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Der Israelit · 1906-01-11 · 2 (11.1.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
2 (11.1.1906)
Date
1906-01-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit 111 Ein Cestralorgan für das orthodoxe Judentum II I)ן Begründet Den Dr. Lehmann in Maine Ul 47. Sayrganli. £ r n n h tu 1• l n. 177., dl-u }}’ U70d 14. '’T'eUi'tlj rbbb Ter Israeli« erschein! jeden Tonncrstag ׳!lbonoementel: G׳ewöh»liche Ausgab RU I.M1 viertel,abrltch, Heslausgabe auf Hinistdrulkpapier Mk. vieneliahrlich. r.'lu-jLuif: preise siir die gew. Ausgabe. Oesterreich - Kr.. Rußland I lind., England -!«11, 'Jlnicvifa cts, ׳.'iiederlande 1, 2״ ti.1 '1י bomicmcnt« W'i alle» ׳Kenn,matten. Buchhandlungen, ienne direkt bei der Erpedilion, Henansgabe nur direkt. Inserate: st" Pfennige siir die sechsgeipallene i׳dienet.seilen Rabatt nach Jam m>1erale»annai»ne 1mr durch H a a s e »st e i n 4 V egte v '.H. in ,fiaiiftuvi a. ׳.st, und deren ,fi'.ialen Tiefe Nummer ist 20 Leiten stark. Bielseitigen Wünschen nachkommenv, haben wir hübsch ausgestattete?a1n11winu1pf>ett;um Ausbewahren ver Israelit-Nummern anfertigen lassen und stellen dieselben gegen Einsendung von Hk. I —, unseren Lesern;u Elersügung. käckbliek. Auch in T e 111 s ch l a n d bat daabgelaufene Iaht einen wesentlichen Aufschwung der zur 'Per wirllichung deortbodoren Judentums entfalteten Bestrebungen zu verzeichnen. Tie destruktiven Tendenzen de- Verbandes der jüdischen Lehrer Ver eine veranlagte aus dem Boden des ortbodoren Judentums stkl-endc, gesinnungstiichtiqe Lehrer aus diesem Verbände au-zuscheidcn und sich dann zu einem Bund g e s e tz e s t r e u e r jüdischer Lehrer (C* Oifuf (fmunoi zu organisieren, den! auch der Verein der jüdischen Lehrer in den R a b b i n a t s b e z i r l e n >5 m d e n , Oldenburg und Bremen sich anschlosz. To bedeutsam und bvctferfrculich Tchr'lt an und für sich ist, so verdient er noch besondere Be achtunq deshalb, weil er die zielbcwufzte, selbül'se l^esinnunaslüchtigleit so ansebnlicber Teile des jüdischen Lehrerstande? in Teulschland über jeden Z!'-eifel vor aller Well lonstatiert und weil ein so ge actcier Lchrersiand zu den schönsten Hoffnungen riir die fugend berechtigt, deren Ernehlinq ihn: anvertraut ist. Tie Tyr eie Vereiniguu g für d i c Interessen des ortbodoren 11 D c 11 tums zu ,Frankfurt a. M. Kat das Verdienst, auf klärend und anregend auf diese und äbnliche Bestrebungen in ertpriesztilltec 'uSei,c ciunciuiul zu in!den. Tiefe Vereinigung wird durch ibre energische und kingebeude Pflege aller in ibr Ressort einschlagenden Anliegen von Jahr zu Jahr mehr als die berufene, eigentliche Vertretung der Ortbodorie in Teutschland erkannt und anerkannt. Tie hatte im abaelaiifenen Jahre wiederholt Veranlaffung. nach verschirdenen Testen bin die Interessen deortbodoren Judentums zu vertreten und ivird allem Anschein nach in der nächsten Zeit noch mehr dazu berufen fein. t5s macht sich in unserer Zeit ein Zug nach Ver cinig 'ng, Annäherung und Verbindung innerhalb der zeitgenössischen Jude,,heit geltend, der ohne Be rücksichtigung des religiösin Moincnts und der Ge fahren, die ihm aus diesem Wtge drohen, einen Zu sammenschlufz anstrebt. Tiefe Bestrcbnngen haben in dem Verband dcuttä, er Juden verrits feste r»ieftalt angenommen. 