Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 2 (11.1.1906)
- Date
- 1906-01-11
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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')Ir >. itltt |H Ter fc-viirlit. 11. ,'ulltllilV UN Hi. klärt sich daraus, rs liegt etwas Veraltetes, etwas Unzeit gemäße» über dem Buch. Tie nicht mebr neue fakel. die ihm z» «Grunde liegt, der überlebte «Grundgedanke von der Erlösung au« dem Indentum durch deutsche Lineratnr und jkuiisi. weckt beule keine Resonanz niebc. llnd so baben wir da» mit sittliche!» tarnst und kü»stlerischer *traft geschriebene Buch mit bedauerndem Kopsschüttcln aus der Hand gelegt. n. Der Kalender der Jude». Vollständige Anleitung zu seiner Berechnung für alle Seiten von '.«l K 1 ss» e r. Karlsruhe Verlag der Hosbuchhandlung Job «kutsch. Preis geb M « Ter Ausbau des jüdischen Kalenders, der für den größten Teil des Laienpudliknms ein Buch mit neben Tic gel» ist, und a» dessen Tlndiuni nur wenige beranlrelen, ist im vorliegende» Werkche» in einer Weise behandelt, daß der Uncingewcibte durch cs gründlich belehrt und zu», Ver ständnis des 7!־־׳ gesührt wird. Aber auch dem Wissenschaft lichen Leser bietet es durch die inatbeinatische Veriveiiduug der für die Kalender maßgebende» Ltormen eine Hülle er stauulichcr Resultate n»d f vrnieln. deren Bcnuiznng für jeder»,an״ ein leichtes ist. Von ganz besonderem Werl und dir ans diese Weise entstaiidcncn Tabelle», welche als Au Hang beiqesügt sind und die nach der im Tcrl gegebenen Anleitiina aus jede beliebige Ausgabe schnell die l'ommi er gebe» *0 ist mit Hilfe der Tabelle, die in Übersicht licher Weise nur eine halb? ^ktavseite einnnninl. ermöglicht durch die bloße .Keiuitnis des סי^ד תשרי den «Charakter des betreffende» Sabres zu ersehe», Eine andere Tabelle setzt uns in den Ltand. aus der Angabe der Jahreszahl die betreffende zu erkennen. Von hier ab bietet uns der Verfasser mir noch die fvrnicln. die wir für unsere Berechnungen benötigen, nicht aber die Herleiliing derselbe», dieselbe als in das «stedicl der höheren Matemalik gehörend, ist für den größten Teil der Leser entbehrlich. Wir heben aus dem sehr reichhaltige»?,»hall der Lclirfft »och hervor die Formel», um aus der hebräische» Iadrcszakl das bür gerliche Tat»», der Festtage zu benimmen.!!!» den Beweis ui erbringen, daß wir cs hier mit eiaei» nach allen Teilen ausgearbeircte» Wcrkchcn z» tun haben, das uns durch ׳eine Behandlung der Beziehungen des jüdischen Kalenders zum christlichen besonders frappiert. Rach diesem wohlverdienten Lob soll es in keiner Weiie den Wkrt der Tchrist schmälern, wen» wir einige kleine zs,״wände erbebe», die bei einer spätere» Auslage leicht berülknchtigl werde» könnte», ,für den des Hebräischen Unkundigen wäre es notwendig, das Kap. bvor Kap. 11 wenigstens zu setzen. Be, den?"711 sollte ..?,ach Adin" nicht zu einer Ausnahme znsammengesaßt ׳ein: viel eher wäre dies bei 2"דד: angängig, da!»11 derselben אדי stets Hand in Hand geben muß. Tic Aiisgleichiing des Tonnen und MondzuNns »ach i׳> ^,avren ז ft in Kap 7 nicht w deutlich veranichalilichl. wie es an Hand der Tabelle i f ge wesen wäre wobei sich gleichzeitig die Tchalliabre durch die Voreilung des "ילד ד.ש:: von selb» ergeben ballen. T 1e>e Kleinigkeiten andern wie gesagt nichts ain Werte des Buches, das für jeden, der es in die Hand niminl. Belehrendes und fesselnde» bietet. Tollte es auch », Tchulen Hingang sinden. so ist an einer Tlelle. welche die «klaubhaftigkell der 1!» verkommender! Chronologie!n fiveisel zieht, seilen-׳, de» LrhlrtS eine ,fueackwenaiig dieser Teudeiiz geboteii. J. S. Mofee> MeudelSfoko und die deutsche Aesthetik. ,«^oldnein. Ludwig Verlag von «krafe L Unzer. Königsberg! Pr I '*■ > t J1׳ > Teilen Mk •">. _y Rur wenige .