Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 2 (11.1.1906)
- Date
- 1906-01-11
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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ז 1 Uleraris €in iiid. JVpoftel des Cbrifientums. fäifdwn verschiedenen Auslegungen hatten usw " Als Beweis für Hese Gharakteristik wird die Stelle Aboth II I, 17, angesährt, und zwar in folgender verwendete sie für andere ,*Zwecke! Ja. lautet die Antwort, diese kauen die Alerandriner aus Privat » itteln gebaut. ׳.',aclwrua verboien. > Schluß.) Die Amhaar׳.; aber, die (Gegner der Schritt gelehrten, werden von?friedländer in den Himmel gehoben,?7ie als einen unwissenden, religiös und sittlich vertommruul Pöbel hinzustellc.!, iss nach seiner Bleinunq ungefähr dasselbe, wie wenn ״der in seinem Bestnstand sich gefährdet wähnende ungebilHte Spießbürger die zur?rahne der Sozicildemotralie schwörenden und .nt einem eigenen Stande sich organi siercnden Proletarier aller Länder als eine gefetz und zuchtlose Bande sich vor'tellt. ohne zu ahnen, von f י 0 1 i י' י ^*•**T? fli/wfiA SiaTa V* 1A 1,1111 V.H1UC «.Ul1. l^UU )1 f V*► *. Bewegung getragen wird." >2. xn., Herr?fried länder behauptet, es bade unter den Amhaarez Männer gegeben, welche Unterricht erteilen konntcn und auch erteilten, und führt als Beweis dafür eine einzige Stesse (Dofephta Demai I!, an. Sehen wir uns diese Stelle etwas genauer an: sie lautet: בן •זב־ שלב־ אצל עב דא־־ז עבי ב שיד־ אצי ע: •־ ־ - IM-‘ -!יי I א Dieses י:־? übersetzt?friedländer ..in die Schule geben." Woher weih er denn aber, das; es sich hier nicht um einen Amhaarez handelt, der oem Sohne der ־:־ im Handwerl Unterricht erteilt? Nach .Uidduschin -A׳I> jss der Pater verpflichtet, seinen Scbn einen Beruf, ein Handwerk lernen;u lassen (-••*•}י?ך\^ * ן Urtfrri'tt riir!זזסי?irfn? G Haber erteilt werden darf, wird nirgends gesagt. Diese Ausfassung des ":1שי erscheint aber dem ganten Zusammenhang der Stelle nach viel wahrscheinlicher. Ueberass, meint Jriedländer, leuchtet die Dat sache hervor, das; die Amhaarez sich skrupellos über gewisse, von den Pharisäern als von Gott selb st angeordnet be;eichnete Satzungen hinlvegsetzten. Als Beweis hierfür er wähnt er die Stelle Bcrackot 471», wo verschiedene Definitionen des Amhaaret gegeben werden. Da werden als Kennzeichen des ע־־ die Vernachlässigung des Schemalesens, des Dephillin, des Zizith. des Mesusagebotes angeführt,?frtedländer scheint also diese pentateuchischen Gesetze als von den Pharisäern erst für göttlich erklärt zu betrachten. Als die hervorstechendsten Merkmale eines Am haarez bezeichnet unser Autor: Die Absonderung von den pharisäischen Sch.iftgclehrten und die gesehessreie Dichtung. ״Dieser Klasse von Volksgenossen." fährt er fort, ״die in ihrer gesetzesfreien Richtung so weit gingen, daß sie Sabbat und Festtage gering achteten, die Beschneidung verwarfen, die Schrift nicht der Ueberlieferung gemäß auslegten, wurde der Anteil am künftigen Leben abgesprochen, obgleich sie Werte der Menschenliebe übten und sich des Studiums der Dbora beflissen. — Gs waren sonach nickt nur s i t t? l j ch gute und fromme, sondern auch schrittkundige Leute, die aber ihre eigenen, von der phari ,rvrm: Ali: schlagen die 2teile in Aboth;sowie auch die Parallelstelle Sanbedrin!»!(!,! auf, und linden dort oie folgende Fassung: c;• ד ב ־ --7M7-- -x. ----- -x- ב:*ב ב־,-- ש-א ב : אעם ש־ש ב— ־,— ידע־ ב א" י¬ ¬רק יי* 1 ־• lim also seinen Dhpus des Amharrez herauszubetommen, hat Herr?friedländcr ungeniert einige .iu-mlhiuit vargenommeu. Das ־;־י א־״ דזק־ש־ב:- schien ihm nicht ganz passend: auck ein qefefcecfreier Mann, mus״׳ wenn er sittlich gut iss, das Heilige achten. Schreiben wir dafür .״;:rדב־זיל א־. ־ das paßt besser zu dem .