15•? tft das Verdienst der Ireien Vereinigung für die Interesien des ortbodoren Judentums, aus das Bedenkliche dieser Bestrebungen hingcwiesen zu haben. (5s wird, wenn nicht alle Zeichen trügen, eine solche Aufklärung der öffentlichen Meinu.nc׳, und der staatlichen Behörden in nächster Zeit ganz besonders geboten sein. Zwei ähnliche Veranstaltungen: Ter Verein zur Förderung der religiösen In t e r e s s e n des I u d e n 111 nt 6 in West falen und der gleichartige Verein für Rheinland dürfen besonders bei dem oft steinigen Boden, aus dem l'*0 4Tt xU > . I | UUIU 11 um v%ivmvv»v« <'kenugf»1mg auf seine ertoriestliche bisherige ttllirk farnfeit zurückblicken. In anderen Tlaaten, besonders in frank reich, durch die daselbst nun gesetzlich sanktionierte Trennung von Tlaut und .stirche, hat das vergangene Jahr für die französische Iudenheit eine Aenderung von einschneidender Bedeutung gebracht. Während bis jetzt der Ttaat für alle Bedürfninr de? jüdischen .stultus aufkam, wird es von nun ab Zorge der Gemeinden sein, die Mittel für ihre Beamten und Gr meinde Institutionen aufzudringen. 156 fehlt nicht an Beurteilcrn, welche deshalb der Zukunft des Judentums in Frankreich kein günstiges Prog nostiton stellen. Wir teilen diese Befürchtung nicht. Wir glauben im Gegenteil, das, die Rotwendigkeit für KktllMS f«8llkt01ti. Tit IltdtmKt rinn iöii. Srarink in türimi. Von Louise Taubei. i:Nachdruck verholen. 1 gin Lause diese? gab re? kielt ei» engliiiiier Missionar, Mr. Tner Balk in Hongkong, eine» Vortrag, der interessante Ausschlüsse über eine noch benle in Ebtna eristierende, jüdische Gemeinde gab Verschiedene Einzelheile» sind jeden ׳all? von tveilgekendslein IniereNe, geben ne doch einen deutlichcu Beweis von der Zähigkeit und Beharrlichkeit, mit der die Inden an ihren allen, ihnen durch Moses über lieserte» Gesetzen sesthalten, wenn auch, wie in die'em ,falle, die Macht der Umstände. sowie ihre llmgebung ne schließlich überwältigen und gänzlich vernichten werden. Man wußle schon lange, das; in Eknia noch Inden ertstierlen, aber man war sich über ibre Anzahl, die Ver källninc, in denen ne sich besanden, sowie auch über ihren Wohnsnz nicht recht klar. Vor drei oder vier Jahrhunderten entdeckten einige Jesuiten eine jüdische Holonie i» der Stabt Ha! song tu in der Provinz Honain. Tiefe Entdeckung erregte damals in ganz Europa grobes Aussehen. T ie Ekristenkeil sand durch dieses kleine lleberbleibsel des Indenllims in Ekina die Aussagen der Bibel bestätigt wonach die Juden aus der ganze» (5rde zerstreut leben sollen. Tie gedruckte, glantinische Bibel dieser Gemeinde stimmte vollständig nnt den fünf Büchern Moics überein, nur balle die Schrift keine Vokal» Punkte. Tie Tnnagoge selbst, jetzt eine Ruine, war ei» ansehnliches Gebäude. ungesäbr G! ,fuß hoch und l<> breit (bin schönes, vierteiliges Tack, bedeckte ne. Ter Innenrainu zeigte eine doppelte Reibe von je vier Täulen, die nnt einer Ballustrade versehen waren. Mn den vier, auseinander solgenden Hosen nahm das o^anze einen ,flächenrain» von bis :'.