukfarl 1 ■ Cudit einen angebenvon VäckkrgkhilfkN. Schabbo« ». Jointos geschlossen. Bernhard Mauer, Langenselbold «42)5 cvjcxi cxxx3 Ein Hingern selbständiger Elletzgergeselle kann sosort eintreten be«!4227 Keopold Meyer; Mekgermeister. Worin« a. Rh. Kämmererstr. 63. CXXX3££XXX2

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