־סב*־ א־! , und die Sabba^entweihung läßt sich eher mit einer hohen Stufe der Liltlichteit vereinigen. Voilenos würde durch das ־ב־־• ב־ב־ב -:c ביבק-! das ganze Bild verdorben werden: denn wer seinen Nächsten ösfent-!ich l-rschamt. also die Menschenwürde geri.ngschätzt, kann doch wohl nicht als sittlich gut und fromm hin gesiellt werden: wir streichen also diesen Passus. Griss einleuchtend, daß man durch die Anwendung dieser Methode aus allem alles beweisen kann. Auf derselben Höbe ftebt der angeblich schlagende Beweis für die Behauptung daß die Stmagogen oer Amhaarez, ״in welchen ein ganz anderer Geilt, als der pharisäische, wehte," den Pharisäern ein Gräu-l waren, und daß sie die Prosanierung derselben ge statteten, ganz anders als bei ihren eigenen, die sic selbst dann heilig hielten, wenn sie zu Ruinen ver falle» waren. Gs wird hier eine Stelle aus oem Ieruschalmi Megilla 7:׳>I angezogen: ד ע ש־ ב־ב״ אל-ע- ב־ב* צ־׳־ ש^ק־ בי־ ־::ב; שי Daran wird die Bemerkung geknüpft: ״Die Pro׳ fanierung einer den Juden der griechischen Diaspora angehörigen Synagoge, wie solche die Üarur. Alerandriner, Kyrenäer usw. in Jerusalem hatten, fand man nicht im mindestens anstößig. <S. סל.)" Die angeführte Stelle lautet ׳m Zusammenhang: ¬¬בא -א-. אב- בבי-! s.-w י• שב־אל ב- *.-!ב: בשב ש¬ אי: א ־ r T. h.: Wenn die Mischna sagt, man dürfe ein "ב-.!-ב verkaufen, so bezieht sich dies nur auf eine Privatsnnaaoge: ein allgemeines Betkaus aber darf nicht verkauft werden denn es wäre möglich, daß auch ein fremder daran Anteil hätte, und über diesen Anteil dürfte man nicht ohne loeiteres verfügen. Darauf wird eingewendet: R.!Mieter kaufte aber doch einmal eine Synagoge der Alerandriner und Gs witd also hier klipp und klar als Grund für die Profanierung angegeben, daß es sich um ein aus Privatmitteln errichtetes Bethaus handelte, ein Grund, der ebenso Platz gegriffen hätte, wenn es sich um die Synagoge einer streng pharisäischen Gemein schalt gehandelt hatte,?friedländer aber unterstellt eine Animosität gegen die Amhaarez als Grund, ohne in den Quellen irgendwelchen Anhaltspunkt dafür zu haben. Man begreift es danach einigermaßen, warum Herr?friedländer es von vornherein (Vorwort, S. .\ .\ 11 ablehnt, sich mit dem ״literarischen Plebejertum" der Rabbiner und Seminartheologen auseinanderzusctzen, ..an deren pseudopharisäischem Stumpfsinn alle Logik!(Deitert," und sich iiever an die gebildeten Laien wendet. Gr hätte aber trotzdem seine?Fälschungen etwas weniger plump machen sollen. Denn schließlich könnte auch einmal ein Laie daraus kommen, eine Stelle in Aboth nachntschlagen und mit dem ,*Zitat des Verfassers zu vergleichen. ifinen Stein des Anstoßes bildet für unseren, die ״gesetz.'sfreie Richtung" so begeistert vertretenden .'luto: die Datsacke, daß die Gvangelien von dem Stifter des Christentums selbst das Diktum tra- Heren: ״Bis daß Himmel und Grde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Sütel vom Gesetze, Hs daß alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wiro der kleinste heißen im Himmel reich,!oer es aber tu! und lehrt, der wird groß beißen im Himmelreich." Doch er tveiß sich zu helfen. Man meint damit nur ein Leben ״im Geist", aber nicht im Buchstaben des Gesetzes. Und man meinte, so wenig das auch aus jenem Ausspruch hervorgekt. über- Haupt nicht das ,-Zeremonialgcsetz.?friedländer sieht aber doch ein, wie haltlos diese Auslegung ist, und suckt nach -inem anderen Ausweg. .Das Genie," sagt er, ״ist aktiv und schöpferisch bereits in der Art, wie es die Dinge auttaßt und erblickt. Gs trägt dort, wo der Älltagsmensch stumpfe, monotone Realitäten sieht, in die Phänomene den Strahl feiner eigenen reichen Innenwelt.?für Jesus war also auch der Buchstabe, dessen Rechte er vertrat, nicht mehr Buchstabe, sondern geistiger Wert sS. UV)." Herr?friedländer möge sich diesen Unterschied in der Art, wie die verschiedenen Menschen das Gefetz auf fassen, nur recht klar machen: vielleicht wird ihm dann auch eine Ahnung aufdämmern von der ab grundtiefen Kluft, die seine banausische Auffassung des Gesetzes von der pharisäisch rabbinifchrn deS überlieferten Judentums trennt. Das Ideal, für tvelckes?friedländer schon lange kämpft, ist die Gntnationalisierung des Judentums. Gr hat damit wenig Gegenliebe gefunden, und daher seine Wut und Grbittrrung. Das Judentum, meint er. habe seit Jahrtausenden nichts mehr geleistet. ״Und wenn wir der Welt nichts mehr zu sagen haben.