«.«leister der Heber, fiikrendc «deiner »» Reiche der «Gedanken, habe» eine io uneingeschränkte, bc geisterte Anerkennung und Bewunderniig. »ich! gar ttebcr schatzung zu Lebzetre» ,iiahrcn. iva sie -'.'!eics Äende'.Eekn zuteil geworden in Ader nur wenigen bat sich die Aner kennnng in Verkennung, die Ueberschälznng in Unlerichalznug so gewandelt, wie deni wenige?,abrzebnle vorher gefeierten und in allen Tonarten gepriesenen Philosophen und Tchrifl steller. fwar kan» inan Mendelssobn. wenn man ibn im Lichte der «beschichte betrachtet ,t»d von seiner bahnbrechenden kulturellen Tätigkeit für das?,»denlui» absiekt, als Philo sopden und öchri't'teller eine,, ״inbrenden *''<■,וי" im Tinne eines Kant oder Lesung kan», nennen, wobl aber nimmt er unter de» «Seinern zweiten Ranges eine der vornehm,ien und beor»lia»»'1k>1 TtcUe» rin. llinio v»rwu»der«icher in es, daß Hegel ihn 1״ reä>l geringschätziger Weiie t:t eine Reihe stellt mit ״Rieolai. Tulzcr und dergleichen״ itnd von .gehaltlose»,. »lallci» «Gewäsche" spricht, niit dem sich dies, '«.'länner .dkrumlricben". Und wie der Philosoph N״׳ Philolapben .«.!,endclssohn so und vielleicht noch gering schattiger beurteilt der Literarhistoriker Eerviiius de» Tchriil steller und Aeßbetiker Mendelssohn. Er wirst ib!» ״Hber flächlichkeit" und Tilellaiirismus vor und spricht ׳'einen Schriften irden theoretische» Werl ab Ern Kuno ,rischer, dem großen Historiker der Philosophie, in es nächst Tanzei Vorbehalten geblieben. Moses Mendelssohn wieder in ,'eine Rechte einzuietzcii und ihm den Plan »1 der «beschichte des deutschen «Geisteslebens einzuränine». de» ibm Verdienst. «Wellung und Ttellung erworben haben. m■ Ttcic Hhrenrcttung Blendelsiokns. die seitdem bei den Historikern der Philosophie allgemeine Anerkennung gefniiden hat. H.U sich diese iniotern auch bei den Aesihelikerii für ihr «äe b«ct verschafft, als neuerdings, von gelegentliche», gerechteren Urteil,־« Einzelner abgesehen, das Tlubm», der hierher ge hörige,! Tchrislcn Blcndelssobn. um die sich znleizl vornehm lich Brailmaier verdient gemacht b.,1. mit größerem E!׳er betrieben wird. Tic vorliegende Arbeit, die i» ihren «krnndzuge» ielbsi ständig und unabhängig von Brailmaier entworfen worden ist, will eine Ergänzung von des letztgenannten Arbeit sein lind zeigen, welche» Einfluß Moses Mendelssohn auf die Entwicklung der ästhetische» Kritik und Theorie in Deutsch land geübt bat. Tiefe Aufgabe löst sic denn auch in ge diegenster und ergiebigster Weise. Der eigentlichen Dar stellung der ästhetische» Lehre» Mendelssohns, die de» ersten Hauptteil des Buches bildet und an die sich der zweite Teil: Verdienste und Einwirkungen Mendelssohn anschließt, gebt eine kurze lichtvolle Einführung voraus, die in ebenso präziier wie erschöpfender Weise über die Mendelssok» Literatur, über Poetik und Poesie im 1H. Jahrhundert, so wie über Mendelssohns wissenschasllichen Eharakter orie» ticrl. Tie Untersuchung und Darstellung ist hier so viel seitig und gründlich, so tiefgehend im?»halt und doch zu gleich so anmutig und schön in der stilistische» form. daß ne nicht nur den ,forscher, sondern auch jeden gebildete» Leser mit Befriedigung ersüllen und ihm einen edle» i^enuß gewahren wird. Wir erhallen »n ernen Telle