Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 3 (1836)
- Issue
- 3 (3.1836)
- Date
- 1836-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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V 79 ' » ' ' Gegensätze daS GuteundWahre entwickelt. Spricht daher der Redner hier von ganz Israel, wie er eS selbst vorgibt, so irrt er, besonders da er die Gemeinden Deutschlands doch nicht für ganz Israel auSgeben kann. Eben so müssen wir geradezu den absprechenden Ton tadeln, in welchem er von der alten ReligionSverfaffung spricht. Allerdings gibt eS Mschiedent Zeiten^ Zeiten, wo dem Menschen es BB dürfniß ist,, seine religiösen Gedanken und Gefühle in Symbolen und äußeren Darstellungen auszudrücken, Zeiten, wo die gesteigerte Begrifföentwickelung die Form verschmäht und.den nackten Gedanken verlang^ Sehen wir aber auf die allgemeine Natur des Menschengeistes, so werden wir finden, daß diese Verschmähung aller Form der wahren Construction des Menschengeistes n i cht angemessen ist, und daß sie zur Käste und zum JndifferentiSmuö, zur Entledigung /alles Religiösen unmittelbar führt, well die Begriffe sich stets steigern, und nie in fich sich beruhigen können, die Religion aber gerade die Feststellung und Beruhigung zum hauptsächlichen Principe hat. ES ist daher ein Fehler aller Neueren, daß fie das Wort Ceremonie durchaus in einem wenn Mt verächtlichen, doch absprechenden, hintenansetzenden , indifferirenden, paralysirenden Sinne nehmen, während die Ceremonie/ richtig gefaßt, al- Verkörperung religiöser Ideen, bewirkt, daß die Religion dadurch in die Erscheinung tritt, und alS die Plastik der Religion dareligiöse Kun^gebiet ist. So wie also allerdings durch die Zerstörung der Ceremonie der Götzendienst aufgehoben wird, so wird aber'auch hierdurch der Gotte-dieust aufgehoben, und eL heißt nichts anders als daS Kind mit dem Bade auSschütten! Wenn also die Kenntniß und das Studium der heiligen Schrift daS dringendste Bedürfniß ist, und dies für alle Aeimr, so ist nicht weniger dringend, wollen wir in Wirklichkeit auf die Beschaffenheit unsetS Gottesdienstes und auf die Malst MebSreich wirken-^dke wahre Aufklärung über Ceremonie Md ceremonielleS Wesen. Dadurch wird sich dann auf eigenem Wege -die KkärungundSlch-