Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 3 (1836)
- Issue
- 10 (10.1836)
- Date
- 1836-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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307 Furcht vor Gott daS Gemüth nicht behekrscht, do> hat eS keine Zügel mehr, keinen Zaum, keine Sporen, und die Leidenschaft wird zum wüthenden Rosse, das seinen Reiter,, die Vernunft, abwirst und mit den Hufen zertritt — da verliert sich bald jedwede Spur der Religion, alle religiösen Handluggen werden bei Seite gesetzt/ alle religiösen und moralischen Gtsehe werden verletzt und verschmäht^ und bald bist du mit den schmuzigen Gewändern der Sünde und des Lasters bekleidet — der Widersacher steht zu deiner Rechten. Nicht so meine Lieben! Auch unsre Religion lehrt Gott als den Gott der Liebe, der zahllost Wohlthaten spendet, der barmhörzig ist, lchrgmüthig, von unendlicher Huld, den zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Vermögen unsre höchste Pflicht ist —^ auch unsre Religion stellt Gott als den Vater der Menschen dar/ MM unS auf seinem Arme trägt, der unS durch ^>ie Wüste führet, der uns seinen Odem gegeben und unstrn Geist einst zu sich rufet macht sie ihn aber darum zu einem weichlichen, liebelnden Menschenvater, den de^lasterhaste Sohn trügt und leitet^u^d der den sündenvollen Miaben nach kurzer, scheinbarer Buße, nach einer außer ihm selbst liegenden Vermittelung immer wieder willig aufnlmiyt und froh ist, wenn er ihn mit falschem Herzen in seine Arme schmeichelnd nimmt? Nein! unsre Religion ziehet Gott, den Herrn deS Weltalls, nicht auü feinen HimmelShöh^en zur Erde nieder, hoch über alle Gipfel der Erde stellt sie seinen Thron, . sie zeigt, wie er Richter ist über des Menschen Thun,. strenge Rechenschaft von ihm verlangt, Strafe über ihn verhängt, und nur verzeihet nach vollkommener Buße, nach vollständiger Neue, nach völliger Rückkehr, nach langer, dauernder Läuterung und Heiligung. Also will sie, dczß wir im Staube Gott Ln der Höhe verehren und ihn fürchten, und in dieser reinen Gottesfurcht unsträflch wandeln. Darum ist einer der höchsten Lehrsätze unsrer Religion mit unendlicher Weisheit: Siehe, der Herr züchtigt, w^e ein Pater seimrn Sohn züchtigt — Vater ister, aMr