eine genaue Analnse der ästhetische» Tchriften Mendelssohns n»d Erklärung aller hier in frage koniinenden Begriffe und Werte und lernen im zweiten Teile das Verhältnis Mendelssohns zu den be dculendsten Tichler» und Tenkern kenne», so sei» Verdienst um Tbakespeare. de» er zuerst, »ud zwar noch vor Lcssing. als de» größte» Tragiker gefeiert und das Verständnis für ihn vorbereitet bat. das Verhältnis der Wechselwirkung in seiner frenndschaf« mit Lessing, dem gegeiniber Mendels sohn nicht nur der empsangende, sondern vielfach auch dec spendende Teil gewesen ist. wofür der Verfasser die bündigsten »nd treffendste» Beweise aus de» Briefen Lesüngs beibringt. Es ist hierbei hochinleressanl zu erfahren, daß die 'Anregung zu Lessings Laokon von einer Bemerkung Mendelssohns in einem seiner Briese an seinen freund ausgegangen ist. Mendelssohn und kaut. Mendelssohn und Herder, 'Mendels soh» und Tchiller sind die Ueberschriftcn besonderer Kapitel, in denen der Verfasser treffende, zusaiiimenfassende Dar stellungen des gegenseitigen Verhältnisses dieser Männer in fragen der Äestbelik bietet und den Einstuß Mendels solnis aus sie nachweist. Mil Recht erklärt der Verfasser in seinem Tchlußivorr die sonderbare Erscheinung, daß Mendelssohn trotz so inannigfacher, vielseitiger Anregniig doch vergessen nnd unbeachtet geblieben ist. aus de» Ver hältniffen, i» denen er lebte, daß er einesteils nichts Abge schloffenes. Vollendetes geboten, anderesleils schon die aller nächste feil in ihrem mächtigen und geivalligen Tchaffe» die Ergebnisse feiner f orschung konsumiert und überstiegell habe. Aber mag auch Mendelssohn nur z» de» lieber gangsmenschen gehören, über die die feil kinwegeilt, so wird doch eine ruhig abwägeude historische 'Auffassung dem feinsinnigen Philosophen de» ehrenvollen Platz in der «*t׳ schichte der Äestbelik einräumen, den er verdient. Hierzu dürfte.die vorlreistiche Arbeit Eoldiieins weseiitlich beilrage». Israel Deutfcbs Briefe an Abraham Muhr. Beul Ken,!!! den Halbfeierlage!! des Hsilte!i>e׳«es .">.'>1>א ,im Oktober IXiT.i Sehr werther freund! Ihr mir werthes (beschenk, den -12.1 במת , wie auch Ihr geehrtes :77 ממשא־ habe ich richtig erhalten; für Beides danke ich herzlich; das ist die einzige 'Münze, womit Lenke meines (Gleichen bezahlt werden können. Ihre freundschaftliche Einladung würde ich mit Vergnügen angenommen haben, wenn ich nicht befürchten müszle, meine Gemeinde dadurch zu beleidigen, wenn ich ׳-׳ abwesend wäre. Außerdem hält mich eine Amtspflicht zurück, ich muß, nämlich als בא־ —ב־־, תלמיד ת־־ה: bei der an שיע abznhaltenden Versammlung Bericht erstatten, und etwas vortragen. Ich muß also für diesmal das Vergnügen Ihrer «Gegenwart embehren. Ifs ist das Loos des Erden sohncs. vielleicht zu seinem Glücke, daß seinen sehn lichsten Wünschen immer Hinderniffe entgegenstehen. Was sie von den ב־.ה:־מ äußern, kann wohl Niemand in Abrede stellen. Es wäre allerdings wünschenswerth, daß man jedes Ding nach seinem wahren Werthe erkenne, daß man das Wichtige vom Minderwichtigen unterscheide: aber nur allgemein anerkannte wahrhaft religiöse Männer können hierin etwas thun. Derjenige z. B.. dem die Entweihung des Sabbath und dir Vernachlässigung des Haman .Klopfens gleich sündlich ist, wird sich nicht über die Unwichtigkeit des Letztern belehren lassen, von dem׳ jenigcn, der auch das erste für gleichgültig hält. Ja selbst Leute, von denen der gemeine Haufe sonst günstige Meinungen hat. würden sich nur verdächtig machen, wenn sie Observanzen