״>> fuß Länge und ungeiähr IM, ,fuß Breite ein Zn den religiösen tüebranchen und Tillen der damaligen Zeit gehörte das Ausziehen der Tchubr beim (51utrtn in den Tempel. Auch wurde von den i^emenidemitgliedern ein blauer Hopspuiz getragen. Wahrend der Rabbiner die!besetze vorlas, bedeckte er ieni i^estchl mit einem durch sichtigen Gazeschleier Er ahmte darin Moses nach, der mit bedecktem ׳Antlitz vor das Volk trat und ihm die i'k ietzeslasek» seines Zolles brachte, ,ferner trug der Geistliche eine rotseibene Tcharve. die ans der rechten Tchulier b« sesligl. und unter dem linken Arm gebunden wurde. Reben ihm stand ein Hilssgeistlicher, um ihn, wen» iiötig, beim Lesen zu korrigieren. Tiesem war edenfalls wieder ein Helfer beigegebe». Tie (Gebete wurden, wie dies deute »och üblich in, monoton gesungen, jedoch ohne die Begleitung von Instrumenten. Ti« Mitglieder der Gemeinde trugen auch keinen Tallis während des Gottesdienstes Man feierte die Beichneidung, das Passad, da» Laubbüllensest und die Gesekzessreude. Vielleicht auch das Versöbnung-i'est, denn an einem Tage im Iahte kamen alle Jude» in der TvnagSAe zusammen, fasteten und weinten. Ihren Tadbat hielten ne so strenge wie ihre abendländischen Glaubensgenossen, schlossen keine Heiraten mit den Unglä״.bigen und machten keine Proselvte» Gin besonderes (Gebetbuch besaßen ne nicht, ne glaubten an die Einigkeit Gottes, an Hiunuel und Hölle, an eine Art ,feget'euer. sowie an die Auferstehung der Toten, an das jüngste Gericht und die Hierarchie der Engel Tie waricten »och aus de» Messias und wiederholten daung wahrend des Gottesdienstes die Worte des sterbenden Jakob. 5)״? wird das Tcevier von Juda nicht enlwciidel werdeu, «och ein Meister von seinen ,fußen, bis daß der Held komme Trotzdem diese Gemeinde sorlwahreud dem Abergtaubeu eines Landes, das durch staatlichen Ginslnß allein geleitet wurde, ausgeient war, wurzelte doch eine!»ete Abneigung gegen den Gönendienst in ihnen Tie weigerten nch stand hast, in einem der heidnischen Jemvel einen (*־ib zu leisten. und die ins Auge sallenbrn Inschritlrii an den Wänden und Tänle» ihres i^olleshanses sprechen laut siir die ,festig keil ihres (Glaubens, lieber des chinesischen Han'ers Raine» in der Tnnagoge beiand nch eine inöglichst bezeichnende Warnung, dabin lautend, daß die dem weltlichen Herrscher zu erweisende Gbriurcht nicht mit!euer verwechselt werden solle, die dem Herrn aller Herren zukomme. Ibre Gebete verrichtete die i'Semetnde nnt dem (Besicht nach Westen ge richtet, wo üe Jerusalem vermulelen. I»> Jahre!!!::< war vom Haiier die Grlaubnis erteil: worben, eine Tnnagoge zu errichten Verschiedene Inschristen darin geben uns.Hunde, baß die Juden zwischen den Iadren V>7, und tV! in Ghina einwaiidrrien. Ans ihren eigenen Berichte,! gebt hervor, daß ihre Vorväter von Weste» kamen, wabrschenilich du^ch Hborassa» und Tamarkand Tiefes war trüber die Haupt Handelsstraße nach jene! Richiung hui. Viel« persisch« Wörter und Ausdrücke >n der Tprache bestätigen diese Vermutung. Tie Rachkommeu jener alten Gemeinde nnd aber heutigen Tages so z!emllch alle ausgestorben. Gine G«n« ralion nach der anderen bat der 1»ubammed>1n>sch«it Einfluß verschlungen. Aus Veranlagung einer indischen Gesellschast ln London sandte der Bischof von Viktoria!Hongkong 1 einige Missionare nach .Hai song tu, um Erkundigungen

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