antasten wollten, welche die Großmutter in Ehren gehalten. Rur Männer, deren Religiosität außer allem und jedem Zweifel ii!, können und dürfen hierin bescheiden belehren; jede. Andere hingegen würde nur schädlich wirten, niemals aber nützlich werden. Wem es daher am Herzen liegt, seiner Religion in besprochener Hinsicht dienlich zu sein, befleißige sich zuvörderst, alles Eermonielle, das wirklich ת־רת (1קבלת דזדל c משד. ־־שי־אל על wichtig ist, genau und pünktlich zu erfüllen, erwerbe sich durch ächt religiösci, Mandel das höchste Vertrauen des Volkes; und dann, nur dann kann es ihm gelingen, mit Erfolg zn lehren .להבדיל בין הקדש ובין החול*) Sonderbar hört man zu unfern Zeiten die enr gegengesetzten Klagen führen. Diese klagen und leider mit Recht Uber allgemeine Vernachlässigung der wichtigsten Religionsgesetze; jene, über das fort bestehen unwichtiger Observanzen oder gar Miß bräuche; aber beide Klagen bedingen sich gegenseitig. Man vernachlässigt bas Wichtige, »veil auch das Iln wichtige für wichtig gehalten wird, man hält an dem Unwichtigen, weil auch das Wichtige übertreten wird. Wann wird aber die Zeit kommen, wo die sogenannte rechte Mitte an der Tagesordnung sein wird? ׳ Sie berühren in ihrem Schreiben auch den :מ:ד der rv־t:. Was diesen :מ;ד betrifft, so habe ich die Erfahrung gemacht, daß ein besonderes Fatum über denselben waltet. Vor sechs Jahren, als wir hier wegen der Cholera abgesperrt waren, und daher der Preis der במתת übermäßig Hochstand, wollte j-h durchaus nicht leiden, במי־ת zu kaufen, und so war auch ע״ב דדדב für mich keine 7במת vorhanden; aber da traf sich's, daß Jemand zufällig davon Kunde be kam. zudem von auswärts במ־יית erhielt, so daß er ein Stück Überkomplet hatte, und mich mit einem nievtlesteN ivccstci. Halst! brscheiieii, 10T,iii1 7T\: .r. 3 cv ״usind mir an dem ersten Tage לאש הש:ה sämmtlich-e in Vorrath ausgefütterte במתת abhanden gekommen und weg waren sie. Ich zweifelte schon an der Möglichkeit, andere anschaffen zu können, und tröstete mich so gut ich konnte. Aber, dem Eifer meiner Frau sei cs gedankt, es wurde doch ein kleiner Hahn, wiewo! ein schwarzer, wieder aufgetrieben. Aber Spaß bei Seite. Glauben Sie denn wirk lich, daß Dcrjengie, der es redlich meint, und in frommer Einfalt durch den Akt der במי־ת eine gott gefällig« Handlung zu üben wähnt, deswegen, nur deswegen keine Mühe und Kosten scheuet, um diesen Akt begehen zu können: sollte ein Solcher - frage ich - nicht wirklich eine gottgefällige Handlung üben? Könnten S i e das glauben? Ist «in solcher Mensch nicht mehr Werth, als Der׳ jenige, der die tiefsinnigsten Abhandlungen vorlies«, und sich vom Eathedcr ins Winkelhaus schleicht י freilich rede ich hier nicht von demjenigen, der siet׳ durch ceremonielle Handlungen von Menschenpfliänen entbunden hält; ich rede hier nur von dem Einfältigen, aber kindlich Frommen. Der Heuchler wird auch als Philosoph heucheln. Müssen wir gegen llebertrcler iolerant sein, so müssen wir es nicht weniger gegen Einfältige. Wir sollen daher die Schwächen unserer Brüder geduldig ertragen, sie sanft belehren, aber nicht bitter tadeln, sobald sie nicht aus Böswilligkeit fehlen. Der Styl und die ganze Form meines Schreibens wird Sie überzeugen, daß ich Eile habe. Sie ent schuldigen die Nachlässigkeit Ihres Sie hochschahenden Freundes I. Deutsch. lf vriscizuiig folgt». t) Da» «MeH de» Moscheb und Tilrael. czemütz der Uebcr׳!!cse-cuuA de, Weisen s. 51. 2) Einen Unter'ch'ed »u machen zwischen heilig und unheilig. T. T